Schmerzen und Taubheit in Bein und Fuß aber alle sind ratlos...

26.11.10 11:44 #1
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Wela77 ist offline
Beiträge: 38
Seit: 05.04.10
Hallo! Seit Anfang August habe ich Schmerzen im rechten Bein, ausstrahlen von der Pobacke nach unten. Teilweise auch Kribbeln.
Ich bin, nachdem es mit 4 Wochen KG und manueller Therapie nicht besser wurde, zu einem sehr guten Orthopäden gegangen. Dieser machte ein paar Tests und veranlasste sofort ein MRT wegen Verdacht auf Bandscheibenvorfall. Bei diesem MRT kam raus: "paramediane Bandscheibenprotusion re. mit Tangieren der S1-Wurzel".

Es wurden daraufhin verschiedene Behandlungen gemacht, wie Akupunktur, Bestrahlung, Medikamente (Schmerzmittel und Kortison), Spritzen und KG/manuelle Therapie. Leider haben sich die Beschwerden gar nicht verbessert, sondern teilweise eher noch verschlechtert, so dass mein Orthopäde mir zu einem stationären Aufenthalt in einer spaziellen Abteilung für konservative Orthopädie und Manuelle Medizin empfahl.

Dort bin ich nun 10 Tage stationär gewesen. Ich bekam dort Schmerzmittel, Physio- und Ergotherapie, außerdem eine Wurzelblockade des S1-Nerven (wodurch auch für 2 Tage Blase und Darm funktionsunfähig wurden und ich mehrfach kathederisiert werden musste - mit sehr großen Urinmengen (einmal 1000 ml!)).

Während der dortigen Behandlungen hatte ich nur zeitweise eine leichte Linderung meiner Schmerzen, insgesamt sind die Beschwerden eher schlimmer geworden. Mein Fuß (Außenkante) ist inzwischen fast ständig taub und die Kraft wird schlechter, so dass ich auch schon mehrfach gestolpert bin. Der Rest des Fußes kribbelt und das Kribbeln zieht sich auch etwas das Bein hoch, etwa bis zur Wade.

Messbare Befunde sind laut Entlass-/Arztbericht: Lasegue rechts positiv bei 20°; Fußsenkerschwäche re. Kraftgrad 4-5 von 5; Fußheberschwäche und Großzehenheberschwäche rechts Kraftgrad 4-5/5

Ich wurde auch 2x neurologisch untersucht, einmal war der Achillessehnenreflex stark vermindert, einmal normal. (Was ja eigentlich auch unlogisch ist...)

Ein neues MRT der LWS ergab, dass sich die Vorwölbung aus dem 1. MRT zurückgebildet hat (wenigstens etwas positives).

Dadurch bin ich den Ärzten aber jetzt ein Rätsel. Ich habe laut des Stations- und des Assistenzarztes eindeutige Symptome, die auf eine Nervenwurzelreizung o.ä. hinweisen und dafür typisch wären, aber in der Bildgebung und neurol. Untersuchung (Reflex) findet sich keine Entsprechung dazu.

Zusammenhänge mit einem HWS-Problem wurden ausgeschlossen. Es wurde auch eine "Konferenz" mit meinem behandelnden Arzt, meiner Physiotherapeutin und allen anderen 20 Physiotherapeuten dort gemacht, wo ich von meinen Beschwerden berichten sollte und einige Dinge vormachen sollte. Auch da gab es keine wirklich greifbaren neuen Ansatzpunkte.

Es wurde auch ein Psychologe hinzugezogen, dazu steht im Entlassbrief: "Kein Anhalt für psychische Störungen. Es ergeben sich weder aus... noch aus... Hinweise für eine depressive Stimmung im klinischen Sinne. Auch keine Anhaltspunkte für andere psychische Störungen."

Da die Ärzte nicht weiter wissen, haben sie mich jetzt - mit entsprechender Schmerzmedikation - entlassen. Aber ohne mir zu sagen, was ich weiter unternehmen könnte. Das einzige, was sie geraten haben, ist so eine Nervenmessung (EMG/ENG) beim Neurologen. Und ich solle halt meinen Fuß trainieren und aufpassen, dass ich nicht darüber falle...

Sie meinten eher, dass ich mich quasi damit abfinden müsse. Das will ich aber nicht, dazu bin ich zu jung! Und irgendwoher müssen die Schmerzen und die Taubheit ja auch kommen...

