Reflux? Ja/nein? Horror im Mund - bin verzweifelt

05.08.11 18:28 #1
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Reflux? Ja/nein? Horror im Mund - bin verzweifelt

Hyacinthus ist offline
Themenstarter Beiträge: 37
Seit: 25.07.11
liebe leute. es ist nun schon ein weilchen her, dass ich hier was gepostet habe. ich war nun lange zeit in einer psychiatrischen tagesklinik und deshalb schwierig, neue untersuchungen und arztbesuche zu tätigen (auch weil es in dieser zeit nicht geduldet wurde).

leider ist es so, dass es mir gesundheitlich (psychisch/physisch) sehr schlecht geht. ein nervliches wrack ist wohl eher der richtige ausdruck. ich weiss selber nicht mehr, was ich denken soll. ich bin einfach so ein wrack geworden, weil mich all diese symptome dermassen behindern und einengen, dass ich nicht mehr funktionieren kann. zudem bin ich selber hin und her gerissen, ob dies alles psychisch sein kann oder nicht (tendenziell denke ich eher nicht...). Aber in der psychiatrie und auch sonst ist schnell mal eine diagnose psychosomatisch zur hand. aber was bringt mich dies weiter?

hier nun ein zwischenstand der dinge:

einige weitere HNO-Arzt-Termine ergaben nicht viel neues. Der letzte erschien mir etwas glaubwürdiger. Es wurde eine Computertomographie der Nasennebenhöhlen gemacht und ein Röngtenbild der Lungen. Beides unauffällig. Ein Mri oder CT des Halses findet er nicht notwendig, da kehlkopf bis anfangs luftröhre unauffällig aussieht. weitere untersuchungen müsste ich wohl aus meiner tasche zahlen, und wie bitte schön, da ich ein sozialfall geworden bin? ein versuch mit sinupret forte und ibuprofen brachten keine linderung der symptome. beim 2. termin empfahl er mir, die mandeln rauszunehmen. ich habe einen termin am 20. juni (ist noch soweit weg...), meine chronisch entzündeten mandeln (ohne sichtbare entzündungen), doch dieser arzt meinte, die symptome könnten schön zusammenhängen. Beim Kieferorthopäden war ich auch wegen den verspannungen im kieferbereich. Er konnte keinen Fehlbiss feststellen, auch zähneknirschen erschien er nicht in betracht, auch sonst keine abnormalitäten an zähnen und zahnfleisch. (ich hab schon immer gute zähne gehabt - und keine löcher und plomben...)

eine Zusammenfassung der Symptome und befunde:
- Schluckstörungen (mit teils. Globusgefühl oder anderes fremdkörpergefühl)
- Mundbrennen an verschiedenen Orten und abwechselnd
- Zungenbrennen
- linkseitiges Ziehen in der Zunge mit ausstrahlung in den kieferbereich
- kratzgefühl beidseitig bei den gaumenbögen
- Engegefühl im hals
- teilweise auch halsbrennen wie bei einer erkältung (seitlich am bogen)
- Schleim im rachen, der sich meist gegen abend vermehrt (dies erhöht auch das globusgefühl...)
- stets gerötete rachenschleimhäute
- schaumiger speichel sammelt sich meist unter den mandeln und kann manchmal auch einen würgereiz auslösen

Seit ein paar tagen rote punkte auf der zunge im hinteren teil, auch seitlich beim zahnfleisch. die sind zwischenzeitlich aber wieder am abklingen.

Die Symptome wandern den ganzen tag im mund, d.h. ich hab meist alle symptome den ganzen tag über verstreut und abwechselnd.

was meinst ihr zu dieser mandel-op? wer kennst sich aus? ich bin nun 40jahre und meine mandeln sind sehr zerklüftet - was auf eine chronische mandelentzündung hinweist - zumindest hab ich dies so gelesen? ich wünscht, es könnt die lösung sein, zumindest ich weiss, dass es mit einem kratzen im hals (am gaumenbogen) alles anfing...

meine letzten blutwerte sahen in ordnung aus, also die üblichen werte alle im normbereich. ein weiterer bluttest ergab die stets erhöhten bilirubin-werte wie beim letzten mal, ein etwas niedriges vitaminD und ein etwas tiefes testosteron (wobei ich auf dem beleg gar nicht verstand, wo was ist und keine referenzangaben drauf waren). das vitamin b12 ist aber soweit im normbereich.

gibt's noch hoffnung für mich?

