Umgang mit der Vergangenheit im Alter

21.02.16 17:12 #1
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AW: Umgang mit der Vergangenheit im Alter

Tarajal ist offline
Beiträge: 4.353
Seit: 12.05.13
ory ich sehe das genau so,

wir, ein jeder von uns muss in erster Linie für sich und für seine Seele sorgen, dass er/sie im "Hier und Jetzt" mit seinem Leben und auch mit seinen älteren Verwandten oder Kindern einen Bereich des gegenseitigen Respektes, der Akzeptanz und der eigenen Zufriedenheit schafft.

Wenn ich mich über andere ärgere, dann schaffe ja auch ich es nicht diesen anderen in seiner Art so wie er oder sie ist zu akzeptieren, sondern ich würde mir wünschen (erwarten), dass bei meinem Gegenüber mehr Einsicht und auch das akzeptieren meiner Meinung möglich wäre.

Ist es aber nicht.

Und so tragen auch wir dann in einem solchen Moment eine große Unzufriedenheit in uns, anderen Ursprungs zwar, aber letztendlich bleibt es doch im Kern gleich, "ich habe mich über das Verhalten einer Person oder über eine Situation geärgert" - vermutlich genauso wie die Person das auch getan hatte.

Ärgern kann sich jeder mal, ist nur die Frage, wie lange man es fest halten und in seinem Rucksack mit sich herum tragen möchte.

Vor vielen Jahren habe ich mal einen wunderschönen Rat für ein glückliches Leben gelesen und bemühe mich seitdem ihn auf meine eigene Art zu beherzigen:

„Fülle ein Glas mit Notizen all der schönen Dinge, die passieren.
Und dann, am Neujahrstag, leere das Glas und sieh,
was für ein unglaublich tolles Jahr das war.“


Ich fülle mein mentales Glas und schreibe Schmunzelgeschichten auf.

Liebe Grüße Tarajal

Umgang mit der Vergangenheit im Alter

ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 7.776
Seit: 04.02.09
tarajal , ein schöner spruch
„Fülle ein Glas mit Notizen all der schönen Dinge, die passieren.
Und dann, am Neujahrstag, leere das Glas und sieh,
was für ein unglaublich tolles Jahr das war.“
nur leider ist das leben nicht voller schönen dingen .
"ein glas mit notizen zu füllen ,welche noch zu erfüllen sind ,um dann am ende des jahres ein leeres glas vor sich zu haben ,weil alles anstehende erfüllt wurden ,ergibt zumindest im alter weniger stress.

lg ory
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Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)

AW: Umgang mit der Vergangenheit im Alter

Tarajal ist offline
Beiträge: 4.353
Seit: 12.05.13
Nein, das Leben ist wahrlich nicht nur voll von schönen Dingen, aber trotz allem bewahre ich mir immer noch die Fähigkeit auch im schlimmsten Chaos etwas Schönes zu sehen oder einen schönen Moment zu genießen.

Ich habe täglich so viel zu erledigen und es kommt pausenlos neues hinzu, das schreibe ich eh alles auf einen Block um nicht die Übersicht zu verlieren und erledigtes streichen zu können.
Das ist meine to-do-Liste.

Ich bekäme aber das Glas niemals bis Ende des Jahres leer, das fände ich frustrierend.
Dann lieber nur erledigte Sachen aufschreiben und ab damit ins Glas...

Liebe Grüße Tarajal

Umgang mit der Vergangenheit im Alter

ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 7.776
Seit: 04.02.09
Hallo tarajal ,
es ist schön ein lebensfroher mensch zu sein ,vor allem aber dies auch sein lebenlang bleiben zu können ... es ist beneidenswert.

was ich aber meine ist die mögliche elimination/ab/verarbeitung von negativen dingen im leben "vor dem alter " , eh das leben "im alter" (oftmals) nur von negativen erinnerungen gelebt wird .
sich die möglichkeit geben , das alter mit schönen erinnerung zu bestücken , zu leben .

lg ory
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Umgang mit der Vergangenheit im Alter

Kayen ist offline
Beiträge: 4.474
Seit: 14.03.07
Es ist schwer eine Diskussion zu führen, ohne ein konkretes Beispiel zu haben. So hat jeder sein eigenes Bild dazu im Kopf und auch bedingt dadurch Recht.

Mein Bild sagt mir nein, die "Alten" haben nur aufgrund ihres Alters kein Recht auf Freispruch bei "Verschweigen von Schuld", wenn z.B. vorsätzlich dadurch das Familienleben dysfunktional wird und dadurch schon lebenslang ein gewisses untergründiges Konfliktpotential besteht.

