Meine Laborwerte, bitte kommentieren

26.01.09 10:33 #1
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patripl ist offline
Beiträge: 342
Seit: 22.01.08
Hallihallo,
die langersehnten Ergebnisse sind da, ich tippe es hier ab, was Kupfer betrifft. Was Eisen betrifft, mache ich im Eisenforum. Anbei aber noch der ganze Befund als .jpg. Bitte um eure Aussagen.

GLDH 0.9
Cholinesterase 8.82
Kupfer im Serum 107
Coeruloplasmin 0.27

Der Augenarzt hat nach dem Kaiser-Fleischer-Ring lange gesucht und nicht gefunden.

Das 24-Urin-Kupfer ist auch gemacht worden, nun haben sie das ergenibnis verlegt, werde ich euch morgen dzu schreiben. Alle Werte scheinen innerhalb des Referenzbereiches zu liegen. Habe ich keine MW?
Liebe Grüße. Patricia
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Labor2009-01-07.jpg (299,2 KB, 20x aufgerufen)


Meine Laborwerte, bitte kommentieren

margie ist offline
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Hallo Patricia,

Eisenwerte:
Die Eisenspeicherkrankheit halte ich mit diesen Werten für ausgeschlossen.

Leberwerte:
GLDH
Der Wert ist sehr gut. Wenn Du leberkrank bist, dann vielleicht eher in einem Anfangsstadium, würde ich aus der Höhe des Werts vermuten (bin aber Laie und ich kenne nicht alle denkbaren Konstellationen bei den Leberwerten). Oder aber Du bist nicht leberkrank, ich habe nun Deine Daten zur Leber nicht mehr in Erinnerung. Gab es bei der Leber mal Auffälligkeiten?

Cholinesterase:
Ich halte den Wert auch für gut.
Auch hier gilt das oben Gesagte, d. h. zu Beginn einer Leberkrankheit sind viele Leberwerte noch unauffällig, d. h. man kann allein aus nicht auffälligen Leberwerten nicht sicher sagen, dass man eine vollkommen gesunde Leber hat.
In z. B. 5 Jahren können sich solche Werte bei einer Leberkrankheit in den verdächtigen Bereich entwickelt haben.

Es ist leider so, dass offenbar kein Leberwert sicher eine Aussage darüber zuläßt, ob die Leber nun tatsächlich gesund ist (so drückte sich mir gegenüber mal ein Leberarzt aus).

Kupfer und Coeruloplasmin (Cp):
Das Cp ist schon etwas verdächtig, weil es im unteren Normbereich liegt. Mein Cp-Wert ist manchmal auch so hoch.
Das Serum-Kupfer ist an sich zwar normal, wenn man aber das sog. freie schädliche Kupfer ausrechnet, dann ist dieser Wert bei 26, d. h. leicht erhöht. Normal wäre ein Wert von Null, der Grenzwert geht bis 10.
Formel zur Berechnung mit Angaben von Normwerten siehe hier:
MorbusWilsonEV
Also der Kupferstoffwechsel ist nicht ganz unauffällig.
Man sollte sicher diese Werte noch ein paar Mal bestimmen und evtl. auch mal andere Labore dabei wählen. Vor allem sollten die Werte möglichst am gleichen Tag noch bestimmt werden. Ich rate daher immer, evtl. direkt in einem Labor, dass diese Werte selbst bestimmt, abnehmen zu lassen. Kleinere Labore bestimmen das Cp oft nicht selbst und senden das Blut dann durch ganz Deutschland. Cp verändert sich, wenn es nicht sofort bestimmt wird.
Ob Du nun MW damit hast oder Genträger bist, ist schwer anhand eines Wertes zu sagen.
Ich selbst hatte vor meiner Diagnose ein Mal ein freies Kupfer von weniger als 10 (!) und auch Werte zwischen 20 und 30 und öfters dann auch über 50. Ich ließ die Werte bei mind. 3 verschiedenen Laboren bestimmen.
Ich würde also zuallerst mal diese Werte noch einige Male bestimmen lassen, bevor man daraus vorschnelle Rückschlüsse zieht und vor allem auch das Urinkupfer wiederholt (und bei verschiedenen Laboren) bestimmen lassen. Erst wenn man mehrere Werte hat, kann man die Richtung erkennen.
Es könnte sein, dass Du evtl. nur Genträger für MW bist oder aber dass Du evtl. MW (einen evtl. auch beginnenden) hast oder eben eine andere Störung im Kupferstoffwechsel.
MW ist eine Krankheit, die sehr variabel sein kann und daher sicher auch oft übersehen wird, weil die Ärzte oft nur nach den schweren MW-Fällen suchen und dabei mildere Formen oder evtl. einen beginnenden MW nicht in Betracht ziehen.
Evtl. kann in Grenzfällen eine Leberbiopsie weiterhelfen mit der Bestimmung des Leberkupfers oder aber das häufigere Bestimmen der Werte. Wenn ein MW vorliegt, dann wird das freie Kupfer sicher immer höher werden im Laufe der Zeit.
Man muss aber bei MW-Verdacht versuchen, die Krankheit so früh als nur möglich zu finden, wenn man Spätschäden weitestgehend verhindern will.

