Kann LThyroxin-Einnahme mit Zehenarthrose -Schmerzen zusammenhängen?

13.08.11 13:30 #1
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Arosa ist offline
Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Hallo miteinander,
vielleicht kann ich hier eine Idee bekommen zu meinem gerade zentralen Gesundheitsproblem...

Seit ca. 3 Monaten habe ich angefangen, L-Thyroxin zu nehmen wegen Hashimoto, TSH-Wert eher grenzwertig, zw.3,8 und 5,8, eigentlich schon seit 20 Jahren.
Tabletten habe ich nicht vertragen, mit Tropfen-Einstieg hat es geklappt.

Jetzt habe ich jedoch fast gleichzeitig Schmerzen an meinen beiden 4. Zehen bekommen, die sind beide angeboren krumm, haben Arthrose, machten jedoch NIE Probleme. Jetzt wurde der rechte so schlimm, dass ich kaum gehen konnte.

Ich fing an zu experimentieren mit L-Thyroxin, habe das wieder weg gelassen.
Irgendwann wurde der Zeh wieder besser.
Wieder LT genommen, Zeh tat nach einigen Stunden auffallend weh, der Schmerz verging aber nach einigen Tagen wieder.
Nach ca. 2 Wochen probierte ich wieder die LT-Einnahme - am nächsten Tag wurde der Schmerz wieder schlimm und hält bis jetzt an.

Ich bin total ratlos und in der Zwickmühle.
Von 4 Ärzten sagten 3, das könne nicht sein, dass das zusammenhängt. Einer, Internist und Rheumatologe, konnte sich vorstellen, dass das LT ja Stoffwechselprozesse anheizt, im positiven Sinn, und so auch ruhende Probelmbereiche, Arthrosen, aktivieren kann. Ich finde das auch logisch.
Eine Lösung wusste er nicht.
Laut Studien ist tatsächlich auch erwiesen, dass Calcium-Kristalle aus Zehengelenken ausgeschieden werden können durch die LT-Medikation (ziemlich laienhaft ausgedrückt, habe aber den link nicht parat.)

Ich weiß v.a. nicht, was tun: Egal, wie ich´s mache, ist es falsch...

Wäre toll, wenn jemand eine Idee hätte...
Viele Grüße
Arosa

Kann LThyroxin-Einnahme mit Zehenarthrose -Schmerzen zusammenhängen?

Puttchen ist offline
Beiträge: 1.237
Seit: 08.11.10
Hallo Arosa und willkommen im Forum

Zitat von Arosa
Laut Studien ist tatsächlich auch erwiesen, dass Calcium-Kristalle aus Zehengelenken ausgeschieden werden können durch die LT-Medikation (ziemlich laienhaft ausgedrückt, habe aber den link nicht parat.)
Wäre schön, wenn du den wiederfinden würdest und mal nennst. Ich kann mir das nicht so ganz vorstellen

TSH-Wert eher grenzwertig, zw.3,8 und 5,8, eigentlich schon seit 20 Jahren
Der Wert ist nicht grenzwertig, sondern zeigt schon sehr deutlich eine Unterfunktion an.

Wieder LT genommen, Zeh tat nach einigen Stunden auffallend weh, der Schmerz verging aber nach einigen Tagen wieder.
Nach ca. 2 Wochen probierte ich wieder die LT-Einnahme - am nächsten Tag wurde der Schmerz wieder schlimm und hält bis jetzt an.
Es ist leider nicht klar, wann du wieviel über welchen Zeitraum genommen hast, aber für mich klingt es erstmal nach den bei vielen - und gerade bei denen, die längerfristig in Unterfunktion waren- auftretenden Symptomen, die sich zeigen, wenn der Körper sich langsam wieder auf die bisher fehlenden Hormone einstellt.

