Alt werden, alt sein

09.11.11 21:34 #1
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Alt werden, alt sein

Rota ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.637
Seit: 22.07.08
Hallo, Liebes Windpferd


"Neige, neige
Du Strahlenreiche
Du Ohnegleiche
Dein Antlitz gnädig meinem Glück.
Der früh Geliebte
Nicht mehr Getrübte
Er kehrt zurück.
Wenn er schlau ist, tut er das nicht.
Strahlende Liebchen haben heute eine etwas andere "Qualität" und wer darauf empfindlich ist, sollte sie besser meiden.

Auch als Inspiration für Liebende - und für Alternde, die "gut" altern wollen.
Liebe Grüße
Das Rad
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Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

Geändert von Rota (07.12.11 um 18:08 Uhr)

Alt werden, alt sein
Männlich Windpferd
Guten Abend Das Rad!

Die Aufgabe einer Themenstarterin besteht meines Erachtens darin, ein Thema zu starten. indem sie ein Thema formuliert. Die Verfasser von Beiträgen sind dann an dieses Thema gebunden.

Die Aufgabe einer Themenstarterin ist es MITNICHTEN, die Diskussion lenkend zu begleiten, etwa durch Vorgeben von Unterthemen. Wir sind hier auf einem Forum, nicht im Schulzimmer. Es ist auch nicht ihr Job, einen Thread zu schließen (was Du ja auch schon mal vorhattest).

Es steht ihr - wie jedem anderen - frei, beliebige Beiträge zu posten. Im Rahmen des vorgegebenen Themas können Beiträge aus allen relevanten Bereichen kommen: aus jeder Wissenschaft, aus Philosophie, Dichtung, Religion usw. Wenn ihr bestimmte Beiträge nicht behagen, so braucht sie sich dazu nicht zu äußern. Sie mag dann über anderes schreiben.

"Ich wollte auch nicht mit Dichtung weitermachen sondern mit alltäglichen Auseinandersetzungen mit sich selber und mit der Familie, was das Äußere von älteren und alten Menschen angeht" - diese Einlassung ist mindestens unnötig. DU kannst weitermachen, womit DU möchtest - und dies gilt für jeden anderen genauso.

Du sagst das zwar nicht explizit, aber für mich klingt Deine Formulierung ("Ich wollte auch nicht ...") wie eine Direktive, eine Entscheidung darüber, wo's lang gehen soll.

Du hast es weiterhin für gut befunden, das Werk eines Achtzigjährigen, ohne Zweifel ein Stück großer Weltliteratur - dessen letzte Szene klar in der Transzendenz beheimatet ist, nicht in der Allerwelts-Pseudopaarberatung - höhnisch herabzuziehen auf die Ebene von "Schlauheit" sowie "strahlender Liebchen" und deren "Qualität" (?) heutzutage. Wenn hier jemand lächerlich wird, dann ist das nicht Goethe. (Nebenbei: Erkennbar - auch für Dich - liegen mir die Dichtungen, über die ich schrieb oder aus denen ich zitierte, sehr am Herzen. Auch Dein Umgang mit diesem Umstand hat mich erstaunt.)
Keiner der Teilnehmer hielt es für angezeigt, Dein Verhalten zu kommentieren. Deine Denkweise scheint sich großer Akzeptanz zu erfreuen.

Nun, jetzt wird's weitergehen mit dem Problem des morgendlichen Gedrängels im Bad (einfache Lösung: 20 Minuten früher aufstehen!) der Grabreden (einfache Lösung: sich Dergleichen verbitten!), der Testamente (in 10 Minuten runtergeschrieben, trotz meines Riesenreichtums). Probleme, die "Mit Dichtung herzlich wenig zu tun haben", jedoch "goldwert sind". Na dann ...

Ich werde sogleich mein Abonnement dieses Themas löschen; habe hier nichts mehr beizutragen.

Leb wohl!
Windpferd


PS: Ich ersuche die Moderation, meine Beiträge zu diesem Thread sämtlich zu löschen. Sie sind hier fehlplaciert. Was ich freilich lange nicht erkennen konnte. Ich danke bestens im voraus.

Alt werden, alt sein

Oregano ist offline
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
Hallo Windpferd,

warum bist Du so enttäuscht?
Genauso wie dasRad ihre Linie verfolgt, verfolgst Du Deine. Das ist doch in Ordnung?
Wenn keine Kommentare zu den Beiträgen und Ansichten von das Rad kamen, dann liegt das vielleicht daran, daß gar nicht so viele User mitlesen?

