Probleme ohne Ende........

14.02.11 21:40 #1
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Ann Iris ist offline
Beiträge: 99
Seit: 24.12.11
Liebe Inchiostra

Zitat von inchiostra Beitrag anzeigen
Aber liebe Annette will das schnell richtig stellen. Tut mir leid, dass du geschockt warst.

Also, was ein richtiger Asperger ist meinte ich so. Das sie eben, und dass erlebe ich beim Sohnemann extrem, dass er keine gleichgesinnten sucht. Keinen Small Talk führen kann, was dann ziemlich frustriert. Wollen vielleicht, aber nicht können.
Small Talk ist Schwerstarbeit für sie. Alles muß logisch sein.
Mal wird zu schnell oder zu langsam, zu laut oder zu leise gesprochen.
Was muß er sagen guten Tag oder Hallo usw.

Das meinte ich

Danke, dass du das nochmals erklärt hast für mich.
Ja, damit kann ich mich dann auch identifizieren.

Aber prinzipiell besteht durchaus das Bedürfnis sich austauschen zu können. Man ist nur oftmals nicht in der Lage, sich adäquat zu äussern, die eigenen Bedürfnisse auszusprechen.

Smalltalk ist furchtbar für mich. Aber leider ist das scheinbar eine zwingende Voraussetzung, um soziale Kontakte aufbauen und insbesondere auch halten zu können. Nicht umsonst lebe ich vollkommen isoliert (abgesehen von den beruflichen Zusammentreffen mit Menschen, aber da kann ich mich ja meist auf die berufliche Thematik beschränken und muss nicht zwingend Smalltalk ausüben) - es mag mir nicht gelingen, Kontakte aufrecht zu erhalten oder besser gesagt, ich schaffe es nicht mal einen Kontakt herzustellen.

Aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass man auch als Autist einen vertrauten Menschen benötigt, dem man sich mitteilen kann.

Ich schliesse mich der Frage von Wildaster an.
Wie stellst du dir eine solche Betreuung/ ein Coaching FÜR DEINEN SOHN vor?
Und wie soll deine Rolle dabei aussehen?

LG Annette

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Wildaster ist offline
Beiträge: 5.427
Seit: 18.03.12
Guten Morgen liebe inchi

in der Nacht ist mir sehr vieles durch den Kopf gegangen,denn möchte dir ja auch helfen und dir Kraft geben für deinen weiteren Weg.
Du weißt,ich schreibe selten über meine Arbeit,denn wollte mich noch etwas hinter meinem Nicknamen verstecken.
Da ich aber hinter dem stehe,was ich hier im Forum schreibe,ist es egal,wenn mich jemand erkennt.
Ich arbeite in den letzten 30 Jahren an einer Lernbehindertenschule und habe eine 3. Klasse mit 13 Schülern die 9- 10 Jahre alt sind.
Diese Arbeit füllt mich aus,denn ich werde täglich gebraucht und es sind besondere Kinder.
Es sind zwei Jungs in meiner Klasse mit der Diagnose ,,Asperger - Autismus" und unterschiedlicher können sie nicht sein.
Jeder der sich mit dieser Diagnose beschäftigt hat,oder wie du und Annette ein Kind mit dieser Diagnose hat weiß,jeder Tag ist eine Herausforderung für das Kind,die Eltern und auch für den Lehrer.
Man wird gebraucht und muss ihnen immer wieder das Vertrauen vermitteln,ich bin da und es besteht keine Gefahr( finde auf die Schnelle keine andere Formulierung).
Was mir an meinen beiden Kindern gefällt ist ihre Ehrlichkeit,ihre Treue und der Gerechtigkeitssinn.
Geht mal alles schief und ich bin nicht gelassen und ausgeglichen und wir haben dadurch miteinander Schwierigkeiten und ich erkläre es ihnen anschließend auch vor der Klasse,ist die Welt für sie wieder in Ordnung.
Es ist immer ein Kunststück,sie mit ihren Auffälligkeiten in die Gruppe zu integrieren.
Ihr wisst ja liebe inchiund liebe Annette,dass sie sich liebend gern alleine beschäftigen und sich sehr oft zurückziehen.
Aber ich habe es geschafft,dass sie so angenommen werden wie sie sind und ich sie oft mit extra Lob motivieren kann.
Es ist mein ständig gleicher wiederholender Ablauf,klare Strukturen und die Routine- brauchen auch die anderen Kinder- die uns als Klasse,kleine Familie funktionieren lassen.
Aber das wisst ihr ja alles.
Was mich immer wieder freut ist das Erstaunen und die Freude der Eltern,die ihre Kinder von einer anderen Seite kennenlernen,denn zu Hause geben sie sich anders und froh darüber sind,dass ihre Kinder durchaus in der Lage sind sich anzupassen und über ihre Grenzen gehen,eine Integration möglich ist.

