Mangelnde Arztleistung und deren Honorierung

12.05.10 13:59 #1
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Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo,

ich bin aus beruflichen Gründen privat krankenversichert.

Als Privatpatient bekomme ich vom behandelnden Arzt eine Rechnung, auf der seine Leistungen und ggf. die Laborkosten und weiteres abgerechnet werden.

Nun bin ich grad in einer Klinik als ambulanter Patient des Leiters (Prof.) in der Obhut seiner Oberärztin. In einem weiteren Thread hab ich meine Begegnung mit dieser Oberärztin schon mal umrissen. Der tatsächliche Besuch bzw. die Untersuchung bei ihr verliefen weitaus "dramatischer" als ich das beschrieben hatte...

http://www.symptome.ch/vbboard/gesun...tml#post483046

Nun kommt meine - hypothetische - Frage: wenn man also mit der Leistung eines Arztes nicht zufrieden ist, kann man dann diese Rechnung zurückweisen und "Nachbesserung" verlangen?

Bei Leistungen die man erwirbt und die mangelbehaftet sind hat man doch dieses Recht auch??

Liebe Grüsse
von
Frank
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Mangelnde Arztleistung und deren Honorierung

Rudi Ratlos ist offline
Beiträge: 2.071
Seit: 01.02.08
Hallo Frank,
die Herrschaften rechnen keine Leistungen ab, sondern verlangen eine Gebühr für ihre "Bemühungen". Ein echt perverses System. Sobald ein Arzt meint sich bemüht zu haben, steht nur noch die Frage ob "richtig" oder "falsch" entsprechend Gebührenordnung abgerechnet wurde.

Ich habe mal einem Arzt einen Untersuchungsposten gekürzt, es ging um ca. 5 EUR, aber ich hatte mich über die Nichtuntersuchung so geärgert, was glaubst was da für ein Geheul losging, was für eine Drohkulisse aufgebaut wurde, was ich mir herausnehmen würde. Doch er konnte mich mal und wegen 5 EUR hat sich offensichtlich auch sein Rechtsanwalt nicht in Bewegung setzen lassen.
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Gruß
Rudi

Medizinisches Dummi ich, gebe keinen Rat, schreibe allein von eigenem Elend.

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Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.002
Seit: 09.01.10
Hey,

Wenn Du zu viel Zeit und Kraft hast, die ein bisschen zu pieksen- Erfolg wirst Du nur haben, wenns ne eindeutige Sache ist etwa so wie bei mir: bei mir wurde mal ne OP (distale Radiusfraktur) "beidseits" abgerechnet, hatte mir aber nur einen Arm gebrochen, da wurde dann ne neue Rechnugn geschrieben.

Liebe Grüße
Krissi

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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Hallo Frank,

ich würde mich an Deiner Stelle mir Deiner Krankenkasse in Verbindung setzen und mit der die Lage klären. Letztlich geht ja die Rechnung an die Kasse und die zahlen für eine ungenügende Leistung.
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

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Planer ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo James,

Zitat von James Beitrag anzeigen
Letztlich geht ja die Rechnung an die Kasse und die zahlen für eine ungenügende Leistung.
na ja - die Sache ist etwas anders! Die Rechnung des Docs geht grundsätzlich nur an mich - und was ich mit der Rechnung (ausser der Bezahlung) mache hängt davon ab ob ich eine private KV abgeschlossen habe.

Das Versicherungsunternehmen interessiert sich überhaupt nicht dafür ob der Doc die Leistung, die auf der Rechnung steht, fehlerfrei oder überhaupt erbracht hat! Das Versicherungsunternehmen interessiert sich nur dafür, ob die in Rechnung gestellten Leistungen von mir in der Versicherungspolice versichert wurden oder nicht. Sind sie versichert wird anstandslos gezahlt - sind sie nicht versichert wird nicht bezahlt, und zwar an mich, nicht an den Doc.

Solche "kleinen" Leistungen - wie normale Arztrechnungen bis ca. 500,- € interessieren die Versicherungen (so meine pers. Erfahrung) relativ wenig - erst bei Krankenhausrechnungen, die sehr schnell 2.000,- € für nur wenige Tage Aufenthalt überschreiten, sind die Versicherungen plötzlich hellwach und interessiert.

Von meiner KV kann ich wenig Unterstützung erwarten - denke ich.

Viele Grüsse
Frank
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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Möglich, dass jede Vers. da etwas anders reagiert. Meine Erfahrungen waren so (auch private KV) und ich kenne mehrere Beispiele aus der GKV, die ein Foderungsmanagement betreiben. Sicher anbieter- und vertragsabhäng...
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Gruß, James

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Planer ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.735
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Hallo krissi,

Zitat von krissi33 Beitrag anzeigen
...Erfolg wirst Du nur haben, wenns ne eindeutige Sache ist etwa so wie bei mir: bei mir wurde mal ne OP (distale Radiusfraktur) "beidseits" abgerechnet, hatte mir aber nur einen Arm gebrochen, da wurde dann ne neue Rechnugn geschrieben.
meine Güte - manche Docs können (so wie ich) nicht mal bis zwei zählen und übergehen dabei schon die "eins"!

