Alt werden, alt sein

09.11.11 21:34 #1
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Alt werden, alt sein
Männlich Windpferd
DER SPRUNG
In memoriam U.Z.
Erstmals sei er
bar der ihm eigenen unrast gewesen, er habe
in sich geruht

Am offenen klinikfenster
im zehnten Stock
(Reiner Kunze (*1933):
lindennacht, Fischer, o.J.)

Alt werden, alt sein

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Hallo Windpferd,
gerade ereilt mich das Schicksal mich wieder einmal mit der Technik herumschlagen zu müssen. Mein PC ist hinübergegangen (vor mir
Alles neu lernen. Inzwischen schicke ich Dir ein neues Gedicht, das mir auf Deinen Beitrag hin eingefallen ist.


Mensch muß sehen wo er bleibt.



Von Anfang an, soll Mensch bedenken,
wohin ihn seine Schritte lenken.
Eins zwei drei, hast du’s gesehen,
kannst für immer draußen stehen,
und wenn keiner sich erbarmt,
hast du nichts, was dich umarmt.

Schon das Neugeborene schreit,
könnt verhungern jederzeit,
wenn es nicht zur rechten Stunde
tut von Folgendem die Kunde:
Nur wer laut und dringlich brüllt,
kriegt, wenn Milch noch überquillt.

Kaum vergehen ein zwei Lenze,
schon muß Mensch bedenken – Grenze -
ist wo andre saugen,
Mutter droht schon auszulaugen
und kann nicht einmal verzeih’n
wenn vor Hunger wer muß schrei’n.

Wieder ein zwei Lenze geh’n,
da kann Mensch schon deutlich seh’n,
daß Derjenige, der stahl
Nun, verflixt, so ist’s nun mal,
selber kommt in Hungersnöte,
immer ist fürwahr der Blöde,
der von Einem wird verfolgt.

Nur wo bleibt der Denkenbold?

Der ist doppelt jetzt lackiert,
zwei Geschwister ungeniert
saugen Mutters Brüste aus,
es bleibt nichts, es ist ein Graus.

Wer im Nest will hocken bleiben,
muß sehr früh Bedenken treiben,
wie stellt er es richtig an,
daß den Bedarf er decken kann.
Nimmt, verzichtet, wie es kommt.
Bedenken nur, wenn es mal frommt.


Nun, im Senium, ach wie dumm,
ist es leider anders rum.
Die einst Jungen werden alt -
Jetzt schreit die Gesellschaft – „ Halt
braucht nicht weiter drüber grübeln
daß wir in den Steuerkübeln,
nur noch wenig übrig haben.
Deshalb sollt Ihr euch jetzt laben,
an den Euros die ihr hütet.
Gebt sie aus ( der Volkszorn wütet),
laßt uns unser bißchen Moos,
denn die Not ist riesengroß.

Worauf wollt ihr jetzt noch warten?
Alle Zähne haben Scharten -
vielleicht ist noch ein Tröpfchen drin
für den Luxus-Neubeginn?


M


Es war / ist mir peinlich, Zahnprothesen zu haben. Ich erklärte regelmäßig ausführlich meine dentistische Leidensgeschichte
Geht mir auch gerade so: 5 Sitzungen Grundversorgung, dann einpassen des Ersatzes, das alles schlaucht, ohne Ende.


Wir haben keine existentielle Beziehung zum Tod. Und versuchen uns, dessen Vorboten vom Leib zu halten oder notfalls wegzuretuschieren.
Das mache ich nicht. Ich will nur noch einigermaßen beißen können. Für Breilein bin ich eindeutig noch nicht so weit, oder war ich das nicht schon mal? OK, aber ohne Lätzchen, oder doch mit?

Jetzt muß ich aber wieder Symbole erarbeiten, das macht richtig Spaß


Liebe Grüße
Das Rad
__________________
Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

Geändert von Rota (30.11.11 um 23:46 Uhr)

Alt werden, alt sein
Männlich Windpferd
BRIEF AN D.

Bald wirst Du jetzt zweiundachtzig sein. Du bist um etwa sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je. Kürzlich habe ich mich von neuem in Dich verliebt und wieder trage ich in meiner Brust diese zehrende Leere, die einzig die Wärme Deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag.

Nichts kann das fundamentale Band beschreiben, durch das wir uns von Anfang an vereint fühlten. So verschieden wir sein mochten, immer spürte ich, daß uns etwas Grundlegendes gemeinsam war, so etwas wie eine ursprüngliche Wunde: die Erfahrung der Unsicherheit. Deren Natur war bei Dir nicht dieselbe wie bei mir. Gleichviel: Für Dich wie für mich bedeutete sie, daß wir in der Welt keinen festen Platz hatten. Wir würden nur den Platz haben, den wir uns schufen. Wir mußten unsere Autonomie auf uns nehmen und später sollte ich erfahren, daß Du darauf besser vorbereitet warst als ich.

