Da wo die Hölle ist - Spurensuche

10.04.11 23:06 #1
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Da wo die Hölle ist

Magnus ist offline
Themenstarter Beiträge: 103
Seit: 31.10.09
@ "nicht der papa",

dass war nun mal ein guter Beitrag von Dir, obendrein mit Informationen.

Dieses Clenbuterol C 30 Globuli kannte ich nicht. Leider finde ich dazu im ganzen net nichts weiter zu, als "kaufen sie hier Clenbuterol C 30 Globuli". Interessanter Weise wird sogar mit der anabolen Wirkung Reklame gemacht... von Anbietern homöopathischer Medikamente (!).... Nur leide finde ich keinen Beipackzettel, oder ähnliches über diesen Stoff zu lesen - vielleicht hast Du da noch mal einen Link für mich. Auf einer Seite fand ich die Info, dass es tatsächlich Clenbuterol sei - in milder Dosis. Dann weiß ich allerdings nicht mehr was das mit alternativer Medizin zu tun hat, wenn doch das gleiche Gift, nur in milderer Konzentration, verkauft wird.

Tja, jemand schrieb einmal in einem Forum, dass 2 seiner Bodybuilder-Kollegen sich mit Clenbuterol kaputt gemacht haben und seit dem dieses Zeug weiter schlucken um wenigstens Luft zu bekommen... ich glaube nicht, dass es ihnen besonders gut dabei geht....

Und in einer so milden Dosis, wie sie wohl in den homöopathischen Mittel enthalten ist, wird es wohl nicht derart schädigend auf die Rezeptoren wirken, doch dass diese sich dadurch wieder erholen, wo doch Clenbuterol insgesamt eben diese Wirkung hat, die Rezeptoren zu vermindern... weiß ich nicht ganz so recht....

Ich denke aber es hätte mir damals nützlich sein können, um mich langsam von den hohen Dopingdosen herunterzuholen.... vielleicht wären dann ja rückwirkende Anpassungsmechanismen in Gang gekommen (wobei ich ja nun mal eh den "Fehler" machte das Clenbuterol komplett von heut auf morgen abzusetzen). Aber wie mir dass heute helfen soll?

Wenn Du also noch ein paar Infos dazu hättest, dann nehme ich die gerne.


Da wo die Hölle ist

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Homöopathische Medikamente werden immer ohne Beipackzettel verkauft, da sie idR. für viele verschiedene Anwendungsgebiete eingesetzt werden können.
Dazu einmal ein Beispiel: Ferrum phosphoricum

Sie wirken ab einer bestimmten Potenz auf der nicht materiellen Ebene der Schwingungen und enthalten in der C30 keine feststellbare Materie.

Eine C30 ist schon eine recht kraftvolle Potenz.
Wenn ich Abends eine Ferrum phosphoricum C30 nehme, weil ich merke dass ich eine Erkältung bekomme, dann ist die Erkältung am nächsten Tag meist schon verschwunden. Wenn ich sie während einer Erkältung nehme, dann reicht mir 1 am Tag. Die Wirkung merke ich sofort. Allerdings ist das auch mein Mittel der Wahl bei Erkältung.
Andere reagieren möglicherweise bei Erkältung besser auf ein anderes homöopathisches Mittel. Denn da gibt es verschiedene Mittel, die speziell bei Erkältung wirken.

Das Mittel ist aber bei Clenbuterol nicht die Frage.
Interessanter Weise wird sogar mit der anabolen Wirkung Reklame gemacht... von Anbietern homöopathischer Medikamente (!)....
Die Reklame kommt ja nicht von den Herstellern, sondern von den Onlineapotheken, die keine Ahnung von Homöopathie haben.
Vergleichbares hatten wir schon letztens. http://www.symptome.ch/vbboard/homoe...erfahrung.html Dieser Link führt dich direkt ins Unterforum Homöopathie, wo Du Näheres zur Homöopathie findest.

Das ist die Seite des Herstellers. Homeda Pharma GmbH: HOMEDA CLENBUTEROL C30

Wir, als Familie, haben schon sehr viele positive Erfahrungen bei akuten, aber auch bei sehr schweren und auch chronischen Gesundheitsproblemen gemacht. Sonst wäre ich nicht so überzeugt davon und würde dir einen Versuch vorschlagen.