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lealee ist offline
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Seit: 05.02.10
Hallo Hyacinthus,

bei mir hat im Alter von Anfang 30 die Entfernung der zerklüfteten Mandeln eine starke Verbesserung von Depressionen gebracht. Die Ärztin empfahl mir die Entfernung obwohl ich keine Hals-Beschwerden hatte, weil immer wieder schmerzlos Eiterstippchen darin waren und latente Entzündungsherde Depressionen verursachen können. Da hatte sie recht.

Die Depressionen waren nach der Mandel-OP jedenfalls weg.
Ich würde das auf jeden Fall machen, aber es nicht darauf beruhen lassen.

Eine Nitrostress-Überprüfung wäre m.E. vonnöten, so wie ich es aus meiner persönlichen Erfahrung herleite. Ich sehe viele Übereinstimmungen meiner früheren (und genauso in der Nitrostressthematik beschriebenen) mit deinen Beschwerden. Mit der Nitrostresstherapie sind sie bei mir weitgehend weg, was die Richtigkeit der Zusammenhänge für mich bestätigt hat. Was nicht heißt, dass nicht andere Ursachen der Grund sein können oder mehrere zusammen. Ich habe immer wieder bestimmte Mundprobleme wenn ich entgifte - habe Quecksilberbelastung von Amalgam. Auch die zerklüfteten Mandeln können Mundprobleme verursachen.

Zungenbrennen und Reflux weisen indes schon stark auf Nitrostress hin. Vitamin D erniedrigt passt auch gut ins Bild. Vieles passt hier, auch die psychische Verfassung.

Was mir noch einfällt ist das Thema "Kupferspeicherkrankheit" oder anders genannt "Morbus Wilson". Dazu passt das Problem mit der Leber und die neurologischen Probleme. Ich kenne mich damit nicht aus - im Forum gibt es eine extra Rubrik dafür.

Man muss vorsichtig sein und darf sich nicht einseitig auf eine Sache versteifen - aber auch nicht aufgeben. Es gibt eine Ursache - vllt. sogar mehrere für verschiedene Beschwerden. Auch eine psychische Erkrankung kommt schließlich nicht von nichts. Und Nitrostress kommt oft nicht alleine daher.

Ich denke schon, dass es Hoffnung für dich gibt, Hyacinthus.

Ich war sehr lange krank und meine Tochter noch viel schlimmer, sie war auch lange in der Psychiatrie. Heute ist alles anders nachdem die Wurzel des Übels gefunden wurde. Bei den Ärzten die ich hatte war ich organisch immer völlig gesund, bis auf gelegentlich leicht erhöhten Leber- und/oder Entzündungswerten. Jahrzehntelang war das so.

Die entscheidenden Parameter werden schulmedizinisch nicht untersucht, das ist das Problem.

Lass dich nicht einschüchtern von der Psychokeule, die wird immer dann geschwungen wenn den Ärzten nichts einfällt. Hätte ich nicht meine Tochter zu den Ärzten begleitet und für sie recherchiert, dann wäre sie heute noch mit Psychopharmaka vollgestopft und alle ihre Beschwerden würden lapidar kommentiert mit "...na bei DEM psychogenen Hintergrund..."
Heute ist alles befundet - mit dem richtigen Arzt.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Viele liebe Grüße
Lealee

Geändert von lealee (21.05.12 um 23:00 Uhr)

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Hyacinthus ist offline
Themenstarter Beiträge: 37
Seit: 25.07.11
danke lealee für deine ausführliche antwort.

