Verdacht auf Morbus Wilson - Abklärung Gastroenterologe

29.07.08 15:55 #1
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Verdacht auf Morbus Wilson

margie ist offline
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Hallo Stefan,

Damals wurde aber nicht der Kupferspiegel im Serum (Vollblut) bestimmt.
Ja, wenn das Kupfer gar nicht im Blut -sei es Vollblut oder Serum - bestimmt wurde, wie kommen dann die Ärzte darauf, dass Du einen Kupfermangel hast?
Ich meine, ich hätte im Arztbrief gelesen, dass ein Kupfermangel bestünde?

Für die Diagnostik bei MW ist das Serum-Kupfer und das Coeruloplasmin wichtig, beides möglichst vom gleichen Tag.
Unterschied zwischen Serum-Kupfer und Vollblutkupfer:
Blutserum ist die weiße Flüssigkeit, wie Du sicher weißt und Vollblut ist das gesamte Blut mit dem roten Blutanteil.
Aber frage mich nicht, welche weiteren Unterschiede es gibt.
Ich weiß nur, dass man bei MW das Serum-Kupfer benötigt.

Der Normwert ist auf dem Zettel mit 10-60 µg/24h angegeben
Dein Wert ist mit 139 µg/24h also deutlich erhöht. Man sagt, dass Urinkupferwerte über 40 µg/24h schon mal verdächtig sind und wenn sie gar über 100µg/24h sind, ist dies ein höchst verdächtiger Wert, wenn es um MW geht.

ich habe immer gedacht der Coeruplasminspiegel gibt den Kupferwert im Serum an
Das Coeruloplasmin ist das Transporteiweiß für Kupfer. Es transportiert das Kupfer und wenn man zu wenig davon hat, bleibt das Kupfer im Körper.
Der Kupferwert im Serum ist ein davon unabhängiger Wert. Bei MW ist er anfänglich zu niedrig, kann aber ansteigen, wenn die Leber das Kupfer nicth mehr speichern kann und es so in den Blutkreislauf gelangt. Da aber das Coeruloplasmin nicht mehr wird und es nur eine bestimmte Menge des Kupfers transportieren kann, entsteht das sog. "freie" schädliche Kupfer, das sich dann in den Organen ablagert.
Solltest Du MW haben, so bist Du nach meiner Einschätzung noch eher im Anfangsstadium, wenn auch dies für Dein Alter ungewöhnlich ist.

Im Arztbrief fand ich nur einen Coeruloplasminwert von 19,8 mg/dl. Wurden noch mehr Werte beim Coeruloplasmin bestimmt?
19,8 sind knapp unter dem Normbereich (unterstellt der ist bei dem Labor, wo es bestimmt wurde, zwischen 20 und 60).

Da mein Serumkupfer niedrig ist tippe ich falls ich MW habe, dann kann die Leber es noch speichern und die Nicht-Leberzellen sind eigentlich noch nicht vergiftet (?).
Wurde also doch ein Serumkupferwert bestimmt? Wie hoch ist er?
Theoretisch könnte dies so stimmen, dass die Nicht-Leberzellen noch nicht vergiftet sind, aber praktisch wird es fließende Übergänge geben. Aber ich denke, dass Du, solltest es MW sein, mit einer Therapie alles in den Griff bekommen würdest.

Aber man sollte die Werte wiederholt bestimmen. Die Werte können stark schwanken und wenn es um so eine wichtige Diagnose geht, sollte man nicht nur einen Wert haben.
War das Urinkupfer wirklich 139µg, wenn man Dir sagte, es sei erniedrigt? Oder meinte man mit erniedrigt, ein evtl. bestimmtes Serum-Kupfer?

Woher kommt dann allerdings das ganze Kupfer im Urin (direkt aus der speichernden Leber)?
Müßte wohl so sein, aber die genauen Details kenne ich nicht, bzw. habe sie wohl auch schon wieder vergessen, falls ich es mal gelesen habe.