Wir hatten es nicht eilig. Behutsam habe ich Deinen Körpe entblößt. Der Perlmuttglanz Deiner Brüste erhellte Dein Gesicht. Lange habe ich Dich stumm betrachtet, dieses Wunder an Kraft und Zartheit. Mit Dir habe ich begriffen, daß Lust nicht etwas ist, was man nimmt oder gibt. Es ist eine Weise, sich hinzugeben und die Hingabe des anderen herbeizurufen. Wir haben uns ganz und gar einander hingegeben.

Ich hielt die Ehe für eine bourgeoise Institution; ich war der Ansicht, daß sie eine Beziehung juristisch kodifizierte, die, sofern sie eine Beziehung der Liebe war, sich jeder Form von Kodifizierung widersetzte. Ich sagte: "Was beweist uns, daß unser Pakt fürs Leben in zehn oder zwanzig Jahren noch dem Wunsch derer entspricht, die wir dann geworden sind?"

Deine Antwort war unwiderlegbar: "Wenn Du Dich mit jemandem fürs Leben verbindest, dann legt ihr euere Leben zusammen und unterlaßt alles, was Euere Verbindung entzweit oder ihr zuwiderläuft. Die Herstellung euerer Gemeinsamkeit ist euer gemeinsames Projekt, und ihr werdet es je nach den wechselnden Situationen immer wieder von neuem bestätigen, anpassen, neu ausrichten. Wir werden das sein, was wir zusammen tun werden."

Ich hatte große Schwierigkeiten mit der Liebe, denn es läßt sich unmöglich philosophisch erklären, warum man liebt und von einer bestimmten Person unter Ausschluß jeder anderer geliebt werden will. Damals habe ich die Antwort auf diese Frage nicht in der Erfahrung gesucht, die ich gerade machte. Ich habe nicht entdeckt, welches der Sockel unserer Liebe war. Auch nicht die Tatsache, sowohl schmerzlich als auch genußvoll besessen zu sein von der stets verheißenen und stets sich verflüchtigenden Übereinstimmung der Lust an unseren Körpern - und wenn ich Körper sage, vergesse ich nicht, daß "die Seele der Körper ist" - auf grundlegende Erfahrungen verweist, die in der Kindheit wurzeln: auf die erste ursprüngliche Entdeckung der Erregungen, die eine Stimme, ein Geruch, eine Haurfarbe, eine Art, sich zu bewegen und zu sein, die für uns immer die ideale Norm sein werden, in mir zur Resonanz bringen. Das ist es: Die Liebesleidenschaft ist eine Art und Weise, mit dem anderen, mit seinem Körper und seiner Seele, in Resonanz zu treten, und zwar allein mit ihm oder ihr. Wir befinden uns diesseits und jenseits der Philosphie.

. . . . . .

Dieses Kapitel meines neuen Buches ("Der Verräter") sollte die wichtigste Wende meines Lebens deutlich machen. Es sollte zeigen, wie meine Liebe zu Dir, mehr noch: die Entdeckung der Liebe mit Dir, mich endlich dazu geführt hat, existieren zu wollen; und wie meine Bindung an Dich zur Triebfeder einer existentiellen Bekehrung wurde. Der Bericht endet mit dem Schwur, mich niemals von Dir trennen zu lassen.

Das Ärgerliche ist, daß in diesem Kapitel nicht die geringste Spur einer existentiellen Bekehrung zu finden ist; keine Spur meiner, unserer Entdeckung der Liebe und unserer Geschichte. Mein Schwur bleibt rein formal. Ich nehme ihn nicht auf mich, konkretisiere ihn nicht. Im Gegenteil, ich versuche vergebens, ihn im Namen universeller Prinzipien zu rechtfertigen, als ob ich mich seiner schämte.

Was motiviert mich zu dem Buch? Warum nur spreche ich von Dir mit einer Art Herablassung. Warum nur wirst Du auf dem geringen Raum, den ich Dir zubillige, so entstellt, so gedemütigt? Was mich als Erstes motiviert, ist offensichtlich das zwanghafte Bedürfnis, mich über das, was ich lebe, fühle, denke, zu erheben, es zu theoretisieren, zu intellektualisieren, um transparenter, reiner Geist zu sein. Zum ersten Mal leidenschaftlich verliebt zu sein, wiedergeliebt zu werden, war anscheinand zu banal, zu privat, zu ordinär: es war kein geeigneter Gegenstand, mir zum Universellen Zugang zu verschaffen.

