Körperlich oder psychisch?

12.08.11 11:35 #1
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Nic086 ist offline
Beiträge: 3
Seit: 12.08.11
... Hallo zusammen,

der Titel des Forums passt ja schon mal perfekt, denn darüber, mach ich mir seit einigen Wochen vermehrt Gedanken ...

Ich bin weiblich und 24 Jahre alt. Ich arbeite seit einigen Jahren in Frankfurt am Main, seit letztem Jahr wohne ich auch mitten in der City, allerdings in einer ruhigeren Seitenstraße.

Ich weiß nicht, wo ich so recht anfangen soll, daher erstmal ein paar gesundheitliche Fakten: Hab eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber mit L-Thyroxin 50 seit ich 16 behandelt wird. Die Knoten, die damals diagnostiziert wurden, sind dadurch verschwunden. Am 30. Mai 2011 habe ich Schilddrüse und alle anderen Blutwerte kontrollieren lassen, für die Schilddrüse auch nochmal ein Ultraschall machen lassen und es war alles in Ordnung. Lediglich die Entzündungsparameter in der Schilddrüse waren leicht erhöht, was aber die 2 Ärzte (Hausarzt und speziell einer für die Schilddrüse) nicht beunruhigte, sie meinten, es hinge mit dem Knoten zusammen, die damals mal da waren.

Vielleicht ein paar persönliche Fakten: Hab mich letztes Jahr von meinem Freund getrennt, mit dem ich 5 ½ Jahre zusammen war, bin dann alleine von einer ruhigen Kurstadt nach Frankfurt gezogen, bin mit meinem jetzigen Freund zusammengekommen und er zog zu mir. Die Beziehung ist – würde ich sagen – perfekt. Mein vorheriger Freund wollte nie so recht weggehen, Freunde waren ihm auch nicht wichtig. Wir hockten dann in dieser ruhigen Kurstadt, ohne richtige Freunde und irgendwann wurde mir das zu viel und ich sagte mir, ich bin zu jung, um hier zu versauern … Das war auch im Endeffekt der Grund der Trennung. Als ich dann nach Frankfurt gezogen bin und mit meinem neuen Freund zusammenkam (der so komplett anders ist, was gesellschaftliches Leben angeht), waren wir eigentlich ständig unterwegs, fast jeden Abend haben wir uns mit Freunden getroffen, viele neue Leute kennengelernt, am Wochenende auch mal Party gemacht. Mein Leben kam mir da perfekt vor und ich fühlte mich total wohl. (BTW: bin keine Partymaus … ich trinke wenig Alkohol und nehme auch sonst nichts zu mir (rauche auch nicht), muss auch nicht bis 7 Uhr morgens in der Disco durchtanzen)

Bis da dieser Vorfall war … wo mir letzten Monat am Freitagabend nach einer schlechten Feier der Kreislauf ziemlich versackte und ich, als ich gegen halb zwei zu Hause im Bett war, eine Art Panikattacke hatte … Seitdem leide ich immer wieder unter vermehrter Unruhe, Ungeduld, teilweise habe ich Beklemmungsgefühle bzw. das Gefühl, gar nicht richtig da zu sein. Ich hab dann irgendwie den Drang, die ganze Zeit Laufen / Raus zu müssen, um irgendwie raus zu kommen, weiß aber nicht wohin oder was eigentlich der Hintergrund dessen ist. Mittlerweile ist es so schlimm geworden, dass ich häufiger einen „Rappel“ bekomme, wenn ich in der Bahn oder Bus sitze und der zwischendurch immer mal stehenbleibt bzw. durch Stau etc. nicht vorwärts geht. Ich neigte schon immer zur Ungeduld, war auch schon immer emotional und sensibel und: hatte schon immer ein ungutes Gefühl in Tunneln. Dadurch vermeide ich es seit einiger Zeit, generell s- und u-bahn zu fahren, die damit im Zusammenhang stehen. Als ich letzte Woche mal wieder alleine fahren musste und die S-Bahn im Tunnel stehengeblieben ist, hab ich einen richtigen Anfall bekommen.

Was jetzt aber neu dazugekommen ist, ist, dass ich schon ein ungutes Gefühl habe, nur wenn ich in der Bahn sitze, selbst wenn sie überirdisch fährt. Ich denk dann nur daran "was ist, wenn die jetzt stehenbleibt und ich nicht rauskann" ....Leider trennt meine Familie und mich über 700 km und ich hab kein Auto... auf der letzten Rückfahrt nach Hause, waren die letzten 2 Stunden Zugfahrt die totale Qual für mich, ich wollte einfach nur noch raus .... Das macht mich schon ziemlich fertig, ich bin von öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig, weil ich in einer Großstadt wohne und es auch einfach sein muss.