Es gibt aber auch noch andere Krankheiten, die zu einem erhöhten Kupfer führen können. Sei es Infektionen, sei es Cholestase, evtl. andere Leberkrankheiten, aber auch Lymphome oder Tumore. D. h. man sollte ggf. die Ursachensuche auf andere Bereiche ausweiten.


Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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patripl ist offline
Themenstarter Beiträge: 342
Seit: 22.01.08
Hallo,
danke für die ausführliche Kkommentierung.

Mein 24-Urin-Kupfer ist 9,3. Das ist auch wenig. (Ich hatte 3 Liter Urin gesammelt. Sehr viel.)
De Untersuchung habe ich nach deinem Rat an einem Tag, ohne Infekt usw. gemacht. ich glaube, das Labor sagte, sie machen es selber. Weiss ich nicht mehr.

Meine Leberwerte waren immer unauffällig, bis auf im Sommer Cholesterin erhöht. Ich weiss, dass es verschiedene, Störungen im Kupferstoffwechsel gibt, die weniger bekannt als MW sind, bzw., die noch keinen Namen haben, weil sie erst in Studien untersucht werden.

Deine Idee, das Ganze bei einem anderen Labor zu einem anderen Zeitpunkt zu wiederholen, finde ich gut.

Übrigens, habe ich mein Blut unter Dinkelfeldmikroskopie angeschaut (mit dem Fachmann) und da sagte er, die Leber sei auffällig, weil viele Rotkörperchen in Zitronenform sind (unreif). Ansonsten haben viele Cholesterin-Ablagerungen und auch befinden sich Gase, die auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit schliessen lassen. Ob dir sowas auch etwas sagen würde? Wo kann man über Lebergesundheit sinnvolles nachlesen?

Vielen Dank nochmal. Patricia

Geändert von patripl (30.01.09 um 11:50 Uhr) Grund: Ergänzung

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margie ist offline
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Mein 24-Urin-Kupfer ist 9,3. Das ist auch wenig. (Ich hatte 3 Liter Urin gesammelt. Sehr viel.)
Der Wert ist nicht hoch, das ist richtig.
Ich würde aber wirklich das Ganze bei einem anderen Labor wiederholen.
Die Urinkupferbestimmung scheint wirklich eine der schwierigsten Laboruntersuchungen zu sein und daher sind Fehler umso wahrscheinlicher.


Unreife rote Blutkörperchen können auf einen Mangel daran hinweisen. D. h. es werden wohl neue rote Blutkörperchen produziert, weil der Körper aufgrund eines Mangel diese benötigt.
Könnte evtl. auch ein Hinweis auf eine hämolytische Anämie sein, bei der man erhöhte Retikulozyten (=Vorstufe der roten Blutkörperchen) hat. Eine hämolytische Anämie wiederum wäre eine mögliche Folge eines MW.
Sie kann aber auch bei anderen Blutkrankheiten vorkommen.
NetDoktor.at - Krankheiten: Hämolytische Anämie
Vielleicht liegt Dein Problem in so einer Krankheit?

Über die Leber gibt es sicher sehr viele Veröffentlichungen, da es auch viele verschiedene Lebererkrankungen gibt. Ich kann Dir leider keine Fundstelle nennen und würde evtl. über eine Suchmaschine versuchen, an Informationen heranzukommen.

Gruß
margie
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