Ich habe zwar am Montag einen Termin beim Orthopäden, möchte ich aber schonmal vorher nach möglichen anderen Ursachen schlau machen.

Hat hier vielleicht irgendjemand noch irgendeine Idee? Ich bin für jeden Tipp, Ratschlag, Denkanstoß etc. dankbar.

Viele Grüße!

Schmerzen und Taubheit in Bein und Fuß aber alle sind ratlos...

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Wela,

Du hast ja schon viel hinter Dir. War bei den Therapeuten auch ein Vojta-Therapeut? Die erreichen manchmal erstaunliche Ergebnisse:
Vojta-Therapie

Vielleicht findest Du auch in diesem Chat noch Hinweise?:
Chat zum Nachlesen: Kribbeln, Zittern, Taubheit | MDR.DE

Grüsse,
Oregano

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Wela77 ist offline
Themenstarter Beiträge: 38
Seit: 05.04.10
Hallo!

Danke für deine Antwort und den Link.

Die Physiotherapeutin hat auch nach Vojta behandelt, meinte aber dann, dass das für meinen Fall eher nicht zielführend wäre.

Schade, dass es sonst anscheinend keine Denkanstöße oder Ideen gibt...

Viele Grüße!

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Reinhild1204 ist offline
Beiträge: 1
Seit: 28.11.10
Hallo Wella 77, kann es sein, das man bei dir eine Polyneuropathie noch nicht diagnostisiert hat? Könnte eine Variante sein ich habe ähnliche Erfahrung außer dem Ziehen aus der Gesäßhälfte...Arzt war sich auch nicht sicher aber die Untersuchungsergeb. waren eindeutig, war nix für den Orthop. sondern für den Neurologen hab nicht schlecht gekuckt, Schmerzen sollen nun mit Tilidin behoben werden wogegen ich mich sehr sträube

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Wela77 ist offline
Themenstarter Beiträge: 38
Seit: 05.04.10
Hallo Reinhild,

nein, an Polyneuropathie war bisher offensichtlich noch nicht gedacht worden. Was für Untersuchungen müsste man da machen?

Ich komme jetzt gerade vom Orthopäden. Dieser war auch etwas ratlos, insbesondere auch, weil die Schmerzen im Bein nicht besser werden. Er hat mir eine Überweisung zum Neurologen mitgegeben. Da steht drauf "Erbitte weitere Untersuchung bei unklarer Beinschmerz re. Diagnose: V.a. Neuritis re. Peroneusnerv"

Er tippt jetzt auf eine Nervenentzündung, meint aber auch, dass diese Messungen, die vom KH empfohlen wurden, auf jeden Fall gemacht werden sollten.

Außerdem soll ich vorsichtshalber noch ein MRT von der HWS machen lassen. Er meinte, dass es zwar selten wäre aber durchaus sein könne, dass auch ein Problem in der HWS zu diesen Symptomen führt (zumal meine HWS bzw. die Kopfgelenke auch vorgeschädigt sind). Ich verstehe zwar den Zusammenhang zwischen HWS und Bein bzw. Fuß nicht so ganz, aber er meinte, er hätte erst vor kurzem mit einem Kollegen über eine Patientin gesprochen, die kaum laufen konnte und alle haben nur auf die LWS gesehen. Hinterher stellte sich da wohl auch raus, dass die HWS die Ursache war.
Die Ärzte im KH hatten diesen Zusammenhang zwar eigentlich auch ausgeschlossen, aber sicher ist sicher. Auch wenn ich in der Röhre immer Zustände bekomme...

Vor dem Tilidin musst du keine Bedenken haben. Klar, es hört sich schon heftig an und jeder hat irgendwie Angst vor Abhängigkeit. Aber ich nehme das auch schon seit 5 Jahren. Ich habe nur in den ersten paar Wochen Nebenwirkungen gehabt, inzwischen habe ich keinerlei NW, vertrage es sehr gut. Und die Schmerzen habe ich damit wirklich gut im Griff. Fürs Bein haben wir jetzt die Dosis sogar noch erhöht. Mit Abhängigkeitssymptomen o.ä. hatte ich auch noch nie zu tun. Da hatte ich auch schon andere Medis, wo das ganz anders war.

Danke und alles Gute für dich!

Schmerzen und Taubheit in Bein und Fuß aber alle sind ratlos...