Gibt es da Mittel, die man akut bei solchen Anfällen nehmen kann? Nehme seit einigen Tagen 3 mal täglich Baldrian, in der Hoffnung, dadurch ruhiger zu werden.

Weil, generell habe ich das Gefühl, in letzter Zeit mich kaum Konzentrieren oder mal abschalten zu können. Wollen mein Freund und ich einen DVD-Abend machen, fällt es mir enorm schwer, den ganzen Film rund um die Uhr zu verfolgen, ohne mal zwischendurch rumzurennen, per Iphone auf Facebook zu schauen etc. Letztens waren bei einer Freundin und wollten DVD schauen und ich hab kurz nach dem Start des Films abgebrochen, weil ich auf einmal ein komisches Gefühl hatte.

Ich hab versucht dann in letzter Zeit kürzer zu treten, also weniger zu unternehmen, weil ich dachte, vielleicht war es in letzter Zeit auch alles zu viel, aber ich weiß nicht, ob das reicht und dann ist da der Gedanke, ob es doch was körperliches sein könnte.

Ich bin im Fitnessstudio angemeldet, um doch einen sportlichen Ausgleich zu haben, aber wenn ich es in 2 Wochen einmal hinschaffe, ist das schon enorm...

Ich hab keinen übermäßigen Stress auf Arbeit und war auch so immer glücklich mit meinem Leben, aber wenn dann so eine beschriebene Situation kommt mit der Beklemmtheit usw., würde ich am Liebsten losheulen.
Wie gesagt, dass ist erst seit einigen Wochen so schlimm, war denn auch mal wieder zwischendurch ganz gut und fängt jetzt wieder an. Ich kann mich kaum noch auf Ereignisse freuen, weil ich mir ständig Gedanken mache, was jetzt wäre, wenn ich da wieder einen Anfall bekomme. Kleinere Psychosen, die ich schon vorher hatte, sind in letzter Zeit immer ausgeprägter, hab ich das Gefühl und ich hab Angst, es könnte immer schlimmer werden. Vielleicht stimmt ja was im Kopf nicht oder es ist hormonell bedingt?

Für meinen Freund und mich steht jetzt bald Urlaub an und danach der Umzug in eine größere Wohnung, alles Faktoren, worauf ich mich eigentlich super freuen müsste, was aber dieses komische körperliche Gefühl im Moment überschattet.

Glaubt ihr, ich müsste nochmal alles durchchecken lassen oder ich hab einfach ein psychisches Problem? Meine Schwester hatte mir gesagt, dass sie bis vor einiger Zeit auch immer totale Probleme hatte, also ein komisches Gefühl, die Angst zu sterben etc … bei ihr war es dann die Schilddrüse, was aber seit der Medikation verschwunden ist. Nun habe ich das ja grad erst kontrolliert lassen oder kann es schon in so kurzer Zeit da wieder zu Schwankungen kommen? Es ist halt komisch, dass es (noch) nicht ständig da ist....

Tut mir Leid, wenn ich jetzt so viel hier geschrieben habe, aber vielleicht kann mir ja doch der ein oder andere einen guten Tipp geben.

Lg, Nicole

Körperlich oder Psychisch?

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
hallo NicO...

Hm... das könnte natürlich einiges sein; und was mich stutzig macht, ist dass es so plötzlich anfing.

was mir auffällt, ist dass Deine SD-Untersuchung anscheinend Entzündungsparamater aufwies - der Arzt aber darauf nicht einging. Wurde ein Ultra- Schall gemacht?

Mich erinnern Deine Symtome an Hashimoto -Thyreoitis; und zwar könntest Du gerade einen Schub haben. Das heitß, dass du in eine Überfunktion geraten bist, was Dich panisch, unruhig etc. werden lässt.

(Vor meiner Diagnose bin ich durch die Welt geeiert, habe mich nicht mehr wiedererkannt, hatte Unruhezustände...)

Also solltest Du Dich vielleicht bei einem Endokrinologen oder Nuklearmediziner nochmals auf das Schilddrüsenproblem (Endzündung) untersuchen lassen...Dir alles Gute mb
__________________
"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

Körperlich oder Psychisch?