Da gibt es ja auch noch andere Moleküle, welche Kupfer transportieren können.
Das weiß ich bisher nicht, wenn Du weißt, welches diese Moleküle sind, lasse es mich wissen. Interessiert mich immer.

Das Brennen ist kein Juckreiz hin und wieder komt zusätzlich zum Brennen ein kurzes Prickeln bei Bewegung hinzu.
Hört sich aber an wie eine Polyneuropathie, evtl. auch eine beginnende, wenn man diese nicht mit Messungen bestätigen konnte.


Was mich ebenfalls wundert ist, dass sie nach der Urinmessung nichts weiter untersucht sondern mich entlassen haben.
Ich denke mal, dass man sich dort mit MW nicht auskennt und daher das erhöhte Urinkupfer gar nicht interpretieren konnte.
Evtl. wäre, wenn es um den Ausschluss von MW geht und Du nicht weit fahren will, Dr. Kraft eine Alternative. Er ist Neurologe und war früher in der nicht mehr bestehenden Wilson-Ambulanz in Ulm:

MorbusWilsonEV

Dr. E. Kraft


Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation
Klinikum München-Großhadern
Marchioninistr. 15
81377 München
Telefon: (089) 7095 - 4076
oder (089) 7095 - 4073

Ein sehr guter und erfahrener Wilson-Experte auf neurologischem Gebiet ist in Düsseldorf Prof. Dr. Hefter.

Auf internistischem Gebiet hat die Uniklinik Heidelberg die meisten Patienten (und damit hoffentlich auch die meiste Erfahrung).

Wenn Du wenig neurologische Probleme hast, dann wäre zu überlegen, ob Du, falls Du Dich untersuchen lassen willst, nicht in eine internistische Ambulanz gehst.

Ich habe häufig das Gefühl von Stümpern untersucht zu werden. ein anderer Neurologe meinte, als ich nach dem klinikaufenthalt bei ihm vorbeischaute: "Ich glaube nicht, dass weitere Untersuchungen etwas bringen."
Ja, das mit den Stümpern kann ich nachvollziehen.
Es ist leider so, dass sich mit MW kaum Ärzte auskennen und auch die Experten sich nicht immer leicht tun, wenn es um einen Grenzfall oder atypischen Fall geht.
MW ist relativ selten und die Ärzte konzentrieren sich in ihrem Studium auf die häufigeren Krankheiten. Hinzu kommt, dass für seltenere Krankheiten kaum Forschungsgelder investiert werden, den Rest kannst Du Dir denken....

Aber ich will Dich auch nicht vorschnell auf MW fixieren. Vielleicht waren die bisherigen Laborwerte auch Fehler oder Verwechslungen?
Ich habe gerade mal nachgesehen, was die AOK über die Ursachen von erhöhtem Urinkupfer schreibt. Da sind noch einige andere Möglichkeiten:
www.aok.de/bund/tools/medicity/laborwert.php
Mögliche Ursachen für erhöhte Werte
www.aok.de/bund/tools/medicity/images/liste.gif Morbus Wilson
Gut wäre sicher, dass man die Laborwerte wiederholt (wobei ich nicht sicher bin, wie lange man das Kupfer absetzen muss, bis es keinen Einfluss mehr auf die Werte hat und abrupt würde ich es auch nicht absetzen).

Gruß
margie
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SWagner ist offline
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Also in dem Fall hat man das Serumkupfer nicht bestimmt.

Also gut, hier noch ein paar Laborwerte meines Hausarztes:

Laborwerte:

- Coeruloplasmin am 26.6: 17,48 (20-60)
- Coeruloplasmin am 21.7: 21,22 (20-60)
- Kupfer i. EDTA-Blut am 21.7: 10,7 (12,8-25,8)

TSH basal (CMIA) am 2.7.08: 1,771 (0,170-2,500)

26.6:

Glucose 69 (60-100)
Kreatinin 1.04 (0.85-1.25)
Cholesterin 144 (<200)
GPT 9 (<41)
y-GT 17 (<55)
Harnsäure 5.8 (3.4-7.0)

Hämoglobin 15.2 (14-18)
Erythrosyten 5.02 (4.5-5.9)
Hämatokrit 44.2 (40-54)
MCH 30.0 (28-32)
MCHC 34.4 (32-36)
MCV 88.0 (80-96)
Thrombozyten 169 (150-350)
Leukozyten 4,54 (4-10)

Wie dem auch sei. MW erklärt keinesfalls meine sensorischen-neurologischen Symptome.

