ADHS bei Senioren

25.07.13 23:11 #1
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Moehnchen ist offline
Beiträge: 159
Seit: 10.07.11
Hallo zusammen,

hat jemand schon einmal erlebt wie sich ADHS auch noch bei Senioren äußern kann und wie die eventuell noch behandelt werden könne?

Danke für Infos.

ADHS bei Senioren

Rota ist offline
Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
Hallo Möhnchen

hat jemand schon einmal erlebt wie sich ADHS auch noch bei Senioren äußern kann und wie die eventuell noch behandelt werden könne?
Ja, das kenne ich gut von meiner Mutter.
Sie war immer unterwegs und auch wenn sie saß ging ihr Mundwerk ununterbrochen. Sie hatte Wutanfälle, wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen ging und immer hatten andere Schuld, wenn was nicht geklappt hat.

Da hilft nur, wenn es möglich ist, die Reize zurückschrauben, möglichst keinen Anlaß für Streit und Hader zu geben und Baldian mit Hopfen. Den Tee hatte sie sogar ausgesprochen gern.

Inzwischen ist sie gestorben.

Im Krankenhaus hatte man sie ruhig gestellt, das hat sie nicht vertragen und in einer Nacht hatte sie dann einen Blutsurz, der nicht gleich entdeckt wurde.
Sie hat nicht gelitten, sagte man mir.

So viel zu meinen Erfahrungen.

Liebe Grüße
Rota
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Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

ADHS bei Senioren

Wildaster ist gerade online
Beiträge: 5.642
Seit: 18.03.12
Hallo Moehnchen,

ein Thema was immer aktueller wird und trotzdem findet man dazu wenig Literatur.
Da ich viel in einem Pflegeheim bin, beobachte ich,dass die Hyperaktivität bei älteren Menschen typisch ist.
ADHS im Alter ist ein großes Problem,da die Betroffenen oft sehr uneinsichtig sind und keine Hilfe annehmen.
Das Schlimme ist,das ADHS oft im Alter verwechselt wird mit Demenz oder Alzheimer.

Mein Vati lebte 7 Jahre in einem Pflegeheim und er war Hyperaktivität.Er lief wenn ich nicht da war, den Flur stundenlang rauf und runter und hatte keine Ruhe beim Sitzen.Zwang man ihn zur Mittagsruhe oder schimpfte man ihn in der Nacht aus,wurde er ungehalten und aggressiv.

Wenn ich da war ging ich viel mit ihm spazieren und die vielen Eindrücke machten ihn dann ruhiger und müder.
Ich ließ ihn nicht ruhigstellen,denn es ging ihm körperlich gut.Es war nur für sein Umfeld sehr anstrengend und oft schwierig.
Eine Diagnose wurde nicht erstellt ,er hätte eine große Abneigung gegen Ärzte und KH.
Er wurde damit gut 93 Jahre alt.

Ich habe irgendwo gelesen,dass ADHS vereinzelt mit Alzheimermedikamenten behandelt wurde.

Diese Symptome einer ADHS hatten sich erst im hohen Alter bei meinem Vati eingestellt.
Alles Gute für Euchwünscht Wildaster
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Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

ADHS bei Senioren

Moehnchen ist offline
Themenstarter Beiträge: 159
Seit: 10.07.11
Hallo Rota,

die Geschichte, die Du schilderst, ist genau die, die ich meine. Genau so. Hattest Du noch andere Möglichkeiten als Hopfen und Baldrian? Es geht beileibe nicht um ruhigstellen, aber es ist, Du wirst es wissen, extrem anstrengend, wenn jemand ständig Wutanfälle bekommt (übrigens nicht nur im Alter, die haben schon seit jeher bestanden) und immer einen Schuldigen sucht, wenn was schief gegangen ist. Meine Oma sagte von ihrer Tochter sie wäre "eigensinnig", eine etwas andere Umschreibung halt.

Wenn ich die Tochter einer Freundin dagegen betrachte, habe ich genau das gleiche Phänomen 75 Jahre jünger halt, aber die Symptome sind die gleichen.

Es stimmt auch absolut, dass es möglichst wenig Reize geben sollte. Aber das lässt sich leider nicht immer vermeiden. Sie ist natürlich auch zunächst auf Alzheimer und Demenz untersucht worden, aber dem war nicht so, womit ich auch nie gerechnet hatte. Sobald nämlich Ruhe da ist, funktioniert das Gedächtnis hervorragend, entstehen zu viele Reize oder zuviel an Stress, wird sie prompt vergesslicher.

Hat jemand noch eine Idee, was man machen kann? Sie war einmal bei einer netten Ärztin, die mit ihr eine Psychotherapie machen wollte - aber, was soll man mit der schon besprechen? Ich hab doch nichts und die hat ja auch keine Ahnung.

Danke für weitere Tipps.

ADHS bei Senioren

Moehnchen ist offline
Themenstarter Beiträge: 159
Seit: 10.07.11
Liebe Wildaster,

Du hast auch mit Deiner Beschreibung absolut recht. Ich kenne das mit der Rumrennerei auch (allerdings nicht Seniorenheim). Ein Teller ist leer, sofort aufgestanden, weggebracht. Inhalt vom Topf auf den Teller, sofort muss wieder geräumt und gekramt werden.
Und was ich auch beobachte - möglichst wenig in fremde Räumlichkeiten - macht nervös. Möglichst nicht viele Leute um sich herum - macht auch nervös.

