Suggestionen = Vorschläge

27.02.06 08:44 #1

Mentale, bewusstseinserweiternde Übungen. Varianten: Stille- oder Ruhemeditation, Achtsamkeits- oder Einsichtsmeditation, Konzentrationsmeditation, Transzendentale Meditation, Aktive Meditation (Tantra, Yoga, Qi Gong u.a.)
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Oregano ist offline
Beiträge: 52.351
Seit: 10.01.04
[quote]"Wer alles rein lässt, ist gaga.
Wer nichts rein lässt, auch!"


Hans-Peter Zimmermanns Gedanken zum Thema Suggestibilität (mit und ohne Hypnose)...

11. November 2003
...


Das Wort "Suggestion" kommt aus dem lateinischen "suggerere" und bedeutet so viel wie "Vorschlag". Eine Suggestion ist also zunächst nichts anderes als ein Vorschlag für ein bestimmtes Denken, Fühlen oder Handeln. Und der Begriff "Suggestibilität" drückt die Bereitschaft aus, solche Vorschläge anzunehmen und umzusetzen. Je suggestibler ein Mensch ist, desto eher wird er Ihre Handlungsvorschläge akzeptieren.
...



Stellen Sie sich Ihr Unterbewusstsein vor wie ein bewachtes Areal. Die Aufgabe des Pförtners, in der Hypnoseforschung "kritisches Filter" genannt, ist es, sämtliche Suggestionen zu prüfen und nur diejenigen herein zu lassen, die als nützlich erkannt werden....
http://www.hpz.ch/suggestibilitaet.html

Solange es noch Pförtner in Firmen gab, war es wohl immer zu empfehlen, sich gut mit ihnen zu stellen, sie zu "pflegen". Das war vom Menschlichen her schon erfreulich, aber natürlich auch in Bezug auf gute Beziehungen gleich beim Eingang . Um diese guten Beziehungen zu pflegen, mußte man auch ein bißchen über den Pförtner wissen. Ähnlich dürfte es mit unserem inneren Pförtner laufen...

Gruss,
Uta
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Vorsicht mit Gesundheitsbüchern! – Sie könnten an einem Druckfehler sterben. (Mark Twain)

Suggestionen = Vorschläge

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 20.026
Seit: 26.04.04
Hallo Uta -

dazu fällt mir die Bemerkung eines Psychotherapeuten ein zu der Redewendung:
"Ich glaube, Du bist nicht ganz dicht" (wird benutzt, wenn man am Geisteszustand des Betreffenden zweifelt...):

Wenn man "ganz dicht" ist, kann man nichts von aussen an sich heran lassen, man ist nicht aufnahmefähig für Neues, man schottet sich ab etc. - und das wäre doch eine traurige Angelegenheit. Also dann doch lieber nicht ganz dicht... wobei man natürlich schon darauf achten sollte, was man "herein lässt" .

Liebe Grüsse,

uma

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Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 52.351
Seit: 10.01.04
Durch Zufall bin ich auf diesen recht alten Thread gestoßen.

HP Zimmermann hat zum Thema Hypnose viele Seiten, u.a. auch diese, die man sich schicken lassen kann:

Gratis Hypnose-Buch Bestellformular

Grüsse,
Oregano
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Suggestion = etwas von unten hinaufreichen

FranzJosefNeffe ist offline
Beiträge: 193
Seit: 24.10.10
Alles, was uns nicht bewusst ist, ist in unserem Unbewussten.
In unserem arg begrenzten bewussten Verstand können wir gerade mal einen Gedanken auf einmal denken.
Alles, was wir zum Leben brauchen, ist also im Unbewussten zu finden.
Gehen wir mit dieser entscheidenden Instanz unseres Lebens os um, dass wir gerne alles von ihr haben können?
Coué machte uns darauf aufmerksam, dass wir diese Instanz und die dort liegenden Kräfte oft wie Feinde behandeln, sie quälen, im Stich lassen, nichts mit ihnen zu tun haben wollen..... Dabei wäre es doch viel klüger unsere unbewussten Kräfte und damit uns selber als Freunde zu behandeln.
Es sollte deshalb auch nicht darum gehen, mit Suggestion irgendwelche Kräfte in uns, die wir noch nicht verstehen, platt zu machen. Nein, Suggestion ist eine vornehme, sensible Kunst. "Von unten her hinaufgeben" heißt das lateinsiche Verbum. Dafür muss man vom hohen Ross herunter, muss sich beugen und etwas darbieten.
Mit Suggestion bedienen wir Lebenskräfte.
Was man beherrschen will, muss man bedienen lernen.
Dann bekommt man Einfluss.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe
__________________
"Menschen werden auffällig, damit uns was auffällt." fjn