scheisse, der termin der mandel-op kommt immer näher und ich bin so verunsichert wie schon lange nicht mehr. hab total angst davor und kann mir nicht vorstellen, dass meine mandeln all diese symptome verursachen können.

diese woche war ich nochmals im krankenhaus auf der hno-abteilung. ärztin hat nun per ultraschall eine vergrösserung des knoten in der schilddrüse festgestellt. sie rät mir zur operation des knotens. dann wurde im röntgenbild auf der linken seite ein längerer processus styloideus bemerkt (soll laut ärztin ca 2cm länger sein als der rechte). ich hab sie darauf aufmerksam gemacht, da ich ihr sagte, ich spüre bei der linken mandel etwas hartes, knochiges, wenn ich von der mundinnenseite daraufdrücke und ob das von diesem knochen stammen könnte (eagle syndrom?). wie gross diese knochen nun tatsächlich sind, steht nicht im röntgenbericht, werde ich aber nachfragen beim nächsten termin.

gestern hatte ich wieder ganz viel zähen schleim im hals. ich sehe ihn, wie er hinten am gaumen runterläuft von der nase her. ich kann dann 10min lang diesen schleim rauswürgen und rausspucken ohne ende und es kommt immer neue ware nach. wieso und warum es passiert hab ich bis jetzt nicht herausgefunden. ein zusammenhang mit nahrungsmitteln konnte ich nicht feststellen... diese situation ist meistens gegen abend und auch ohne dass ich was gegessen habe...

mir gehts ganz dreckig. weiss nicht mehr weiter. hab nur noch noch angst...

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sonneundregen
Hallo Hyacinthus,

hast Du schon mal in Richtung chronischer Borreliose gedacht.

Lg
sonneundregen

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lealee ist offline
Rubrikenbegleiterin Entsaften / Mixen
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Seit: 05.02.10
Hallo Hyacinthus,

ist der Schleim klar bzw. weiß oder ist er gelb oder grün?

LG Lealee

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Hyacinthus ist offline
Themenstarter Beiträge: 37
Seit: 25.07.11
an eine borreliose habe ich bis jetzt nicht gedacht, die ärzte auch nicht.
ich hatte keinen zeckenbiss und die von einer borreliose bekannten hautsymptomen (es kam grad gestern ein bericht über borreliose im tv - ich sehe da überhaupt keinen zusammenhang, will aber auch nicht voreilig alles verneinen und ausschliessen)

@lealee: der schleim, der von der nase hinten in den rachen läuft, ist nicht grün, er ist eher durchsichtig-weisslich, manchmal auch etwas schaumig-weiss. der speichel ist manchmal extrem zäh und zieht fäden wie ein klebstoff. ich hab da eine nasendusche, die ich dann benutze, die mit emser salz. aber selbst das wenige salz, dass da drin ist, kann meine nase und meinen rachen noch zusätzlich reizen. wenn ich danach meine nase schneuze, hab ich auf beiden ohren druck und es knackst dann in den ohren. eine verstopfte nase oder ohrschmerzen hab ich aber nicht. der schleim geht nach hinten.

ich muss heute dem klinik-arzt mitteilen, ob ich nun die mandel-op mache oder nicht. er hat mir sozusagen ein ultimatum gestellt. das verstehe ich, denn die op wäre in einer woche. bin nervlich jetzt noch mehr angespannt als ohnehin schon, weiss einfach nicht, was ich dem sagen soll... eigentlich bin ich für eine OP sowieso schlecht beisammen, psychisch sowieso, körperlich auch, und doch die hoffnung, dass alles damit ein ende hätte. Aber ich hab da meine bedenken - weil/oder... meine Werte des Antistrept. sind mit

