Aspekte der Geriatrie (Altersheilkunde)

05.09.13 11:05 #1
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Aspekte der Geriatrie (Altersheilkunde)
Clematis
Eine wahre Geschichte...

Oma, 72 Lenze, fühlte sich völlig schlapp, ausgelaugt. Morgens hätte sie sich gleich wieder hinlegen können, so erschöpft war sie. Zweimal im Abstand von ca. 6 Monaten war sie mehrere Tage im Krankenhaus, man schob sie in die Röhre, vor der ihr grauste. Machte zahlreiche Tests. Bei der letzten Röntgenaufnahme fand man einen hellen Schatten auf der Leber und vermutete Krebs. Sie sollte nochmals zur gründlichen Untersuchung ins Krankenhaus kommen. Ihr aber reichte es, denn nach jedem Krankenhausaufenthalt war es ihr schlechter gegangen und in die Röhre wollte sie nie wieder.

Sie ging zu einem Heilpraktiker, der auf Phytotherapie spezialisiert war. Er hörte sich ihre Geschichte an, daß sie ihre Bügelwäsche nicht mehr erledigen konnte, war ihr größter Ärger. Sie brachte alle Medikamente mit, die sie einnahm - der Schuhkarton quoll über. Vier verschiedene Medikamente waren gleich mehrfach gegen die gleichen Probleme verschrieben worden, wie etwa 5 verschiedene Diuretika. Der HP schüttelte innerlich den Kopf.

Er verschrieb ihr eine speziell für sie zusammengestellte Teemischung, 3x täglich eine Tasse, warm trinken. Forderte sie auf mit dem Karton sofort zum Hausarzt zu gehen, damit er die überflüssigen Medikamente absetzen möge. Es blieben noch fünf übrig.

Eine Woche später kam sie wieder zum HP. Sie strahlte über das ganze Gesicht und berichtete freudig: "Ich kann meine Bügelwäsche wieder in einem wegbügeln!" Sie erhielt nochmals ein Teerezept, auf die neue Situation angepaßt und wieder die Aufforderung nochmals zum Hausarzt zu gehen. Der solle sie untersuchen und die Medikamente ggfs. reduzieren. Es blieb nur noch ein Medikament für's Herz übrig.

Einen Monat später - Kontrolle beim HP: ihr ging es gut, sie war fit, ihre Lebensgeister waren wieder erwacht. Die Leber war in Ordnung, auch die Nieren. Ab da sollte sie eine regelmäßige Teekur mit einer wieder angepaßten Mischung durchführen, um fit zu bleiben. Danach brauchte sie weder die Ärzte noch den HP mehr aufsuchen, außer für das eine Herzmittel...

Daß dieser HP in Phytotherapie sehr erfahren und topfit war, verdankte er seinem lebenslangen Interesse für Heilpflanzen aller Art...

Gruß,
Clematis

Geändert von Clematis (08.10.13 um 16:18 Uhr)

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ory ist offline
Weiblich ory
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eine schöne ,aber ganz traurige geschichte .

ich mag es nicht verallgemeinern ,aber es erschreckt immer wieder solch wahren geschichten zu lesen/zu hören und zu denken , hoffendlich findet man (n)/frau ,wenn nötig ,auch solch einen Hp/ oder arzt , dem die gesundheit des menschen wirklich am herzen liegt .

lg ory
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Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)

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ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
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Seit: 04.02.09
hallo rota ,

dabei bleibt mir förmlich die Spucke weg.
..........und wenn du keine zitrone zur hand hast ,hilft auch ein einfaches bonbon

lg ory
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Rota ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
..........und wenn du keine zitrone zur hand hast ,hilft auch ein einfaches bonbon
l
....oder vielleicht ein Küßchen vom Herzallerliebsten?

ohhhh.... ist da nicht schon wieder eine Grippewelle unterwegs?
das müssen die Küßchen am Oktoberfest gewesen sein.

Also doch, Abstand halten, Salzwasser gurgeln und schnupfen, Zitrone lieber als Getränk und zwar mit Honig, Kapuzinerkressetee, Zwiebeltee, Salbeitee, Kamillentee und (wenn man nicht Marcumarpatient ist) eine Eigenblutspritze mit Echinacea vorbeugend. Heiße Arm und Fußbäder (aber nur bis zum Knöchel).
Das hilft bei mir schon sehr lange über die gefährliche Zeit zu kommen.