Warum gibt es auf diesen anderthalb Seiten sechs Zeilen, die von Dir als von einem beklagenswerten Mädchen sprechen, das nach sechs Wochen in der Schweiz "niemanden kannte", "kein Wort Französisch sprach"? Dabei wußte ich doch, daß Du Deinen Freundeskreis hattest, Dein Brot besser verdientest als ich, in England von einem treuen Freund erwartet wurdest, der entschlossen war, Dich zu heiraten. Warum dann diese abscheulichen Zeilen: "D., die sich auf die eine oder andere Weise zugrundgerichtet hätte, wenn er sie hätte fallen lassen." Ein paar Seiten später wieder fünf Zeilen Gift. Du hattest mir erklärt, was angesichts meiner Herablassung zu vorauszusehen war: "Wenn wir nur einen kurzen Augenblick zusammen sind, dann möchte ich lieber gleich gehen und die Erinnerung an unsere Liebe mitnehmen." Ich war betroffen, gab jedoch abermals ein klägliches Bild von Dir: "Wenn er D. fortgehen ließe und sein Leben lang daran denken müßte, daß sie irgendwo die Erinnerung an ihn mit sich herumschleppte und in der Hingabe an die Kranken oder in der Pflichterfüllung gegenüber einer Familie Zuflucht suchte, wäre er ein Verräter oder ein Feigling. Und obschon er nicht genau wußte, ob er mir ihr würde leben können, so wußte er doch genau, daß er sie nicht verlieren wollte. Er hat D. fest in die Arme geschlossen und wie erlöst zu ihr gesagt: "Wenn Du fortgehst, werde ich Dir folgen. Ich könnte es nicht ertragen, Dich fortgelassen zu haben." Und nach einer Weile hinzugefügt: "Niemals."

In Wirklichkeit habe ich damals gesagt: "Ich liebe Dich." Das aber steht nicht in dem Bericht.

Wer hat diese Zeilen aus Gift geschrieben? Wer war ich, als ich diese Zeilen geschrieben habe? Ich fühle das schmerzliche Bedürfnis, uns diese Jahre zurückzugeben und zurückzudenken, an diejenige, die Du in Wahrheit für mich gewesen bist. Ich habe hier schon versucht, uns weite Teile der Geschichte unserer Liebe und unserer Gemeinsamkeit zurückzugeben. Noch nicht erforscht habe ich die Zeitspanne, in der ich jene Seiten geschrieben habe. Dort muß ich Erklärungen finden können.

Ich war nicht weit davon entfernt, die Liebe für ein kleinbürgerliches Geschäft zu halten. Ich "sprach von Dir nachsichtig, wie von einer Schwäche": Offensichtlich hielt ich - jedenfalls in dem, was ich schrieb - die Zuneigung, die Du mir bewiesest, für eine Schwäche. Ein Freund sagte mir damals einmal: "Sie sind revolutionär fixiert." Mit Besorgnis und manchmal mit Zorn hast Du meine prokommunistische Entwirklung beobachtet Und gleichzeitig hast Du mir beigebracht, die Ausdehnung unseres privaten Bereichs, unseres gemeinsamen Lebens zu lieben. Eine Aufzeichnung Kafkas in seinen Tagebüchern faßt meinen damaligen Geisteszustand vielleicht zusammen: "Meine Liebe zu Dir liebt mich nicht." Ich liebte es nicht, Dich zu lieben.

Als Der Verräter endlich erschienen war, war mir wieder bewußt geworden, was ich Dir zu verdanken hatte: Als wäre es Deine Lebensaufgabe gewesen, hast Du alles getan, um mir zu helfen, ich selbst zu werden. Die Widmung, die ich Dir in Dein Exemplar schrieb, lautet: "Für Dich, D., die Du mir das Ich gegeben hast, indem Du mich das Du entdecken ließest."

. . . . . . .

Du fragtest Dich, ob Du nicht Krebs hättest. Den Verdacht hattest Du schon vor unserer Reise in die Vereinigten Staaten gehabt, es mir aber nicht sagen wollen. Warum? "Wenn ich sterben muss, wollte ich vorher noch Kalifornien sehen", hast Du leise zu mir gesagt.