Obwohl - schlimm genug ist solch eine Abrechnung schon! Und wenn man als Patient nicht aufpasst wird man schnell übervorteilt... - und ein gebrochener Arm ist ja schon schlimm genug! Hoffentlich war die Leistung des Docs im medizin. Sinn wenigstens ohne Beanstandung!

Ich hab meine Frage ja auch als "rhetorische" bezeichnet weil ich mir über den möglichen Erfolg meinerseits schon recht im Klaren bin...

Andererseits bin ich ein Freiberufler - und sind meine Kunden mit meiner Leistung nicht einverstanden, unabhängig davon ob sie mangelbehaftet oder einwandfrei ist, dann hab ich einfach Probleme meine Rechnung bezahlt zu bekommen... - so ist es mit der Zahlungsmoral. Und unter dieser (anderen) Sichtweise hab ich mich einfach mal in die Situation des unzufriedenen "Kunden" des Arztes versetzt...

Aber Du hast Recht: an massiven Säulen (Ärztetum) kann man schwer rütteln!

Liebe Grüsse
Frank
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Planer ist offline
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Seit: 06.08.09
Hallo Rudi,

Zitat von Rudi Ratlos Beitrag anzeigen
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Du hast Recht! Es ist eine Gebührenrechnung in der nur Ziffern genannt werden - Gebührenordnungsziffern...

Und: es ist enorm schwer dem Doc nachzuweisen dass er eine Position (eine Ziffer) nicht oder nicht richtig erbracht hat. Die "mechanischen" Ziffern sind wohl - ausser bei krissi , weil falsch gezählt wurde - kaum zu beanstanden. Und das Thema "Beratung", auch wenn sie unter "fernmündlich" oder "ausführlich" beziffert wird, wurde ja erbracht... die Frage ist hier: korrekte Beratung oder nicht! Nur ist der Ausgang dieses Spielchen sehr zu Ungunsten des Patienten verschoben! - Würd ich ja auch nur dann tun, wenn ich genau wüsste dass ich den Doc nie wieder aufsuchen würde - sonst hätte ich ja von vornherein verloren weil das "Vertrauensverhältnis" zwischen ihm und mir zerrüttet ist und ich damit in der weiteren Behandlung den "Kürzeren" ziehen würde...

Zitat von Rudi Ratlos Beitrag anzeigen
Ich habe mal einem Arzt einen Untersuchungsposten gekürzt, es ging um ca. 5 EUR, aber ich hatte mich über die Nichtuntersuchung so geärgert, was glaubst was da für ein Geheul losging, was für eine Drohkulisse aufgebaut wurde, was ich mir herausnehmen würde. Doch er konnte mich mal und wegen 5 EUR hat sich offensichtlich auch sein Rechtsanwalt nicht in Bewegung setzen lassen.
hihi - ist ja so wie ich an Krissi schon schrieb: ein Rütteln an einer unumstösslichen Säule... - auch wenn Du Recht hattest, wäre es ein höherer Betrag gewesen hättest Du wohl noch mehr "Gegenwind" bekommen...

Viele Grüsse
Frank
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Planer ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.735
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Hallo James,

Zitat von James Beitrag anzeigen
Möglich, dass jede Vers. da etwas anders reagiert. Meine Erfahrungen waren so (auch private KV) und ich kenne mehrere Beispiele aus der GKV, die ein Foderungsmanagement betreiben. Sicher anbieter- und vertragsabhäng...
also von den GKV'n ist mir ein solches Forderungsmanagement auch bekannt - ich war lange Zeit TK versichert. Auch ist die Zusammenarbeit hinsichtlich Prävention und Beratung bei einer Krankenkasse und dem Patienten sehr viel ausgeprägter!

Bei der PKV weniger - es äussert sich eher in einer jährlich stattfindenden Bekanntmachung: Tariferhöhung!

Ich hab meine KV - es ist keine kleine Versicherung - erst einmal um Unterstützung bei der Suche nach einem Spezialisten gebeten... die Hilfe die ich bekam war genausogut wie ein Blick ins Telefonbuch. Aber das ist wohl so wie Du sagst: anbieter- und vielleicht auch vertragsabhängig.

Viele Grüsse
Frank
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James ist offline
Moderator
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Beiträge: 5.916
Seit: 20.05.08
Dass tatsächlich erbrachte Leistung und Rechnung in Einklang stehen müssen, ist in diesem Fall mit gerichtlichen Konsequenzen geahndet worden: Deutsches Ärzteblatt: Archiv "Ordnungsgemäße Rechnungstellung durch Arzt" (14.05.2010)
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