ASLO 34 U/ml im Normbereich
kein Pilzbefall oder andere bakterien im mund-zungen-mandelabstrich gefunden wurden
-meine symptomatik sich im rachen an verschiedenen stellen zeigt (vom weichen gaumen bis hin zum zungengrund - brennen, wundgefühl, kratzen, klossgefühl, schleimbildung, ziehen in der zunge und unter der zunge links, ziehen und druck im kiefer, lymphknotenschmerz bei fingerdruck meist am abend). von den mandeln selber bekomme ich den detritus und ab und zu ein leises stechen mit über. da ist nicht wirklich viel sichtbar, ausser der vernarbten und zerklüfteten oberfläche, einer leichten rötung des gaumenbogens und des halszäpfchens. und eben schleim, der irgendwie omnipräsent ist.

man liest ja verschiedene mandel-op-erfahrungen, mal gut, mal mässig, mal schlecht und es gibt hier viele user, die von einer op abraten (was ich bis jetzt so zusammengelesen habe). und die wenigen positiven berichte reichen leider nicht aus, mir meine wahnsinns-angst vor dieser op zu nehmen.

hab jetzt wieder mit den magensäure-blockern angefangen, weil ich wegen dem reflux ja immer noch nicht klar sehe. es ist echt kacke, wenn es krankheiten gibt, die einfach nicht wirklich greifbar sind. wie ich grad letzthin gelesen habe, gibt es ja den stillen reflux, der durch die aufsteigenden dämpfe der magensäure symptome bis in die nase rauf machen können. eine magenspiegelung reicht da nicht aus, um dies auszuschliessen. die hatte ich ja schon. war laut bericht alles ok. keine entzündungen sichtbar. aber eben, heisst letztendlich nichts.

jetzt hab ich noch 2 stunden um den Doc zu berichten, was ich machen werde. und sonst gibt es noch die möglichkeit, die mandel-op im krankenhaus zu machen. dieser doc ist ja belegsarzt einer anderen klinik. und ehrlich gesagt weiss ich nicht, ob er die op aus überzeugung macht oder einfach um ein bett zu belegen...

ein stiller gruss an alle leidenden

...to keep continued...

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lealee ist offline
Rubrikenbegleiterin Entsaften / Mixen
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Seit: 05.02.10
Hallo Hyacinthus,

was macht dir denn so angst bei der Mandel-OP?

Ich habe die OP damals nicht bereut, ich hatte aber auch keine Angst davor. Wenn du Angst hast und noch Zeit brauchst, verschieb es doch einfach und kläre zwischenzeitlich ein paar andere Dinge ab. Die OP läuft nicht weg.

Ich bin der Meinung, zerklüftete Mandeln müssen auf jeden Fall raus, auch wenn sie nicht die Ursache der anderen Probleme sind. Aber mit ziemlicher Sicherheit lösen sie nicht das ganze Problem.

Die Ursache für den Nitrostress könnte eine Halswirbelsäuleninstabilität sein. Das wäre dann das Problem einer OP: die weitere Belastung der HWS durch die Kopfhaltung bei der OP. Vllt. könnte man das aber mit dem Arzt abklären ob man das berücksichtigen kann.

Für die Geschichte mit dem Schleim, dem Reflux, dem Ohren zuploppen gibt es eine mögliche Erklärung, die bei mir persönlich voll zutraf und die ich an deiner Stelle zuallererst abklären würde. Was du beschreibst deckt sich sehr genau mit meinen eigenen Erfahrungen. Bei mir lief auch der Schleim von der Nase bzw. Nebenhöhlen in den Rachen, besonders wenn ich den Kopf hob. Jahrelang war das so. Ich war extrem beeinträchtigt dadurch. Der Schleim war weiß bzw. klar, weil er nicht durch Bakterien oder Viren erzeugt wird sondern durch Histaminanstieg, also allergieähnlich.

Bei mir hat sich ein Nitrostressproblem als Ursache für all die genannten Symptome (und noch mehr) bewahrheitet. Ich kann es heute gut behandeln und mir geht es echt gut.

Und so sind die Zusammenhänge:

Äußere Einwirkungen (wie z.B. HWS-Instabilität oder neurotoxische Belastung durch eine Chemikaliensensibiltät) lösen durch Aktivieren der C-Nervenfasern neurogene Entzündungen aus. Daraus erfolgen Histaminanstiege und eine gesteigerte NO-Synthese. (Die C-Nervenfasern umgeben netzartig histaminreiche Mastzellen und bewirken bei ihrer Aktivierung durch verschiedene mögliche Auslöser eine Histaminausschüttung).