Der Krebs der Gebärmutterschleimhaut war bei den jährlichen Untersuchungen nicht erkannt worden. Nachdem die Diagnose gestellt und das Datum der Operation festgelegt worden war, sind wir für acht Tage in das von Dir entworfene Haus gegangen. Ich habe Deinen Namen in Stein gemeißelt. Es war ein magisches Haus. Alle Räume waren trapezförmig. Die Fenster des Schlafzimmers gingen auf die Wipfel der Bäume. In der ersten Nachr schliefen wir nicht. Jeder lauschte dem Atem des anderen. Dann hat eine Nachtigall zu singen begonnen und dann eine zweite, weiter entfernt, um ihr zu antworten. Wir haben sehr wenig miteinander gesprochen. Ich verbrachte den Tag im Garten mit Umgraben und hob von Zeit zu Zeit die Augen zum Schlafzimmerfenster. Dort standst Du reglos, den Blick in die Ferne gerichtet. Ich bin sicher, daß Du daran arbeitetest, den Tod zu zähmen, um ihn furchtlos bekämpfen zu können. Du warst so schön und entschlossen in Deinem Schweigen, daß ich mir nicht vorstellen konnte, Du könntest nicht mehr leben wollen.

Als Du aus dem Krankenhaus kamst, sind wir in unser Haus zurückgekehrt. Deine Munterkeit beglückte und beruhigte mich. Du warst dem Tod entronnen und das Laben gewann einen neuen Sinn und einen neuen Wert. Ivan Illich hat das sofort erkannt, als Du ihn ein paar Monate später auf einer Abendgesellschaft wiedersahst. Er hat Dir lange in die Augen geschaut und gesagt: "Sie haben die andere Seite gesehen." Ich weiß nicht, was Du geantwortet hast und was ihr euch sonst noch gesagt habt. Aber gleich darauf sagte er mir folgende Worte: "Dieser Blick! Jetzt verstehe ich, was sie Dir bedeutet."

Soeben bist Du zweiundachtzig geworden. Und immer noch bist Du schön, anmutig und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir jezt zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je. Kürzlich habe ich mich von neuem in Dich verliebt, und wieder trage ich in meiner Brust diese zehrende Leere, die einzig die Wärme Deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag. Nachts sehe ich manchmal die Gestalt eines Mannes, der auf einer leeren Straße in einer öden Landschaft hinter einem Leichenwagen hergeht. Dieser Mann bin ich. Und Du bist es, die der Leichenwagen wegbringt. Ich will nicht bei Deiner Einäscherung dabei sein; ich will kein Gefäß mit Deiner Asche bekommen. Ich höre die Stimme von Kathleen Ferrier, die singt: "Die Welt ist leer, ich will nicht leben mehr", und ich wache auf. Ich lausche auf Deinen Atem, meine Hand berührt Dich. Jeder von uns möchte den anderen nicht überleben müssen. Oft haben wir uns gesagt, daß wir, sollten wir wundersamerweise ein zweites Leben haben, es zusammen verbringen möchten.

Auszüge aus Andre Gorz: "Brief an D. Geschichte einer Liebe." Berlin, 2007, 80 S. (Original: Paris, 2006)

"D.", Dorine, war der Name der Frau von Andre Gorz. Sie, aus England stammend, war Journalistin, Schauspielerin, Übersetzerin. Andre war einer der bedeutendsten Vertreter der Politischen Ökonomie, Philosoph, Linksintellektueller, befreundet u.a. mit Jean-Paul Sarte und Ivan Illich ("Die Nemesis der Medizin"). "Brief an D." - ursprünglich nur für Dorine und einige Freunde bestimmt - erreichte innerhalb weniger Monate eine höhere Auflage als alle der zahlreichen Bücher von Andre Gorz zusammen.

Ein Jahr nach Erscheinen dieses Buches, im Herbst 2007 haben sich Andre und Dorine zusammen das Leben genommen. Sie war dreiundachtzig, er vierundachtzig Jahre alt. Dorine war schwer krebskrank; ihre Schmerzen hatten überhand genommen. Sie hinterließen Briefe an ihre Freunde. (Sie hatten keine Kinder.) An der Haustür brachten sie einen Hinweis an: "Wer dies liest, möge die Polizei benachrichtigen." Sie wollten niemandem zumuten, durch den Anblick von Toten erschreckt zu werden.

Ein Freund fand sie eng beieinander liegend.

Geändert von Windpferd (03.12.11 um 19:28 Uhr)

Alt werden, alt sein

Rota ist offline
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Kürzlich habe ich mich von neuem in Dich verliebt und wieder trage ich in meiner Brust diese zehrende Leere, die einzig die Wärme Deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag.

Liebes Windpferd,
wie schön er das schreibt, was uns alten Menschen so gut tut.
Die Wärme des Partners ist oft der letzte Luxus, den sich ein Paar leisten kann.
Mein Mann und ich denken öfter über unser Ende nach und immer wieder kommen wir auf die Methode eines Eskimovolkes zurück, die ihre alt gewordenen Eltern gemeinsam auf eine Eisscholle setzen und ins Meer hinaus treiben lassen. Früher hat es mich bei dieser Geschichte geschüttelt und ich bekam Gänsehaut. Jetzt kann ich es mir immer besser vorstellen. Gemeinsam eng umschlungen einzuschlafen.