Wenn diese "Geheimnisse" dann vielleicht noch durch weiteres Schweigen mit ins Grab genommen werden, was meist unumstößlich dazu führt, dass die gesamte Familien-Nachfolge durch diese unaufgelösten Familienthemen weiterhin zu leiden haben, machen sie sich in meinen Augen sogar noch doppelt schuldig.

Der Lateiner würde sagen Carpe diem

aber die Wahrheit ist nun mal kein Ponyhof und jeder Mensch hat ein Recht darauf diese zu erfahren. Jedenfalls könnte ich mit einer noch so schlimmen Wahrheit besser leben, als mit einem unter meinen Füssen bestehenden Erdbeben/Vulkan, welcher nur darauf wartet irgendwann zu erupieren.
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Alles verändert sich - dahinter ruht ein Ewiges

Umgang mit der Vergangenheit im Alter

gerold ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.683
Seit: 24.10.05
Danke für all das Kluge, was oben geschrieben worden ist. In Verbindung mit dem hier ganz unten notierten Spruch halte ich es diesbezüglich wie folgt:
"Ich bin nicht bereit, die Lasten zu tragen, die sich aus den Entscheidungen anderer Leute ergeben."

Alles Gute!

Gerold
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben.

Umgang mit der Vergangenheit im Alter
Clematis
Zitat von gerold Beitrag anzeigen
"Ich bin nicht bereit, die Lasten zu tragen, die sich aus den Entscheidungen anderer Leute ergeben."
Hallo,

ein guter Gedanke, dem ich zustimme
Und dieser allein kann zu einer breiten Diskussion führen: Wie setzt man das um, sind wir doch sozial mit vielen Menschen verbunden, und wollen, können uns nicht immer den Auswirkungen von deren Entscheidungen entziehen (Arbeitsplatz, Politik, Rentengesetze, Familieninteraktion usw. usf.)

Gruß,
Clematis

Umgang mit der Vergangenheit im Alter

gerold ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.683
Seit: 24.10.05
Clematis,

einverstanden. Hier geht es vor allem darum, sich von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, dies etwa in der Art:
"Du bist daran schuld, daß es mir jetzt so schlecht geht, weil ...
- Du mich nicht rechtzeitig gewarnt hast.
- Du mir nicht rechtzeitig beigestanden bist.
- Du Dich zu wenig um mich gekümmert hast; usw.

In diesem Zusammenhang gilt es, sich stets eines dritten Spruches bewußt zu sein: "Ich bin nicht dazu da, den Vorstellungen anderer Menschen zu entsprechen."

Alles Gute!

Gerold
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben.

Umgang mit der Vergangenheit im Alter
Clematis
Zitat von gerold Beitrag anzeigen
"Ich bin nicht dazu da, den Vorstellungen anderer Menschen zu entsprechen."
Gerold, auch da kann ich Dir zustimmen...
Und wieder ist es ein riesiges Thema: Eltern erwarten von den Kindern...
Chefs erwarten von den Angestellten... ad infinitum fortsetzbar - Stöhn !

Wenn am Ende ein völlig verdrehter Mensch herauskommt, der selbst nicht mehr weiß, wer er ist, dennoch spürt, daß da was nicht mit ihm stimmt, dann verdrießlich, aufsässig, stur, unzufrieden und anderes wird, im Alter noch verstärkt, wen wundert's?

Liebe Grüße,
Clematis

AW: Umgang mit der Vergangenheit im Alter

Oregano ist offline
Beiträge: 61.103
Seit: 10.01.04
Auf den ersten Blick fand ich die obigen Sätze in #38 ok.
Auf den zweiten Blick finde ich sie ein bißchen herablassend und abwehrend. Natürlich ist jeder seines Glückes Schmied, wie der Volksmund sagt. Trotzdem kann es einen großen Unterschied ausmachen, wenn Menschen im eigenen Umfeld einfach nur nett, interessiert, hilfsbereit und "kümmernd" sind. Das braucht ja nicht bedeuten, daß diese Menschen ständig für mich handeln und denken und es mir ersparen, selbständig für mich Wege zu finden und zu gehen.
Miteinander leben heißt für mich auch: aufmerksam mit und für den Anderen sein, so wie ich das auch für ihn bin.
Ich kann ja dafür sorgen, daß ich nicht zu viel in Anspruch genommen werden, und ich kann auch dafür sorgen, daß ein Anderer nicht übergriffig wird, weil, was ja auch passieren kann und dann oft als übergroßes "ich sorge mich um dich" interpretiert wird.

Grüsse,
Oregano
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