Und was hast Du bei einem Versuch ausser ein paar Euro nach 17 Jahren noch zu verlieren?
Es kann allerdings bei homöopathischen Medikamenten auch zu einer Erstverschlimmerung kommen, bevor es besser wird.

Besser finde ich es in jedem Fall, wenn man zumindest anfänglich bei einem Arzt ist, der auch die Zusatzbezeichnung Homöopathie trägt.
Älterer Arzt deshalb, weil diese Zusatzausbildung vor einigen Jahren per Gesetz radikal gekürzt wurde und ein älterer Arzt auch einiges an praktischer Erfahrung hat.
Auch wenn hier alle ihre Erfahrungen mit Ärzten gemacht haben- Ich durfte in meinem Leben auch schon sehr engagierte und aufopferungsvolle Hausärzte kennen lernen. Das Problem ist nur so einen oder eine zu finden.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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Magnus ist offline
Themenstarter Beiträge: 103
Seit: 31.10.09
@ nicht der papa,

danke nochmal für die neuren Infos. Ja, das mit den anfänglichen Erstverschlimmerungen von diesen Mitteln, das habe ich schon kennengelernt (Sedaphin).

Auch hast Du wohl recht, dass ich nicht wirklich viel noch falsch machen kann, dieses homöopathische Clenbuterol mal zu testen. Was ich wohl auch tun werde. Ich berichte dann.

Insgesamt, zu meinem kleinen Erfahrungsschatz, kann ich sagen, dass Vitamin -B, in Spirtzen verabreicht, eine enorme Wirkung hatte - bei oraler Einnahme jedoch, kaum. Ebenso wie Penoxifyllin intravenös der reinste Hammer war und oral ziemlich für die Füsse. Ich weiß zumindest, dass sowohl Chemie, als auch Natur "was" machen kann - habe also keinerlei Vorurteile gegenüber irgendwas, außer natürlich, um so mehr Bedenken, je chemischer etwas ist. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, als ich eben intravenös das Pento bekam, dass mit einem Schlag nicht nur mein ganzes körperliches Leid verschwindet, sondern mit ihm mein ganzer aufgestauter Hass und meine Gedanken an Rache oder ähnlichem. So wie ich nun eigentlich nur davon träumen kann, es eines Tages zu knacken (mit Diagnose!) um auch eine ganze Reihe von "Ärzten" zu verklagen, bis sie am Boden sind, ihnen zu schaden wo und wie ich nur kann, um ihnen nur einen Hauch von dem zu geben, was sie mir aus ihrer sicheren Überlegenheit heraus angetan haben. Vermutlich würde ich wohl wieder all mein Leid und alles was mir angetan wurde "vergessen", sobald es mir besser geht. Vielleicht sogar auch so weit, dass ich fortan auch an nichts mehr denken werde, was mit Krankheiten und Ärzten zu tun hat - und eben das Leid derer verdränge die dann noch so, oder ähnlich leiden wie ich einst.

Naja....


Mir fällt noch etwas ein, was ich vieleicht Dich fragen könnte:

Vor Clenbuterol war ich fast regelmäßig einmal im Jahr mit einem grippalem Infekt erkrankt, zumeist auch mit ordentlich Fieber. Also was ganz normales - denke ich doch. Doch nach Clenbuterol hatte ich in den ganzen 17 Jahren nicht ein einziges Mal auch nur eine kleine Erkältung! Geschweige Fieber - nie! Lediglich in 2009 zum "Supergau" hatte ich über etwa 6 Monate eine dauerhaft erhöhte Temperatur (ca. 37,5 - 38,5) und in 2010 einen Tag lang im KH ein ganz kurzes und hohes Fieber (40), welches den nächsten Tag schon wieder gänzlich weg war. Doch in den ganzen Jahren - bezüglich normaler Erkrankungen - nichts und nie. Ich merkte manchmal am Abend so ein leicht "grippliches" Gefühl, welches aber am nächsten Morgen gänzlich weg war. Kein Husten, kein Schnupfen, keine Heiserkeit.. nie und nichts, obwohl ich eben vor Clenbuterol da "ganz normal aufgestellt" war und mir, wie wohl die Meisten, dann und wann etwas "einfing".

