Unidentifizierbare Probleme in der Magengegend

09.12.11 14:53 #1
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Reset ist offline
Beiträge: 2
Seit: 09.12.11
Guten Tag
Mich beschäftigt nun schon seit Anfang Jahr ein komplexes Problem, für das sich einfach keine Ursache festmachen lässt. Ich war damit nun schon x-mal beim Arzt, aber der findet einfach nichts

Zentrum des Problems ist der Magen oder zumindest der Ort im Körper, wo sich der Magen befindet. Dort verspüre ich ein extrem unangenehmes Gefühl, das sich aber sehr schwer beschreiben lässt. Es ist kein Stechen, kein Brennen und kein Ziehen. Es ist eine Art Druck, aber nicht so, dass der Magen sich gebläht anfühlt, sondern eher auf einen kleinen Punkt gebündelt – und das 24 Stunden am Tag (mit leichten Schwankungen), es hält jeweils über Wochen hinweg an.

Das Problem trat dieses Jahr dreimal auf (März/Mai, August /September und jetzt wieder im Dezember). Zuvor hatte ich nie ähnliche Symptome.

Jedes Mal beginnt es mit einem akut auftretendem sehr heftigem Durchfall, aber immer nur genau einmal, zu Beginn, danach ist der Stuhlgang wieder völlig normal.

Einige Stunden später setzt dann die beschriebene Magensache ein.
Bei den ersten beiden Malen war die Magensache begleitet von einem ständigen leicht fiebrigen Gefühl, ich hatte aber eindeutig kein Fieber. Dieses Gefühl war nie stark, aber dennoch sehr beeinträchtigend im Alltag.
Ich muss auch übermässig oft Rülpsen, habe aber kein Sodbrennen oder saures aufstossen

Beim dritten Mal, wo es nun anfing war es etwas anders:
Erst kam wieder der Durchfall, dann einige Stunden gar nichts. Dann fing urplötzlich mein Herz an extrem stark zu klopfen. Mir wurde schwindelig und kalt und ich musste mich hinlegen. Das hielt etwa zwei Stunden und wurde dann wieder besser.
Am nächsten Morgen ging ich zum Arzt und er hat mich untersucht:
Herzschlag normal, Puls normal, Blutdruck normal – er konnte nichts finden.

Der Herzschlag beim „Anfall“ fühlte sich nicht unrhythmisch an, sondern einfach sehr heftig. Der Arzt meinte, dazu, dies sei eher typisch für eine emotionale Erregung, etwa eine Angstreaktion, als für eine organische Ursache; so etwas hatte ich aber eindeutig nicht.

Einige Stunden später setzte das mit dem Magen wieder ein - und hält immer noch an.
Nur begleitet mich diesmal kein fiebriges Gefühl, sondern eine innere Erregtheit. Nicht mehr so stark wie beim „Anfall“, aber doch in derselben Art.
Es fühlt sich an wie wenn man zuviel Kaffee oder Energy Drink getrunken hat: Ich fühle mich nervös, leicht zittrig und spüre die ganze Zeit über mein Herz klopfen, das macht mich mittlerweile wahnsinnig

Es ist aber auch nicht so, dass ich aufgrund der Magensache emotional aufgewühlt/nervös wäre - und das dann quasi die Folge. Vielmehr scheint es direkt von der Magengegend aus zu kommen.

Ich nehme auf Rat des Arztes hin Protonenpumpenhemmer, also ein Mittel gegen zuviel Magensäure. Das hilft mit zwar etwas, scheint aber nur die Symptome zu dämpfen und nicht das Problem zu lösen.

Gleichzeitig scheinen saure Getränke wie etwa Eistee oder Kaffee aber ebenfalls die Symptome zu lindern.

Das Problem scheint nicht direkt vom Essen beeinflusst werden, d.h. es ist jetzt nicht so, dass es jeweils vor oder nach dem Essen besonders stark wäre. Ab und zu führt der Verzehr bestimmter Dinge, z.B. (backpulverhaltigem?) Kuchen, aber doch zu einer Verstärkung des Problems, wobei ich nicht weiss, ob diese Dinge dann die Ursache sind, oder ich das einfach stärker wahrnehme, weil der Magen sich anstrengen muss mit dem Verdauen.