Ich fühle mich auch etwas gemaßregelt von Dir, weil Du meinst, daß Testament schreiben und Patientenverfügung ja eher unwichtige Themen in diesem Zusammenhang sind. Ich finde sie wichtig, und für mich war es eine Erleichterung, als ich die Patientenverfügung endlich geschrieben hatte, mit Menschen gesprochen hatte, die als Betreuer für den Fall der Fälle in Frage kommen usw.
Jeder empfindet das anders, und für mich sind solche praktischen Fragen tatsächlich durch die Begleitung meiner Mutter bis zum Tod über lange Jahre wichtig geworden!

Wie war das doch:
Wir sind hier auf einem Forum, nicht im Schulzimmer.
.

Grüsse,
Oregano

Alt werden, alt sein

Rota ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.637
Seit: 22.07.08
[quote=Windpferd;753622]Guten Abend Das Rad!

Die Aufgabe einer Themenstarterin besteht meines Erachtens darin, ein Thema zu starten. indem sie ein Thema formuliert. Die Verfasser von Beiträgen sind dann an dieses Thema gebunden.
Liebes Windpferd,

die Zahl der Beiträge, bereits in der 1. Woche hat mir gezeigt, wie wichtig dieses Thema genommen wurde, das ich angefangen habe. Die Überschrift ist relativ eindeutig.


Die Aufgabe einer Themenstarterin ist es MITNICHTEN, die Diskussion lenkend zu begleiten, etwa durch Vorgeben von Unterthemen. Wir sind hier auf einem Forum, nicht im Schulzimmer. Es ist auch nicht ihr Job, einen Thread zu schließen (was Du ja auch schon mal vorhattest).
Es tut mir leid, daß meine Beiträge als "lenkend" bei Dir angekommen sind, als Themenstarterin trage ich eine gewisse Verantwortung für das was ich anfangs thematisieren wollte. Da ich immer ehrlich sein wollte, habe ich manches einfach direkt getan ohne krumme Wege zu benützen.

Es steht ihr - wie jedem anderen - frei, beliebige Beiträge zu posten. Im Rahmen des vorgegebenen Themas können Beiträge aus allen relevanten Bereichen kommen: aus jeder Wissenschaft, aus Philosophie, Dichtung, Religion usw. Wenn ihr bestimmte Beiträge nicht behagen, so braucht sie sich dazu nicht zu äußern. Sie mag dann über anderes schreiben.
Liebes Windpferd, ich bin doch gerne auf Deine literarischen Beiträge eingegangen und habe mir wirklich Mühe gegeben Dich zu verstehen. Du beklagst Dich über Dinge, die nicht stattgefunden haben, bzw. die ich nicht so gemeint habe wie sie bei Dir angekommen sind.

[I
]"Ich wollte auch nicht mit Dichtung weitermachen sondern mit alltäglichen Auseinandersetzungen mit sich selber und mit der Familie, was das Äußere von älteren und alten Menschen angeht" [/I]
-

Du hast hier sehr viel Platz gehabt Deine Gedanken zu posten. Ich hatte den Eindruck, daß sich manche Teilnehmer da nicht mehr daran beteiligen wollten oder konnten, weil ihnen vielleicht Literatur und Dichtung nicht so sehr wichtig sind wie das gestartete Thema. Es heißt zwar hier "Nachdenken", aber mein Thema war eben Alt werden, altsein.

Du hast es weiterhin für gut befunden, das Werk eines Achtzigjährigen, ohne Zweifel ein Stück großer Weltliteratur - dessen letzte Szene klar in der Transzendenz beheimatet ist, nicht in der Allerwelts-Pseudopaarberatung - höhnisch herabzuziehen auf die Ebene von "Schlauheit" sowie "strahlender Liebchen" und deren "Qualität" (?) heutzutage. Wenn hier jemand lächerlich wird, dann ist das nicht Goethe. (Nebenbei: Erkennbar - auch für Dich - liegen mir die Dichtungen, über die ich schrieb oder aus denen ich zitierte, sehr am Herzen.
Hätte Goethe etwas von Mobilfunk geahnt, er hätte dieses Gedicht anders geschrieben.
Ich dachte, Du hast Humor, sonst hätte ich meine Zeilen überhaupt nicht geschrieben.