Das überhöhte Histamin ist dann für die starke Schleimbildung und weitere Symptome verantwortlich. Deswegen hatte ich immer besonders schlimme Schleimattacken bei Bewegung und in Verbindung mit Putzmitteln oder anderen Chemikalen, wenn ich sie in die Nase bekam, denn dadurch wurden jedesmal die C-Nervenfasern aktiviert. Wenn ich sehr viel histaminreiche Nahrung zu mir nehme bzw. Nahrung die den Histaminabbau hemmt, bekomme ich die Symptome auch, aber schwächer. Viel mehr als Histamin in der Nahrung wirkt sich die HWS-Instabilität und Stress sowie chemische Gerüche (auch Parfumes und Deos) als Ursache aus.

Außerdem führt Histamin zu latenten Entzündungen und baut Magenschleimhaut ab. Das kann zu Magenproblemen führen und zu Schmerzen ähnlich rheumatischen Beschwerden. Die Liste der möglichen Symptome einer erhöhten Histaminausschüttung und NO-Synthese ist vielfältig und endlos lang. Das heißt aber nicht, dass alle auftreten müssen.

Die gesteigerte NO-Synthese ist ein großes Problem. Sie führt zu einem hohen Stickstoffmonoxidgehalt und es kann NO nicht mehr genügend abgebaut werden. Vitamin B12, das NO abbaut wird aufgezehrt. Das NO greift nun massiv in den Stoffwechsel der Mitochondrien ein und ist für sehr viele unschöne Symptome verantwortlich: Reflux gehört dazu und ist ein eher harmloses (NO öffnet den Mageneingang, daher der Reflux). Bei Behandlung mit Hochdosen B12, wodurch NO gesenkt wird geht der Reflux oft schnell weg. Bei mir war es auch so.

Der durch NO gestörte Mitochondrienstoffwechsel wiederum führt zu einer Senkung der Energiebildung der Zellen. Je höher NO umso stärker die Hemmung der Energiebildung. So gerät der Organismus in ein chronisches Energiedefizit, was sich zuerst in den energiebildenden Organen auswirkt: dem Hirn, der Muskulatur, Netzhaut, Darmschleimhaut und Immunsystem. Daraus erfolgt nicht nur chronische Erschöpfung sondern noch viele andere Probleme. Auch die geistigen Fähigkeiten und die Psyche sind davon beeinträchtigt, daher bekommen oft Patienten mit einer solchen erworbenen mitochondrialen Stoffwechselstörung eine Psychodiagnose und Psychopharmaka. Ängste, Depressionen und Antriebslosigkeit werden noch verstärkt durch einen Serotoninmangel und andere Stoffwechseldysbalancen. Das ist ein schlimmer Teufelskreis und man sieht keinen Ausweg, zumal es nur sehr wenige Ärzte gibt, die diese Zusammenhänge kennen. Viele streiten sie sogar ab, wenn man darauf anspricht und nach entsprechenden diagnostischen Verfahren frägt. Man landet in Nullkommanix in der Schublade "Psychosomatik".

Bei mir haben sich all diese o.g. Zusammenhänge voll bestätigt und ich konnte nach einer Halsausrenkung 2009 das ganze noch einmal bilderbuchmäßig wie im Zeitraffer beobachten. Da ich dann einen Arzt fand, der das Problem kennt und die entsprechenden Untersuchungen durchführte, konnte auch eine serologische "Beweisführung" und vor allem eine Therapieerfolgskontrolle vorgelegt werden. Ich habe heute alles gut im Griff und es geht mir ziemlich gut, obwohl die Ursache noch immer nicht ausgeschaltet ist. Aber das Wissen um die Zusammenhänge erlaubt schon enorme Verbesserungen allein durch die Verhaltensmaßnahmen, die man ergreifen kann um die Belastung zu vermindern. Die gezielte Behandlung der Dysbalancen und Ausgleich des B12-Mangels führen ebenfalls zu einer enormen Verbesserung. Heilung, falls möglich braucht allerdings Zeit.