Liebe inchi,du machst alles richtig,du gibst nicht auf und kämpfst um deinen Sohn.

Aber allein!
Du darfst nicht aufgeben und doch muss dein Sohn( mein Neffe) lernen,auch mit fremder Hilfe ein eigenständiges Leben eines Tages zu führen.

Bitte denke darandass wir alle älter werden und dann fehlt die Kraft,diese Aufgabe alleine zu bewältigen.

Du würdest jetzt sagen,das war das Wort zum Sonntag.

Liebe Sonntagsgrüße von deiner Wildaster
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

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inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Einen schönen sonntag.jpg

habe mir eben alles hier in Ruhe durchgelesen.
Wärmekissen auf dem Bauch, Kuchen, Kaffee.

Heute brauche ich besonders viel Kraft mal nichts zu denken.
Ich meine damit.
Ich möchte mich zwingen einfach mal nichts zu denken.
Nicht das Wort Problem.
Nicht das Wort Betreuung usw.

Das ist nicht einfach.

Ich fühle mich wohl wirklich so wie dieser Sisyhos.
Der den Rucksack trägt und noch obendrauf den Schnee. (liegt ja hier noch rum)
Mehr geht einfach nicht.

Auch eine Art von loslassen finde ich.
Könnten Entzugerscheinungen auftreten heute.
Merke jetzt schon beim Schreiben eine Leere, die sich wie Panik anfühlt.

Nichts tun.
Einfach nur Da sein.
Für mich alleine.
Vielleicht erstmal eine Stunde.

Ich mag jedenfalls Small Talk.
Einfach nur mal sinnloses quatschen.
Aber ich muß eben hier (zu Hause)immer nur logisch denken. Was meiner Natur wohl nicht immer entspricht.
Bin eben eine Quatschetyp.

Also, ist heute mal Lockerungstag, damit ich mit klarem Kopf denken kann.

Sah heute im Fernsehen ein Schneckenfest.
Ich könnte ja mal bei einem Schneckenrennen mitmachen.
Jedenfalls weiss ich ja, dass ich nicht alleine bin hier schnecken.jpgvielen Dank.

Liebe grüße von inchi Soeben rannte hier ein Osterhase durch.ostern-0203.gif Stimmt ja. Habe ich dieses Jahr vollkommen verdrängt. Auf der Fensterbank steht noch der Weihnachtsbaum.

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Ann Iris ist offline
Beiträge: 99
Seit: 24.12.11
Liebe Wildaster

Wie sehr hätte ich mir für meinen Sohn eine Lehrerin wie dich gewünscht.

Ohne diese schwersten traumatischen Erfahrungen während der langen Schulzeit wäre mein Sohn sicherlich nicht in solch schwere Krisen geraten, hätte bestimmt auch einen richtigen Schulabschluss.... aber eine Rückschau nutzt nicht viel, so blicken wir optimistisch auf all das, was noch kommen wird.

Danke für dein wunderschönes Statement und danke für die Arbeit, die du täglich leistest.


Liebe Inchiostra

Abschalten ist gut. Einfach mal nur in den Tag hineinleben.
Ich wünsche dir einen geruhsamen Sonntag mit vielen guten Gedanken.

Smalltalk an sich ist nichts Schlechtes. Darüber können die meisten Menschen entspannen und eben abschalten, was wie du selbst nun merkst, enorm wichtig ist.
Er passt nur für mich nicht. Oder er passt für deinen Sohn nicht.

LG Annette

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inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Habe ich vergessen.

Das war mein Wort zum Sonntag liebe Schwester Wildaster.

Dein Wort zum Sonntag war auch schön.