Danke für diesen Ausschnitt aus einer Lebensphase zweier Menschen.

Liebe Grüße
Das Rad
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Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

Alt werden, alt sein
Männlich Windpferd
Hallo Das Rad,

in hinteren Bayerischen Wald wurde in meiner Kindheit noch erzählt von "Altenpülverchen" für die sehr Alten - Zubereitungen, die wohl relativ rasch und ohne größere Beschwerden zum Tod führten. Davon wurde nicht viel geredet, aber alle wußten Bescheid. Vor allem die Betroffenen selbst, die ja wohl ihren eigenen Eltern dieselbe Hilfe geleistet hatten. Die Kirche schwieg, die "weltliche Gewalt" schritt nicht ein. Und der Arzt (oder der Bader oder die Hebamme?), so ist zu vermuten, war informiert über die Zusammensetzung des Gebräus.

Die Alten, die nicht mehr auf dem Hof mitarbeiten konnten (außer Handarbeiten) lebten in einem "Austragsstüberl", ganz in der Nähe des Hofes. Auch ein ziemlich vergessenes Wort.

Der Schluß eines Romans oder einer Erzählung (weiß nicht mehr) lautet:
"Der Herr schenke uns allen ein seliges Ende."
Euch einen gesegneten Advent!
Windpferd

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Im hinteren Bayerischen Wald wurde in meiner Kindheit noch erzählt von "Altenpülverchen" für die sehr Alten - Zubereitungen, die wohl relativ rasch und ohne größere Beschwerden zum Tod führten. Davon wurde nicht viel geredet, aber alle wußten Bescheid. Vor allem die Betroffenen selbst, die ja wohl ihren eigenen Eltern dieselbe Hilfe geleistet hatten. Die Kirche schwieg, die "weltliche Gewalt" schritt nicht ein. Und der Arzt (oder der Bader oder die Hebamme?), so ist zu vermuten, war informiert über die Zusammensetzung des Gebräus.

Die Alten, die nicht mehr auf dem Hof mitarbeiten konnten (außer Handarbeiten) lebten in einem "Austragsstüberl", ganz in der Nähe des Hofes. Auch ein ziemlich vergessenes Wort.

Der Schluß eines Romans oder einer Erzählung (weiß nicht mehr) lautet:
"Der Herr schenke uns allen ein seliges Ende."
Euch einen gesegneten Advent!
Windpferd[/QUOTE]

Danke Windpferd,

ich habe noch weitere Anregungen zum Austrag


Im Austrag - Wenn in Altbayern ein Hof übergeben wurde
Heimatgeschichte
Geschrieben von: Dr. Hans Aschenbrenner


Spätestens an dem großen Tag, an dem die junge Bäuerin im Steierwagl, gefolgt vom Kammerwagen, haushoch mit Möbeln, Wäsche und Geschirr beladen, obenauf die Betten und die Kinderwiege, gezogen von prächtig geschmückten Pferden mit glänzend aufgeputztem Geschirr und Riemenzeug sich auf den Weg zum neuen Heim machte, war es Zeit für den Altbauern und die Altbäuerin sich in das Ausgedinge zurückzuziehen.
Mit einem „Im Gottes Namen“ überschritt die neue Bäuerin die Schwelle ihres Heims, und eine neue Bauerngeneration nahm ihren Anfang. Es war auf jeden Fall ein gewaltiges Umdenken auf einem Bauernhof, wenn eine junge Generation nachrückte und eingefahrene Arbeitsabläufe und Bräuche sich änderten, ja ändern mussten. Es traten nämlich auch für die meist jüngeren Geschwister Änderungen ein. Bei ihrer Verehelichung stand ihnen ein Heiratsgut zu, und der junge Bauer musste ihnen einen ortsüblichen Kammerwagen von den örtlichen Handwerkern mit Möbeln, Geschirr und Wäsche anfertigen lassen und die „Gagelhenn“ (Hochzeitsfrühstück) ausrichten. Schwestern hatten Anspruch auf eine junge Milchkuh, abtretende Brüder auf einen einjährigen „Heißen“.

Dieses Ausbezahlen der Geschwister wurde meistens mit der Mitgift der neuen Bäuerin beglichen. Konnten jüngere Geschwister nirgends einheiraten, zogen sie in das Inhäusl oder bekamen eine Kammer auf dem Hof. Es war zwar ein sozialer Abstieg, aber immer noch besser, als sich als Knecht oder Dirn verdingen zu müssen.