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Vor dem Tilidin musst du keine Bedenken haben. Klar, es hört sich schon heftig an und jeder hat irgendwie Angst vor Abhängigkeit. Aber ich nehme das auch schon seit 5 Jahren. Ich habe nur in den ersten paar Wochen Nebenwirkungen gehabt, inzwischen habe ich keinerlei NW, vertrage es sehr gut. Und die Schmerzen habe ich damit wirklich gut im Griff. Fürs Bein haben wir jetzt die Dosis sogar noch erhöht. Mit Abhängigkeitssymptomen o.ä. hatte ich auch noch nie zu tun. Da hatte ich auch schon andere Medis, wo das ganz anders war.
Ich denke, man muß sehr gut abwägen, ob man 'Tilidin nehmen möchte oder nicht. Wenn die Schmerzen so stark sind, daß man ohne Tilidin und/oder andere Behandlungen das Leben mehr als schwierig erlebt, dann ist das sicher richtig.

Ob nun eine Abhängigkeit eingetreten ist oder nicht kann man ja erst feststellen, wenn man herunter dosiert bzw. ganz absetzt.

http://www.ecomed-medizin.de/sj/sfp/Pdf/aId/10165

http://www.symptome.ch/vbboard/versc...mittel-16.html

III.3.3
.....drei Fälle primärer Tilidinabhängigkeit. Die neurologisch bedingten
Schmerzsyndrome, die mit Tilidin behandelt wurden, waren im einzelnen eine Trigeminusneuralgie, ein Wurzelreizsyndrom nach Polytrauma mit Wurzelausriß und eine chronisch sensible Polyneuropathie. Die Dauer des Abusus betrug zwischen ein und sechs Jahren, wobei die mittlere Tagesdosis 300 bis 750 mg Tilidin betrug. Alle drei Patienten wurden wegen nicht beherrschbarer Schmerzsyndrome stationär aufge-
nommen. Die Entzugssymptomatik stellte sich zwischen ein und vier Tagen nach Absetzen von Tilidin ein.
Bei einem Patienten stellte sich zu Beginn des Entzuges eine lebensbedrohliche Ateminsuffizienz ein, die eine maschinelle Beatmung erforderte.
Die Behandlung erfolgte mit Distraneurin von maximal 12 Tabletten/die bzw. bis zu einer 34 Tabletten entsprechenden Infusionsmenge. Die Patienten wurden schmerzfrei bzw. deutlich gebessert entlassen und nach sechs bis zwölf Monaten zur Nachuntersuchung einbestellt. Dabei wurden bei allen erneuter Analgetika-Mißbrauch und -Abusus festgestellt.
Tilidin hat wie Morphinanalgetika folgende Nebeneffekte:...

Gruss,
Oregano

Geändert von Oregano (29.11.10 um 17:01 Uhr)

Schmerzen und Taubheit in Bein und Fuß aber alle sind ratlos...

Wela77 ist offline
Themenstarter Beiträge: 38
Seit: 05.04.10
Hallo! Natürlich kenne ich die entsprechende Berichterstattung zu Tilidin (u.a. kannte ich auch schon deinen Link). Aber ich denke, das sind schon Extremfälle.

Mir hat ein Arzt erklärt, dass das Risiko eine Abhängigkeit zu entwickeln auch sehr viel höher ist, wenn man das z.B. in Tropfenform einnimmt. Nimmt man es aber in - retardierter - Tablettenform, dann ist immer auch ein sog. Antagonist eingeschlossen, der eine entsprechende Überdosierung verhindert. Und natürlich ist auch immer die Dosis-Höhe entscheidend. Es ist bestimmt ein Unterschied, ob man 50 oder 300 mg nimmt.

Natürlich nehme ich auch nur die geringst-nötige Dosis, die ausreichend gegen die Schmerzen wirkt. Lange Zeit habe ich wegen der HWS nur die 50/4mg Retardtabletten 1x/Tag gebraucht, jetzt mit den zusätzlichen Problemen mit dem Bein nehme ich 2x 50 mg. Also auch noch sehr wenig.

Ob nun eine Abhängigkeit eingetreten ist oder nicht kann man ja erst feststellen, wenn man herunter dosiert bzw. ganz absetzt
Naja, man kann eine Abhängigkeit ja auch feststellen, wenn man immer das Gefühl hat, man habe nicht ausreichend von dem Mittel genommen und die Abstände zwischen den Einnahmen verkürzt/verkürzen will. Auch das ist - bei gleich bleibender Dosierung - ein Anzeichen für eine Abhängigkeit. Aber dieses Gefühl ist bei mir in den letzten 5 Jahren auch nicht aufgetreten.


