Borreliose oder Amalgam-Vergiftung?

22.08.07 01:05 #1
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maxlohnee ist offline
Beiträge: 83
Seit: 21.08.07
Hier noch einige Ergänzungen:

Julia hatte vor ca. 5 Jahren einen Zeckenstich mit anschließender Wanderröte
und daraufhin eine 10 tägige Behandlung mit Antibiotika.
Vor 1 Jahr hatte sie ebenfalls einen Zeckenstich, aber diesmal ohne Wanderröte.
Ihre Blutwerte bzgl. Borreliose: Elisa 340 (Norm 200)
Westernblot: Bande 39 u. 41
Bartonellen-Befund
Das Labor u. der Arzt sind sich nicht sicher, ob diese Werte auf eine "alte" und
evtl. schon ausgeheilte Borreliose-Infektion oder auf eine akute Infektion
hinweisen.

Julia wurde im Januar 4 Wochen mit Zithromax oral, im April im 30 Infusionen
Doxycyclin und im Juni 28 Tage mit Rocephin intravenös behandelt.
Eine Veränderung ihrer Symptome trat bei keiner dieser Behandlungen auf.

Julia hat alle Arten von Lebensmittel-Unverträglichkeiten: Gluten / Lactose /
Milch / Ei / Soja / Fructose

Sie ist 14 Jahre und sehr zierlich = 1,50 mtr. groß und nur 34 kg. schwer

Können hier Stoffwechsel-Probleme eine Rolle für ihre jetzigen Beschwerden
verantwortlich sein.

Sollte man einen DMPS-Test wg. Schwermetall-Vergiftung in Betracht ziehen?

Das schlimmste ist dieses kribbeln und Eisbeutel-Gefühl im Rücken und die
Kälte die von hier aus überall hin ausstrahlt.

Berührt Julia einen kalten Gegenstand =wie z.B. Metall... wird das kribbeln
und Taubheitsgefühl an der Hand und im ganzen Arm noch viel schlimmer.
Selbst wenn sie einen von 4 Pullovern, die sie immer trägt kurz auszieht,
wird ihr "eisiges" Gefühl noch schlimmer.
Und seit ein paar Tagen knacken und schmerzen die Gelenke (Ellbogen /Knie..)

Hat noch jemand Ratschläge?

Bitte melden



Meine 14 jährige Tochter Julia wurde seit Januar insgesamt 3 x mit Antibiotika
= 1 x oral und 2 x intravenös auf Neuroborreliose behandelt. Bisher ohne
Erfolg. Zu den Symptomen gehören: starkes kribbeln und "Eisblock-Gefühl"
im Rücken. Empfindungsstörungen / Schwindel / Lichtscheu / frieren und
frösteln / Wadenkrämpfe / Knacken und Schmerzen in den Gelenken. Julia trägt selbst bei warmen Wetter viele Anziehklamotten übereinander, damit die innere Kälte (Eisbeutel-Gefühl im Rücken..) nicht noch schlimmer wird.
Julia hatte von Kleinkind an immer schlechte Zähne und jeder zweite Milchzahn
hatte eine Amalgam-Füllung. Sie hatte auch vorübergehend eine Silber-Krone
auf einem Zahn. Zur Zeit hat Julia noch 2 Amalgamfüllungen.
Bitte teilt mir doch eure Meinung mit, ob die Ursache für die vielen Symptome
evtl. mit dem Amalgam in den Zähnen zu tun haben kann.

Geändert von maxlohnee (22.08.07 um 09:48 Uhr) Grund: Ergänzung der Symptome / Behandlung

Borreliose oder Amalgam-Vergiftung??

margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Hallo Maxlohnee,

man denkt als Laie bei solchen Symptomen schnell an Borreliose oder an Amalgam (das hatte ich bei mir früher auch mal als Ursache für meine Beschwerden vermutet, bin aber inzwischen anderer Meinung).

Wurde denn die Borreliose im Blut eindeutig nachgewiesen vor der Behandlung?

Leider hast Du nicht geschrieben, ob Deine Tochter evtl. auch Auffälligkeiten bei Blutwerten hat und wie lange sie die Beschwerden schon hat.
Wenn ich mir die genannten Symptome so ansehe, fällt mir auf, dass Du Wadenkrämpfe nennst, was auf einen Magnesiummangel schließen läßt. Magnesiummangel wiederum entsteht bei Stoffwechselstörungen.
Auch Lichtscheuheit kann auf eine Stoffwechselstörung, z. B. Mangel an Vitamin A hindeuten, auch auf trockene Augen, was wiederum rheumatische Ursachen haben kann...