Zu Gelenkentzündung (rheumatischer Arthritis) : Das wäre ja schlimm. Mit den Gelenken habe ich ja Probleme. Allerdings habe ich keine der bei Gelenkrheuma typischen Symptome, bis auf das die Gelenke etwa Schmerzen. Geschwollen scheinen sie nicht zu sein. Evtl. ist dieser endzündliche Reizzustand durch Kupfer und Vitamin-D-Mangel begünstigt - wer weiss.

>Hört sich aber an wie eine Polyneuropathie, evtl. auch eine beginnende, wenn man diese nicht mit Messungen bestätigen konnte.

Argh, beginnend? Wie schlimm kann das denn noch werden?
Naja, da wäre die verzögerte Nervenleitgeschwindigkeit. Aber sonst konnte man nichts messen.

>>Da gibt es ja auch noch andere Moleküle, welche Kupfer transportieren können.
>Das weiß ich bisher nicht, wenn Du weißt, welches diese Moleküle sind, lasse es mich wissen. Interessiert mich immer

Ich habe gelesen, dass sich Kupfer z.B. auch an Metallithionin heften kann, allerdings nur wenig und auch nur locker gebunden.

Geändert von SWagner (04.08.08 um 13:27 Uhr)

Verdacht auf Morbus Wilson

margie ist offline
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Hallo Stefan,

MW erklärt keinesfalls meine sensorischen-neurologischen Symptome.
Und wieso nicht?
Bei MW sind alle Störungen möglich, die von den Nerven verursacht sein können, insbesondere sollen die sensiblen Nervenbahnen gestört sein können (las ich mal, weil bei mir auch die sensiblen Nervenleitgeschwindigkeiten auffällig sind und ich da eine Übereinstimmung zu meinem MW fand und mir das sogar merken konnte).
Man kann nicht immer mit den Messungen solche Störungen beweisen. Es gibt Tage, da ist bei mir eine Messung ganz eindeutig pathologisch und dann gibt es wieder Tage, wo dies nicht der Fall ist (bei derselben Messung wohlgemerkt).


Also in dem Fall hat man das Serumkupfer nicht bestimmt.
Verstehe ich dies richtig?
Das Krankenhaus stellt einen Kupfermangel fest, vorordnet Dir deshalb Kupfer und hat keinen Kupferwert im Blut bestimmt?
Wenn das so ist, dann würde ich an Deiner Stelle das Kupfer ausschleichend absetzen.

Du schriebst gestern, dass Du meintest, das Coeruloplasmin sei mit dem Serum-Kupfer identisch. Hat man das in dieser Klinik so behauptet?

Wenn im Vollblut das Kupfer erniedrigt ist, dürfte dies so sein, weil Du auch im Serum zu wenig davon hast. Aber wenn Du ein Coeruloplasmin von nur 17,48 hast und ein Urinkupfer von fast 140 µg dann spricht dies mehr für MW als für einen Kupfermangel. Die niedrige AP ist ein weiterer Hinweis auf MW.

- Coeruloplasmin am 26.6: 17,48 (20-60)
Dieses niedrige Coeruloplasmin in Verbindung mit dem hoffentlich korrekt gemessenen erhöhten Urinkupfer wird jeden Wilson-Experten zum Nachdenken bringen.