Keiner der Teilnehmer hielt es für angezeigt, Dein Verhalten zu kommentieren. Deine Denkweise scheint sich großer Akzeptanz zu erfreuen.
Vielleicht kennen die anderen Teilnehmer meine Art zu schreiben, ich lege nicht alles auf die Goldwaage, und ich kann mich auch über mich selber lustig machen. Schade, daß das bei Dir nicht richtig angekommen sit.

Nun, jetzt wird's weitergehen mit dem Problem des morgendlichen Gedrängels im Bad (einfache Lösung: 20 Minuten früher aufstehen!) der Grabreden (einfache Lösung: sich Dergleichen verbitten!), der Testamente (in 10 Minuten runtergeschrieben, trotz meines Riesenreichtums).
Probleme, die "Mit Dichtung herzlich wenig zu tun haben", jedoch "goldwert sind".
Ja, auch das war im Titel meines threads enthalten. Das ist das, was Menschen interessiert, die plötzlich in die Lage kommen für einen anderen sorgen zu müssen, oder die jemanden dazu veranlassen müssen, sich ihnen zu widmen.

Ich habe Angst vor der Zeit, wenn eines Tages spruchreif wird, daß ich mir selber nicht mehr helfen kann. Dann bin ich für so einen thread sehr dankbar.

Es gibt so viele Möglichkeiten hier, Deine sehr wertvollen Beiträge einzustellen, sei mir bitte nicht gram, Du reagierst gerade einfach zu heftig auf etwas, was gar nicht so gemeint war, wie es bei Dir angekommen ist.

Liebe Grüße
Das Rad.
__________________
Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

Alt werden, alt sein

Felis ist offline
Beiträge: 5.377
Seit: 14.08.10
Hallo ihr

Darf ich auch etwas sagen?
Ich bin nicht "so alt" wie ihr es seid, aber immerhin alt genug um zu lesen.
Und ich habe gerne gelesen hier.
Ich war erstaunt, auch fasziniert, was an Wissen und Gedanken
hier hereingeschrieben wurde.

Ich habe den Atem angehalten, als ich nun gestern gesehen habe,
wie es hier weiterging.

Eine gute Freundin von mir betreut eine Dame um die 90.
Sie erzählt mir ab und an von ihr.
Die Dame zitiert Sprüche und literarische Texte.
Sie kann aber ebenso ganz direkt von den Dingen reden, die
man sonst nicht so in der Öffentlichkeit erwähnt.
Liebesdinge, Frauendinge, Männerdinge.
Und sie ist manchmal traurig.Sie nimmt ihre Vitamine,
und achtet auf Tischmanieren, wie ich sie wohl nie kennengelernt habe,
oder über Bord geworfen habe.
Mein elfjähriger Sohn erst recht..........
Manchmal taucht eine Art Standesdünkel auf.
Man war ja immerhin die Frau des Herrn Doktors...und irgendwie
ist ein bisschen "das macht mein Personal"-Denken übriggeblieben.

Dann steht da eine Flasche feines Parfum im Schrank..

Yves Saint Laurent:Opium.
Das hat immerhin dazu geführt, dass wir nun in den Parfümerien die
Proben kräftig sprühen, damit der Duft anhaftet, auch in den Schränken.
Ein Duft in dem ich mich wälzen könnte.

Die alte Dame macht ihr Schläfchen am Mittag, und hat einmal in der Woche
Badetag.
Wo offensichtlich wird, dass es lange Zeit in Anspruch nimmt
sich zu pflegen, und noch jemand mit dabei sein muss.
Und die Dinge, die geregelt werden müssen und mussten.
Wenn sie tot ist. Bevor sie stirbt...

All das scheint dazu zu gehören. All das ist wichtig für sie.

Meine Mutter wird 75 bald.
Ich hoffe sie lebt noch sehr lange.Und auch sie bewegen viele Dinge.
Banale scheinbar, und weniger banale.
Und alles gehört dazu.