Kernstück einer Übergabe war aber die Altersversorgung der Übergeber, also der „Leibtum“. Die Altbauern setzten sich zwar zur Ruhe, was aber nicht hieß, dass sie untätig sein wollten. In größeren Höfen bekamen sie das Wohnrecht im „Ausnahmehäusl“, das Futter für die Austragskuh, die „Point“ (dem Hof zunächst gelegene Wiese) und durften ein Schwein, Hühner und Gänse halten. Auf einem guten Feld hatte ihnen der Hofbesitzer eine ausbedungene Anzahl von „Bifingen“ mit Erdäpfeln und Krauthäupl anzubauen.

Diese Verhältnisse erinnern an eine Zeit (um 1900), in der der Bauer zum Großteil sich noch selbst versorgte, sowohl mit Nahrungsmitteln als auch mit Kleidern. Jeder Müller konnte Weizen auch zu Grieß vermahlen, und bei den alten Steinmühlen bestanden noch die „Graupenstampfen“. Als Lebensmittel brauchten die Bauern also nur Zucker und Salz zukaufen, an Kleidungsstücken nur das bessere Sonntagsgewand und Schuhwerk. Wie die Alten im Leibtum versorgt wurden, war natürlich in jedem Hof anders.

In einem Fall hatte der Vater Anspruch auf jährlich 1 Paar Stiefel, 2 Hemden und alle 2 Jahre eine tucherne Jacke und Hose. Die Mutter wollte 1 Paar Schuhe und Pantoffel, 2 Hemden, 2 Schürzen und alle 3 Jahre einen Rock und einen Bettüberzug. Noch wichtiger als das Gewand war die Verpflegung. So verlangten Austrägler z. B. täglich einen Weidling Milch, wöchentlich 1 Pfund Schmalz und 15 Eier, oder alle Eier, die die Hennen am Samstag oder Montag legten. An Samstagen wurden einmal 5 Nudeln ausbedungen und alle heilige Zeiten ein Laibl weißes Brot. Selbstverständlich wurde auch die Pflege im Krankheitsfall geregelt.

Während also der größere Hof für die Altbauern im Hofraum ein Austragshäusl mit Wohnstube, Kammer, Flöz, Stall und Stadel hatte, mussten die Ausnehmer im Kleinbauernhaus mit einem einzigen Stüberl vorlieb nehmen. Es war eng drin, aber die alten Leute hielten sich, solange es ihre Gesundheit erlaubte, außerhalb auf.

Die Großmutter kümmerte sich um die Kinder, und der Großvater hackte am Hackstock Astwerk, oder er dengelte am Abend die Sense. Gelegentlich saß er auch auf der „Heinzelbank“ und polierte Rechenstangen und Gabelstiele, oder er machte Rechen oder band Besen. Zu solchen Arbeiten hatte der Kleinbauer schlecht Zeit, weil er tagsüber noch einen Beruf, zum Beispiel als Mauerer, ausübte. Ein richtiges Ausgedinge konnte sich ein Kleinbauer nicht leisten, deshalb aßen Junge und Alte zu den Hauptmahlzeiten an einem Tisch. Zum Rasten und für die Nacht reichte das kleine Stüberl aus.

In brieflich vereinbarten Übernahmeverträgen wurde all das geregelt, um später keine “blauen Wunder” zu erleben. Ob sie dennoch alles bekommen haben, die Alten im Austrag, ist eine andere Frage.
Im Gegensatz zu heute aber gab es jedoch einen Zusammenhalt in der Familie, wo jung und alt beisammen lebten, wo einer den anderen respektierte, schätzte und auch brauchte.


Eine andere Quelle fände sich bei Ludwig Thoma wenn ich sie nur finden würde


Schlaft gut und schnarcht schön

Gruß
Das Rad
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Alt werden, alt sein

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.776
Seit: 26.04.04
Ich finde es toll, wie sich der Thread entwickelt hat.

Goethe wurde schon einige Male zitiert - hier gibt es weitere "Überlegungen" zum Thema:

Das Alter kommt auf seine Weise

Ich treffe wen und nicke, weil er grüßt,
wenn ich nur seinen Namen wüßt'?
Ich forsche, denke nach,
nichts rührt sich da zu meiner Schmach.
Da sage ich mir ganz still und leise
- das Alter kommt auf seine Weise.


Vom dritten Stock steig ich herunter,
geh auf die Straße frisch und munter.
Da plötzlich frag ich mich verdrossen,
hab ich auch wirklich abgeschlossen?
Du könntest schwören einen Eid,
steigst doch hinauf zu deinem Leid.
Da sag ich mir ganz still und leise
– das Alter kommt auf seine Weise.