Betr. das Urinkupfer:
Du hattest, wenn ich die Befunde richtig verstanden habe, eine Urinsammelmenge von 4000 ml, d. h. Du hast dann wohl 2 Sammelbehälter benötigt.
Hat man Dir richtig erklärt, wie man sammeln muss?
Dass man am 1. Tag den Morgenurin noch in die Toilette gibt, sich die Uhrzeit merkt und dann exakt 24h lang sammelt und am nächsten Morgen den Morgenurin dann im Sammelgefäß auffängt?
Wenn 2 Sammelbehälter gefüllt sind, besteht die Gefahr, dass diese vor der Probenentnahme nicht zusammengeschüttet und durchmischt werden. Das ist wichtig, weil die Kupferkonzentration schwankt. In dem Sammelgefäß, in dem der Morgenurin drin ist, ist die Kupferkonzentration sicher höher und wenn man die Urinprobe für die Untersuchung nur aus diesem Gefäß nehmen würde, dann hätte man ein falsches Ergebnis.

Leider weiß das medizinische Personal teils nicht, dass man den Urin in einem größeren Gefäß zusammenkippen muss und mischen muss und wenn das nicht beachtet wurde, wäre Dein Urinkupferwert nicht ganz korrekt.
Und wenn die Klinik nicht mal in der Lage gewesen sein sollte, das Serum-Kupfer zu bestimmen, dann habe ich Zweifel, ob man dort weiß, wie man mit 24h-Sammelurin verfahren muss (Neurologen sind keine Internisten, d. h. die Fehler bei Laboruntersuchungen dürften bei Neurologen höher sein).


Deine Thrombozyten sind im unteren Normbereich. Bei MW kann man zu niedrige Thrombozyten haben.

Auch Deine Leukozyten sind immer sehr niedrig, was auch bei MW vorkommen kann (und ich auch habe).

Das TSH ist unverdächtig.

Auch die Glucose ist mir etwas zu niedrig. Wenn es kein Abnahmefehler ist, könnte dies auch mit MW erklärbar sein. Man kann Hypoglykämien bei MW haben.
Da Du auch niedriges Cholesterin hast, vermute ich, dass Du sehr schlank bist.
Wenn ja, könnte es evtl. sein, dass Du die Nahrung nicht richtig verwertest? Geschätztes Stuhlgewicht über 200 g tgl.?
Ich denke an die bei MW mögliche Pankreasinsuffizienz, die ich auch habe und die schleichend beginnt. Man nimmt die Nahrung nicht mehr richtig auf und dementsprechend hat man relativ niedriges Cholesterin und niedrige Glucose.
Ist nur eine Vermutung, vielleicht gibt es bei Dir andere Gründe für diese niedrigen Werte.

Zu Gelenkentzündung (rheumatischer Arthritis) : Das wäre ja schlimm. Mit den Gelenken habe ich ja Probleme.
Ja, die Gelenke können bei MW betroffen sein, aber Gelenkprobleme kann man auch aus anderen Gründen haben.
Hier ein Link, in dem einige Symptome und Folgekrankheiten aufgeführt sind, die es bei MW geben kann (Man hat aber nie alle davon):
AWMF online - Leitlinie Neurologie: Morbus Wilson

Auch die Leukopenie, Thrombozytopenie sind darin genannt. Deine Werte gehen in diese Richtung, im Krankenhaus waren die Leukozyten bei Dir sogar unter 4,0.

Hört sich aber an wie eine Polyneuropathie, evtl. auch eine beginnende, wenn man diese nicht mit Messungen bestätigen konnte.

Argh, beginnend? Wie schlimm kann das denn noch werden?
Polyneuropathien können ganz schön heftig werden. Mein Vater hat eine und da bekomme ich dies mit. Auch bei mir hieß es schon wiederholt: beg. Polyneuropathie, wobei dies auch manchmal eine Verlegenheitsdiagnose ist.
Aber, angenommen Du hast MW, und Du wirst dann behandelt, dann denke ich, kann damit rechnen, dass sich Deine Beschwerden wieder bessern.

Deine (zwei) Leberwerte sind wirklich gut.
Lasse aber mal GOT, Bilirubin, GLDH und Cholinesterase noch mitbestimmen. Dies sind auch wichtig.

