Eichenprozessionsspinner

20.07.11 06:37 #1
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Eichenprozessionsspinner

Nachtjäger ist offline
in memoriam
Beiträge: 2.178
Seit: 24.03.08
Hallo allerseits,
hier nun mal meine Story, wie das gelaufen ist:
Aus dem Hamburger Abendblatt wusste ich,dass der Hauptfundort dieses Parasiten im Bereich östlich von Lüneburg,bei Bleckede sein sollte. Mein Anruf dort bei der Stadtverwaltung schickte mich weiter zu einem gan,ganz kleinen Dörfchen in derNaähe,mit nur 12 Einwohnern ! Da kennt jeder jeden.Ein Feldweg führte mich dann auch nach einigem Suchen von der Hauptstrasse in diese verwunschene Örtchen mit einigen schmucken Bauernhäusern und einem kleinen Reitstall. Zunächst ging ich auf eigene Initiative auf Pirsch und durchstreifte die Gegend - viele Eichen,aber keine Spinner . Etwas ernüchtert klingelte ich schliesslich am nächstbesten Haus.Ein freundlicher,etwa 40 -jähriger Mann öffnete und war,nachdem ich mich vorgestellt und mein Begehr dargelegt hatte,sofort bereit,mich zu einigen seiner Freunde zu begleiten,die mir vielleicht weiterhelfen könnten.(Wie er später erzählte,ist er Physiotherapeut und seine Frau Psychotherapeutin.Ich frage mich heute noch,was macht man damit in einem 12-Menschen-Dorf ??) O-Ton meines neuen Freundes:"Jetzt geh'n wir zu Olli" Wir läuten die Glocke an Olli's Haus...nochmal.. nichts. Also öffnet mein Freund die Haustür und ruft 2 mal laut "Olli". Kein Olli kommt,dafür aber sein völlig verschlafener 20-jähriger Sohn.Auch der weiss nix. Also weiter zu "Walter".Walter sei Pensionär und betreibt noch den Bauernhof.Aber auch Walter öffnet nicht auf das Läuten der Glocke. "Dann wird er sich hier irgendwo auf dem Hofgelände rumtreiben".So liefen wir also unter lauten "Walter.Rufen" durch die Gegend. Nichts.Walter war nicht da. Also letzte Möglichkeit : "Katharina".Katharina ist die Ärztin.Wir also hin und diesmal geklingelt. Ein Junger Mann ,wohl ihr Angetrauter,öffnet,hört sich meine Geschichte an und meint,da wäre vielleicht eine Möglichkeit in seiner Eichenschonung da oben hinter dem Hügel gleich links ! Ich bedanke mich herzlich,ohne allerdings viel Hoffnung nach dieser recht vagen Vermutung. Mein neuer Freund weiss nun allerdings auch nur noch die letzte Möglichkeit,die Besitzer des Reitstelles, "die sind auch Jäger". Hoffnung keimt auf,die müssten's ja doch eigentlich wissen. Ich verabschiede mich von ihm und fahre alleine die 50m zum Reitstall.Dort sehe ich auch gleich einen Mann und eine Frau mittleren Alters in der Scheuneneinfahrt stehen.Meine Frage "Sind Sie die Jäger ?" wird mit ungläubigem Erstaunen beantwortet.Ich erkläre mein Vorhaben und bekomme zusehends ihr Interesse zu spüren. Ja,da oben in der Allee,da sitzen die Nester gleich unten an den Stämmen,wo man gut rankommt. Ich lade dann die Dame in mein Auto und sie führt mich auf verschlungenen Waldwegen zum "Tatort".Und richtig,da sitzen sie zu hunderten in ganzen Nestern. Das "Operationsbesteck" Gummihandschuhe,Glasgefäss und Pinzette sind schnell ausgepackt und dann beginnt die "Ernte". Meine Begleiterin besteht darauf, sich zu Fuss nachhause auf den Weg zu machen.So füttere ich mein Navi und trete zufrieden den Rückweg nach Hamburg an.
Ich hoffe,ich habe Euch nicht gelangweilt und bin nun gespannt, ob mal einem mit diesen Biestern kollidierten Patienten die Früchte dieser Excursion zugute kommen können.
Beste Grüsse,
Nachtjäger

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