Könnte es sein, dass Deine Tochter sehr schlank ist? Würde zu meiner Vermutung passen.

Meiner Meinung nach verträgt ein gesunder Mensch auch Amalgam und nur wenn ein Mensch ein anderes (Stoffwechsel)-Problem hat, halte ich es für möglich, dass er auch auf Amalgam empfindlich ist. Aber dann wäre die erste Überlegung, das andere Problem zu bekämpfen.
Es gibt ja viele Menschen, die Amalgam vertragen, eben weil sie ansonsten gesund sind.
Daher würde ich eher fragen, hat Deine Tochter evtl. ein Stoffwechselproblem. Dazu müßte man allerdings noch etwas mehr über Deine Tochter erfahren und evtl. darüber, ob es in der Familie gehäuft bestimmte Krankheiten gibt.

Es gibt sicher einige Erkrankungen, zu denen die Beschwerden Deiner Tochter passen könnten.

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Borreliose oder Amalgam-Vergiftung??

Mungg ist offline
Beiträge: 1.432
Seit: 07.05.06
Therapieresistente Borreliosen sind entweder keine Borreliosen oder es sind noch Co-Infektionen vorhanden. Je nachdem, welche Antibiotika deine Tocher erhalten hat, werden nicht alle Erreger abgedeckt. Evtl. bringt ein Wechsel des Antibiotikum was.

Ich empfehle euch, einen von der Selbsthilfe empfohlenen Spezi aufzusuchen. Leider testen auch die nicht alle auf Co-Infektionen.

Borreliose oder Amalgam-Vergiftung?

Anne S. ist offline
Beiträge: 4.240
Seit: 28.03.05
Hallo maxlohnee,

warst Du mit deiner Tochter schon bei einem Umweltmediziner?

Ob deine Tochter Probleme mit der Entgiftung des Amalgam hat, würde sich bei Untersuchungen der Glutathion-S-Transferasen zeigen.
Auch ein Allergietest auf Metalle, wie der LTT oder Epikutan-Test wäre eine Möglichkeit um abzuklären, in wie weit Amalgam für die Beschwerden verantwortlich sein können.

Dein Beitrag ist mir vor allem aufgefallen, bezüglich des "Eisbeutel-Gefühl-im Rücken".
Genau diese Symptome kenne ich nur zu gut.
Gerade diese Woche habe ich mit mit einer Betroffenen hier aus dem Forum über die Symptome des Amalgam unterhalten. Sie hat mir auch von diesem "Eisbeutel-Gefühl" berichtet.
Ich habe es ihr so geschildert.
Bei mir ist es immer so, als drücke man mir einen Kühlakku am Rücken zwischen die Schulterblätter. In der Lunge hatte ich dann ein unheimliches Kältegefühl.
Diese Symptome sind bei mir zum Glück inzwischen fast vollständig verschwunden.

Oft kommt zu einer Amalgambelastung die Borreliose hinzu.
Gerade bei einer Amalgambelastung ist eine Borreliose schlecht in den Griff zu bekommen.

Da deine Tochter erst 14 Jahre alt ist finde ich es ein Verbrechen, dass ihr in die Milchzähne noch Amalgam gestopft wurde. Der Kiefer ist damit unter Umständen schon geschädigt.Spätestens seit Ende der 90er Jahre hat definitiv jeder Zahnarzt von der Amalgamproblematik gewusst.
Schwangeren und Kindern sollte spätesten ab diesem Zeitpunkt kein Amalgam mehr verlegt werden.

Ich würde auch ein Kieferpanoramabild anfertigen lassen und dies von einen erfahrenen Spezialisten befunden lassen.

Liebe Grüße
Anne S.

Borreliose oder Amalgam-Vergiftung??

maxlohnee ist offline
Themenstarter Beiträge: 83
Seit: 21.08.07
Hallo margie,

Hier noch einige Ergänzungen:

Julia hatte vor ca. 5 Jahren einen Zeckenstich mit anschließender Wanderröte
und daraufhin eine 10 tägige Behandlung mit Antibiotika.
Vor 1 Jahr hatte sie ebenfalls einen Zeckenstich, aber diesmal ohne Wanderröte.
Ihre Blutwerte bzgl. Borreliose: Elisa 340 (Norm 200)
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Julia wurde im Januar 4 Wochen mit Zithromax oral, im April im 30 Infusionen
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Eine Veränderung ihrer Symptome trat bei keiner dieser Behandlungen auf.