Jetzt weiss ich auch nicht...doch ich weiss es.
Ich bin erleichtert festzustellen, dass offensichtlich auch die "Alten"
nicht ganz so anders sind als die "Jungen".
Sie fühlen sich gekränkt, sie werden vielleicht zornig, oder wollen
sich dann zurückziehen, wenn sie sich nicht genügend wahrgenommen fühlen, möchten
ebenso gerade rücken, humorvoll sind sie bestimmt auch, liebesfähig,
was immer.
Und wie mir scheint, manchmal gar nicht so gesetzt, wie man es vielleicht erwartet hätte.
Windpferd, sei doch nicht bockig und vor allem:
Lösche doch nicht deine Texte hier. Bitte.

Für mich gehört das alles hier her und es wäre schade, wenn es weg wäre.

Liebe Grüße von Felis

Ach so: Bitte nicht wegen meiner Kommasetzung schimpfen.
Die streue ich gerne da, wo sie nicht hingehören.
Irgendwie habe ich die Regeln vergessen....früher konnte ich das besser..ist nun auch schon über 20 Jahre her......

Geändert von Felis (09.12.11 um 07:19 Uhr)

Alt werden, alt sein

Oregano ist offline
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
Hallo,

ich denke gerade darüber nach, ob das Thema "alt werden, alt sein" wenigstens in der jetzt älter werdenden Generation bzw. in der schon alten Generation nicht ganz unterschiedlich erlebt und angesehen wird von Männlein und Weiblein.

Bei Männern ist ja oft das Renten- bzw. Pensionsalter sehr kritisch, weil sich in ihrem Leben dadurch sehr viel verändert. Die berufliche Position geht dahin, Wichtigkeiten gehen evtl. verloren, der Beruf als "alleinselig machende Lebensaufgabe" verabschiedet sich.
Während in der Zeit der Berufstätigkeit oft das Zuhause mit allen damit verbundenen Themen eher hintan gestanden hat und auch die häuslichen Tätigkeit eher der Hausfrau zugesprochen wurden, wird nun das Zuhause evtl. wichtig, fordernd (mit oder ohne Ehefrau), gleichzeitig aber eher deprimierend. Denn "das bißchen Haushalt" war doch nie der Rede wert?! ...

Für Frauen der gleichen Generation kann die Rente/Pension dagegen eine Erleichterung sein, wenn natürlich auch da eine Umstellung nötig ist. Aber ich denke, daß Frauen durch ihre Natur und ihre Aufgabe, Kinder bekommen zu können, an und für sich schon recht flexibel angelegt sind. Insofern haben sie sich oft schon lange einen Freundeskreis geschaffen, ihre Interessen und Hobbies gepflegt usw.. Evtl. freuen sie sich auch darauf - oft vergebens - , daß nun die Männer auch im Haushalt mithelfen und so mehr gemeinsame Zeit entsteht.

Dies nur mal so angedacht...

Als Film zu diesen Gedanken empfehle ich "Papa ante portas":
(da gibt es mehrere Teile).

Grüsse,
Oregano

Geändert von Oregano (09.12.11 um 15:13 Uhr)

Alt werden, alt sein

Rawotina ist offline
Rubrikenbegleiterin Schüssler Salze
Beiträge: 2.742
Seit: 17.07.10
Danke für das lustige Video, Oregano.
Deine Ansichten könnten von mir sein.

Ich bin als ehemalige berufstätige Mutter sehr froh, Rentner zu sein. Endlich kann ich alles nachholen, wofür ich früher so wenig Zeit hatte. Ich habe viele Dinge an die Kinder verschenkt. Unser Haushalt ist einfacher und zweckmäßiger geworden. Wenn ich diese Welt mal verlasse, muss niemand "ausmisten". Es ist alles geregelt. Daher macht mir das Alter oder der Tod keine Angst.

LG Rawotina

Alt werden, alt sein

Rota ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.637
Seit: 22.07.08
Wenn ich diese Welt mal verlasse, muss niemand "ausmisten". Es ist alles geregelt. Daher macht mir das Alter oder der Tod keine Angst.
Hallo Rawotina,

wie beneidenswert, daß Du schon alles zum Besten geregelt hast.

Bei uns geht es jetzt erst so richtig los.
Dazu brauchten wir erst einmal, daß unser Haus von außen her ansehnlich wurde. Ein neues Dach, ein schöner Anstrich, Keller ausräumen, Speicher ausräumen, Schränke durchgehen, was wir noch brauchen. Allein die Tischwäsche und die Bettwäsche (zum Teil noch gar nicht genäht, aber Leinen) mußte gewaschen werden und für die 4 Kinder hergerichtet, bevor sie sich was aussuchen konnten. Das Geschirr, z.T. noch von meiner Großmutter, 2 Kaffeeservice ein 24 teiliges Essgeschirr, das sich nie jemand hernehmen traut, weil er Angst hat, es geht was kaputt.