Also ich halte es für denkbar, dass Du MW haben kannst und man sollte Dich darauf untersuchen. Denn wenn es MW sein sollte, dann ist es wichtig, dass dies so bald als möglich therapiert wird, um Folgeschäden zu vermeiden.

Gruß
margie

Nachtrag:
Die Änderung betrifft den Austausch des Wortes "Sensorisch" gegen dem gemeinten Wort "Sensibel" (falls es bei diesen Begriffen überhaupt Unterschiede gibt).
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Geändert von margie (04.08.08 um 13:37 Uhr)

Verdacht auf Morbus Wilson

SWagner ist offline
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>MW erklärt keinesfalls meine sensorischen-neurologischen Symptome.
>Und wieso nicht?

Naja, ich habe gelesen, dass sensorische Störungen bei MW nicht vorkommen.
Die NLG war jedenfalls bei mir immer verzögert messbar.


>Also in dem Fall hat man das Serumkupfer nicht bestimmt.
Verstehe ich dies richtig?

Also das Serumkuofer haben sie bestimmt, da bin ich mir sicher, aber ich habe keinen Laborwert davon. Gesagt hat man mir, dass ein Kupferwert im Blut 1/3 unter normal sei.

>Du schriebst gestern, dass Du meintest, das Coeruloplasmin sei mit dem >Serum-Kupfer identisch. Hat man das in dieser Klinik so behauptet?

Nein.

>Du hattest, wenn ich die Befunde richtig verstanden habe, eine Urinsammelmenge von 4000 ml, d. h. Du hast dann wohl 2 Sammelbehälter benötigt.Hat man Dir richtig erklärt, wie man sammeln muss?

Naja, mir wurde gesagt ich solle von 8 Uhr bis am Folgetag 8 Uhr alles sammeln. Das Labor sollte wiessen, wie man das macht, es war schliesslich ein großes städtisches Krankenhaus.

>Da Du auch niedriges Cholesterin hast, vermute ich, dass Du sehr schlank bist.
Wenn ja, könnte es evtl. sein, dass Du die Nahrung nicht richtig verwertest? Geschätztes Stuhlgewicht über 200 g tgl.?

Ich bin eher ein guter Futterverwerter und leider nicht sehr schlank, sondern habe ein paar Kilo (ca. 10) zuviel. Bezeichnen würde ich mich aber als nur leicht übergewichtig. Stuhlgang habe ich täglich und das nicht zu knapp

> Ich denke an die bei MW mögliche Pankreasinsuffizienz, die ich auch habe und die schleichend beginnt. Man nimmt die Nahrung nicht mehr richtig auf und dementsprechend hat man relativ niedriges Cholesterin und niedrige Glucose.
Ist nur eine Vermutung, vielleicht gibt es bei Dir andere Gründe für diese niedrigen Werte.

keine Ahnung

>Ja, die Gelenke können bei MW betroffen sein, aber Gelenkprobleme kann man auch aus anderen Gründen haben.
>Hier ein Link, in dem einige Symptome und Folgekrankheiten aufgeführt sind, die es bei MW geben kann (Man hat aber nie alle davon):
>AWMF online - Leitlinie Neurologie: Morbus Wilson

danke


Zitat:
Aber, angenommen Du hast MW, und Du wirst dann behandelt, dann denke ich, kann damit rechnen, dass sich Deine Beschwerden wieder bessern.

Das wäre traumhaft, wenn es wirklich an MW liegen würde und ich die Beschwerden loswerden könnte.

>Deine (zwei) Leberwerte sind wirklich gut.
Lasse aber mal GOT, Bilirubin, GLDH und Cholinesterase noch mitbestimmen.

Ich habe heute beim Doc auf Selbstkosten ein großes Leberblutbild in Auftrag gegeben, da sollte das alles drin sein.

>Also ich halte es für denkbar, dass Du MW haben kannst und man sollte Dich >darauf untersuchen. Denn wenn es MW sein sollte, dann ist es wichtig, dass >dies so bald als möglich therapiert wird, um Folgeschäden zu vermeiden.