Julia hat alle Arten von Lebensmittel-Unverträglichkeiten: Gluten / Lactose /
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Sie ist 14 Jahre und sehr zierlich = 1,50 mtr. groß und nur 34 kg. schwer

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Sollte man einen DMPS-Test wg. Schwermetall-Vergiftung in Betracht ziehen?

Das schlimmste ist dieses kribbeln und Eisbeutel-Gefühl im Rücken und die
Kälte die von hier aus überall hin ausstrahlt.

Berührt Julia einen kalten Gegenstand =wie z.B. Metall... wird das kribbeln
und Taubheitsgefühl an der Hand und im ganzen Arm noch viel schlimmer.
Selbst wenn sie einen von 4 Pullovern, die sie immer trägt kurz auszieht,
wird ihr "eisiges" Gefühl noch schlimmer.
Und seit ein paar Tagen knacken und schmerzen die Gelenke (Ellbogen /Knie..)

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Borreliose oder Amalgam-Vergiftung?

margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Hallo Maxlohnee,

also ich würde nicht an ein separates Amalgamproblem glauben. Ich kann mir eher vorstellen, dass Deine Tochter ein Problem mit einer Stoffwechselstörung hat und wenn sie so etwas hat, dann ist natürlich jedes Gift zuviel, also evtl. auch Amalgam.
Ich selbst war vor 11 Jahren voll auf der "Schiene" Amalgamvergiftung, aber auch noch 10 Jahre nachdem mir die Füllungen entfernt worden waren, ging es mir immer schlechter und ich dachte mir dabei, das kann nicht alles sein, denn irgendwann sollten die Verschlechterungen des Gesundheitszustandes aufhören.
Ich ließ mich später auf eine Borreliose untersuchen, da ich so ca. 1988 sehr lange einen roten Fleck an der Wade hatte, der den Bildern der Wanderröte ähnlich sah.
Doch die Blutwerte waren auch nicht so richtig positiv und auch nicht ganz negativ. Auf Antibiotika hatte ich keine dauerhaften Verbesserungen.

Ca. 2003 las ich etwas von M. Wilson, das ist die Kupferspeicherkrankheit (eine genetisch bedingte Krankheit der Leber, die Kupfer nicht ausscheiden kann), die alle Symptome einer Schwermetallvergiftung aufweist und diese Symptome hatte ich ja schon zu der Zeit, als ich das Amalgam verdächtigte.
Ich werde -nach einer Leberbiopsie in 2004- nun seit ca. 2,5 Jahren auf diese Krankheit behandelt und habe erste Erfolge insoweit, als meine Gleichgewichtsstörungen und der Schwindel deutlich besser wurden, ja nahezu fast weg sind.
Auch ich fror früher stets wahnsinnig. Im Bett hatte ich auch im Sommer nur langärmelige Schlafanzüge an und neben dem Daunenbett noch eine dicke Frotteedecke. Das hat sich inzwischen sehr geändert, nun schwitze ich viel leichter und weiß nun nicht, ob dies normal ist, weil ich es von früher her anders kenne.

Ich will nun nicht behaupten, dass Deine Tochter auch diese Krankheit hat (sie ist ja relativ selten), wenngleich die Symptome bei M. Wilson möglich sind (M. Wilson kann alle denkbaren neurologischen Störungen machen, ebenso psychische Störungen, eben alles, was man bei einer Schwermetallvergiftung haben kann). Wegen M. Wilson siehe unter der Rubrik "Morbus Wilson".

Doch gibt es eine Reihe von anderen Stoffwechselstörungen, bei denen sicher auch derartige Beschwerden denkbar sind, bei denen ich mich wiederum nicht auskenne.
Daher rate ich zu Internisten zu gehen, wobei man evtl. mehrgleisig fahren sollte.
Ich würde Endokrinologen aufsuchen, das sind Hormonspezialisten, die sich gut mit Stoffwechselstörungen auskennen, auch würde ich zum Gastroenterologen, zum Neurologen und auch noch zum Rheumatologen/Immunologen gehen. In diesen Fachgebieten würde ich eine Störung bei Deiner Tochter vermuten.

Evtl. können derartige Störungen auch bei Viruserkrankungen vorkommen, wurde denn FSME mal im Blut ausgeschlossen?
Da wäre der Immunologe sicher eine gute Empfehlung.