Liebe Grüße
Rota
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Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

Geändert von Rota (09.10.13 um 08:28 Uhr)

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Rota ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
Noch eine Geschichte

Uroma 75 geht zum Arzt weil sie jetzt öfter mal was vergißt, was früher nur selten vorkam. Besonders die kleinen Dinge, die man so schnell mal wohinlegt und dann nicht mehr findet. Früher mußte man die Oma nur fragen, die wußte immer wo was war und wenn es auch nur ein Pfenniggummi war.
Der Arzt schaut über seinen Schreibtisch hinweg die Oma an und fängt an Fragen zu stellen, die er schon auf einem Monitor vorbereitet ablesbereit vor sich hat.

Da wurden Fragen gestellt wie aus einer Pistole geschossen. Anfangs macht die Oma in dem Tempo mit, dann aber verlor sie die Lust und haute mit der Hand auf den leeren Schreibtisch, daß es gerade so scheppert. Der Arzt erschrickt, hält kurz inne und fragt sie dann, "Haben sie öfter diese Ausraster"?

"Jetzt machen wir mal was für die Hände". fährt er fort. Können Sie mir mal eine Uhr aufmalen und die Zeiger auf fünf vor 12 stellen? Jeder weiß inzwischen, daß das ein Test auf Alzheimer ist. Auch die Oma und reagiert prompt.

"Jetzt reicht es mir."

Hören Sie mal zu Herr Doktor: Ich bin Urgroßmutter und habe in meinem Leben mit und ohne Uhr immer gewußt wofür es gerade an der Zeit war.
Sie stand auf, ging hinaus und sagte im Hinausgehen, ich komme nächste Woche wieder Herr Doktor, jetzt fehlt mir gerade mehr Zeit für Ihre Spielchen.

Am selben Tag noch machte sie einen langen Termin aus für die nächste Sprechstunde.

Als sie wieder kam hatte sie zwei Plastiktüten in der Hand die stellte sie auf den Schreibtisch des Arztes und fragte, ob ihn interessiere was da drin sei.

Es waren die Spielsachen der Enkel und des Urenkelchens, die sie am Abend vorher nicht mehr aufgeräumt hatten, weil die Oma es so wollte.

So sagte die Oma jetzt schauen wir mal, wer schneller ist. Aber kommen Sie mir ja nicht mit "dafür habe ich keine Zeit" Es ist meine Stunde, die ich mit ihnen verabredet habe und die verbringen Sie jetzt mit mir, ob sie wollen oder nicht. Dabei lächelt sie so charmant, daß er nicht anders kann als mitspielen.

Die Oma entleert die Tüten auf die Liege daneben, macht 2 gleiche Häufchen daraus und fordert den Arzt auf, die Sachen zu sortieren. Lego, Playmobil, Zootiere, Bäume und Häuschen, Bauernhof und Minieisenbahn mit Gleisen und x Zäunen. ( Besonders gemein ist, daß die Zäune von verschiedenen Spielen sind)

Jeder Haufen hat ca. das selbe Gewicht.
Die Oma nimmt ihr Häufchen und setzt sich auf den Boden.
Also, auf los gehts los spöttelt sie und fängt schon an zu sortieren.

Wer hat denn nun gewonnen?
Nein, nicht die Oma, der Arzt hat nämlich nach 2 Minuten das Handtuch geworfen und die Oma als gesund entlassen.

Der Arzt brauchte nach dieser Sprechstunde einen Schnaps!

Liebe Grüße
Rota
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Clematis
Zitat von Rota Beitrag anzeigen
daß das ein Test auf Alzheimer ist. Auch die Oma und reagiert prompt. "Jetzt reicht es mir."

Es ist meine Stunde, die ich mit ihnen verabredet habe und die verbringen Sie jetzt mit mir, ob sie wollen oder nicht. Dabei lächelt sie so charmant, daß er nicht anders kann als mitspielen.