Brauchst du mal etwas aus dem Schrank
- der gut gefüllt ist – Gott sei Dank!
Kaum hast geöffnet du die Tür,
da fragst du dich: Was wollt ich hier?
Verstört bist du, dass in Sekunden,
was du vorgehabt, entschwunden.
Da rufst es aus dem Hinterhalt
– dein Jahrgang wird jetzt sicher alt.


Benutzt du mal dein Bügeleisen
und gehst anschließend gleich auf Reisen,
drei Wochen bangst du, ungelogen
– hab ich den Stecker rausgezogen?
Sitzt der noch etwa in der Wand?
Bin ich inzwischen abgebrannt?
Da ruft es aus dem Hinterhalt
– dein Jahrgang wird jetzt sicher alt.


Und kommst du dann woanders hin,
bewegst du gleich in deinem Sinn,
dein Sparbuch bestens zu verstecken,
damit kein Dieb es kann entdecken.
Brauchst du dann Geld hast du indessen,
den heimlich Platz total vergessen.
Oh Gott, stöhnst du ganz starr vor Schreck,
was soll ich tun, mein Geld ist weg!
Da ruft es aus dem Hinterhalt
– dein Jahrgang wird jetzt sicher alt.


Zum Frühstück nimmst du drei Tabletten,
die sollen dein Gedächtnis retten.
Du fragst dich plötzlich ganz benommen,
hab ich sie eigentlich genommen?
Ja ist mein Denken denn noch dicht?
Und zwei mal nehmen darf ich nicht.
Da ruft es aus dem Hinterhalt
– dein Jahrgang wird jetzt sicher alt.


Ich muss nicht mehr dem Glück nachjagen,
kann friedvoll umgehen mit den Tagen.
Kann reisen wann ich will und bleiben,
mit Spaß und Spiel die Zeit vertreiben.
Kann Sympathie verstreun und Freundschaft pflegen,
mich selbst und mein Wehwech´en hegen.
Da sag ich mir ganz still und leise:
Nun Alter, komm und mach mich weise!


Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Liebe Grüße,
Malve

Alt werden, alt sein
Männlich Windpferd
Guten Morgen Malve und alle,

na, dieses Goethe-Gedicht ist ja eine schon knusprig gebratene Adventsente. Gewiß, Goethe hat viele schwache Gedichte gemacht - nur: hat er jemals SO gereimt? Klingt eher nach Eugen Roth. Hm.

Dann: gab's zu Goethes Zeit 3 Tabletten für's Gedächtnis? Ja, Bügeleisen gab es schon, aber wie funktionierten die? Mit Steckdose? Wär das nicht ein übermäßig genialer Vorgriff in der Weltgeschichte der Technik? Und ist es denkbar, daß dieser Geheimrat, dieser hohe Staatsbeamte, in seinem Haus am Frauenplan von Bediensteten und (weiblichen) Verwandten umzingelt, wie man weiß: daß der eigenhändig gebügelt hätte?

Mußte er nicht mehr dem Glück nachjagen? Als "Jagen" kann man's wohl nicht bezeichnen - aber mit zweiundsiebzig Jahren verliebte er sich während eines Kuraufenthalts in Marienbad in die neunzehnjährigen Ulrike von Levetzow (die durchaus mitspielte) - in aller Öffentlichkeit. Er veranlaßte seinen Landesfürsten - wie damals in diesen Kreisen üblich - Ulrikes Mutter offiziell um ihre Erlaubnis zur Heirat zu bitten, gleich mit großzügigem Ehevertrag und Rente und Wohnrecht bis zu Ulrikes Tod. Als dieser Antrag unbeantwortet blieb, schrieb er die "Marienbader Elegien" - ein Gipfel der Weltliteratur. "Ich bin der Welt, mir ist die Welt verloren ..." (Und Ulrike scheint bewegt gewesen zu sein: sie verehelichte sich nie und als sie mit ca. neunzig starb, ließ sie ein paar Tage vorher seine Briefe auf einem Silbertablett verbrennen.)

Und danach - einfach Spaß und Zeitvertreib hatte er nicht. Er sagte: "Was ich jetzt nicht mache, macht keiner mehr" - und schrieb noch Etliches, u.a. den Faust II zu Ende. Und in der Insel-Ausgabe (Goethes Gedichte in zeitlicher Folge, über 1200 Seiten) kommt das Werk auch nicht vor.

Ja, im Internet wird dies Poem tatsächlich Goethe zugeschrieben. Ist halt auch ein Ententeich. Mit einiger Mühe könnte man wohl herausfinden, wer die Ente ausgebrütet hat. (Vielleicht ist die Zuschreibung ein Alterstest? Ob mit dem Alter die Leichtgläubigkeit zunimmt?) Freilich gibt es eine etwas fragmentarische Website, auf der es "Elfie Patuszyk" zugeschrieben wird. Das finde ich doch beruhigend.