Beim Arzt wurde schon so ziemlich alles untersucht, was geht:

- Abhören / Abtasten
- Stuhlprobe
- Blutuntersuchung
- Ultraschalluntersuchung
- Magenspiegelung

Nirgends wurde etwas gefunden.


Was ich mittlerweile eher ausschliesse:

- Blähungen - fände ich seltsam, zumal ich auch schon Blähungen hatte, und sich diese ganz anders anfühlten, so habe ich z.B. jetzt kein Vollgefühl und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Blähungen dauerhaft bestehen.
- Milchallergie - Habe ich auch schon vermutet, da zumindest einige Symptome übereinstimmen. Ich weiss nicht, ob sich so etwas mit der Zeit entwickeln kann jedoch habe ich bis jetzt mein ganzes Leben lang Milch in grossen Mengen konsumiert und nie Probleme gehabt. Hinzu kommt, dass ich meine Ernährungsweise ohnehin beibehalten habe und es ja trotzdem zeitweise verschwand.
- Unter Stress stehe ich nicht.
- Psychische Probleme habe ich zwar ab und zu, jedoch nichts, was ich mit dem Zeitpunkt des Auftretens in Zusammenhang stellen kann.
- Zahnpasta / Fluoridempfindlichkeit - kann es nicht sein, da ich mittlerweile keine fluoridhaltige Zahnpasta mehr benutze, das Problem aber dennoch wieder auftrat.
- Vitamin B12 Mangel - gemäss Blutuntersuchung nicht der Fall und laut Arzt unwahrscheinlich, da ich oft Fleisch esse.
- Zu fettiges Essen → Galle - eher unwahrscheinlich, da gemäss Ultraschall mit den Organen alles i.O. ist.
- Anstatt zu viel Magensäure zu wenig Magensäure – gemäss Arzt total unwahrscheinlich und durch den Magensäurehemmer wird es ja eher besser.

Hätte jemand eine Idee?

Danke & Gruss,
Reset


Unidentifizierbare Probleme in der Magengegend

bestnews ist offline
Beiträge: 5.702
Seit: 21.05.11
Hallo Reset,
belies Dich mal über Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die werden häufig nicht erkannt. Ich schätze Dein Arzt gehört zu den Ahnungslosen oder aber er glaubt da nicht dran....Solls geben.
Es gibt die Histaminintoleranz, die Laktoseintoleranz, die Fruktoseintoleranz, die Glutenintoleranz, die stärkste davon ist die Zöliakie. die Milcheiweissintoleranz.
Du musst weder während noch nach dem Essen die Folgen zu spüren bekommen und die müssen dann auch nicht auf Magen-Darm beschränkt sein.
Die Palette dessen, was einen dann überkommen kann, kannst Du an den Symptomen der Histaminintoleranz erfassen, bei Gluten ist es ähnlich, schau mal hier:

HISTAMIN-INTOLERANZ > Symptome

Bei Dir sollte meiner Meinung nach alles von einem guten Allergologen ausgetestet werden.
Dein Arzt ist da mit Sicherheit nicht der richtige Ansprechpartner.

Ich und mein Onkel sind Jahrzehnte mit derartigen Problemen herum gelaufen und hatte grosse gesundheitliche Probelme deswegen und kein Arzt hat irgendwas kapiert.
Ich muss dazu sagen, ich bin Dialysepatientin (Gluten kommt ausl mögliche Ursache in Frage) und sehe nun wirklich dauernd meine Ärzte. Ich bilde sie weiter in diesen Bereichen....

Mit den Tests ist aber unter Umständen auch noch nicht alles klar, manche Tests birngen falsch negative Ergebnisse zu stande.
Dann muss man selber testen,indem man z.B. strikt über einen längeren Zeitraum Gluten meidet!