Wenn der DMPS-Test gemacht werden sollte, rate ich auf jeden Fall Kupfer mitbestimmen zu lassen.
Sollte eine Untersuchung auf M. Wilson in Betracht gezogen werden, würde ich den Test erst später machen, denn die Mobilisation der Metalle beim DMPS-Test reduziert die leicht mobilisierbaren Metalle und könnte bei der Wilson-Diagnostik zu Verfälschungen führen.

Da Deine Tochter wenig wiegt, spricht meiner Meinung einiges für ein Stoffwechselproblem. Ich vermute, dass sie aufgrund der Unverträglichkeiten nicht alle Nährstoffe aufnimmt, dass sie evtl. einen Vitamin A-Mangel hat (<-lichtscheu), einen Magnesiummangel (<-Wadenkrämpfe) und wohl noch andere Mangelerscheinungen. Diese lassen sich im Blut evtl. feststellen, wobei man auch bei Werten im unteren Normbereich meiner Meinung nach den Nährstoff einnehmen sollte.

Übrigens: Vitamin-A-Mangel und Magnesiummangel habe ich ziemlich stark, bei Vitamin-A-Mangel ist auch ein Zinkmangel denkbar, denn um Vitamin A aufzunehmen, benötigt der Körper Zink (Bei Zinkmangel wiederum kommt es zu einem Kupferüberschuss oder umgekehrt, falls ein Kupferüberschuss wie bei meiner Krankheit besteht, entsteht ein Zinkmangel. Beides sind Gegenspieler, d. h. Kupfer verdrängt Zink und Zink verdrängt Kupfer. Allerdings sagen Kupferwerte im Serum nicht viel über den tatsächlichen Kupferbestand im Körper aus, das ist eine Wissenschaft für sich).


Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Borreliose oder Amalgam-Vergiftung?
Silvia P
Hallo max,

ich denke Deine Tochter hat bestimmt eine Stoffwechselstörung und sehr wahrscheinlich Amalgambedingt.

Schwermetalle lagern sich bevorzugt im fettreichen Gewebe ein. Das Gehirn ist sehr fettreich. Da Deine Tochter sehr schlank ist wandert alles ins Nervengewebe. Die könnte auch die neurologischen Syptome erklären ( Lichtscheu ect.).

Auch ist eine Borreliose oft kombiniert mit einer Schwermetallbelastung.
Ich hab z. B. trotz Antibiotikatherapie auch immer grenzwertige Befunde.

Wurde bei Deiner Tochter schon nach Autoantikörper gesucht? Wenn nicht würde ich das baldmöglichst tun.

Bin der gleichen Meinung wie Anne S.: Laß ein OPG von einem erfahrenen Spezialisten befunden.

Liebe Grüsse

Silvia

Borreliose oder Amalgam-Vergiftung?

Anne S. ist offline
Beiträge: 4.240
Seit: 28.03.05
Hallo maxlohnee,


Sie ist 14 Jahre und sehr zierlich = 1,50 mtr. groß und nur 34 kg. schwer
Wenn die Größe nicht familiär bedingt ist, könnte auch die Schilddrüse nicht richtig funktionieren. Schilddrüsenunterfunktion führt zu einem verminderten Wachstum.

Liebe Grüße
Anne S.

Borreliose oder Amalgam-Vergiftung?

Mungg ist offline
Beiträge: 1.432
Seit: 07.05.06
Therapie der persistierenden Borreliose:
http://www.zigann.net/downloads/hs_therapie.pdf

Symptomvielfalt bei der persistierenden Borreliose:
http://www.zigann.net/downloads/hs_symptomvielfalt.pdf

Die Bartonellen-Geschichte würde ich persönlich nicht verdrängen. Meine Spezi ist der Meinung, dass meine quälenden Gefühlsstörungen daher kommen. Behandelt wurde das bei mir mit Levofloxacin. Achtung! Levofloxacin kann als Nebenwirkung zum Achillessehnenriss führen.

Borreliose oder Amalgam-Vergiftung?
Lukas
Zitat von Anne S. Beitrag anzeigen
Schilddrüsenunterfunktion führt zu einem verminderten Wachstum.

... und zu einem Kältegefühl, dass man im Hochsommer die Heizung anschaltet und im Winter seinen halb erforenen Körper nicht mehr spürt. Kann ein Lied davon singen.

Und Schilddrüsenerkrankungen (oft auch unentdeckt) sind bei Amalgamträgern leider fast die Regel.

Grüße
Lukas


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