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darleen
Liebe Inchi

ich schreibe jetzt mal ohne im Bezug auf einen Post hier, zumindest keinen Direkten

Umgang mit Apsergern ist wirklich schwierig im Bezug auf den Grad der Unterstützung

Da ich ja gut unterscheiden kann zwichen mir -->Asperger und Sohn --> Asperger

ich bekam keine Unterstützung in der Kindheit , da meine Mutter mich nicht so wahrnahm oder nicht wahrnehmen wollte/konnte , ich war introvertiert und extrem ängstlich , vor lauten Geräuschen, vor anderen Menschen , vor anderen Kindern, ich verkroch mich unter Tischen , was zur Lachnummer und Unverständnis auch bei meiner Mutter ausartete, ich wurde gezwungen mich mit anderen Kindern auseinanderzusetzen, mit Situationen die mir fremd vorkamen , obwohl ich eine Heidenangt davor hatte, ich habe gelitten und das nicht zu knapp--> Dies jetzt nur als Beispiel

ich wurde von verschiedenen Personen betreut , damals war es eben so , ich wurde immer wieder ins kalte Wasser gestoßen , weil auf mich eben nicht solche Rücksicht genommen wurde , wie auch ? wo doch solche Dinge -->Asperger so unbekannt war

und soll ich dir was sagen ? früher war es die Hölle für mich , heute sage ich , das ich für mich großes Glück hatte , denn nur dadurch komme ich Heute so gut zurecht mit dem Leben , konnte Kompromisse schließen , konnte mich so weit anpassen das ich Kommunizieren kann ohne das Jemand die Stirn kraus zieht, was ich denn so meinen könnte, am Besten geht das bei mir über das Schriftliche , mündliche Aussagen von mir sind dann doch noch anders , aber auch das lässt sich Aufklären wenn bei mir eben nachgefragt wird , wie ich Etwas meinen könnte

und vor allen Dingen , ich konnte dadruch gut allein leben , ohne irgendwelche Unterstützung

nun zum eigentlichen Thema

mein Sohn : ich dachte mir so , werde es möglichst gleich tun , in abgemilderter Form , so wie es mir ergangen ist, ja denkste , man fällt immer wieder in die Falle , diesen Asperger, wie soll ich sagen, zu sehr zu *unterstützen* , nicht jetzt falsch verstehen , es ist klar das die Kinder Unterstützung brauchen , aber wo ist der genaue Grad zwichen zu sehr und genau richtig ?

ich sehe es jeden Tag, das es eben einen großen Unterschied macht, in wieweit man Kindern diesen Asperger zulässt , wir haben probiert einen guten Mittelweg zu finden, gelungen ist uns das nicht , in keinster Weise , leider

(Nicht falsch verstehen mit dem Wort *Asperger-zulassen *, ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken könnte )

ich weiß bis heute nicht , wie es geworden wäre wenn uns Jemand Anderes zur Seite gestanden hätte so ala Betreuer , er kennst ja nur unsere Arbeit an ihm , mit ihm , mit Ausnahme von Ergotherapeuten, Lehrtherapien ect.

dann waren wir ganz schlau , dachten okeee so eine Regelschule wäre genau das Richtige , mit Intergrationshilfe , also nicht zu viel Unterstützung und nicht Zuwenig, tja was soll ich sagen, die ersten 4 Jahre wunderbar , dann kam ein anderer Lehrer und damit fiel das Ganze in den Keller und das massiv

es gab nur noch schlechte Zensuren , der Lehrer wusste nicht wie mit ihm umzugehen wäre , alle Hinweise eine gradlinige Anweisungen-Art zu gehen , schlugen fehl, weil der Leher unsicher war, für ihn war mein Sohn das kleine arme Schnullibärchen , ja und Sohni von Natur aus der eher faule Typ , für ihn war es herrlich , sich auszuruhen auf einer Diagnostik , Nichts besser als das

Thema Regelschule ist somit Lehrerabhängig ins Wasser gefallen, worüber wir uns ärgern , weil wir dadurch um Schritte zurückgeworfen wurden