Das denke ich auch. Falls es Mw wäre, so wäre jetzt noch die Zeit dazu, bevor Schäden auftreten, die nicht mehr reversibel sind.

Achja, habe bei Dr. Kraft angerufen - er nimmt leider nur noch Privatpatienten.

Geändert von SWagner (04.08.08 um 15:10 Uhr)

Verdacht auf Morbus Wilson

margie ist offline
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Hallo Stefan,

Stuhlgang habe ich täglich und das nicht zu knapp
Das würde wiederum für eine (evtl. beginnende) Pankreasinsuffizienz sprechen, denn da hat man voluminöse Stühle, weil die Nahrung nicht so ausgenutzt wird, wie es bei Gesunden der Fall ist.

Übergewicht: Kann man evtl. mit zuviel Kupfer auch erklären. Kupfer fördert das Wachstum von Bindegewebe und wo viel Kupfer ist, ist wohl auch viel Bindegewebe....

[quote]Die NLG war jedenfalls bei mir immer verzögert messbar.



Verzögerte Messungen von Nervenleitgeschwindigkeiten habe ich auch wiederholt schon gehabt.

Also das Serumkuofer haben sie bestimmt, da bin ich mir sicher, aber ich habe keinen Laborwert davon. Gesagt hat man mir, dass ein Kupferwert im Blut 1/3 unter normal sei.
In Verbindung mit zu niedrigem oder niedrigem Coeruloplasmin spricht dies dann aber für MW. Bestärkt wird dieser Verdacht durch Dein erhöhtes Urinkupfer und die niedrige AP.
Ich kann daher nicht verstehen, wie man Dir raten kann, Kupfer einzunehmen.


Naja, mir wurde gesagt ich solle von 8 Uhr bis am Folgetag 8 Uhr alles sammeln. Das Labor sollte wiessen, wie man das macht, es war schliesslich ein großes städtisches Krankenhaus.
Ja, normalerweise sollte sich das Personal auskennen. Ich war neulich selbst überrascht, als mir jemand hier aus dem Forum schrieb, dass es aber auch unter dem med. Personal Leute gibt, die nicht wissen, dass der Gesamturin von 24h erst zusammengekippt werden muss.

Generell gibt es, was die Bestimmung des Urinkupfers angeht, sehr große Unterschiede zwischen einzelnen Laboren.
Ich habe vor Monaten mal einige Tests gemacht und habe aus demselben Sammelurin Proben an mehere Labore geschickt. Ich wiederholte dies mehrmals mit verschiedenen Laboren, weil zuvor der Verdacht aufkam, dass das Labor, bei dem ich meine Werte bis dahin bestimmen ließ, zu niedrige Werte ermittelt hatte.
Es kamen unterschiedliche Werte heraus. Bei einer Untersuchung hatte ein Labor es geschafft um das rd. 10-fache unter dem Wert des anderen Labors zu liegen.
Ansonsten gab es noch bweichungen um das Doppelte, was auch nicht sein dürfte.
Man liest auch immer wieder, dass die Bestimmung von Kupferwerten nicht so einfach sein soll und Labore, die dies nicht oft machen, Fehler machen würden.

ch habe heute beim Doc auf Selbstkosten ein großes Leberblutbild in Auftrag gegeben, da sollte das alles drin sein.
Ob da alles drin ist? Ich bin skeptisch. GLDH bestimmen viele Ärzte nicht mehr, aber der Wert hat schon seine Bedeutung. Er ist für den Ammoniakabbau zuständig und Ammoniak entsteht, wenn die Leber schon etwas schwerer geschädigt ist, d. h. ist der Wert erhöht, ist die Leber nicht mehr ganz so fit.

Gruß
margie
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In dem Fall werde ich das Kupfer absetzen, bisher hat sich ja jedenfalls keine Verbesserung gezeigt.

Du meintest die Leber könnte sich wieder erholen, wenn sie noch nicht zu sehr geschädigt ist. Wie gut stehen die Chancen darauf?

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Hallo Stefan,

In dem Fall werde ich das Kupfer absetzen, bisher hat sich ja jedenfalls keine Verbesserung gezeigt.

