"Ja, das kann schon Stress sein"

28.05.11 09:09 #1
Neues Thema erstellen
"Ja, das kann schon Stress sein"

klonsi ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 28.05.11
Hmm... hier bin ich mal wieder.
Habe meinen Frauenarztbesuch, sowie den Orthopäden hinter mir.
In beiden Fällen ist das Ergebnis geradezu perfekt.
Natürlich erzählte mir der Orthopäde gleich wieder, dass das von der Psyche kommen muss.

Die letzten zwei Tage hielten die Beschwerden an.
Ich fühlte mich körperlich zwar nicht mehr schlapp und ausgelaugt, mir war auch nicht mehr schwindlig, allerdings ist diese eine Stelle im Unterbauch links (rechts auf identischer Höhe habe ich meine Blinddarm-OP Narbe) immer noch am mucken. Damit meine ich.. ein druckartiges, brennendes, kaltes Gefühl, dass sich am Beckenknochen entlang bis hoch unter meine linke Rippe zieht. Fühlt sich an, wie Muskelkater in der linken Seite. Nicht lange nach dem Aufstehen fängt es dann wieder an: das Brennen und Ziehen breitet sich aus bis in den Rücken, gleich unterhalb der Rippe, später bis hoch knapp unter die Schulter, dort fühlt es sich neben der Wirbelsäule leicht erschwert / taub an. Das bleibt dann so den Rest des Tages. Ab und an wandert der Schmerz auch an der Rippe entlang, bis ich es auch im Oberbauch spüre. Wenn ich unterhalb der Rippen im Rückenbereich drücke, merke ich einen leichten Schmerz. Soll das denn tatsächlich nichts körperliches sein? Beschwerden dieser Art hatte ich bei meiner Blutuntersuchung vor einem Monat noch nicht.

Was auch auffiel, der Frauenarzt entschied sich dafür, ebenfalls über den Darm zu untersuchen, das war außerordentlich Schmerzhaft.
Und.. am Abend vor 2 Tagen lag ich im Bett und nahm einen Schluck Wasser.... kaum war es unten, hatte ich oben beschriebenen Schmerz nur um einiges intensiver. Nach 2 Minuten war es dann wieder der übliche Zustand.

Am Spätnachmittag / Abend wird das Brennen und Ziehen wirklich unerträglich.. und nicht zu wissen, was da los ist, macht mich schon etwas fertig. Ich kann schon kaum mehr essen, wiege lediglich noch 47,5 kg .. (vor nicht allzu langer Zeit waren es noch 55). Und von jeglichem Arzt wird man einfach abgewunken mit den Worten "Die Blutwerte waren in Ordnung".
Habe schon überlegt bei den nächsten starken Schmerzen einfach ins Krankenhaus zu marschieren und mich durchchecken zu lassen, um wenigstens neue Anhaltspunkte zu haben.
Mein Arzt, und der andere, den ich durch meine Mutter ab und zu sehe, sind schließlich beide im Urlaub.

"Ja, das kann schon Stress sein"

klonsi ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 28.05.11
Nun denn.. ich werde wohl nun systematisch an die Sache herangehen.
Von der Psychoschiene halte ich nicht viel, ich habe schließlich die Beschwerden und verlange gefälligst Abklärung gewisser Dinge.

Da ich nun 4 Tage keinen Stuhlgang hatte, habe ich es mit einem Einlauf versucht, um ggf. das Drücken loszuwerden... zwar kam einiges raus, und ich fühle mich etwas erleichtert, aber die Stelle ist nach wie vor unverändert.

Ich habe vor allem vor mich derzeit in Richtung Darm / Unverträglichkeiten zu orientieren und werde mir wohl einen neuen Arzt suchen, der nichts von meinem Privatleben weiß, damit solches auch ernstgenommen und getestet wird.
Meine Fragen:
Zwecks Stuhlprobe, worauf sollte ich genau achten? Was sollte untersucht werden? Ich nehme an die generelle Untersuchung umfasst nur das Nötigste, ich wäre bereit die Kosten für den Rest selbst zu tragen, um wirklich zu wissen was Sache ist... Status der Darmflora etc.
Gibt es ein Labor das bevorzugt werden sollte?
MUSS ich überhaupt einen Arzt miteinbeziehen, um das testen zu lassen, oder geht das auch privat?