Nic086 ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 12.08.11
Hallo monsterbird,

vielen Dank schonmal für die schnelle Antwort ... wenn ich die Symptome einer normalen Unterfunktion, so wie ich sie habe, durchgehe, finde ich einige Parallelen wieder. Allerdings wird die ja behandelt und daher sollten sie ja verschwunden sein, oder?

Den Ultraschall habe ich in der Praxis, wo auch mein Freund arbeitet, machen lassen, war ein spezieller Arzt für Nuklearmedizin. Ich denke also schon, dass ich dem Vertrauen kann. Allerdings werde ich mal meinen Freund bitten, sich bei dem Arzt nochmal schlau zu machen, ob so schnell Schwankungen da sein können und ob das auch mit den Entzündungsparametern zusammenhängen kann. Wahrscheinlich wird es das Beste sein, auch nochmal die Werte kontrollieren zu lassen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Körperlich oder Psychisch?

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Nico,

stell' doch die Werte, die Du aktuell hast, mal hier rein .
Sind denn bei Dir die Entzündungsparameter CRP und Blutsenkung gemacht worden?

Schilddrsenentzndung - Untersuchungen & Diagnose

Grüsse,
Oregano

Körperlich oder Psychisch?

Nachtjäger ist offline
in memoriam
Beiträge: 2.178
Seit: 24.03.08
Hallo Nic,
Was war das für eine "schlechte" Feier ? Hat man Ihnen da vielleicht irgendwas ohne Ihr Wissen verabreicht,was diese Angstzustände verstärkt haben könnte ? ? Oder haben Sie selbst etwas in Richtung Drogen genommen ?

Nochmal die Schilddrüsenwerte zu überprüfen,evtl. als 2.Meinung bei einem anderen Endokrinologen oder Nuklearmediziner hielte auch ich für gut.

Aber abgesehen davon,können eine ganze Menge von Belastungen zu diesen Angstzuständen führen. Kaum bekannt bei Ärzten,aber sehr wohl bekannt bei uns Bioenergetischen Ärzten (oder HP') ist,dass Allergien solche Symptome auslösen können. Meine Vermutung wird bestärkt durch Ihre Bemerkung,dass das auch früher schon mal,wenn auch abgeschwächt,vorkam und dass auch Ihre Schwester ähnliche Zustände hat oder hatte.
Übrigens,Allergien und Intoleranzen können durchaus auch zur Irritation der SD führen,so wie sie die Funktion eines jeden Organ's beeinträchtigen können.

Was alles ursächlich oder verstärkend noch infrage kommt,können Sie hier sehen: in diesem Forum > Gesundheit Allgemein > "Was alles man testen sollte" (#1)
Nachtjäger

Geändert von Nachtjäger (12.08.11 um 16:25 Uhr)

Körperlich oder psychisch?

Nic086 ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 12.08.11
Hallo zusammen,

sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde ... ich hab über einiges nachgedacht und mich auch nochmal informiert.

Ich bin für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass diese Anfälle Kreislauf und dann das reingesteigere auch psychisch bedingt sein kann. Vor allem mit erstem hab ich schon immer zu tun gehabt und ich bin schon extrem sensibel, was die ganze Sache ein bisschen erschwert, es zu ignorieren.

Ich wiege bei einer Körpergröße von 169 nur 49 kg und hatte aus diesem Grund auch schon immer niedrigen Blutdruck. Vor ein paar Montaten musste ich verletzungsbedingt mit dem regelmäßigen Handballtraining aufhören. Eventuell spielt das ja mit rein, da ich gehört habe, dass grad Leute mit niedrigem Blutdruck Ausdauersport etc. machen sollten. Das habe ich in letzter Zeit extrem Schleifen lassen.

Auf der Seite Home habe ebengrad gelesen, dass niedriger Blutdruck und Panikattacken zusammenhängen können...

Da steht unter anderem: "Niedriger Blutdruck äußert sich in folgenden Symptomen: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Antriebsschwäche, Unlust, Erschöpfung, Konzentrations- und Leistungsschwäche, Schwindelgefühle, Ohnmachtsneigung, Ohrensausen, Kopfschmerzen, Schwarzwerden vor den Augen, blasses Gesicht, kalte Hände und Füße, Herzschmerzen (Mangeldurchblutung des Herzmuskels und damit Sauerstoffmangel), Herzklopfen (Ankurbelung des Blutdrucks), Herzstechen, Krämpfe innerer Organe (Mangeldurchblutung), Übelkeit, Appetitlosigkeit, Magendrücken, Blähungen, bei Frauen oft Unterleibskrämpfe, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, depressive Verstimmung, Wetterfühligkeit, Schlafbedürfnis, Schlafstörung (Blutleere im Gehirn, besonders zwischen 2 Uhr und 4 Uhr). Schwarzwerden vor den Augen, Flimmern oder Sternchensehen beruht auf einer Mangeldurchblutung der Sehbahn und des Augenhintergrundes."