Ich fand wohl, dass der Sympathikus auch für die Körpertemperatur zuständig ist, doch was hat das z.B. mit grippalen Viren udgl. zu tun? Ich frage mich eben auch aus dieser Ecke, was da wohl so anderes tickt, dass ich eben nicht mal "normal" Krank werde - wobei ich mich an dem einen Tag im KH mit 40 Fieber - kein Witz - irre gut fühlte, ich fühlte die ganzen anderen Beschwerden nicht mehr....ich meine, auch darüber würde ich mir nie Gedanken machen, wenn es eben nicht so auffällig auch seit Clenbuterol so ist - und ich suche nun alles, was mich näher an eine Diagnose bringen kann -eben, wenn man vielleicht auch noch mal hier oder da einmal etwas erkennt, was z.B. eine definitive URSACHE X haben muss! - Mithin sich alles erklären ließe.

Mir ist schon klar, solche Beschreibungen klingen bescheuert... weshalb ich sowas freilich nicht bei einem Arzt ansprechen kann. Daher dann einmal hier.



Geändert von Magnus (15.04.11 um 15:54 Uhr)

Da wo die Hölle ist

Magnus ist offline
Themenstarter Beiträge: 103
Seit: 31.10.09
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
So. Mehr Vorschläge habe ich nicht für dich.
Zumal dieser Schaden wohl zu lange zurück liegt, um Meldung zu machen. Oder?
Denn eigentlich kann ein Beipackzettel nur dann geändert werden, wenn auch genug Leute mit Schäden Meldung dazu machen.
Ich meldete meine Erfahrungen an Böhringer-Ingelheim. Diese nahmen diese jedoch nicht an und verlangten, dass ein Arzt bestätigt, dass meine Beschwerden von Clenbuterol kommen. Meine Zitate bezgl. der Erkenntnisse von Forschern würden aus dem selben Grunde nicht kommentiert. Also nur ein Arzt ist berechtigt einem Pharmahersteller auf wissenschaftliche Erkenntnisse aufmerksam zu machen und nur dieser darf auf eine Beantwortung hoffen. Wenngleich jedoch eben auch in einer Arbeit (in einer Habilitation) vom Schreiber darauf hingewiesen wurde, dass ihm Böhringer Ingelheim keinerlei Informationen aus den eigenen Studien offen legte.

Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Von bleibenden Schäden steht da jedenfalls nix.
http://www.symptome.ch/vbboard/krank...wirkungen.html
Jo... das ist es ja. Da steht nix über die tatsächlich möglichen Schäden - die nachgewiesen wurden (ich hatte sie schon aufgezählt - alles aus Promotions-u. Habilitationsarbeiten von Medizinern und Biochemikern udgl.).

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Kayen ist offline
Beiträge: 4.566
Seit: 14.03.07
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Hallo alibiorangerl,
und was hat CFS deiner Meinung nach mit den Folgen einer Schädigung durch Clenbuterol zu tun?

Naja, wenn man sich die Symptome von Magnus ansieht, könnte es schon einen Zusammenhang mit einem Virusinfekt oder Bakteriellen-Infekt geben.

Zu einer Schädigung von Clenbuterol könnte sich evtl. eine Borreliose gesellt haben. Jedenfalls sind die Beschwerden ähnlich, auch die beschriebene Augenproblematik und die schnelle muskuläre Erschöpfung und die seltsamen Fieberschübe.

Wurde hinsichtlich einer Borreliose schonmal geguckt?

Liebe Grüsse
Kayen
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KarlG ist offline
Beiträge: 2.373
Seit: 22.01.11
Hallo,

Vor Clenbuterol war ich fast regelmäßig einmal im Jahr mit einem grippalem Infekt erkrankt, zumeist auch mit ordentlich Fieber. Also was ganz normales - denke ich doch. Doch nach Clenbuterol hatte ich in den ganzen 17 Jahren nicht ein einziges Mal auch nur eine kleine Erkältung! Geschweige Fieber - nie!
Dazu fällt mir "völlig kaputtes Immunsystem" ein. Falls das so ist, lebt sicher etliches in Dir, was da nicht hingehört und da würde sich der Kreis zu der Anregung von Kayen schließen....