Suggestionen = Vorschläge

Eva2009 ist offline
Beiträge: 147
Seit: 21.12.09
Hallo,
Was man beherrschen will, muss man bedienen lernen. Aber wie? HP Zimmermann weiß das selber nciht. das wissen nur Magier. LG Eva

Suggestionen = Vorschläge

Windpferd ist offline
Beiträge: 2.291
Seit: 25.08.10
Hallo,

"etwas von unten hinaufreichen", etwas (oder jemanden?) "bedienen" - das klingt erst mal recht demütig.

Tatsächlich ist aber Suggestion eine für den technologiegläubigen Westen ganz typische Methode: Wir wollen nicht sehen, was IST (oder was wächst usw.) sondern unser kleines, arrogantes Ego will MACHT (vielleicht recht trickreich demütig) - um zu erreichen, was Ego gern hätte. Oder wie Ego sich selber gern hätte.

Dabei übersehen wir zuallererst, daß dieses Ego eine Phantasie ist, ein - im übrigen sich lebenslang fortgesetzt wandelndes - Konstrukt. (Eine Illusion, die immer wieder auftaucht; die uns beherrscht; die wir leidenschaftlich verteidigen.) Das wir natürlich irgendwie umkonstruieren können - aber dadurch wird es nicht wirklicher. Und das Grundproblem - nämlich Ego selber - wird gerade nicht gelöst. (Das Schlimmste, was uns passieren kann: daß es uns gelingt, "uns selber" (d.h. unser Ego) so hinzutrimmen, wie wir's gut finden. (Das kann man sehr gut studieren an den Menschen - häufig "lehren" sie -, die besonderes "Charisma", besondere "Ausstrahlung" haben.)

Anzeichen dafür sind v.a. Humorlosigkeit und Mangel an Mitgefühl. Sich-selber-seehr-ernst-Nehmen. Unfähigkeit zu lieben (statt zu begehren, haben zu wollen).

Früher haben Menschen gebetet und meditiert. Das ist ein völlig anderer Ansatz. Auch im Westen war Meditation bekannt und weithin praktiziert. Aber die Politiker mußten Kriege führen und die Ketzer verbrennen, die Theologen / Philosophen mußten Recht haben . . . Da blieb kein Raum mehr.

Autosuggestion - eine sehr subtile Form der Autoaggression - schafft diesen Raum nicht. Sie verengt ihn weiter.

Einer meiner Lehrer schärfte uns einmal mit großem Nachdruck ein: "Don't try to manipulate your mind! Let your mind be as it is."

Das ist so einfach, daß es allein deshalb schon wieder schwierig scheint. Scheint.

Darüber vielleicht ein andermal.

Schönes Wochenende,
Windpferd
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Constant sunrise happens.

Geändert von Windpferd (11.05.13 um 12:14 Uhr)

Suggestionen = Vorschläge

Windpferd ist offline
Beiträge: 2.291
Seit: 25.08.10
PS:
Es schaudert vor der Lieb' das Herz,
als wär's der Tod.
Denn durch die Liebe stirbt das Ich,
der mächtige Despot.
(Rumi)
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Constant sunrise happens.

Suggestionen = Vorschläge

Datura ist gerade online
Beiträge: 4.316
Seit: 09.01.10
Don't try to manipulate your mind! Let your mind be as it is.
Das sehe ich anders.

Mind heißt Geist, Gedanken, Seele usw. Ich möchte meinen Geist nicht lassen, wie er ist, wenn er mich behindert an freier Entfaltung.