Das ist ein Ausschnitt dessen, was ich die letzten Monate angepackt habe. Die Kinder müssen sich entscheiden und alles gleich mitnehmen, das ist Vorraussetzung und es gibt anschließend keine Klagen, warum der eine Dies der andere Jenes bekommen hat. Was übrig bleibt und noch etwas wert ist, wird verkauft.

Dann die Bücher. Zum Glück ist mein Mann ein Büchernarr und sortiert für sein Leben gerne Bücher. Ungelogen, 13,5 Meter Fachliteratur steht in meinem Regal. 23 Ordner über Hildegard von Bingen, allein das wäre schon eine halbe Bibliothek.

Bis hier her einmal das, was ich mir vorgenommen habe. 4 große grüne Gemüsekisten voll unsortierter Papiere sind das, was ich am wenigsten gerne anpacke, aber es muß sein.

Also auf ein Neues.
Liebe Grüße

Das Rad
Angehängte Grafiken
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Alt werden, alt sein
Männlich Windpferd
Guten Abend Das Rad usw.,

ein lieber Forum-Gefährte ermahnte mich eben:

"Magst Du Dich nicht mit Rad versöhnen?! Wäre schön.
Dein Ärger beruht auf der Fallhöhe Deiner Bewunderung.
Sie meinte ihre Goethe-Erwiderungen nicht despektierlich.

Dein Werte- und Bildungskanon ist gesetzt, sehe einen
legeren Umgang mit unseren Klassikern doch entspannt."
O.k.

Das mit der "Fallhöhe" gefällt mir. Ich bin ja schon oft abgestürzt, auch buchstäblich. Und "legerer Umgang" - gut, mag es so sein.

Freilich, ich bin schon allergisch gegen das Herunterreden existentieller Bedrohung - die mir Angst macht und meine ganze Disziplin erfordert - auf das alltäglich Machbare. Aber gut, wenn gemeint wird, das hätte Bedeutung ... Mir muß ja nichts dazu einfallen. Und ich muß meine "Allergie" niemand zur Last legen. Ich bedauere, daß ich dies getan habe.

(Immerhin fällt mie eine Begebenheit ein, bei der sich "Ebenen" nicht mehr zu trennen waren. Nach dem Tod und der offiziellen Totenfeier für Max Frisch trafen sich, eingeladen von seiner letzten Gefährtin, seine Freunde, Freundinnen, Kollegen, andere bedeutsame Bezugspersonen in dem von ihm umgebauten Haus in Berzona / Valle Onsernone (Tessin) - erzählten, tranken viel ... Zu fortgeschrittener Stunde tauchte einer auf mit einer großen Urne, griff hinein und warf eine Handvoll Asche in das offene Feuer. Die Urne wurde herumgereicht und andere taten dasselbe. Das Feuer wirbelte die Teilchen hoch in die Luft.

Frisch hatte kein Grab gewünscht, da er nicht an ein individuelles Fortleben glaubte. In der Mauer des Friedhofs von Berzona - gleich neben seinem Haus - ist eine Gedenktafel eingelassen.

(Ich war zehn Jahre vor seinem Tod mit meiner Gefährtin dort in der Nähe; wir wollten ihn besuchen, um Rat in Liebesdingen einzuholen. Dafür hielt ich ihn für hochkompetent, und tatsächlich empfing er auch Ratsuchende. Die "Fallhöhe" wäre erheblich gewesen - und wir wagten es nicht. Warum eigentlich nicht? Nun werde ich nie erfahren, was er - vielleicht - gesagt hätte. Ich habe ihn verehrt.)

Macht's gut!
Windpferd

Geändert von Windpferd (10.12.11 um 18:38 Uhr)

Alt werden, alt sein

Oregano ist offline
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
Hallo Windpferd,

Freilich, ich bin schon allergisch gegen das Herunterreden existentieller Bedrohung - die mir Angst macht und meine ganze Disziplin erfordert - auf das alltäglich Machbare.
Wie meinst Du diesen Satz?

Grüsse,
Oregano


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