Gruss
Karl

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Magnus, ich muss jetzt auch noch was dazu schreiben.
Ich finde es sehr kritisch, wenn man in eine Forengemeinschaft platzt und seine Verbitterung an anderen auslässt, von denen man absolut nichts weiss.

Shelley ist eine junge Frau, die von Kindheit an schwer krank und seit langer Zeit ans Bett gefesselt ist, oft grosse Schmerzen leidet und Morphium nimmt.
Das Forum und das Internet sind ein wichtiger Teil ihrer Welt.

Sie wollte dir nur zu verstehen geben, dass Du mit deinen Schmerzen nicht alleine bist und es viele Menschen gibt, die die Hölle auf Erden erleben.
Dass sie sich dabei nicht glücklich ausgedrückt hat, kann man ihr mMn. nicht vorwerfen.

Zitat von Borreliose2010
Du hast mit Kanonen und Atombomben auf einen Spatzen geschossen.
Würde ich daher umformulieren in Du hast mit Kanonen und Atombomben auf ein sehr krankes Spatzenmädchen geschossen, dass bis heute noch nie geflogen ist.

Zitat von Borreliose2010
HIER bist Du in Gesellschaft von Leuten die ALLE mehr oder weniger große gesundheitliche Probleme haben
Nein. Nicht alle. Aber sehr viele.

Zu deiner Beschreibung der fehlenden Erkältung und des gut fühlens bei hohem Fieber werde ich versuchen das zu schreiben, was ich persönlich dazu denke.
Da nehme ich, da alibiorangerl so nett war darauf hinzuweisen, CFS, aber auch Allergiker als Beispiel.
Menschen mit CFS haben durch völlig unterschiedliche Ursachen wie Impfung, Vergiftung, SD-Probleme, Erkrankungen usw. einen Schaden am Immunsystem erlitten.
Dies führt dazu, dass das Immunsystem ständig beschäftigt ist und die Menschen sich sehr krank fühlen. Im Verlauf der Erkrankung teilweise bettlägerig werden und starke Schmerzen haben.
Dabei glaube ich persönlich nicht daran, dass die mögliche Virenbelastung das eigentliche Problem ist, denn manche virale Belastung tragen nahezu alle Menschen ohne krank zu werden und andere an CFS Leidende haben gar keine virale Belastung und trotzdem CFS. Auch wenn mich die an CFS Erkrankten dafür steinigen werden.

Allergiker haben durch Überempfindlichkeiten gegen alle möglichen Dinge in gewisser Weise dasselbe Problem. Sie kämpfen gegen Stoffe, die dem Gesunden absolut nichts ausmachen.
Bei Beiden führt das Immunsystem in gewisser Weise einen Kampf gegen einen künstlichen Feind, da ein Gesunder mit ihren Belastungen kein Problem hat.
Ich persönlich sehe das mittlerweile in beiden Fällen als Formen der Autoimmunität durch ein geschädigtes Immunsystem.

Bei Beiden wird sich die Krankheit sofort verbessern, wenn sie hohes Fieber haben, da das Immunsystem dann nicht nicht mehr mit der Bekämpfung eines künstlichen Feinds, sondern einer tatsächlichen Bedrohung beschäftigt ist. Denn ab etwas über 42°C ist durch Denaturierung der Eiweissbestandteile im Blut Ende mit dem Leben.
Daher ist das ein klares Zeichen, dass auch dein Immunsystem 2009 durcheinander war und bei deinen Problemen eine Rolle spielte.

Auch das können übrigens Schmerzmittel vollbringen. Schmerzmittel behindern Immunsystem - Blog ohne Diät

Natürlich kann man alles mögliche argwöhnen Kayen, aber ich glaube nicht an schulmedizinische Untersuchungen. Die Augenproblematik steht mMn. genau so in Zusammenhang mit Clenbuterol wie die Aggros.
Für mich hört sich das Ganze nach Auf einer Droge hängen geblieben an.
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Da wo die Hölle ist

