Undercover im Pflegeheim: Michael Sch. mit versteckter Kamera

17.06.16 19:49 #1
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Oregano ist gerade online
Beiträge: 60.525
Seit: 10.01.04
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Michael Schomers ist 66 Jahre alt, hatte vor zwei Jahren Speiseröhrenkrebs – und hat jahrelang als investigativer Journalist mit versteckter Kamera gearbeitet. Perfekt. Für uns ist er in ein ganz normales, sehr gut bewertetes Heim gezogen. Wie ist der Alltag in deutschen Pflegeheimen?
...
https://correctiv.org/recherchen/pfl...ist-charlotte/

Alles andere als eine erfreuliche Lektüre . Aber insofern auch eine wichtige Lektüre, als man z.B. beim Verfassen einer Patientenverfügung manche Punkte einarbeiten kann, die einem wichtig sind.

Grüsse,
Oregano

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Undercover im Pflegeheim: Michael Sch. mit versteckter Kamera

philia ist offline
Beiträge: 258
Seit: 13.03.11
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
eine wichtige Lektüre, als man z.B. beim Verfassen einer Patientenverfügung manche Punkte einarbeiten kann, die einem wichtig sind.

Grüsse,
Oregano
Ich kannte jemand, der vor kurzem DESHALB gestorben ist, WEIL, obwohl er seine MCS-bedingten Einschränkungen in seiner Patientenverfügung eingearbeitet hatte mit aus diesem Grund unumschränkt zu befolgenden Vorgehensweisen, was auch möglich gewesen wäre, NIEMAND dies getan hat: weder sein Arzt noch sein Rechtsanwalt noch irgendwer, der diese Papiere hatte. Er hatte u. a. AUSDRÜCKLICH AUSGESCHLOSSEN, in ein Alten- oder Pflegeheim gebracht zu werden. Und genau DAS hat sein Arzt getan, obwohl er ihn nicht nur jahrelang kannte, sondern auch seine Papiere hatte und zu diesem Thema ständig mit ihm in Telefonkontakt stand! Ich war extrem schockiert.

Und nu?

Ist eine Patientenverfügung am Ende nicht mal das Papier wert, auf dem sie steht?

Leider habe ich, abgesehen von diesem mir privat bekannten extrem krassen Fall, auch ansonsten von sehr vielen Fällen von Ignoranz auf diesem Gebiet gehört/gesehen (Radio/TV).

Geändert von philia (18.06.16 um 23:34 Uhr)

AW: Undercover im Pflegeheim: Michael Sch. mit versteckter Kamera

philia ist offline
Beiträge: 258
Seit: 13.03.11
Da Pflegeheime generell wg. Personalüberlastung und -unterbezahlung schon lange in schlechtem Ruf stehen, sind sie ja schon für "normale" Pflegebedürftige eine Zumutung, wie soll das erst werden, wenn viele der MCS-Kranken, die ja schon während ihrer noch relativ selbstständigen Zeit der eigenen Versorgung im sog. Gesundheitssystem überall scharfen Gegenwind und Ignoranz sowie Psychiatrisierung spüren, auch einmal schwer dement, schlaganfallgeschädigt usw. sein werden?

Für sie gibt es ja jetzt schon keine menschenwürdige medizinische Versorgung.

Ich erlebe jedenfalls allenthalben, dass meine ärztlichen Bescheinigungen, Atteste, Laborbefunde, Therapievorschriften nicht nur ums Verrecken nicht anerkannt werden, sondern - schlimmer noch - man glaubt von hochoffizieller Seite mich mit hergeholten offenkundigen Desinformationen und Schabernack abspeisen zu können (was schon kleine Kinder als üble Tricks ohne Sinn erkennen) und ich kann nichts dagegen tun.

Da nützen dann auch Vorschriften nichts, wenn Pfleger sich danach nicht richten.

Vor meiner MCS-Diagnose fiel ich nur allzuoft in Anaphylaxie bzw. war tagelang unfähig, regungslos, wie tot. Seit ich weiß, was ich alles meiden muss (die meisten Lebens-, Arzneimittel sowie natürlich Duftstoffe, Chemikalien...), lebe ich täglich und habe meinen Körper weitestgehend unter Kontrolle. Aber die Verantwortung für meine Versorgung KANN ich NICHT AUS DER HAND GEBEN.

Geändert von philia (18.06.16 um 23:53 Uhr)

Undercover im Pflegeheim: Michael Sch. mit versteckter Kamera

Rauke ist offline
Beiträge: 730
Seit: 17.11.12
Zitat von philia Beitrag anzeigen
Und nu?

Ist eine Patientenverfügung am Ende nicht mal das Papier wert, auf dem sie steht?
Da Krankheiten, die nicht einfach mit Medikamenten behandelt werden können, nicht vorgesehen sind in der Alten- und Krankenpflege, müsste eine Patientenverfügung entsprechend sehr umfangreich sein zur Absicherung.

Sehr wahrscheinlich nützt das dann aber auch nichts, wenn dem Arzt nicht mal die Vorraussetzungen zur Umsetzung gegeben sind.
(allgemeine Akzeptanz, Anerkennung - und schlussfolgernd Möglichkeit der Einstellung auf Nahrungsmittelunverträglichkeit, Chemikalen- und Medikamentenunverträglichkeit, etc.)

Ich erlebe jedenfalls allenthalben, dass meine ärztlichen Bescheinigungen, Atteste, Laborbefunde, Therapievorschriften nicht nur ums Verrecken nicht anerkannt werden, sondern - schlimmer noch - man glaubt von hochoffizieller Seite mich mit hergeholten offenkundigen Desinformationen und Schabernack abspeisen zu können (was schon kleine Kinder als üble Tricks ohne Sinn erkennen) und ich kann nichts dagegen tun.
Ich erschrecke auch darüber, wie ein Arzt, in entsprechender Position, alle Laborbefunde und Atteste, die ihm nicht rein passen, zunichte zu machen kann.
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Viele Grüße, Rauke

AW: Undercover im Pflegeheim: Michael Sch. mit versteckter Kamera

Earl Grey ist offline
Beiträge: 693
Seit: 25.09.13
Der Bericht hatte sich so angehört, als wenn genug Nachfrage nach einem Platz besteht und kein großes Interesse somit vorhanden ist, jemanden lange zu halten.

Welche Alternativen gibt es? Vielleicht gibts einfach noch keine bessere Versorgung, und man muss auch hier selbst aktiv werden. Aber wie? WG gründen mit geschulter Haushälterin? Kein Pflegefall werden? Ins Ausland gehen? Frühzeitig in einen Verein eintreten? Zusatzversicherung abschließen?

Viele Grüße - Earl Grey

AW: Undercover im Pflegeheim: Michael Sch. mit versteckter Kamera

hohlkopf ist offline
Beiträge: 11
Seit: 21.06.16
Wir haben sofern wir noch körperlich dazu in der Lage sind "jederzeit" die Möglichkeit selbst zu bestimmen was mit uns passiert. Ich sage jetzt einmal in meinem Jugendlichen leichtsinn wenn ich das nicht möchte aber alle das ignorieren dann gehe ich den Weg des Freitodes.
Eine entsprechende Kapsel habe ich noch von meinem Opa bekommen, und werde Sie wohl wie er jeden Tag weiter im Amulett tragen. Das ist ungemein entlasstent wenn man weiß "ich könnte wenn ich denn wollen würde".


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