Ethanol im Blut, wer kann helfen?

15.01.11 21:03 #1
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Ethanol im Blut, wer kann helfen?

Juliette ist offline
Beiträge: 4.667
Seit: 23.04.06
Hallo Estopa,

bei Candida ist es so, dass diese Hefen Nester bauen und an der Darmwand festsitzen. Trotz Befall müssen diese nicht im Stuhl nachzuweisen sein.

Ich kenne eine Ärztin die empfiehlt vor Stuhluntersuchen folgendes:

Dreimal am Tag einen Esslöffel Ostessig in einem Glas Wasser zu trinken. Dies löst die Pilze von der Darmwand. Dadurch kann ein falsches Negativ-Ergebnis positiv werden.

Grüsse von Juliette

Ethanol im Blut, wer kann helfen?

Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo estopa,

Zitat von estopa Beitrag anzeigen
Vor 4 Monaten hat man in meinem Blut einen enorm hohen Ethanolwert (591ml)festgestellt.
Leider gibt es niemanden der mir weiterhelfen kann. Zumal kein Mediziner sagen kann woher der erhöhte Ethanolwert kommt.
Ich trinke und esse keinen ALkohol, ernähre mich sehr gesund.
Esse kein Fleich keine Wurst, überwiegend Vollkornprodukte, viel Gemüse und Obst,
Trinke nur Wasser ohne Kohlensäure und Tees.
zuerst hätte ich mal eine Frage: was ist das für eine Menge Alkohohl?

Der menschliche Körper enthält ca. 5 - 6 Liter Blut.

Ich nehme einmal an, dass Du eine mittelgrosse, mittelschwere Frau bist, würde also Deine Blutmenge auf ca. 5,5 l schätzen.

edit: es sind 591ml/l - hab ich zu spät gelesen!

591 ml sind 0,591 l !!!

Um auf Deinen Blutalkohlwert zu kommen, rechne ich jetzt: 5,500 l + 0,591 l = 6,091 l ~ 6,1 l.

Und nun wende ich die %-Rechnung an: (0,591 l * 100) / 6,1 l = 9,6 % !!!!!

...also ist diese Rechnung falsch, es sind somit 591 ml/l * 5,5 l (Blut) = 3,25 l Alkohohl im gesamten Blutsystem!!!

Wir reden hier jetzt nicht mehr über 0/00 (in Worten: Promille) sondern über 0/0 (in Worten: Prozent)!!

Wenn das stimmt, was ich berechnet habe - wer besser rechnen kann als ich, der möge das einmal nachrechnen, oder eine Plausibilitätsbetrachtung machen - dann würdest Du wahrscheinlich weitaus grössere gesundheitliche Probleme haben als ich es jetzt vermute.

...ich hatte mich oben verrechnet und sehe mich damit noch mehr bestätigt:

Meine Schlussfolgerung: dieser Wert kann nicht stimmen...!



Von einer anderen Seite aus betrachtet:

Unser Körper hat ein sehr wirksames Alkohohlentgiftungssystem, nämlich die Alkohohldehydrogenase. Dies ist ein Enzym, dass die OH-Gruppe dem Alkohohl wieder entreisst und ihn somit unschädlich macht. Genauer macht sie aus Alkohohl wieder ein Acetaldehyd.

Alkoholdehydrogenase

Dieses Enzym ist aber wiederum leberabhängig, und Du hast ja, so scheint es, Probleme mit der Leber. Es ist aber auch zinkabhängig!

Und darum lautet nun meine Vermutung: Du leidest unter einem Zinkmangel.

An Deiner Stelle würde ich die alkalische Phosphatase messen lassen, anschliessend mit dem Arzt eine kurze Zeit eine höher dosierte Zinksupplementation durchführen und wiederum die alkalische Phosphatase prüfen lassen. Sind gravierende Unterschiede in den Messwerten dann vorhanden, dürfte ein Zinkmangel nachgewiesen sein.

Einen Zinkmangel durch überprüfen des Serumwertes oder auch des Vollblutwertes bestimmen zu wollen halte ich nach allem was ich darüber gelesen habe für kaum realisierbar.

Liebe Grüsse
Frank
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** Ich probier´s erst einmal, bevor ich sage das geht nicht... **

Geändert von Planer (17.01.11 um 12:34 Uhr) Grund: immer wieder noch ein Fehler...

Ethanol im Blut, wer kann helfen?

Kayen ist gerade online
Beiträge: 4.556
Seit: 14.03.07
...also ist diese Rechnung falsch, es sind somit 591 ml/l * 5,5 l (Blut) = 3,25 l Alhohl im gesamten Blutsystem!!!

Hallo Frank,

ich finde es ganz toll, was Du Dir hier für eine Mühe gemacht hast.

Muss bei der Berechnung evtl. noch berücksichtigt werden, dass Ethanol/Alkohol eine bestimmte Dichte hat ?