Beschreib doch bitte mal genauer, wann was wieviel und wie du dich womit fühltest, also ob es noch andere sonst nicht vorhandenen Symptome/Empfindungen hast. Die freien Werte (fT3 und fT4) sind auch noch interessant dabei.

baba
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Kann LThyroxin-Einnahme mit Zehenarthrose -Schmerzen zusammenhängen?

Arosa ist offline
Themenstarter Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Hallo Puttchen,
und danke für die Antwort.
Diese Sache mit den Kalziumkristallen, die unter LT-Einnahme in die Gelenkflüssigkeit austreten und dann als "Pseudogicht" schmerzhaft auftreten:
Aufsatz: Arthropathien und Immunopathien bei Schilddrüsenfunktionsstörungen, von Dr. Volker Nehls, Rhein.Rheumazentrum Meerbusch.
Ziemlich im letzten Teil
(Sorry, hab nur das Download in meinen Dateien, nicht die Webadresse, aber ich denke, das kommt auch beim Googeln).

Eingenommen habe ich seit ugefähr Mai 2011, zuerst 1 Tropfen (= ca. 5 mikro...., im Laufe von ca.8 Wochen gesteigert auf 4-5 Tropfen. Also Minimaldosis)
Mir ging´s anfangs gut, einfach mehr Lebensleichtigkeit (falls es nicht der Frühling war . Besserer Schlaf, Tinnitus schien leiser zu werden.
Der Zeh tat - wie gesagt - parallel dazu weh, hab das anfangs nicht in Zusammenhang gebracht und sowieso ignoriert ( oft vergehen Schmerzen nach kurzer Zeit von selbst), bis er richtig schlimm wurde und zur Bewegungseinschränkung.
Dann kam auch die sog. "Erstverschlimmerung", d.h. eine unglaubliche Müdigkeit, habe alles im Hashimoto-Forum nachgelesen.

Naja, und irgendwann habe ich - als der Verdacht auf Zusammenhang sich erhärtete - mehr experimentiert.
By the way: ich reagiere oft stark auf Minidosen von Medikamenten, und hier auch.
(Ich habe nur einmal probeweise einen Tropfen zusätzlich mittags genommen, und ich war hellwach bis spät nachts und noch am nächsten Tag, trotz wenig Schlaf.)
Und dann habe ich halt gedacht: Entscheidung zwischen Fastnichtmehrgehenkönnen und Unterfunktionssymptomen ist angesagt, habe LT abgesetzt und nur noch 2x mal Testballons gestartet > Schmerz kam jedes Mal zurück, wenn auch zeitlich unterschiedlich.

Ich weiß auch, dass LT die unterschiedlichsten Altlasten mobilisieren kann. Das mit den Kalziumkristallen ist ja auch eine.
Aber was soll ich denn tun, wenn ich nicht mehr gehen kann?
Viele Grüße
Arosa

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Puttchen ist offline
Beiträge: 1.237
Seit: 08.11.10
Hallo Arosa,

danke für den Titel. Prompt gefunden

Rheumatologisch relevant ist allerdings eine mögliche Auslösung eines Pseudogicht-Anfalls durch eine Erhöhung der L-Thyroxin-Dosis oder durch eine neu begonnen Thyroxin-Substitution: die Kalzium-Kristalle bei der Chondrocalcinose (Kalzium-Pyrophosphat-Kristalle) bleiben solange asymptomatisch, wie sie eingebettet in den Gelenkknorpel vorliegen. Wenn die Kristalle jedoch den Knorpel verlassen und die freie Gelenkflüssigkeit erreichen, tritt die sogenannte Pseudogicht-Attacke auf, d.h. eine schmerzhafte Gelenkentzündung. Die Verlagerung der Kristalle aus dem Knorpel in die freie Gelenkhöhle, im englischsprachigen Schrifttum als “shedding” bezeichnet, ist abhängig vom Gewebedruck innerhalb des Knorpels. Da Schilddrüsenhormon das Knorpelzellwachstum stimuliert, steigt der Druck im Gelenkknorpel und die Kristalle werden, dem Druckgradienten folgend, herausgedrückt und erreichen so die Gelenkflüssigkeit. Dieser mechanistische Vorgang erklärt die klinisch seltene Beobachtung, dass Pseudogicht-Anfälle nach Beginn einer Schilddrüsenhormon- substitution auftreten können. Selbstverständlich kann dieses jedoch kein Grund sein, eine klinisch gebotene Thyroxinersatztherapie einzustellen.
Quelle: Arthropathien und Myopathien bei Schilddrüsenfunktionsstörungen - Dr. Volker Nehls
Hervorhebung von mir