Ich bin auch weiter für Tipps dankbar und es beruhigt mich, dass es woanders auch auftritt. Hab mich lange Jahre total alleine damit gefühlt. Vor allem immer diese Besserwisserei...

ADHS bei Senioren

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.201
Seit: 26.07.09
Hallo in die kleine Runde hier,

ich habe den Eindruck, ohne das allzu konkret sagen zu können, dass man erst einmal versuchen sollte, so eine Diagnose wie ADHS klarer zu fassen, bzw. auch abzugrenzen zu vielleicht (ganz) anderen Problemen bei Erwachsenen, und hier bei Senioren (ab welchem Alter?) speziell. Denn genau das wird ja auch im Hinblick auf Kinder und Jugendliche bemängelt, dass teilweise viel zu schnell so eine Diagnose gestellt oder auch vermutet, behauptet, und dann sogar mit Medikamenten behandelt wird. Beim älteren Erwachsenen kommen ja vielleicht lebensbedingt noch andere mögliche Ursachen, Hintergründe dazu. Oder?


Liebe Grüße

Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

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Wildaster ist gerade online
Beiträge: 5.642
Seit: 18.03.12
Guten Morgen

ich habe das im Internet gefunden und könnte es nicht besser erklären.
Leider kann ich es nicht verlinken!

Zitat
ADHS bei Senioren

Auch bei Personen die 60 Jahre und älter sind,können noch Zeichen einer bevorstehenden ADHS angetroffen werden.
Das subjekte Leiden der Senioren bezieht sich interessanter Weise weniger auf die Einschränkung der Aufmerksamkeit als auf das Phänomen aus dem Bereich der Impulsivität und Hyperaktivität.
Durch diese Störungsmuster werden vor allem die unmittelbaren Bedingungen im engen persönlichen und sozialen Umfeld und die allgemeinen sozialen Interaktionen belastet.

Das die Störung der Aufmerksamkeit und die Phänomene der Desorganisation bei betroffenen Senioren weniger deutlich gesichtet werden,hängt wahrscheinlich damit zusammen,dass die Senioren in der Regel aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind und so den Anforderungen an Ruhe,Ausdauer und Konzentration deutlich weniger vorhanden sind als bei Schülern oder Berufstätige.
Damit wird ein mögliches chronisches Konflktfeld entschärft.

ENDE

Alles von uns erlebt oder beobachtet,der seine Familienangehörige pflegt oder betreut.
Natürlich hast du Recht Gerd ,dass noch andere Ursachen und Hintergründe dahinterstecken können,aber die wurden dann auch abgeklärt,schon im Interesse unserer Lieben.

Liebes Moehnchen

oft denkt man,dass man ganz allein mit seinem Problem dasteht und hört man sich um,ist man erstaunt,dass es nicht so ist.
Dann kommt noch das Gefühl hinzu,dass man es nicht richtig macht und auch die eigene Überlastung.
Ich habe großen Respekt vor den Menschen,die ihre Angehörigen selbst pflegen.Gerade ich kann mir vorstellen,was damit verbunden ist.

Darum Moehnchenwünsche ich dir von ganzem Herzen liebe Menschen die dich unterstützen und viel viel Kraft.

Liebe Grüße von Wildaster
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

ADHS bei Senioren

kari ist offline
Moderatorin
Beiträge: 3.111
Seit: 16.05.07
Hallo

ich denke, es wird einfach das Thema Rastlosigkeit/ Überaktivität/Agitiertheit im hohen Alter angesprochen?

Leiider habe ich keinen Tip, Moehnchen.
Jedoch beobachte(te) ich dieses Phänomen auch bei meinen Hunden, als sie sehr alt wurden (18 J.). Und ich bin interessiert daran, herauszufinden, was die Ursache dafür ist.

Die wichtigsten Sinne völlig eingeschränkt, wie Blindheit und Taubheit, wurden sie immer ruheloser sobald sie nicht mehr in der Wohnung waren. Der eine mußte nach einem leichten Schlaganfall auch nachts immer aufstehen und mindestens eine halbe Stunde herumlaufen. Der andere (jetzt 18,5 Jahre) geht noch ganz normal an der Leine und schnüffelt interessiert, aber sobald man länger stehen bleibt, fängt er an, endlos im Kreis zu gehen und ist völlig beunruhigt.
__________________
LG - kari

ADHS bei Senioren

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.201
Seit: 26.07.09
. . . das Zitat stammt vermutlich von dieser Seite:

ADHS im Seniorenalter


Gerd
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ADHS bei Senioren

Kullerkugel ist offline
Beiträge: 6.671
Seit: 01.06.10
Hallo ,

ich denke, auch bei diesen Beobachtungen und Beschwerden kann viel über eine gute Ernährung erreicht werden.
Zu viel Zucker macht Unruhig. Das funktioniert bei jungen Zappelphilips wie bei alten Leutchen.
Wer die Möglichkeit hat , sollte es einmal beobachten, welche "beruhigende" Wirkung eine eiweissreiche Ernährung bei den Betroffenen hat.

Wer mit Marmeladenbrot in den Tag startet, hat vielleicht nicht so die Ruhe weg .....aber Rühreier und Gemüse zum Frühstück machen ausgeglichen und zufrieden.

Wer vor solch drastigen Maßnahmen Angst hat, kann ja mal selber probieren.
__________________
LG K.


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