Aus der neuen Hirnforschung wissen wir endlich um die Neuroplastizität des Gehirns, also um Veränderbarkeit des Denkens. Ich würde auf jeden Fall anstreben, meine Gedanken, meinen Geist in der Weise zu ändern, das ich Wahlmöglichkeiten habe, dass ich genießen, lieben, dankbar sein kann.

Den Spruch würde ich gerne verändern:
Versuche, Deinen Geist /Deine Gedanken zu ändern, wenn sie Dich behindern.

Datura
__________________
Mein Motto: "Selber wissen ist gesund" . Ich gebe keinerlei Therapieempfehlungen.

Suggestionen = Vorschläge

Windpferd ist offline
Beiträge: 2.291
Seit: 25.08.10
Ja, Datura,

was Du schreibst, ist eine dankenswerte Illustration dessen, was ich meinte.

"Mein Geist" (das Possessivpronomen - als gehöre der Geist Dir). "Freie Entfaltung" (da könnte es gut sein, genau hinzusehen: "Frei" wovon?). "Genießen, lieben, dankbar sein"? Schöne, runde Wörter, sicher. Aber wissen wir denn, weißt Du denn, was das genau ist? Zu lieben, beispielsweise, habe ich in meinem langen Leben ein paarmal versucht. Jedesmal war "es" anders, war "ich" anders. So sehr anders, daß kein vernünftiger Grund besteht zu der Annahme, "es" oder "ich" sei jeweils dieselbe Gegebenheit, dasselbe Wesen gewesen. Dasselbe für "Genießen". (Ein guter Zeuge für diese Schwierigkeit ist Siegmund Freud: welche Mühe gibt er sich doch, zu klären, was Liebes- und Arbeitsfähigkeit seien, seine Therapieziele.)

Die Veränderlichkeit des Denkens ist seit Jahrtausenden bekannt. (Mit der Veränderbarkeit gibt's schon einfach logische Probleme - und praktische dazu: Das kleine Ego will sich selber verändern - und gerade dadurch plustert es sich noch mehr auf und verhindert gerade dadurch, was es ersehnt. So ähnlich wie ein Mann, der sich "potenzsteigernde" Mittel zuführt, gerade dadurch wahrhaftige Kommunikation mit seiner Geliebten torpediert.) Daß das Ganze jetzt unter "Neuroplastizität des Gehirns" läuft ("um die wir endlich wissen"), ändert daran nichts - es klingt nur eindrucksvoll, ehrfurchtgebietend.

Was dabei untergeht, ist die spontane Wandlung, das Leise, das nicht Programmierte, Programmierbare, das Geheimnis, das Nicht-Gewußte. Lebensmöglichkeiten, die wir in aller Klugheit nicht ausdenken können. Man soll nicht versuchen, andere zu ihrem "Glück" zu zwingen - aber auch sich selber nicht zu dem (vermeintlich) eigenen. Erstens, weil das der Achtung widerspricht, die Menschen verdienen. Zweitens, weil "das Glück" ein Kopf-Ei ist - aus der Vergangenheit stammend, von Vorbildern, von den Eltern usw. (Man könnte das eigene schon erkennen, für einen Augenblick. Es ist immer anders als gedacht. Überraschend. Kein Replay meiner Ideen. Und auch deswegen nicht machbar. Auch nicht durch die Gehirnneuroplastiker.)

Und: daß wir - jeder - bereits haben, was wir brauchen, Herz und Intelligenz. Der es nur gilt, gewahr zu werden. Die man sich nicht von außen - auch in der Autosuggestion gehe ich ja mit mir gleichsam wie von außen um - zuzuführen braucht mit irgendwelche Sätzen - nach Coue, Hellinger, Klinghardt (mit seiner Psycho-Kinesiologie) usw. usw.

Manchmal, finde ich, ist es gut, sich nicht an die publikationsfreudigen Professoren, nicht an die Psycho-Heilbringer zu halten sondern an Dichter:
"Unser Leben, es fähret schnell davon als flögen wir davon,
und in den Abgründen wohnt verborgen das Glück."
(Günter Eich)

Alles Liebe
Windpferd
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Constant sunrise happens.