Du meintest die Leber könnte sich wieder erholen, wenn sie noch nicht zu sehr geschädigt ist. Wie gut stehen die Chancen darauf?
Gestern 18:41
Alles was man dazu liest, geht in diese Richtung:
Selbst bei einer Leberzirrhose erholt sich meistens die Leber wieder, so dass der Patient damit ohne Transplantation in der Regel leben kann.
Die Leber ist ja sehr groß und selbst wenn man in einem Teil der Leber eine Zirrhose hat, dann kann der andere Teil der Leber noch nicht so geschädigt sein und sich wieder erholen.
Da man ja auch Lebend-Leberspenden macht, also z. B. ein Angehöriger spendet seine halbe Leber für einen Leberkranken und der Spender trotz der verbleibenden halben Leber damit leben kann, beweist dies m. E., dass die Leber für die Erfüllung ihrer Funktionen auch dann klar kommt, wenn ein Teil der Leber geschädigt ist.
Also in Deinem Alter ist die Chance darauf, dass sich die Leber erholt, sicher sehr hoch, sollte es MW sein.
Aber ich würde nun erst mal versuchen, diese Verdachtsdiagnose auszuräumen oder zu bestätigen, d. h. erst mal die notwendigen Untersuchungen dazu machen lassen. Evtl. lieber ein paar Laborwerte öfter bestimmen lassen, um eine gewisse Sicherheit zu haben. Denn wenn Du voreilig therapiert wirst und hinterher Zweifel bekommst, dann kann man noch weniger feststellen, denn durch die Therapie verschwinden die pathologischen Werte (wie das erhöhte Urinkupfer, evtl. ein erhöhtes Leberkupfer, evtl. das auffällige Serum-Kupfer) zum Teil.

Was mir noch aufgefallen ist:
Du nimmst mehr Kupfer (2 bis 3 mal so viel), als man Dir in der Klinik angeraten hat. Mehr würde ich auf keinen Fall nehmen, denn Kupfer ist ein Schwermetall und ist im Übermass wohl immer schädlich.
Der Mensch nimmt bereits über die Nahrung deutlich mehr Kupfer zu sich, als er benötigt (Aufnahme 2 bis 4 mg tgl., benötigen tut man ca. 1 mg). Bei Gesunden wird das überschüssige Kupfer auch ausgeschieden, nicht bei M. Wilson allerdings.
Was ich daher nicht ganz verstehe ist, dass das Krankenhaus zu dem Schluss kommt, Du hättest wohl einen Kupfermangel, aber nicht fragt, wieso Du diesen Kupfermangel eigentlich hast. Denn wenn Du trotz der Tatsache, dass Du das in der Nahrung vorhandene Überangebot an Kupfer einen Mangel haben würdest, dann hättest Du sicher aus dem gleichen Grund auch Mängel bei anderen Mineralstoffen, d. h. mit Deiner Verdauung wäre dann wohl gar nichts in Ordnung und Du hättest wegen der Mängel bei anderen Stoffen noch genug andere Probleme.

Gruß
margie
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Auf telefonische Rückfrage haben sie mir von der Klink gesagt, ich solle da noch keine Besserung eingetreten sei die doppelte Menge (ursprünglich 2mg) nehmen (also 4mg).

Sie führten den Mangel auf eine Resorptionsstörung zurück.

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Hallo Stefan,

also ich glaube nicht an den Kupfermangel.
Wenn Du eine Resorptionsstörung hättest und Kupfer nicht aufnehmen würdest, dann würdest Du diese Störung auch bei anderen Metallen oder Vitaminen wohl haben und es müßte einen Grund dafür geben, den man klären müsste.

Bin mal gespannt, ob das Krankenhaus bei seiner Meinung bleibt, solltest Du nochmals dorthin gehen.

Gruß
margie
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Da bin ich auch mal gespannt. Aber zuviel erwarte ich von den "Stümpern" nicht.
Blöd, dass es mit dem Brennen immer schlimmer wird und ich immer warten muss....


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