Du könntest einmal beobachten, ob sich deine Schleimbildung von dir provozieren lässt, z.B. durch Kopfrotation oder Kopfbewegung und schnüffeln an bestimmten Chemikalien (Putzmitteln). Oder etwa Kältereiz am Trigeminusnerv oder Nacken indem du was kaltes in den Nacken legst. Du könntest beobachten ob es schlimmer wird, wenn du in einer bestimmten Haltung die HWS belastest (muss nicht spürbar belastet sein), etwa beim seitlich liegen auf dem Sofa und Kopf zum Fernseher hindrehen. Dein Globusgefühl hatte ich auch nach der HWS-Ausrenkung noch sehr lange, obwohl ich an der HWS gar nichts mehr gespürt habe. Da war immer noch ein Halswirbel (der 2.) leicht verschoben.

Das Mundbrennen, wenn es nicht bakteriell oder durch eine Infektion verursacht ist kann Folge eines Vitaminmangels sein (B-Vitamine). Ich hatte das auch, und auch heute noch manchmal, wenn ich die Vitamine öfter vergesse. Zungenbrennen kann ebenfalls ein Mangelsymptom sein (B12). Das Zungenbrennen hatte ich lange sehr ausgeprägt. Ich dachte immer, das käme von der Magensäure vom Reflux, aber das stimmt nicht. All das sind typische Folgen der oben beschriebenen Störungen. Auch das erniedrigte Vit. D passt ins Bild.

Du könntest testweise auch mal ein frei verkäufliches Antiallergikum in der Apotheke kaufen und sehen, ob dann die Schleimbildung etwas nachlässt. Das wäre auch ein Hinweis für den Histaminanstieg als Ursache.

Wenn du magst kann ich dir gerne per PN nähere Informationen schicken.

Viele liebe Grüße

Lealee

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Nachtjäger ist offline
in memoriam
Beiträge: 2.178
Seit: 24.03.08
Hallo Hyacynthus,
ob Ihre Mandeln wirklich raus müssen,kann von uns hier niemand entscheiden,also auch nicht raten.

Zu bedenken aber wäre,dass die Mandeln ja e i n wichtiges Ausscheidungsorgan sind ! Entfernt man sie, ist die Türe zu und der Körper wird sich andere Wege der Ausscheidung suchen.Irgendwo .
Ein verantwortungsvoller Arzt muss entscheiden,ob die Zerstörung den Grad dessen überschritten hat,wo man tatsächlich nichts mehr machen kann und die Mandel nun selbst zum Störfeld geworden ist.

Sollte dieser "Point of no return" aber noch nicht erreicht sein,hätten Sie m.E. nach Chancen der Besserung oder Heilung,wenn Sie einen Naturheilarzt oder guten HP finden würden,der mit einer Bioenergetischen Methode wirklich a l l e s austesten u n d behandeln kann,was ich in meinem Profil angebe,incl.Ihrer Zähne !

Übrigens : Schleimbildung ist ,wie alle übermässig gesteigerten Ausscheidungen (Schwitzen,Hautprobleme jeglicher Art usw. ) immer ein Zeichen,dass er Körper eine Belastung loswerden will.

Und,für mich deutet vieles ( Halskratzen,Klossgefühl,Brennen der Schleimhäute ) daraf hin dass da neben sicherlich noch weiteren Belastungen aber jedenfalls ein Allergologisches Problem eine Rolle spielen könnte.
Nachtjäger

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Hyacinthus ist offline
Themenstarter Beiträge: 37
Seit: 25.07.11
@lealee
@nachtjäger

sorry, dass ich erst jetzt antworte. ich hatte am 20.06. meine mandel-operation. ich hab mich schweren herzens dafür entschieden bzw einfach mal ja gesagt und bin dann auch an den op-termin. am tag davor war ich zwar ein häufchen elend, hab nur noch rumgeheult und war voller verzweiflung!