Ach... ich wollte es eigentlich mit Brottrunk versuchen, aber dachte mir, falls ich den Stuhl untersuchen lasse... insofern ein Arzt das macht und für nötig hält ( ), sollte wohl alles so sein, wie zu Beschwerdezeiten?
Ich bin leider ein Neuling in solchen Dingen.. und zu lesen gibt es VIEL.. da verliert man leicht den Überblick. Ich hoffe ich nerve niemanden.

Geändert von klonsi (02.06.11 um 14:48 Uhr)

"Ja, das kann schon Stress sein"

nula73 ist offline
Beiträge: 55
Seit: 07.04.11
Danke für den Hinweis. Ich kann mich in der Tat an keinen Zeckenbiss erinnern, werde es aber im Kopf behalten und mich ggf. testen lassen.
Gern geschehen. Aber wieso willst du dich nur "gegebenenfalls" testen lassen? Der Fall ist doch jetzt schon gegeben. Deine Symptome passen auffallend gut zur Borreliose, und die Borreliose ist eine der am häufigsten fehldiagnostizierten Krankheiten Deutschlands. 50% aller an chronischer Borreliose erkrankten Patienten können sich überhaupt nich erinnern, jemals einen Zeckenstich gehabt zu haben.

"Ja, das kann schon Stress sein"

klonsi ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 28.05.11
Zitat von nula73 Beitrag anzeigen
Gern geschehen. Aber wieso willst du dich nur "gegebenenfalls" testen lassen?
Ich muss ja überhaupt mal irgendwo anfangen zu suchen?
Seit ich 12 bin, bin ich familiär "eingespannt" und nicht sonderlich aktiv im Freien, natürlich schließt das einen Zeckenbiss nicht aus.. allerdings erscheint mir das im Vergleich zu den anderen Vorschlägen etwas unwahrscheinlicher?

"Ja, das kann schon Stress sein"

lealee ist offline
Rubrikenbegleiterin Entsaften / Mixen
Beiträge: 779
Seit: 05.02.10
Hallo Klonsi,

du könntest dir entweder einen guten Umweltmediziner/Orthomolekularmdiziner oder Ernährungsmediziner suchen und mit dem zusammen verschiedene Tests zur Abklärung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Stoffwechseldysbalancen machen lassen. Das wäre ein guter Ansatz. Dazu gehören auch KPU und Histaminintoleranz, Darmentzündung. Ein Borreliosetest sollte mit drin sein - ich würde aber die erstgenannten mit Priorität behandeln.

Findest du keinen Arzt, gibt es Labore, die diese Tests anbieten. Man lässt sich ein Testkit schicken und schickt Stuhl-/Urin-/Blutproben selber ein. Das kann man zusammen mit dem Hausarzt machen oder selber (Blut geht natürlich schlecht). Besser wäre jedoch der versierte Arzt, der auch die richtigen Schlüsse ziehen kann. In welcher Gegend lebst du denn?

Die familiären Belastungen (ich rede hier nicht von der psychischen Belastung) weisen durchaus auf Nahrungsmittel- und Stoffwechselprobleme hin. Sowohl autistische als auch Kinder / Menschen mit Aspergersyndrom leiden häufig unter Casein- und/oder Glutenunverträglichkeit. Die pathogenen Abbauprodukte von Casein und Gluten, die mangels des notwendigen Enzyms nicht verdaut werden können überwinden die Blut-Hirn-Schranke und machen cerebrale Schäden. In diesem Zusammenhang wird auch ADS erwähnt. Casein ist übrigens nicht zu verwechseln mit Laktose - eine laktosefreie Diät wirkt sich bei Caseinunverträglichkeit nicht positiv aus. Casein ist in JEDER ART von Milchprodukt.