Alkohol (Ethanol) hat eine Dichte von 0,7913 kg/l

Schau mal hier:

Lt. Laborlexikon sind 1 Flasche (750 ml) Schnaps 45% = 337,5 ml Ethanol = entsprechen bei einer Dichte von ca. 0,8 g/ml → 270 g Alkohol


Laborlexikon: CDT >>Facharztwissen fr alle!<<

Nun ist der Wert ja trotzdem ziemlich hoch mit 591 ml.



Herzliche Grüsse
Kayen
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Alles verändert sich - dahinter ruht ein Ewiges

Geändert von Kayen (17.01.11 um 12:36 Uhr)

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Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo Kayen,

Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
ich finde es ganz toll, was Du Dir hier für eine Mühe gemacht hast.
danke schön für Dein nettes Lob.

Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Muss bei der Berechnung evtl. noch berücksichtigt werden, dass Ethanol eine andere Dichte als Alkohol hat?

Alkohol (Ethanol) hat eine Dichte von 0,7913 kg/l
also ich gehe mal davon aus, dass die Dichte keine weitere Rolle spielt. Im Wasser (Schnaps, Wein, Bier) ist der Alkohohl (Ethanol) ja auch gleichmässig verteilt und im Blut ebenso... - oder? Wüsste nun nicht mehr weiter...

Liebe Grüsse
Frank
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Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo,

weiter gehts - hab mich noch nie mit einer Atemalkohohlmessung oder gar einer Blutprobe auf Alkohohl auseinandersetzen müssen, drum bin ich nicht so bewandert.

Also, Kayen hat völlig Recht: Blutalkohol wird in deutschen Laboren entweder in Gramm pro Liter (g/l) oder in Promille (‰) gemessen (1 ‰ = 1 g/kg ≙ 1,06 g/l und 1 g/l ≙ 0,94 g/kg = 0,94 ‰).

aus: Blutalkoholkonzentration

Und mit der Dichte rho ~ 0,8 errechnet sich also 591 ml/l zu ~ 473 mg/l.

Nach diesem Wert befinden sich also in estopas Blut 473mg reiner Alkohohl je L Blut!

Die Dichte des Blutes beträgt etwa 1,055g/ml = 1,055kg/l

Tierphysiologie - Google Bücher

womit also 1 l Blut zu 1,055 kg umzurechnen wäre.

Damit ergibt sich für estonia ein Alkoholgehalt des Blutes von 473 mg/1,055kg = 473 mg / 1.055.000 mg !!

Und damit relativieren sich die Ergebnisse und ich gebe zu: mein Posting zuvor war absoluter Bockmist! Sorry! - Man sollte doch erst denken und dann schreiben...

So, weiter im Text, denn meine 2. Betrachtungsweise behalte ich bei.

Wenn jemand also zuviel von einem Stoff im Körper hat, und der Körper hätte die theoretische Möglichkeit diesen Stoff abzubauen und auszuscheiden und er tut dies nicht (Hypothese), dann sollte man die Ursache suchen.

Und da bleib ich bei meiner Aussage des Zinkmangels, denn der führt zu einer Einschränkung der Alkoholdehydrogenase...

Alkohol-Dehydrogenase

und

Zum Beispiel ist Zink mit der Alkoholdehydrogenase am Abbau von Alkohol in der Leber und mit der alkalischen Phosphatase am Aufbau der Knochensubstanz beteiligt. Die Pankreas-Carboxypeptidase und alpha-Amylase benötigen das essentielle Spurenelement für die Eiweißverdauung [13]. Für alle zinkabhängigen Enzyme gilt, dass sie auf einen Zinkmangel mit Aktivitätsverlust reagieren [1]. Ein Defizit an Zink scheint eine ungenügende Induktion dieser Enzyme zu bewirken [1].
aus:

Spurenelemente | Zink | www.vitalstoff-lexikon.de | Ihr Vitalstoff-Fhrer von A-Z | Funktionen, Interaktionen, Wechselwirkungen, Lebensmittel-Listen, Zufuhrempfehlungen, Mangelsymptome, Prvention, Therapie, Vitalstoffmehrbedarf

Dass weiterhin ein zuviel an Ethanol im Blut über einen Gärprozess an dem Hefebakterien beteiligt sind entstehen kann, das sehe ich auch so.

Da aber Hefebakterien aus meiner Sicht immer im Darm vorhanden sind - ich würde die Sachlage so sehen: zuviele davon machen die bekannten Probleme, wenige kann der Körper tolerieren - wird auch immer Alkohl im Darm entstehen. Entscheidend dafür könnte die Verweildauer des Nahrungsbreies im Darm sein.

Wäre also die Frage: wenn man mit einer Magnesiumsupplementation die Verweildauer des Nahrungsbreies im Körper verkürzt, ob dann der Ethanolwert immer noch so hoch ist...?

Und ansonsten: vergesst mein Schreibsel im Posting Nr. 22 - und danke Kayen, dass Du mich noch mal angeschubst hast!