Die Mandeln sind jetzt raus - und laut diagnostik (eingesandtes material, proben)

chronische tonsillitis
chronisch hyperplastische tonsillitis beidseits ohne anzeichen für malignität

mein hno-arzt meint, es wäre eine gute entscheidung gewesen.

die schmerzen sind nicht ohne. jetzt ist schon eine woche rum und es ist immer noch sehr unangenehm zum essen und trinken (krieg meinen mund nur wenig auf). bin nun insgesamt 3 wochen krankgeschrieben. hoffe, dass sich die symptome bessern und ich irgendwann auch mal richtig beissen kann. ich werde mich wieder melden (hab leider keinen computer zuhause, hab ihn mal an meinen atelier-platz gewechselt, und da war ich lange zeit nicht mehr...)

Reflux? Ja/nein? Horror im Mund - bin verzweifelt

Hyacinthus ist offline
Themenstarter Beiträge: 37
Seit: 25.07.11
liebe lealee
herzlichen dank für deine ausführliche erklärungen über NO. bin jetzt noch in der abheilphase der mandel-operation, da ich mich doch dazu aufgerafft habe. es sind jetzt 2 wochen vorbei und es dauert wohl noch ein weilchen, kann aber schon fast normal essen.

die symptome im mund (zungenbrennen und ziehen..) spür ich zwar immer noch, bzw. kommen jetzt, wo langsam die abheilung kommt, die symptome wieder zum vorschein. bis jetzt noch in abgeschwächter form, aber leider sind die alten bekannten noch da. mein hno-arzt meint zwar, dass könne man jetzt noch nicht sagen... ich hoffe, dass er recht hat - aber leider spür ich da etwas anderes. auf jeden fall war die diagnose nach der entfernung der mandeln def. eine chronische tonisillitis, die mandeln wurden zur analyse eingesandt und ich hab den bericht schwarz auf weiss. so hab ich dies wohl nicht vergebens gemacht, die ganze sache mit der operation.

leider ist jetzt da noch der knoten in der schilddrüse, der langsam aber sicher grösser wird. mir wurde empfohlen, diesen knoten (bzw. den linken schilddrüsen-lappen) zu entfernen. schon wieder eine OP...

ist echt superlieb von dir, dass du dir soviel mühe machst, ausführlich zu antworten. wo hast du denn deinen arzt gefunden bzw. wonach soll ich denn suchen? gibt es eine bestimmte sparte, die sich damit auskennt? endokrinologen, internisten oder wonach soll ich ausschau halten?

übrigens, hab ich deinen tipp mit kopfdrehen und kälte ausprobiert. mein hals bzw. die symptome wie schleimbildung lassen sich durch "ungewohnte" halsdrehungen nicht beeinflussen, auch kälte auf nacken und trigeminus hat keinerlei wirkung gezeigt (also keine verschlechterung oder herbeiführung von symptomen).

kann alles doch mit nitrostress in verbindung sein, wobei ich langsam vermute, dass es bei mir die nerven in und um die zunge sind, die all die wechselnden missempfindungen auslösen (evtl mit verbindung oder nicht zu nitrostress...).

beim letzten bluttest vor der op war nur grad ein wert etwas aus der norm, und zwar die monozyten erhöht (mein wert 10,3 bei normwerten 3.4-9.0). dies war auch letztes jahr so (im august 2011 - wert damals 10.1). der hno-arzt meinte, man könne nach der abheilung einen test auf EpsteinBarrvirus machen wegen erhöhten monozyten-werten...

alle anderen werten waren im normbereich (auch schilddrüsenwerte tsh, ft4, ft3), leberwerte auch ok. ausser natrium ganz leicht erhöht, aber wirklich nur minim (höchstwert 145, meiner war 149...)

danke für eine antwort und ganz liebe grüsse aus luzern.
hyacinthus (oder richtiger Name: Oreste)


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