Hier gut nachzulesen Casein/Gluten und o.g. Erkrankungen:
Deutsches rzteblatt: Archiv "Das Asperger-Syndrom: Stoffwechselstörungen als Auslöser" (20.10.2000)

Gelbliche Augen, Müdigkeit - da denke ich an Leber (der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit) - damit habe ich aber keine Erfahrung.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Zusammenhang Wirbelsäule - Organbeeinträchtigung (z.B. Leber). Hier wäre ein guter Osteopath die richtige Adresse. Nachdem der Osteopath bei meiner Tochter die Leber wieder richtig zurechtgerückt hatte, war ihre Müdigkeit besiegt. Sie hatte auch ähnliche wie von dir beschriebene Schmerzen, die von einer Darmentzündung herrühren. Sie ist ebenfalls betroffen von Caseinunverträglichkeit, Histaminunverträglichkeit, Nitrostress und HWS-Trauma sowie KPU (das HWS-Trauma gilt als Auslöser für die ganzen Störungen).

Man kann es relativ leicht befunden mit dem richtigen Arzt! Einige Tests muss man leider selbst bezahlen. Aber es lohnt sich.

LG Lealee

"Ja, das kann schon Stress sein"

klonsi ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 28.05.11
Hallo, lealee!

Danke für die Antwort.
Ich kann leider erst jetzt etwas dazu sagen, weil ich einige Tage im Krankenhaus verbracht hatte. Der Zustand hatte sich so verschlechtert, dass ich mich kaum bewegen konnte. Aber gefunden...? Nichts.

Bei der ganzen Bettruhe fiel mir auf, wie der Schmerz vermehrt in der 12. Rippe zu lokalisieren ist, wie ich es ganz zu Beginn auch immer ansprach, darauf ging aber nie jemand ein. Ich glaube die Rippenbeschwerden und die Darmgeschichte sind nicht gekoppelt. Daher gehe ich von zwei Baustellen aus.

Also den Stuhl möchte ich nun auch untersucht haben am besten so umfangreich, wie möglich. Sollte die neue Ärztin morgen da nicht mitspielen, dann halt in Eigenregie. Ich komme aus dem Ortenaukreis. Wo wäre denn das nächste empfehlenswerte Labor?

Ach ja... also meiner Leber geht es prima. Meine Werte sind in jeglicher Hinsicht vorbildlich, abgesehen von einem leicht erhöhten Bilirubinwert, das ist aber schon eine Weile so.

"Ja, das kann schon Stress sein"

klonsi ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 28.05.11
Hallo ihr Lieben,

die letzten Tage ging es mir wieder vermehrt schlecht.

Meine Darm / Rippen Beschwerden sind mal mehr, mal weniger.
Was anders ist: Ich schlafe unglaublich schlecht, fühle mich richtig aufgewühlt nach dem Aufwachen und habe das Gefühl, als wäre ich zu heiß - und das ohne Fieber. Tagsüber habe ich fast pausenlos Kopfschmerzen, an meinen Wangenknochen entlang hat sich ein permanent, leicht taubes Gefühl eingenistet. (Gibt es da nicht eine Verbindung zum Dickdarm?) Meine Schultern und der obere Rücken sind nun auch durchgehend verspannt, was wahrscheinlich dazu beiträgt, dass ich nun auch Schmerzen in der Brust, mal links, mal mittig... habe. Und zur Krönung schmerzt es im Hals.. und am Hals. Es ist nicht zum Aushalten.

Ich muss ja sagen, die vier Tage im Krankenhaus haben mir nur wieder verdeutlicht, dass man als stille Persönlichkeit nicht weiter kommt. Das ging dann so weit, dass ich der Krankenschwester nach viermaligem Fragen etwas unfreundlicher Nachdruck gemacht habe, da ging es plötzlich. Von nun an also immer mit fester Überzeugung ans Ziel. Als Löwenfrau besitzt man ja zum Glück diese unermüdliche Sturheit.