Denn ganz ehrlich es wartet Niemand im späteren Leben auf einen Asperger , denn solange sie nicht mit der restlichen Welt klar kommen , so lange werden sie hinten überfallen

und das ist schade

was ich eigentlich damit sagen wollte, wie man es macht , es ist verkehrt, trotz selbst erlebter Dinge in Kindheit und Erwachsemenalter

man muss da einfach durch und Zulassen/Loslassen und hoffen das es das Richtige ist

was noch ganz wichtig ist liebe Ichi

porbiere möglichst keine unterledigten Dinge in den nächsten Tag mit rüberzunehmen, alles was erledigt werden kann sollte erledigt sein , denn unerledigte Dinge , egal wie Nichtig sie auch sein mögen ,werden sonst zu einem Schneeball in der Bimmel

ich weiß jetzt nicht ob dir meine Zeilen Etwas sagen oder gar helfen können, was ich eigentlich darstellen wollte ist, das egal wie man mit dem Asperger umgeht , es wird nie auch nur eine Gewissheit darüber geben ob das so die richtige Herangehensweise sein wird, deswegen sollte man sich davon verabschieden , von der totalen Muss-Unterstützung-Alles-richtig-machen-wollen , es gibt sie nicht , es wird sie auch nie geben und auch Außenstehende werden nie wissen was das Richtige sein wird..

es geht nur Probieren, Probieren und sich nicht denken man würde Etwas versäumen wenn man Dies und Jenes nicht ausporbiert, das macht nur unruhig, unstrukturiert und so ein unzuverlässiger Faktor für deinen Sohn ist nicht optimal

wünsche euch das sich bald Dinge lichten

liebste grüßis darleen

Geändert von darleen (24.03.13 um 13:16 Uhr) Grund: tippfehler

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Ann Iris ist offline
Beiträge: 99
Seit: 24.12.11
Liebe Darleen

Zitat von darleen Beitrag anzeigen
Umgang mit Apsergern ist wirklich schwierig im Bezug auf den Grad der Unterstützung
Das ist absolut richtig.
Da spielen so viele Faktoren mit rein, dass es kein allgemeingültiges Patent gibt.
Meine Devise war und ist immer, so viel wie nötig, aber auch so wenig wie möglich.

Meine Kindheitserfahrungen erwähne ich hier lieber erst gar nicht, da fliessen zusätzlich neben meinem eigenen Asperger ganz viele andere Kriterien hinein, die mich zusätzlich geprägt haben.
Unterstützung hatte ich zumindest nie eine adäquate. Auch das hat geprägt. Auch das hat mich letztendlich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Und es hat mich stark gemacht, denn ohne Unterstützung zu überleben ist auch eine Art Lebenskunst.

Aber diese so schwere Lebensschule wünscht man sich nicht für sein eigenes Kind. Dennoch hat er das Recht auf das Lernen über eigene Erfahrungen, wozu leider auch Negativerfahrungen gehören. Selbsterkenntnis ist ein wichtiger Entwicklungsprozess. Nur so kann man letztlich auch Selbstbewusstsein erlangen.
Unterstützung ist gut und wichtig, aber immer im Sinne des heranwachsenden und dann erwachsenen Menschen. Ich sehe Unterstützung vielmehr in Anleitung und Erklärung als in der Ausführung aller Tätigkeiten und Handlungen, insbesondere bei unseren erwachsenen Kindern.

Ich wünsche mir selbst sehr oft einen solchen Menschen an meiner Seite. Einen Menschen, der mich in Situationen anleitet, in denen mir ein logisches Vorgehen aufgrund Overloadsituationen und Überlastung nicht mehr möglich ist. Dabei geht es nicht darum, dass man mir Handlungen abnimmt, sondern vielmehr darum, dass man meine Gedanken wieder in die richtige Richtung lenkt, mir hilft, mich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, dass ich mich nicht ständig in den vielen unwichtigen Details verliere.

Kompensationsstrategien sind gut und wichtig, um in diesem Leben bestehen zu können.
Aber nicht um jeden Preis !
Ich muss mir als Autistin das Recht bewahren dürfen, so sein zu dürfen wie ich nunmal bin. Dies im privaten, aber auch im beruflichen Bereiche gleichermassen.