Kayen ist offline
Beiträge: 4.566
Seit: 14.03.07
Natürlich kann man alles mögliche argwöhnen Kayen, aber ich glaube nicht an schulmedizinische Untersuchungen. Die Augenproblematik steht mMn. genau so in Zusammenhang mit Clenbuterol wie die Aggros.
Für mich hört sich das Ganze nach Auf einer Droge hängen geblieben an.
Naja, aber ganz schön lang auf der Droge hängen geblieben, meinst Du nicht? Ich denke, wenn man nicht weiter kommt, ist es gut seinen Blickwinkel zu erweitern. (Natürlich nur, wenn man selbst auch möchte)

Und die Schilderungen von Magnus, gerade jetzt speziell mit den Fieberschüben im Zusammenhang mit den anderen Symptomen, lassen eine Borreliose vermuten bzw. man kann sie nicht ausschliessen. Das ist kein argwöhnen. Ohne Vermutung keine Diagnose.

Liebe Grüsse
Kayen
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Da wo die Hölle ist

Magnus ist offline
Themenstarter Beiträge: 103
Seit: 31.10.09
@ nicht der papa,

nochmals danke für Deine Mühen - ich werde mich damit nochmal in Ruhe beschäftigen (ich habe auch schon in solche Richtungen überlegt gehabt - doch eben leider nie etwas "greifbares" gefunden).

Zu dem Fall Shelley sei gesagt.... also, es sei nicht so, dass ich etwa z.B. kein Verständis für Ihre Lage haben wollte, doch ich habe auch das Bedürfniss mich gegen so einiges zur Wehr zu setzen. So muss ich mir wohl von Ärzten "Überheblickeiten" aller Arten bieten lassen - nicht aber außerhalb von deren Praxen.

Die Situation von Shelley finde ich erschreckend und es tut mir Leid für sie, was ich so las. Nur soll bitte niemand den Fehler begehen andere Belehren zu wollen, nur weil man der Überzeugung ist, man wisse aus seinem Übel heraus, was man anderen zu sagen hat. So möchte ich auch nicht mit Shelley meine Erkrankung gegen die Ihre tauschen wollen. Der gravierende - sehr bedeutsame Unterschied - liegt hier nunmal darin, dass sie WEISS, was sie hat und eine Diagnose hat. Das macht es nicht besser - aber nicht um einen heftigen Teil schlimmer. So würde ich Shelley sagen wollen, dass ich mitempfinden kann, wie ihre Situation ist (wenn auch nicht 100% nachvollziehen), doch wie wäre Deine (@Shelley) Situation, wenn Du genau diese Erkrankung hast, die Du nunmal hast und Du erhälst keine Diagnose? Kein Attest? Ich erspare mir Details - wer mag kann sich das vorstellen, was ich daraus ergibt. Und hier geht es nicht um das Akzeptieren von Krankheiten.

Denke
- an Arbeit, an Geld verdienen, was von dir verlangt ist - kannst um Hilfe schrein wie Du willst - und wenn du es tust, kommst du in ein Irrenhaus (vielleicht finde ich dazu noch einmal den Bericht einer Betroffenen)

- an Dein ganzes Umfeld - so wahr es meine Erfahrung - so die Erfahrung aller die über Jahre ohne Diagnose vor sich hin vegetierten - Selbst die eigenen Eltern werden sich irgendwann denken "na also wenn doch so viele Ärzte sagen dem fehlt nichts?... dann können die sich doch nicht alle irren?"

Kaum ein Mensch, der nicht diese Abgründe in der Medizin erleben musste, kann das für wahr nehmen, dass einen Ärzte, bei egal was für einer noch so schlimmen Erkrankung, als Patient regelmäßig wie Dreck behandeln, sie von oben herab andonnern, beleidigen, belächeln. Und wie es ist, etwas sagen zu wollen und schon im Ansatz massiv unterbrochen zu werden, über das was sein kann und das was nicht sein kann belehrt zu werden. So stelle Dir vor, Dein Arzt sagt Dir: "Dir fehlt nichts! Höre auf damit!" Und später wenn Du mit "sonst was", was z.B. aus der Erkrankung resultiert, im KH gesagt bekommst, naja, jetzt ist doch alles gut "Tschüss dann" oder noch später aus weiteren Folgen operiert wirst, ohne dass es etwas nutzte, nachdem es immer hies: "Nein, auch in "dieser Ecke" ist nichts!" und es dann hieß" ja, okay Verzeihung, da war doch was, wir haben es aber jetzt behoben, ihnen geht es gut, auch wenn sie immer noch sagen, es sei wie gehabt! Nein, vorher hatten sie leider Pech mit den Ärzten, das war auch etwas versteckt, dass erkennt nicht jeder, aber wir haben dass ja nun behoben - BASTA! Ihnen geht es jetzt gut!"