Falls sich jemand für Goethe und Ulrike interessiert: Hervorragend finde ich das bewegende Buch von Martin Walser "Ein liebender Mann". Mit respektvoller Distanz und zugleich - was die Hauptfigur betrift - wie von innen geschrieben. Mit all den zugehörigen schmerzvollen Reflexionen (gesellschaftliche Lächerlichkeit, "Altersgeilheit") und mit einer von Leidenschaft vibrierenden Sprache. Walser war, als er's schrieb, ungefähr im selben Alter.

Alles Liebe,
Windpferd

Geändert von Windpferd (04.12.11 um 12:45 Uhr)

Alt werden, alt sein

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.776
Seit: 26.04.04
Hallo Windpferd,

ja, diesen Gedanken hatte ich auch (deshalb "Überlegungen" in Anführungszeichen).

Das Gedicht geistert durch etliche Seiten, und hinsichtlich des Verfassers könnte es sich tatsächlich um eine Weihnachtsente(gans) handeln.

Liebe Grüße,
Malve

Alt werden, alt sein
Männlich Windpferd
. . . um der Liebe, dem Alter und dem Geheimrat Gerechtigheit widerfahren zu lassen:

HATEM

Locken, haltet mich gefangen
In dem Kreise des Gesichts!
Euch geliebten braunen Schlangen
Zu erwidern hab ich nichts.

Nur dies Herz, es ist von Dauer,
Schwillt in jugendlichstem Flor;
Unter Schnee und Nebelschauer
Rast ein Ätna dir hervor.

Du beschämst wie Morgenröte
Jener Gipfel ernste Wand,
Und noch einmal fühlet Hatem
Frühlingshauch und Sommerbrand.

Schenke her! Noch eine Flasche!
Diesen Becher bring ich ihr!
Findet sie ein Häuflein Asche,
Sagt sie: der verbrannte mir.

(Da war er vierundsechzig und liebte die dreißigjährige Marianne von Willemer, Schauspielerin. Die Zuneigung war gegenseitig. Sie schrieben einander. Marianne antwortete auf einige seiner an sie gerichteten Gedichte mit eigenen - genau in seiner Sprache, so daß die Germanisten jahrzehntelang an seine Autorschaft glaubten. [Ihre Texte gehören zu den stärksten, die von Frauen in deutscheer Sprache geschrieben wurden.) Als sie selber alt war, erzählte sie es, eher beiläufig, in einem Gespräch mit Wilhelm Grimm. Goethe hat vier ihrer Gedichte in seine Sammlung ["West-Östlicher Divan"] aufgenommen, was damals nicht als Verstoß gegen das Urheberrecht gegolten hätte; es war als Ausdruck seiner Ehrerbietung gedacht.

In der Sammlung ist Marianne "verkleidet" als Suleika, er als Hatem. (Ein berühmtes Liebespaar in der persischen Literatur, durch die er stark inspiriert war; er lernte Persisch. [Schaut auf den Bruch des Reimschemas in der dritten Strophe: wenn man den korrekten Namen einsetzt, wird die Identität klar. Ein Versteckspiel, das natürlich auch die Zeitgenossen durchschauten.]

Wieder ein Drama: Marianne war verheiratet; Goethe hatte die Ehe zwei Jahre vorher - im Interesse ihrer finanziellen Sicherheit und weil der Beruf einer Schsoielerin damals als anrüchig galt - vermittelt; er war mit dem - fünfzigjährigen - Ehemann befreundet. Angesichts des obigen "Sommerbrands" war dieser bereit, in eine Scheidung einzuwilligen. Aus Gründen, die nie klar geworden sind, brach Goethe (zu dieser Zeit Witwer) die Beziehung ab (eine gewisse Verbindung blieb bestehen); er kam nie wieder nach Frankfurt, seine Heimatstadt, wo die Beiden einander getroffen hatten und wo sie lebte. In sein Tagebuch notierte er ein persisches Schriftzeichen mit der Bedeutung "Ich schreie vor Schmerz". In die Außenmauer des Heidelberger Schlosses [auch dort waren die Beiden; der dort - eben erstmals aus Asien importierte - Ginkgo biloba spielte eine Rolle für sie; er steht da noch heute] ist ein späteres Gedicht von Marianne eingemeißelt, das ihre Trauer und deren tapfere Bewältigung ausdrückt.)

Liebe Grüße
Windpferd

Geändert von Windpferd (04.12.11 um 12:58 Uhr)


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