LG Annette

Geändert von Ann Iris (24.03.13 um 12:02 Uhr)

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darleen
Zitat von Ann Iris Beitrag anzeigen
Liebe Darleen

Das ist absolut richtig.
Da spielen so viele Faktoren mit rein, dass es kein allgemeingültiges Patent gibt.
Meine Devise war und ist immer, so viel wie nötig, aber auch so wenig wie möglich.
Liebe Annette

so probieren wir das eben auch zu handhaben, mit eben auch mal minder Erfolg


Meine Kindheitserfahrungen erwähne ich hier lieber erst gar nicht, da fliessen zusätzlich neben meinem eigenen Asperger ganz viele andere Kriterien hinein, die mich zusätzlich geprägt haben.
Unterstützung hatte ich zumindest nie eine adäquate. Auch das hat geprägt. Auch das hat mich letztendlich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Und es hat mich stark gemacht, denn ohne Unterstützung zu überleben ist auch eine Art Lebenskunst.
So sehe ich das auch, ohne meine ganzen Erfahrungen die ich unfreiwillig machen musste, haben mich zu einem kommunikativen, extrovertierten und selbstbewussten Menschen werden lassen , der sich aber jeden Tag noch hinterfragt bzw. vemehrt der Selbstreflektion huldigt

Aber diese so schwere Lebensschule wünscht man sich nicht für sein eigenes Kind. Dennoch hat er das Recht auf das Lernen über eigene Erfahrungen, wozu leider auch Negativerfahrungen gehören. Selbsterkenntnis ist ein wichtiger Entwicklungsprozess. Nur so kann man letztlich auch Selbstbewusstsein erlangen.
Sicher wünscht man sich diese Art der Lebensschule für sein eigenes Kind nicht , und genau da fängt wieder das Problem an, wieviel unangenehme Erfahrungen lässt man zu? bzw, ist für uns Eltern noch vertretbar, und für das Kind

denn Nichts ist schlimmer als Selsbtreflektion, eigene Erfahrungs-Sammlung an *komplizierten * Situationen unbewusst zu entgehen


Unterstützung ist gut und wichtig, aber immer im Sinne des heranwachsenden und dann erwachsenen Menschen. Ich sehe Unterstützung vielmehr in Anleitung und Erklärung als in der Ausführung aller Tätigkeiten und Handlungen, insbesondere bei unseren erwachsenen Kindern.
Das ganz sicher, Anleitung gut und schön, Ausführung: Nein, so wie es das Alter zulässt

Ich wünsche mir selbst sehr oft einen solchen Menschen an meiner Seite. Einen Menschen, der mich in Situationen anleitet, in denen mir ein logisches Vorgehen aufgrund Overloadsituationen und Überlastung nicht mehr möglich ist. Dabei geht es nicht darum, dass man mir Handlungen abnimmt, sondern vielmehr darum, dass man meine Gedanken wieder in die richtige Richtung lenkt, mir hilft, mich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, dass ich mich nicht ständig in den vielen unwichtigen Details verliere.
Unterstützung bei diesem Verzetteln in Unwichtig-Dingen, das hätte ich auch so manchesmal gerne , wobei es auch relevant wäre *Dieses* in dem Augenblick selbst zu erkennen

Kompensationsstrategien sind gut und wichtig, um in diesem Leben bestehen zu können.
Aber nicht um jeden Preis !
Ich muss mir als Autistin das Recht bewahren dürfen, so sein zu dürfen wie ich nunmal bin. Dies im privaten, aber auch im beruflichen Bereiche gleichermassen.
Definitv , solange es Niemanden Anderen gefährdet oder schadet oder herabsetzt , aber dies gilt ja für Jedermann mit seinen *Kuriositäten* , nicht nur für Asperger

liebe grüße darleen

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inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Hallo ihr Lieben

jetzt wollte ich mal nichts tun, da ward ihr alle so fleissig.
Vielen Dank.

Also erstmal, ich habe etwas ausgeruht.
Etwas.
habe sogar gemalt.
Habe mal eine Leinwand nur blau angemalt. Mehr nicht.
Jetzt liegt es da, das Kunstbild.
Aber immerhin 1/2 Stunde mal was anderes gemacht.
Mal ein Anfang.
Dann Pizza gemacht.
Sohnemann und ich haben fast ein ganzes Backblech aufge (fr)gessen.
Es schmeckte Sohnemann richtig richtig gut. Und mir auch.
Inchiman aß etwas anderes von gestern.
Aber mir tat es nicht gut.
Seitdem niese ich, und auch nicht so gut drauf.
Richtig gemein ist das immer.
Dann riß ich mich zusammen und ging eine Stunde raus spazieren.
Traf eine frühere Bekannte mit ihrer Schwiegertochter.
Wir unterhielten uns über unsere Söhne.
Und ich erzählte mein Problem.
Sie waren voll auf meiner Seite, besonders sie junge Frau dabei.
Sie fand es gut, und sagte auch, sie würde auch so wie ich weiterkämpfen.
Hatte auch Erfahrungen mit Betreuern erzählt. Leider keine guten.
Tat mir aber gut mal real darüber zu reden.

