Hilfe mein Mann ist in Rente

13.12.10 20:59 #1
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Hilfe mein Mann ist in Rente

Fremder ist offline
Beiträge: 584
Seit: 21.06.11
Hallo alle

Dieser Thread ist nun schon sehr lang geworden und reicht schon sehr weit zurück. Das beweist eigentlich, dass es sich hier um ein sehr ernsthaftes und für viele Paare um ein schwieriges Thema handelt.

Ich habe mir nun die Mühe gemacht und ungefähr die Hälfte aller Beiträge gelesen.
Dabei ist mir folgendes aufgefallen:

Manche Paare kommen gut mit dem Rentendasein zurecht. Andere gar nicht.

Aus dieser Tatsache kann man viel lernen. Denn nach dem, was ich hier alles herauslese, zeichnen sich zwei sehr verschiedene Ehemuster ab, die logischer Weise dann im Rentenalter auch sehr verschiedene Auswirkungen haben. Die einen kommen gut mit der Rente zurecht, die anderen nicht.

Ich versuche mal, diese zwei verschiedenen Partnerschaftsmuster zu beschreiben:

1. Diese Partnerschaft zeichnet sich von Anfang an dadurch aus, dass viele Dinge gemeinsam gemacht werden. Auch wenn die Berufe unterschiedlich sind, so wird Anteil daran genommen. Von BEIDEN, wohlgemerkt. Das ist sehr wichtig. Denn Einbahnstraßen führen ja bekannlich immer nur in eine Richtung.
Bei diesen Ehen ist dann die Rente kaum ein Problem. Man nimmt weiterhin Anteil an dem, was der Andere gerade tut. Man ist dann auch bereit, gewohnte Aufgaben ganz oder teilweise abzugeben (Küche beispielsweise, kann aber auch alles Mögliche auch sein) oder Aufgaben aufzuteilen und auch gemeinsam zu machen.
In diesen Ehen wird es kaum vorkommen, dass die Frau sagt: "Ich lasse ihn nicht in meine Küche rein."

2. Die zweite Kategorie ist dadurch gekennzeichnet, dass beide Partner sehr verschiedene Berufe haben und meistens auch noch zusätzlich sehr verschiedene Vorlieben. Sowohl diese Vorlieben (beispielsweise ein Hobby oder auch Sport - meist bei Männern - oder auch Kunst, Musik, Handarbeiten etc.) wie auch das berufliche Leben wird nicht geteilt. Teilweise deshalb nicht, weil man gar nicht die Möglichkeit dazu hat, teilweise aber auch deshalb nicht, weil man das, was der Andere macht, nicht interessant findet. Oder man die Zeit nicht findet (besser gesagt: nicht finden will).
Diese Ehen werden ganz logischer Weise im Rentenalter Probleme haben. Denn wie soll man von einem Tag auf den anderen plötzlich seine ganze Lebenseinstellung und auch die eingefahrenen Gewohnheiten ändern können? Das ist wirklich sehr schwer und viele Paare dieser Kategorie schaffen das oft nicht. Was nicht heisst, dass es unmöglich ist. Wenn man jedoch weiterhin auf eine strikte Trennung beharrt, dann glaube ich nicht, dass das
Rentnerleben sehr erfreulich sein wird.
Die erste Kategorie wird also keine Rentnerprobleme haben und man muss ihnen auch keinen Rat geben. Sie werden oftmals sogar die Rentnerzeit als die schönste Zeit ihres Lebens finden.
Die anderen aber brauchen dringend Hilde. Deshalb auch der Titel dieses Threads!

Wie kann man jedoch diesen Menschen helfen?
Nur Ratschläge geben (z.B. such dir ein Hobby) ist nicht gut genug. Denn alle Ratschläge, die in diese Richtung gehen, sind Versuche, die Symptome zu heilen (nämlich dass man sich auf den Wecker geht!), aber nicht nach der Wurzel der Probleme suchen. Nur wenn man weiss, warum all diese Rentnerprobleme plötzlich auftauche, dann kann man versuchen, etwas zu ändern.