Falls es das ist, was bei dir geschieht, musst du in der Einstellungszeit in der Richtung mitbehandelt werden. Ich weiss leider nicht, wo man da ansetzt oder wielange dieser Prozess dauert, aber eines ist wohl nicht nur deinem Arzt klar: du brauchst Thyroxin.

Kannst du einem deiner Ärzte nicht einfach mal den Schriftsatz geben, damit er sich damit näher befasst und dir helfen kann? Oder, wenn alles nichts fruchtet, schreib doch den Verfasser mal an.

baba
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Kann LThyroxin-Einnahme mit Zehenarthrose -Schmerzen zusammenhängen?

Arosa ist offline
Themenstarter Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Hallo Puttchen,
danke für die schnelle Antwort.
Ja, ich habe das von Dir Hervorgehobene durchaus gesehen. Und ich weiß auch, dass ich LT nehmen müsste.
Die meisten Ärzte gehen nicht gerne den Ideen ihrer Patienten nach, darum habe ich etwas Angst davor. Und man müsste diese "Diagnose" erst mal nachweisen, vielleicht ist es ja noch was anderes.
Und ich fürchte die Antwort der Ärzte: Dann müssen Sie halt Schmerzmittel nehmen!
Soll ich jetzt ein Leben lang Schmerzmittel nehmen? Die vielleicht gar nicht helfen? Zu denen ich Magenschutzmittel nehmen muss? Die auch nur bedingt helfen (weiß ich aus Erfahrung)
Lieber versuche ich mit der Unterfunktion zu leben und kann wenigstens gehen.Jedenfalls jetzt im Moment. Aber im Grunde bin ich ratlos.

Die Idee, diesen Dr. Nehls anzuschreiben, werde ich auf jeden Fall aufgreifen.
Viele Grüße
Arosa

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Puttchen ist offline
Beiträge: 1.237
Seit: 08.11.10
Hallo Arosa

Zitat von Arosa Beitrag anzeigen
Die meisten Ärzte gehen nicht gerne den Ideen ihrer Patienten nach, darum habe ich etwas Angst davor. Und man müsste diese "Diagnose" erst mal nachweisen, vielleicht ist es ja noch was anderes.
Ja, vielleicht ist es etwas anderes, aber das ist genau der Punkt, wo der Arzt tätig werden muss.

Und ich fürchte die Antwort der Ärzte: Dann müssen Sie halt Schmerzmittel nehmen!
Darum sollte es genau abgeklärt werden. Ich kenn mich weder mit Gicht noch mit Pseudogicht aus, aber es wird Menschen geben, die sagen können, ob das ein vorübergehender Zustand ist oder ob das dann immer so wäre. Das wäre sicher eine gute Frage an den Verfasser der Abhandlung.

Lieber versuche ich mit der Unterfunktion zu leben und kann wenigstens gehen.
Das geht nicht lange gut. Bei mir führte die Unterfunktion u.a. zur Bettlägerigkeit.


baba
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Arosa ist offline
Themenstarter Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Hallo Puttchen,
meine Entscheidung in diesem Dilemma heute ist auch keine für's Leben. Ich werde sie jeden Tag neu treffen müssen, und wenn die Unterfunktion schlimmer wird als der Zehenschmerz, wird sie anders ausfallen.
Grüße von
Arosa


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