Geotrichum candidum

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Geotrichum candidum

Geotrichum candidum, der sogenannte Milchschimmel, ist ein Schimmelpilz, der durch Hyphen charakterisiert wird, die in rechteckige Arthrosporen zerfallen. Es werden keine Sproßzellen gebildet. Der Pilz ist im menschlichen Lebensbereich überwiegend saprophytär und kommt insbesondere auf Tomaten, Früchten, Milch und Milchprodukten, wie Harzer Käse, Camenbert und anderen Käsedelikatessen vor, bei deren Herstellung er wesentlich an der Aromabildung beteiligt ist.

Geotrichum candidum wird häufig aus dem Verdauungstrakt isoliert, bei Gesunden aus etwa 30 % der Stuhlproben, bei gastrointestinalen Erkrankungen bis zu 60% (Seeliger und Heymer, 1991). Eine mögliche Unterscheidung zwischen pathogenen und apathogenen Stämmen ist noch nicht eindeutig nachgewiesen, wobei in unserem Labor durch das APIZYM-System (Fa. BioMerieux) zumindest die Produktion und Sekretion von proteolytischen Enzymen nachgewiesen wird, ein Vorgang, der z. B. bei Hefen als der maßgebliche Virulenzfaktor in der Literatur beschrieben wird.

Bei Patienten, die abwehrintakt sind, kommen sicherlich keine Adhärenzen vor. Bei abwehrgeschwächten Patienten wird in der Literatur auf mögliche Dauerbesiedelungen auf der Schleimhautoberfläche des Darmes hingewiesen, welches durchaus pathologische Formen annehmen kann. Allerdings bedarf es für eine lokale Abwehrschwäche nicht unbedingt eines schwerwiegenden Immundefektes - eine Störung der Mikroökologie des Darmes, etwa durch Antibiotika oder durch eine systemische Kortikosteroidtherapie reichen aus, den fakultativ pathogenen Erregern den Weg zu ebnen. In der Mundhöhle können diese Besiedelungen zu Belegen führen, die das gleiche Bild haben wie eine orale Candidose. Bei Ansiedelungen im intestinalen Bereich entstehen durchaus klinische Symptome, so wie sie in der Anfrage bei der Patientin beschrieben worden sind.

Es wird auch von Organmanifestationen, insbesondere bronchialen, seltener pulmonalen Formen, berichtet (Wegmann, 1986). Geotrichum candidum wird, falls die Klinik Therapiebedürftigkeit verrät, durch innerliche Lokaltherapie mit Antimykotika, die nicht resorbiert werden, gehemmt und durch hohe Dosen abgetötet. Wirksam sind Nystatin, Natamycin und Amphotericin B.

Interessant erscheint der Hinweis, dass insbesondere bei Geotrichum candidum, der in der Vagina nachgewiesen wird, die proteolytische Aktivität sehr groß ist und er hier gar nicht selten der Grund für rätselhafte Rezidive von vaginalem Pilzbefall sein kann.
www.hauss.de/~upload/pages/Neue_Seite_1329_12_7.asp

Soviel ich weiß, untersucht z.B. der Frauenarzt beim Abstrich nur auf Candida albicans, nicht aber auf Geotrichum candidum. Bei wiederkehrendem vaginalen Pilzbefall sollte wirklich auch nach Geotrichum gefragt werden!

Hier wird eine Behandlung mit Symbioflor empfohlen:
Neurodermitis - Analysen - Stuhlprobe

Gruss,
Uta
 
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Hallo Uta,

herzlichen Dank für diese aufschlußreiche Information. Da in der Rubrik "sonstige Pilze" jetzt doch einige informativ wichtige Postings vorhanden sind, die aber wegen geringen Disskussionsbedarf irgendwann im Bauch des Forum zu verschwinden drohen, würde ich in nächster Zeit auch hier oben eine Infothek festpinnen wollen. Dein Beitrag wird dabei sein...
 

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