Geändert von Windpferd (11.05.13 um 14:52 Uhr)

Suggestion = intelligenter Umgang mit Geistes- u. Seelenkräften

FranzJosefNeffe ist offline
Beiträge: 193
Seit: 24.10.10
Was man beherrschen will, muss man bedienen lernen. Aber wie?

Dienen üben statt sich fürs Herrschen immer mehr anstrengen.


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"Etwas von unten hinaufreichen", etwas (oder jemanden?) "bedienen" - das klingt erst mal recht demütig.
Tatsächlich ist aber Suggestion eine für den technologiegläubigen Westen ganz typische Methode: Wir wollen nicht sehen, was IST ........

Das ist zunächst einmal nichts weiter als eine Behauptung.
Dass wir Suggestion nur dazu missbrauchen, die Wirklichkeit zu verdrängen, entspricht keineswegs den geistigen Geetzen. Das hat man uns nur suggeriert.
Das ist das Bild von Suggestion, das allgemein als Theorie verbreitet wird, damit sich niemand die Praxis genau anschaut. Von der sind wir nämlich absolut alle jeden Augenblick unseres Lebens betroffen; da kann keiner aus.
Deshalb hat man COUÉ und seine enormen Erfolge mit Autosuggestion auch so aufwendig verdrängt. Wenn die so wären, wie man sich immer über sie lusitig macht, wäre das gar nicht nötig. COUÉ gibt aber durch konkretes Beispiel jedem die Möglichkeit, seine eigenen und fremde geistige Wirkungen besser zu verstehen und besser mit den Geistes- und Seelenkräften umzugehen.
Autosuggestion - so zeigte COUÉ täglich - ist eine angeborene KRAFT, mit der wir - je nach unserem Umgang damit - sehr gute oder auch sehr schlechte Wirkungen hervorbringen.
Wenn man nun das Modell COUÉ - wie ich das getan habe - mit der Pädagogik vergleicht, so fällt auf,
a) dass die gesamte Pädagogik nur durch Suggestion wirkt und
b) dass sie andererseits die AUTOSUGGESTION = den Umgang mit sich selbst in allem verkehrt lehrt.
Die Pädagogik dressiert uns, unsere Kräfte zu erschöpfen während COUÉ dsazu anleitet, mit den Kräften achtsam umzugehen, sie zu stärken und zu pflegen und behtusam zu steuern. Die Pädagogik macht groben DRUCK, während unsere Geisteskräfte doch sensibel sind und FEIN gesteuert werden müssen, was COUÉ deutllich und ganz praktisch aufzeigt.
Wer also praktischen Nutzen für sich haben will, ist gut beraten, sich solche weltweit bekannten praktischen Erfolgsbeispiele genauer anzuschauen.
Autosuggestion in der hohen Qualität von E.COUÉ ist eine unausweichliche, sehr achtsame Kommunikation mit den eigenen Geisteskräften.

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Mit unserem beschränkten bewussten Verstand können wir gerade mal 1 - in Worten: EINEN - Gedanken auf einmal denken.
Wir können weder unseren GEIST so lassen wie er ist noch können wir aus ihm etwas anderes machen als er ist. Aber es ist unsere Lebensaufgabe, unablässig mit ihm zu kommunizieren.
Wenn wir dabei achtsam sind, wird uns vieles gezeigt.
Wenn wir EINFLUSS bekommen wollen, sollten wir erkennen, dass da schon ein FLUSS ist. Wir können den Fluss nicht aufhalten aber wir können uns von ihm tragen lassen. Nicht wir müssen den Fluss ans Ziel bringen sondern er kann uns dorthin bringen.
DENKEN verändert sich sowieso ständig; da sagt uns die Hirnforschung nichts Neues. Wir können uns überlegen, ob wir das weiterhin - wie von der Pädagogik übernommen - GEGEN den Geist versuchen oder - wie an Beispielen wie dem von COUÉ sichtbar - MIT dem Geist tun.

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Ich grüße freundlich.

Franz Josef Neffe
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"Menschen werden auffällig, damit uns was auffällt." fjn


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