Endlos - und dann gehst Du zu Behörden und fragst, von was Du überleben sollst, wenn Du doch zur Arbeit verpflichtet bist, nicht arbeiten kannst aber musst, da Du bei Verweigerung keine Gelder erhälst (?)

So also @ Shelley, wenn Du also nun Deine eigene Erkrankung nimmst und Dir nun vorstellst, was passieren würde, wenn Dir dies nicht diagnostiziert würde.

So erscheint mir Dein "gesundheitliches Problem" mieser als das meine, aber ist unvergleichbar in der Art der Beeinträchtigung bezüglich der Umwelt und des (Über-)Lebens darin. Völlig unabhängig von jedweder Erkrankung beurteilt, das Problem der Diagnoselosigkeit und den daraus erwachsenen Lebensbedingungen - hat nichts mit dem Akzeptieren seiner Erkrankung zu tun - es ist ein KZ.

Und wolltest Du nun, als jemand, der längst seine Erkrankung akzeptierte, so gut es ginge, ohne zu wissen was es ist, von jemand anderem - von oben herab - über die typischen Stufen der Akzeptanz von Krankheit hören?

So sagen alle, welche einst diagnoselos waren und Jahre so durch machen mussten, - einhellig - aus: der Tag der Diagnose, war das größte Glück! Auch dann, wenn es um eine heftige Erkrankung geht. Denn sie hatten sie ja sowieso schon und litten unter der Krankheit - aber sie wurden dazu - systemisch bedingt - von der ganzen Gesellschaft gefoltert, dass es in einen Film gehört und nicht in die Realität - und das hatte dann ein Ende. Die Entlassung aus einem KZ, mit einer Krankheit X, ist immer etwas anderes, als eine Krankheit X und KZ.

So kann es nicht angebracht sein mir - oder sonst jemanden - (mit welchem Mist auch immer am Halse), für die Darstellung dieses Wahnwitzes, über Akzeptanz, in Bezug der Erkrankung selbst, "Aufklärung" anheim zu legen.

Ich hatte auch bemerkt, dass es Dir unmöglich ist, dass Du den Begriff "KZ"
zu diesem "Problem" nachvollziehen kannst - und der festen Überzeugung bist, dies sei gegenüber KZ-Häftlingen eine Entwürdigung. So frage ich mich, wie es Dir so sehr an Vorstellungskraft mangeln kann, dass Du nicht im Stande bist zu sehen, wie sich Deine Erkrankung für Dich darstellen würde, wenn Dir von keinem Arzt dies - und gar nichts - nachhaltig diagnostiziert würde. Dabei nicht den Verstand zu verlieren ist eine nochmal deutlich höhere Anforderung, als "nur" das Leid einer Erkrankung selbst - und niemals eine Frage der Akzeptanz. Für einen Hund vielleicht, weil er nun gar nicht mehr beurteilen kann, was los ist, wenn er doch krank ist und von Herrchen zur Strafe nur noch Prügel und nix zu Fressen bekommt - ein Mensch, der windet sich darin - hin und her - bis es - so oder so - ein Ende nimmt.

Also Shelley, vielleicht kannst Du ja doch einmal nachvollziehen, wovon ich überhaupt spreche.

PS: Nur mal so für Dich, weil Du mich ja persönlich danach fragtest: "Nein, beim Begriff "Hitler" dachte ich nicht an Dich, sondern beim Begriff "Oberlehrer" - beim Begriff "Hitler" dachte ich eher an mich."

Und vielleicht verstehst Du auch einmal meinen Standpunkt, wenn ich sage, dass nicht die "Oberlehrer" oder die "Hitler" die wahrhaft gefährlichen sind - sondern die, die sie dazu machen, mit stets einer Blüten-reinen Weste.

Geändert von Magnus (15.04.11 um 20:36 Uhr)

Da wo die Hölle ist

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Einwurf: es geht um Shelley .

Gruss,
oregano

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