Was mein Bein-Problem betrifft:
Ich habe jetzt einige Termine ausgemacht. Zum MRT der HWS gehe ich am Donnerstag (in einer anderen Praxis hätte ich erst im März einen Termin bekommen !)
Bei den Neurologen gibt es auch erst Termine für Anfang des nächsten Jahres. So lange will ich natürlich mit meinen Schmerzen und der Taubheit nicht rumlaufen. Aber ich habe einen gefunden, der eine offene Sprechstunde mit Wartezeit anbietet. Da werde ich mich dann morgen wohl einfach mal (mit einem guten Buch) hinsetzen.

Ich habe nämlich jetzt auch ein bißchen Schiss... Mein Fuß ist ja manchmal etwas schlapp und ich stolpere leicht. Und wo es jetzt angefangen hat zu schneien und es glatter wird, bin ich teilweise beim Laufen echt unsicher, weil ich Angst habe, dass ich dann noch schneller hinfalle, bzw. die Sturzgefahr dann größer ist als ohnehin schon.

Ich hoffe, dass ich dann bis zum Ende der Woche klarer sehe... Einerseits wünscht man sich ja immer, dass die Ärzte nichts finden, aber im Moment wäre es mir wirklich lieber, sie finden was. Dann kann man wenigstens gezielt was tun.

Viele Grüße!

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Wela77 ist offline
Themenstarter Beiträge: 38
Seit: 05.04.10
Hallo!

Gestern war ich ja beim Neurologen für weitere Untersuchungen und diese Messungen.

Leider (oder auch zum Glück - wie man's nimmt) ist dabei nichts herumgekommen, alle Untersuchungen waren ohne Befund (auch wenn eine Messung wegen eines fehlenden Reizes/einer fehlenden Reaktion) nicht geklappt hat.

Also auch kein Anhaltspunkt für die Ursache meiner Schmerzen, des Kribbelns etc.

Gestern Abend hatte ich wieder starke Taubheit, teilweise sogar hoch bis in die Wade.

Morgen ist dann das HWS-MRT (habe schon Schiss, obwohl ich da was zur Beruhigung oder Angstlösung bekommen kann).
Wobei meine Physiotherapeutin glaubt, dass da auch nichts bei rumkommen wird. Sie tippt eher darauf, dass der Ischiasnerv irgendwo in seinem Verlauf stark gereizt wird, ist sich aber nicht sicher, wo...

Naja mal abwarten, was da morgen rauskommt. Und es ist wieder wie so oft: einerseits wünscht man sich, dass die was finden, andererseits wünscht man sich immer, dass sie was finden...

Viele Grüße!

Schmerzen und Taubheit in Bein und Fuß aber alle sind ratlos...

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Wela,

hast Du schon an Akupunktur gedacht? Wenn das jemand mit Übung macht, kann das sehr gut tun.
In diesem Forum wird auch über solche Probleme und Behandlungsmöglichkeiten geschrieben: da gibt es doch eine ganze Menge:
http://www.gutefrage.net/frage/fussh...eronaeusparese

Grüsse,
Oregano

Geändert von Oregano (01.12.10 um 13:22 Uhr)

Schmerzen und Taubheit in Bein und Fuß aber alle sind ratlos...

Wela77 ist offline
Themenstarter Beiträge: 38
Seit: 05.04.10
Liebe Oregano,

vielen Dank für deine weiteren Tipps.

Akupunktur habe ich schon gemacht. Hatte viele Sitzungen ohne jeden Erfolg, so dass der Arzt es von sich aus abgebrochen hat, weil er meinte, dass es dann nichts bringen würde. Er hatte auch verschiedene Akupunkturpunkte ausgetestet.

Auch KG und manuelle Therapie mache ich seit Ende August regelmäßig 2-3x/Woche. Auch hier versucht meine (supergute) Therapeutin alles mögliche und macht immer wieder verschiedene Sachen mit mir, zeigt mir viele Übungen, die ich dann auch zuhause mache, etc.

Und im Krankenhaus meinten die Ärzte ja auch nur, dass man da sonst nicht viel machen könnte. Außer eben statt dem rechten das linke Bein belasten und aufpassen, dass ich nicht falle.

Naja, vielleicht sind wir ja morgen schon etwas schlauer. Nächste Woche habe ich dann wieder einen Termin beim Orthopäden um mit ihm alle Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen und das weitere Vorgehen mit ihm zu besprechen.

Liebe Grüße!


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