Der Arzt brauchte nach dieser Sprechstunde einen Schnaps!
Hallo Rota,

Ein Bravo an diese Uroma ...
Wären doch alle Patienten so selbstbewußt
Die Ärzte kriegten früh graue Haare und würden sich bessern

Gruß,
Clematis

Aspekte der Geriatrie (Altersheilkunde)

Rota ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
Hallo Clematis
Die Ärzte kriegten früh graue Haare und würden sich bessern
Apropo, graue Haare

"Wenn alte Leute sich in den Spiegel schauen, erkennen sie sich oft nicht, weil immer noch das junge Mädchen, oder der junge Bursche in ihren Köpfen herumspukt.
Da wird dann mit "Haarefärben" abgeholfen.

Oh je, oh jemine.
Was da oft dabei rauskommt.
Noch schlimmer sind Perücken (Strahlenopfer sind aber hier nicht gemeint).
Wie Soldatenhelme, oder Tarnkappen schauen die manchmal aus.

Was sind das für Friseure, die einen Kunden so rumlaufen lassen. Wenn dann auch zu Hause niemand ist, der protestiert, dann laufen diese Leute wie Schreckgespenster durch die Welt und wundern sich, daß sie in der Gesellschaft nicht für ernst genommen werden.

Noch ärmlicher ist es, wenn ein in die Jahre gekommener Politiker seine Haare färbt und vor lauter Betriebsamkeit das Nachfärben nicht hinbekommt. Lächerlich ist das. Am schönsten ist es dann, wenn das Färben geleugnet wird.

Bei uns in Bayern gibt es einen Ehemaligen, der weißhaarig ist, aber seine Augenbrauen stehen in voller schwarzer Pracht wie eh und je.

"Respekt vorm Dampfschiff" hat da mal einer gemurmelt.

Was mich betrifft, ich liebe meinen grauen Kopf, ich habe mir immer graue Haare gewünscht und jetzt hab ich sie. Prima, ich habe nie mehr Probleme mit den Farben die mein Gewand haben soll. Zu grau paßt einfach alles.

Ich bin aber auch eitel und ein schöner Schnitt muß schon sein.
Dazu müssen auch die Schnurrhaare und der Bart entfernt werden und was mir besonders schwer fällt, die Fußnägel gestutzt.

Oh wei, keiner kann einem Bauchträger nachempfinden wie ihm zumute ist, wenn er die Fußnägel schneiden muß.
Die Füße sind bei denen einfach zuzu weit weg.

Für heute genug zum Thema Schönheit im Alter

Liebe Grüße
Rota
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Clematis
Zitat von Rota Beitrag anzeigen
Apropo, graue Haare
Was mich betrifft, ich liebe meinen grauen Kopf, ich habe mir immer graue Haare gewünscht und jetzt hab ich sie.
Hallo Rota,

da gehöre ich wohl zu dem "ollen Eisen", das Natur immer noch für schöner hält als künstliche Hilfsmittel... Dazu gehören für mich auch ehrlich erworbene Lachfältchen und anderes.

Haarfarben passen zu den Menschen, die sie tragen - eine andere Farbe ist fast immer ein Fehlschlag, paßt nicht zum Typ...

Ähnliches gilt für die zahlreichen Farbstoffe, Pulver, Pasten, Cremes die dem Gesicht aufgetragen werden, ganz abgesehen von den Schäden, die man dabei der Haut zufügt.

Warum finden die Menschen es eigentlich "schön" wenn sie ihre Identität, ihren Charakter, die Zeichen ihrer Lebenserfahrung, unter einer Maske verbergen? Verquere Welt!

Gruß,
Clematis

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Rota ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
Hallo Clematis,

ehrlich erworbene Lachfältchen und anderes.... eine andere Farbe ist fast immer ein Fehlschlag, paßt nicht zum Typ... Farbstoffe, Pulver, Pasten, Cremes die dem Gesicht aufgetragen werden, ganz abgesehen von den Schäden, die man dabei der Haut zufügt.... Warum finden die Menschen es eigentlich "schön" wenn sie ihre Identität, ihren Charakter, die Zeichen ihrer Lebenserfahrung, unter einer Maske verbergen?
Gerade wollte ich meine Schelte etwas mindern indem ich mein letztes posting noch einmal ändere.
Nach Deiner Antwort bin ich jetzt aber beruhigt, daß ich doch nicht zu scharf geurteilt habe.