Grad dieser Punkt mit den Unterleibskrämpfen find ich interessant, weil ich sie gestern nämlich hatte (wie gesagt, dass das ein Symptom ist, habe ich heute erst gelesen)... ohne Ursache ungefähr gegen 2 und trotz Tabletten (Buscopan) hielten sie bis ca. 19:30 an. Die Unruhe ansich könnte dann ja eine Art Begleiterscheinung sein ... es kommt ein ungutes Gefühl, weil der Blutdruck absackt. Ich merke, mir wird komisch, bekomme Herzrasen usw. ... der Körper will die Ohnmacht bekämpfen und daraus äußert sich denn die ganze weitere Symptomkette:

"Viele Menschen mit Panikstörung haben einen generell niedrigen Blutdruck (z.B. 95/65 mm Hg), ohne in der Vergangenheit darunter gelitten zu haben. In einer bestimmten Situation fiel der Blutdruck noch weiter ab, so dass es zu einer bedrohlichen Unterversorgung des Körpers mit Blut und damit auch mit Sauerstoff und Nährstoffen (namentlich Glukose, d.h. Zucker) kam, die der Körper durch eine Ankurbelung von Herz und Kreislauf zu beheben versuchte. Dies wird oft als Panikattacke erlebt."

Es kann wohl auch mehrmals am Tag zu einem Absacken des Blutdrucks kommen.

Ich denke, dass das mit der Schilddrüse usw. könnte ja vielleicht auch noch ein Zusammenhang sein kann... aber ich denke, Hauptursache wird der Blutdruck sein.

Ich überlege jetzt, ob ich einfach mal zur Ärztin gehen und nach einerm 24 h-Blutdruckmessung fragen soll oder ich kaufe mir so ein Teil in der Apotheke und prüfe selber öfter am Tag nach ... besonders, wenn mir wieder komisch wird. Das einzige, was ich halt immer noch seltsam finde, ist, dass es in letzter Zeit so schlimm geworden ist. Eventuell nehme ich es jetzt auf einmal aber auch krasser wahr.

Auch wenn es im Moment stressig ist, muss ich mir wohl auch wieder mehr Zeit für mich nehmen und vor allem wieder mit Sport anfangen, der mir guttut.

lg, Nicole

Körperlich oder psychisch?

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
hallo,

schön, dass Du Dich wieder gemeldet hast...ja das könnte natürlich mit dem bewegungsmangel zu tun haben . Dadurch hattest Du auch mehr zeit, Dich selber zu beobachten...da wächst dann manchmal die Gefahr sich reinzustegern, die sozialen Kontakte sind ja auch vielleicht reduziert....

Schön wenn Du wieder Sport treiben kannst... das tut auf jeden Fall gut.

Also, alles Gute Dir, mb
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"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

Körperlich oder psychisch?

Wissen ist Macht ist offline
Beiträge: 990
Seit: 25.05.06
hallo, meine Antwort: jein

wahrscheinlich sind die Ängste usw. was psychisches, aber: man kann durch eine Verbesserung der körperlichen Befindlichkeit die Anfälligkeit dafür vermindern.

Sauna, Basenbäder, Fröhlichkeit...

wenn man genau körperlich untersuchen würde, könnte man wahrscheinlich auch noch zusätzliche Schwachpunkte finden. Schilddrüse und Blutdruck hängen zusammen, auch sehen solche Panikattacken wie du sie beschreibst ähnlich wie ein erhöhter Adrenalinspiegel aus (welcher sowohl geistig als auch körperlich bedingt sein kann)

Körperlich oder psychisch?

Kullerkugel ist offline
Beiträge: 6.671
Seit: 01.06.10
Hallo nic,

ich frage auch noch einmal nach dieser Feier ...weil es vermutlich ein Auslöser war...,was hast Du da getrunken, gegessen ...?
Da es ja schon öfter ähnlich war , aber nicht so schlimm, könnte es ein allergisches Problem sein, aber auch Unterzuckerungen und Blutdruckabsenkungen durch allergische Reaktionen. Es muss keine einzelne Allergie sein, es könnte ein generelles Histaminproblem sein.Dabei gibt es Probleme mit genau Deinen Symptomen....

LG K.
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LG K.


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