Alles Gute.

PS: Ich las nun bereits von der Histaminintoleranz und auch von der Glutenproblematik, dass 80 bis 90 Prozent der Erkrankten nichts von ihrem zweifelhaften Glück wissen.....Mit dem Gluten stand das sogar im AOK Magazin.

Unidentifizierbare Probleme in der Magengegend

Forgeron ist offline
Beiträge: 1.085
Seit: 11.02.07
Hallo Reset,

falls Sie den Protonenpumpenhemmer schon längere Zeit (über 4 Wochen) einnehmen, sollten Sie dies kritisch überprüfen, weil damit nicht nur Magensäure, sondern auch andere wichtige Erfordernisse lahm gelegt werden.

Es fragt sich auch, welche Parameter bei der Stuhluntersuchung angelegt wurden; auch solche, um Pankreasinsuffizienz auszuschließen? Besteht evtl. ein Gallensäureverlustsyndrom?

Gruß
Kurt Schmidt

Unidentifizierbare Probleme in der Magengegend

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Reset,

nur als ERgänzung: die Allergien sollten vom Allergologen ausgetestet werden. Oft kennt der sich aber mit den Intoleranzen nicht aus. Die entsprechenden Tests macht eher ein Gastroenterologe. Am besten kannst Du sie selbst durch eine Eliminationsdiät austesten, wenigstens was Histamin und Gluten angeht.

Grüsse,
Oregano

Unidentifizierbare Probleme in der Magengegend

bestnews ist offline
Beiträge: 5.702
Seit: 21.05.11
Hallo Oregano,
man kann auch die Milcheiweissunverträglichkeit durch Auslassen selbst austesten, so meine Erfahrung.
Nach Dr. med. Axel Bolland kommt der, der mit der Milchprodukten ein Problem hat, wenn er die Auslassdiät macht in einen Entzug.
Das Milcheiweiss kann, wenn es nicht verdaut wird Morphine bilden im Magen...
Der (körperliche) Entzug ist mir dadurch erklärbar, man war eben auf Droge....
Bei mir war es so, dass ich mental ein paar Tage mies drauf war und beim Klavierspielen liefen mir die Finger fast weg.
Zudem kamen und gingen alte Exzeme bei mir innnerhalb von 14 Tagen.

Eine Freundin von mir wurde so traurig, dass sie abgebrochen hat.

Nach Bolland sind übrigens klar die Personen verdächtig, die meinen ohne Milchprodukte nicht leben zu können.....

Meine persönliche Meinung , keiner verträgt die Milch als Paket wirklich. Die Milch ist für das Kalb bestimmt, genau wie die Muttermilch für das Baby.
Milch ist kein Nahrungsmittel, bestenfalls ein Genussmittel.....
Zitat eines Professors, der sich 40 Jahre mit dem Thema Milch beschäftigte:
"Milch ist ein unnützes, auf Dauer gesundheitsschädliches Nahrungsmittel."
Nachzulesen in "Milch besser nicht" von Maria Rollinger.

Alles Gute.

Unidentifizierbare Probleme in der Magengegend

Reset ist offline
Themenstarter Beiträge: 2
Seit: 09.12.11
Besten Dank für die diversen Ansätze!

In Richtung Allergien hatte ich bis jetzt noch nicht soviel überlegt, ich werde nun mal den erwähnten Problemquellen nachgehen, vielleicht lässt sich da ja etwas festmachen.

Unidentifizierbare Probleme in der Magengegend

bestnews ist offline
Beiträge: 5.702
Seit: 21.05.11
Hallo Reset,
es muss aber ein Unterschied gemacht werden zwischen Allergien und Unverträglichkeiten. Wer hier unterscheidet spricht von Unverträglichkeiten dann, wenn etwas Milch z.B. vertragen wird im Gegensatz zur Allergie, wo Null angesagt ist! Die Variante der Unverträglichkeit wird von den Schulmedizinern soweit ich weiss kaum beachtet, sie macht aber auch krank.

Schönen Tag.


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