Ich bin aber auch ein gebranntes Kind meiner Mutter, mit der hatte ich immer Streit deshalb, weil sie sich eine Art Putzwolle auf den Kopf gesetzt hatte. Ich gebe zwar zu, daß sie sehr dünnes Haar hatte, aber auch das hätte sich mit einem geeigneten Schnitt verbessern können. Nun ist sie 10 Jahre tot und ich denke immer noch daran, wie mich ihr Anblick innerlich verletzt hat.

Es ist schon traurig, daß ein Leben, das ich mit und neben ihr geführt habe sich heute auf so einen eigentlich unwichtigen Faktor reduziert.
Als sie jung war, war sie eine überdurchschnittlich gut aussehende Frau mit vielen Gesichtern. Ich schaue ihre Bilder heute noch gerne an, aber die letzten 15 Jahre und ihre Eindrücke sind halt leider so überwältigend, daß ich es fast nicht ertragen kann.

Ich hoffe, ich mute meinen Kindern keine solchen Schamgefühle zu.

Gruß Rota
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Geändert von Rota (09.10.13 um 22:33 Uhr)

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Clematis
Hallo,

ein Thread, der eigentlich auch für diese Rubrik wichtig ist:

http://www.symptome.ch/vbboard/gesun...rkuemmert.html

Wer geistig beweglich und aktiv bleibt, kann m.E. auch Demenzerscheinungen vorbeugen. Je unterschiedlicher die Interessen, umso besser.

Bei meiner Mutter, die immer meinte sie müßte mindestens 8-9 Stunden Nachtschlaf haben, führte das zur regelmäßigen sich steigernden Einnahme von Schlafmitteln. Trotz aller Warnungen war sie davon nicht abzubringen. Tagsüber war sie dann auch kaum noch richtig "da". Das führte zu einer Demenz, die so stark war, daß sie Pflegestufe 3 hatte und leider ins Pflegeheim mußte. Da ich alleinstehend und berufstätig war, konnte ich ihr dieses Schicksal nicht ersparen. Wahrscheinlich wäre ich ohnehin überfordert gewesen, denn ich hätte sie 24 Stunden am Tag beaufsichtigen müssen und keine Minute aus den Augen lassen dürfen.

Ohne die Schlafmittel, die ihr von mehreren Ärzten ständig verschrieben wurden, wäre sie wohl noch viel länger bei klarem Verstand geblieben, denn sie war vielseitig interessiert und hat auch viel gelesen, wanderte gerne mit einem Verein in den Wäldern. All das verlor sich jedoch allmählich, bis sie nichts mehr eigenständig machen konnte.

Bei Besuchen im Pflegeheim stellte ich einen rapiden körperlichen Verfall fest, den ich mir nicht erklären konnte, denn vorher war sie körperlich fit. Erst viel später und nach ihrem Tod bekam ich Literatur in die Hände, die das erklärte. Rückblickend, die Medikamente Revue passieren lassend, die sie damals bekam, wurde mir klar, daß sie ständig "ruhig" gestellt wurde und regelmäßig Valium erhalten hatte. Das Heim wurde von der Gemeinde betrieben, war also kein kommerzielles im eigentlichen Sinne, dennoch verfuhr die Geschäftsleitung nach kommerziellen Kriterien und ignorierte jegliche privaten Bedürfnisse der Insassen.

Im Alter sollten wir alles daran setzen geistig fit zu bleiben, selbst wenn wir körperlich vielleicht das eine oder andere Problem haben. Für letztere gibt es immer irgendeine Möglichkeit, diese auszugleichen, Hilfsmittel usw. Spielt der Kopf aber nicht mehr mit, wird man von Hilfe von Außen abhängig, was insbesondere bei den Zuständen in Pflegeheimen ein sehr zweischneidiges Schwert ist, ganz besonders wenn finanzielle Mittel fehlen. Nach vielen Jahren geht es mir heute noch an die Nieren, daß ich meiner Mutter das Heim nicht ersparen konnte Auch die Bereitschaft der Ärzte die nebenwirkungsreichen Schlafmittel ohne echte Kontrolle zu verschreiben, verurteile ich auf's schärfste!

Gruß,
Clematis


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