Nun kann ich mir vorstellen, dass viele Betroffene sagen werden: "Das weiss ich doch alles schon!".
Nun, ich glaube das. Sicher werden Viele davon wissen. dass die abrupte Lebensänderung daran Schuld ist. Aber mit diesem Wissen allein ist nicht viel geholfen. Man muss auch die Konsequenzen daraus ziehen.

Und nun möchte ich mal besonders die Frauen ansprechen, die sich über ihren nun ständig "herumsitzenden" Ehemann oder über den in die Küche eindringenden Ehemann und dergleichen beschweren oder jammern.
Dass der Mann es sehr schwer findet, aus einem vollen und meistens auch noch verantwortungsvollen Berufsleben von einem Tag auf den anderen auszusteigen und dass sich dann für ihn ein großes Loch auftut, das ist logisch und kann auch meistens von der Ehefrau nachvollzogen werden.
Jedoch jetzt zu sagen: "Tut doch dies oder tu doch das", das ist keine wirkliche Hife. Solche Hinweise helfen zwar manchmal, aber leider oft überhaupt nicht. Denn was man gerne tun würde, das muss jeder selbst wissen und herausfinden. Sicher kann man Vorschläge machen. Aber sowohl Hobby wie auch ein Verein, kirchliche Aktivitäten oder der Besuch im Gym sind ja bekannte Dinge. Muss man wirklich darauf aufmerksam machen ??? - Ausserdem muss der Mann erst mal zu sich selbst finden, muss lernen, dass sich sein Leben nun grundlegend geändert hat. Und das braucht einfach einige Zeit. Was liegt da näher, als sich in dem Bereich, der in seiner eigenen Wohnung liegt, also im Haushalt, ein wenig umsieht und nach Betätigung Ausschau hält?

Eigentlich sollte eine Frau froh sein, wenn ihr Mann ihr in der Küche oder bei sonstigen Haushaltsaufgaben helfen will. Zu sagen: "Das ist meine Küche, da hat niemand was zu suchen!", das ist sehr egoistisch und hat mit Verständnis und Liebe nichts zu tun. Denn der Mann MUSS ja schließlich auch seine bisherigen Bereiche aufgeben. Warum soll er plötzlich alles aufgeben und die Frau macht lustig ihr bisheriges Leben weiter, so als wäre nichts geschehen? Das finde ich als Mann sehr ungerecht. Die Rente betrifft BEIDE, nicht nur den Mann. Für Beid wird sich nun das Leben ändern. Es muss sich ändern!

Was ich in den vorigen Postings schon sehr ausführlich geschrieben habe, das will ich nun nochmals andeuten: Wenn man sich gar nicht liebt, sich gar nicht in den Anderen hineindenken kann, wenn man nur egoistisch auf das eigene Wohl aus ist - kurzum, wenn die Liebe nicht oder nicht mehr vorhanden ist, dann muss man zu allererst daran arbeiten. Sich fragen, ob man denn überhaupt den Rest des Lebens beisammen sein will. Und wenn man zu einem "Ja" kommt, dann muss man, ob man es will oder nicht, beidseitig aufeinander zugehen. Nur wenn man sich über diesen sehr wichtigen Punkt unterhalten kann (in Ruhe und ohne Vorwürfe oder Mahnungen), dann könnte auch eine Ehe dieser zweiten Kategorie im Alter noch eine Chance haben. Es kommt also in erster Linie darauf an, dass man seine Ehe kritisch betrachten kann und auch will. Denn ohne die Erkenntnisse, wo die Probleme eigentlich wirklich liegen, haben alle anderen Bemühungen und auch unsere hier gut gemeinten Ratschläge wahrscheinlich keine Wirkung. Höchstens kann man sie als Möglichkeiten anbieten, aber die Hilfe muss man sich selbst geben. Nämlich beide Partner gemeinsam.