Liebe Grüsse
Frank
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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Da aber Hefebakterien aus meiner Sicht immer im Darm vorhanden sind - ich würde die Sachlage so sehen: zuviele davon machen die bekannten Probleme, wenige kann der Körper tolerieren - wird auch immer Alkohl im Darm entstehen. Entscheidend dafür könnte die Verweildauer des Nahrungsbreies im Darm sein.
Hallo Frank,

... zusätzlich kommt es natürlich darauf an, wie sich jemand ernährt, also ob er den Pilz schön füttert oder eher nicht ...

Wenn man - womit auch immer - ständig abführt, um die Verweildauer im Darm zu verkürzen, könnte aber dann nicht ein gewisser Mangel entstehen, weil eben der Nahrungsbrei nicht wirklich ausgewertet wird?

Grüsse,
Oregano

Ethanol im Blut, wer kann helfen?

Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo Oregano,

Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Wenn man - womit auch immer - ständig abführt, um die Verweildauer im Darm zu verkürzen, könnte aber dann nicht ein gewisser Mangel entstehen, weil eben der Nahrungsbrei nicht wirklich ausgewertet wird?
schon klar - so hab ich das auch nicht gemeint.

Ich, wäre ich an estonias Stelle, würde wie folgt da herangehen:

- den Ethanolgehalt bestimmen lassen

- über einen Zeitraum von vielleicht einer Woche mit der max. tolerierbaren Dosis Magnesium (gerade noch kein Durchfall) supplementieren

- den Ethanolgehalt wieder bestimmen lassen

und schauen ob sich etwas definitiv verändert hat.

Dadurch entstehen noch keine eklatanten Mängel, aber man hätte etwas mehr Aufschluss.

Wenn man dabei gleichzeitig noch die aP zusätzlich messen würde - zusätzlich in dieser einen Woche Zink supplementieren würde, ja dann hätte man 2 Fliegen mit einer Klappe...

Liebe Grüsse
Frank
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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Frank,

. Man könnte ja auch das Zink bestimmen lassen? Was ist da besser: Vollblut oder Serum?

Grüsse,
Oregano

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camerlenga ist offline
Beiträge: 867
Seit: 22.03.08
Oregano: Ich bin zwar net Planer, aber optimalerweise lässt mans in den Zellen bestimmen = (intra)zellulär - so hab ich mittlerweile nen Zinkmangel und nen Mg-Mangel nachweisen lassen.

War aber ein Kampf, bis ich vor allem dem Labor klargemacht habe, dass ich es in den Zellen und nicht im Serum bestimmt haben möchte...

An Kupfer sind sie allerdings gescheitert, da habens döseligerweise trotz klarer Bitte, dass nicht, im Serum bestimmt.

Vollblut ist zwar "nah dran" am (intra)zellulären, aber wenn man jetzt arg rumspinnen würde, könnte ja auch im Serum ein aaaaabsoluter x-wievielfacher Überfluss vorliegen und in den Zellen würds eher geht so aussehen...

Mg und Zink kosten als Igel eh das Gleiche - ob nu Serum, Vollblut oder in den Zellen. Beim Kupfer wolltens mir erzählen, dass es (intra)zellulär rd. das 10fache vom Serumwert kosten würde...

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Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo Oregano,

tja, wenn man mal betrachtet dass der Körper nur 2% seines gesamten Zinkbestandes im Blut parat hält - und 98% des gesamten Zinks intrazellulär gespeichert sind, dann ist eine direkte Zinkbestimmung aus dem Blut sehr schwer, weil der Körper diese 2% als Konzentration immer - egal wie gross seine Zinkreserven in den Zellen noch sind - versucht konstant zu halten.

Vielleicht ist auch dies einer der Gründe, warum Menschen kaum ein Zinkmangel attestiert wird, weil die Blutwerte ein falsche (zu gutes) Ergebnis vorgaukeln.

Man sagt, dass das Blutserum die Zinkaufnahme der kürzeren Vergangenheit widerspiegelt und das Vollblut die Zinkaufnahme der längeren Vergangenheit. Wenn Du mich nun fragst: was ist kurz, was ist lang? - dann zuck ich nur mit den Schultern.

Die alk. Phosphate reagiert auf Zink. Und mic hat mal erklärt dass man also über die aP und eine Zinksupplementation und anschliessende erneute Messung der aP auf einen eventuellen Zinkmangel rückschliessen kann.

Andererseits könnte man den Zinkgehalt der Erythrozyten bestimmen lassen. Doch da spielt (nach meinem Wissen) kaum ein Arzt mit - und es kann auch nicht jedes Labor leisten.

Liebe Grüsse
Frank

BTW: ich supplementiere seit etwa 1,5 Jahren Zink - etwa 15 - 25mg/d - für etwa 6 Wochen und machte dann 4 Wochen Pause um Cu zuzuführen.

Ich habe vor einiger Zeit (etwa 6 Monate) meine Dosis auf 35 - 40 mg heraufgeschraubt. Dann ging ich zum Dok und wünschte - gegen mein eigenes Wissen - ein Zinkbestimmung im Vollblut, weil ich weiter steigern wollte und nicht überdosiert sein wollte... Ergebnis: mittiger Laborwert! Welche Info kann ich daraus ziehen? - Keine!
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