Trotz schlechtem Zustand versuche ich aktiv zu sein und Spaß an Dingen zu haben, natürlich gelingt das nicht immer, aber man darf ja nicht aufgeben, nicht wahr?

Morgen habe ich mein erstes Gespräch mit meiner neuen Ärztin (Allgemeinmedizinerin und Heilpraktikerin), ich bin gespannt. Hatte letzte Woche schon einen Termin dort, leider war es nur die Vertretung.. jedenfalls hat sie mir trotzdem ein Röhrchen für den Stuhltest gegeben, das nehme ich morgen gleich mit. Ich hoffe als Heilpraktikerin winkt sie nicht so schnell ab, wenn es um Fehlbesiedlung oder ggf. Parasiten geht.
Außerdem habe ich am Mittwoch mein Vorgespräch zur Darmspiegelung.
Da die Schmerzen im Unterbauch ziemlich da liegen, wo der Darm einen Knick macht, und das beidseitig, wurde mir ein Arzt in der Klinik hier empfohlen, bleibt abzuwarten, was da raus kommt.

An alle Problembehafteten, die das lesen: Nicht aufgeben, denn dazu ist die Zeit zu kurz und wertvoll.
Und an alle:
Ich hoffe ihr hattet ein schönes Wochenende und genießt den Feiertag (so weit, wie möglich.)

Daniela

"Ja, das kann schon Stress sein"

lealee ist offline
Rubrikenbegleiterin Entsaften / Mixen
Beiträge: 779
Seit: 05.02.10
Hallo Klonsi,

nachdem ich auch aus aktuellem Anlass (weil ich eine habe) gerade mehrere Schriften zu Borreliose / chronisch-persisitierender Borreliose gelesen habe, musste ich bei deiner Beschreibung sofort an das eben Gelesene denken.

Ich würde dir dringend zu einer Prüfung in dieser Richtung raten. Hier werden ebensolche Rippenschmerzen, gastro-intestinale Beschwerden u. v. a. in der klinischen Symptomatik beschrieben. Typisch ist, dass Untersuchungen und Tests keine Auffälligkeiten ergeben.

Lies hier (von S. 7 bis 11 Symptomatik) Nicht alle beschriebenen Symptome müssen auftreten.

http://www.dr-hopf-seidel.de/mediapo...Borreliose.pdf

Ich hoffe, es geht dir wieder etwas besser und alles wird gut!

LG Lealee

Geändert von lealee (13.06.11 um 15:05 Uhr)

"Ja, das kann schon Stress sein"
lisbe
Dr. Fonk schreibt in "Daramparasitose in der Humanmedizin" in dem Zusammenhang auf Seite 38:
Es fällt weiterhin auf, wie häufig Borrelien und Rickettsien nachweisbar sind. Sie verhalten sich wie Viren. Auch sie können auf Grund unterschiedlichster Stressfaktoren von der inaktiven wieder in die virulente Phase übertreten. Die gleiche Beobachtung lässt sich auch bei den o.g. Bakterien machen.
Viele Bakterien und Viren leben symbiotisch mit Darmparasiten. Wenn man die letzteren nicht bekämpft - soz. als Ursache - wird es schwer die Borrelien zu kurieren.

Gruß!

"Ja, das kann schon Stress sein"

klonsi ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 28.05.11
Hallo,

danke euch beiden.
Der Arztbesuch war ziemlich angenehm, die Ärztin hat sich alles angehört und war auch gar nicht voreingenommen trotz Schilderung der Gesamtsituation.
Ich werde nun also auf Parasiten, Pilze und Borreliose untersucht.
Die Darmspiegelung werde ich dennoch machen, nur um sicher zu gehen.

Wir werden sehen, wie es weiter geht.
Es fühlt sich schon mal gut an, dass man überhaupt ernst genommen wird.


Optionen Suchen


Themenübersicht