Etwas neues ist passiert.
Ich sagte Sohnemann ja gestern, dass er nachdenken soll wegen der Betreuung. Das ich ihm nicht im Wege stehen will.
Schon gestern saß er sehr zufrieden alleine in der Küche und schaute aus dem Fenster. Mir fiel auf, das er einiges wahrnahm. Nicht nur einfach so dasaß.
Heute sagte er mir, dass er auch gestern sich gut fühlte. Zufriedener. War mein Gefühl ja richtig, dachte ich.
Heute saß er wieder so da. Sagte dann plötzlich, das er 20 Minuten im Bett nachgedacht hätte. Und er bot mir an, dass er einen Brief schreiben will.
Darin will er sagen, dass er wünscht, das ich die Betreuung übernehmen soll. Er möchte, das wir zusammen die Diagnose finden wollen und die Behandlung anfangen.
Ich sagte ihm, das ich das selber bezahlen will. Nicht mehr den Weg über die Krankenkasse, was bisjetzt nur Ärger und Mühe machte.

Also, er schreibt jetzt bis Mittwoch den Brief.
Es war seine Idee. Und ich sagte ihm auch, wie ich mich freue und mal merke, wie er mich zum erstenmal richtig unterstüzt.
Bin so gespannt ob das funktioniert.
Darf natürlich jetzt keinen Stress haben, weil er schnell die Meinung ändert.
Ich überlege auch, mir diesen Brief entweder über meine Anwältin oder ich frage meine Ärztin, bescheinigen zu lassen. Mit Sohnemann dabei.
Damit das Gericht auch sieht, er meint es ernst.

Keine Ahnung was los ist, kann mich nicht so richtig konzentrieren.
Würde gerne noch hier antworten.
Hatte doch jetzt erst einen Schnupfen.
Muß eine Reaktion auf irgendetwas sein.

Meine Tochter rief heute noch an.
Das macht mich trauriger als alles zusammen.
Ihre Medikament gegen die MS macht ihr Ärger.
Hat einen Virus bekommen.
Doch ihr Arzt sagte ihr, das sie es nie mehr absetzen kann.
Wäre zu gefährlich, weil er schon 3 Fälle gehabt hätte die das taten.
Wenn sie das täte, würde sie lieber Tot sein wollen.
Sie nimmt es sehr gelassen. Zu gelassen.
Ich nicht.
Sie streubt sich, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen.
Sorgenkind Nr. 2

Sag ja, Probleme ohne Ende.

Ganz toll wie und was ihr alle geschrieben habt.
Habe es jetzt gelesen und schlafe gleich drüber und denke nach.
Morgen geht es wohl wieder besser.
Ich denke daran liebe Darleen alles unerledigte schnellstens zu erledigen.
Ich fühle mich dann auch wirklich wohler.

Danke erstmal für Eure so aufschlussreichen persönlichen Berichte.
Das unterstützt mich wirklich sehr, hätte ich erst nicht gedacht.
Es hilft mir im Kopf etwas klarer zu werden.

Liebe Wildaster für dich lehrerin.jpg

Liebe grüße von inchi

Probleme ohne Ende........

Wildaster ist offline
Beiträge: 5.427
Seit: 18.03.12
Guten Morgen liebe inchi

Ich denke jetzt einmal laut inchi!Du wolltest doch erst einmal aufschreiben wie du dir die Betreuung vorstellst und dann gemeinsam überlegen?
Das mit dem Brief ist keine gute Idee und wird nur negativ bewertet.
Du/wir suchen doch Unterstützung für deinen Sohn,oder?

Liebe inchi,bitte lies noch einmal alle Beiträge aufmerksam durch und überlege dir sehr gut,ob das mit der Alleinbetreuung eine so gute Entscheidung ist.
Ich dachte,dein Sohn kam mit ihr gut zurecht?
Was mich nur verwundert ist,wie man noch weitere 50 Leute betreuen kann.

Ich hoffe,du hast bei diesem Sonnenwetter wieder die Stärke für Entscheidungen die Sohnemann und dir gut tun.
Bin in Gedanken bei EUCH!

Sei lieb gegrüßt von Wildaster
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)


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