Liebe Grüße
Werner

Hilfe mein Mann ist in Rente

ory ist offline
Weiblich ory
Themenstarter Moderatorin
Beiträge: 8.270
Seit: 04.02.09
Hallo werner ,
recht herzlichen dank für deinen langen beitrag ,allerdings möchte ich nicht versäumen dir mitzuteilen ,das sich während des lesens bei mir erstaunen breitgemacht hat .

du versuchst meine ehe zu analysieren nur weil ich meinen thread den titel "Hilfe mein Mann ist in Rente“ gegeben habe ?.

es wäre gut gewesen nicht nur den halben thread sondern zum besseren verständnis den ganzen thread zu lesen , denn wer aufmerksam den thread gelesen hat, hat bemerkt das es sich „nicht „ um ein sehr ernsthaftes schwieriges thema zumindest in meiner ehe handelte.

zitat von werner
Die anderen aber brauchen dringend Hilde. Deshalb auch der Titel dieses Threads!

Wie kann man jedoch diesen Menschen helfen?
fg ory
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Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)

Hilfe mein Mann ist in Rente

Fremder ist offline
Beiträge: 584
Seit: 21.06.11
Hallo Ory

Mein Posting war keineswegs auf dich gemünzt. Ich habe aus diesem Grund auch nicht DEINE Ehe analysiert, sondern ganz allgemein geschrieben.
Dass es diese zwei von mir genannten Kategorien von Ehen gibt, das ist eine Tatsache und hat mit Wertung überhaupt nichts zu tun.
Vielmehr hat es damit zu tun, dass bestimmte Verhaltensweisen WÄHARND vieler Ehejahe auch Auswirkungen haben müssen. So wie jede Ursache auch immer eine Wirkung hervorruft.
Du hast den Thread sehr treffend als Hilferuf benannt. Das ist ja vollkommen in Ordnung und niemand - ich auch nicht ! - wird etwas dagegen haben. Du hast da bei meinem Posting wohl irgend etwas missverstanden. Es geht mir keineswegs um Kritik, sondern um eine sachliche Hinterfragung, warum es bei manchen Paaren so reibungslos geht und bei anderen nicht. So eine Hinterfragung sollte doch nicht verkehrt sein. Ich meine sogar, dass so etwas für manche Ehepaare ein hilfreicher Hinweis sein könnte und somit eigentlich diesem Thema gerecht wird, nämlich auf einen Hilferuf zu antworten.

Wenn ich dich beleidigt habe, so war das keineswegs meine Absicht und ich bitte dich um Nachsicht.

Schönen Gruß
Werner

Hilfe mein mein Mann ist in Rente

Wildaster ist offline
Beiträge: 5.642
Seit: 18.03.12
Zitat von ory Beitrag anzeigen

folgenden text habe ich im web gefunden. leider stand kein autor dabei, sodass ich ihn nicht verlinken kann.

lg ory
Posting 12,denn wichtig ist auch im Alter,den Humor nicht zu verlieren.
Es wurde festgestellt,dass Kinder durchschnittlich 73- mal am Tag lachen,während ein Erwachsener nur 17,4 - mal am Tag lacht.
Über das Lachverhalten von Menschen im wohlverdienten Ruhestand habe ich leider nichts gefunden,aber man braucht sich ja selbst nur beobachten.

Liebe Grüße von einer lächelnden Wildaster
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Hilfe mein mein Mann ist in Rente

ory ist offline
Weiblich ory
Themenstarter Moderatorin
Beiträge: 8.270
Seit: 04.02.09
hallo wildaster ,

Über das Lachverhalten von Menschen im wohlverdienten Ruhestand habe ich leider nichts gefunden,aber man braucht sich ja selbst nur beobachten.
ich bin ein ruhiger mensch ,aber für mich gilt :

" man hört nicht auf zu lachen, wenn man alt wird,
aber man wird alt, wenn man aufhört zu lachen."

lg ory
__________________
Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)


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