Ich will krank sein, sterbenskrank und weiß nicht wieso

11.10.10 11:49 #1
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Ich will krank sein, sterbenskrank und weiß nicht wieso

Therakk ist offline
Beiträge: 1.693
Seit: 07.08.10
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Nachdem ich den Eingangsbeitrag gelesen habe, stelle ich fest, ich habe genau das geschrieben, um das geht.
Seh ich auch so.

Ich will krank sein, sterbenskrank und weiß nicht wieso

Anonym20100 ist offline
Beiträge: 496
Seit: 22.09.10
Zitat von Therakk Beitrag anzeigen
Seh ich auch so.
Kann mich euch beiden da nur anschließen.

Und:

Depressiv zu sein ist eine Sache, mit einer akuten Lungenentzündung leichtbekleidet im Regen spazieren eine andere. Das ist sicher nicht die Lösung für deine Probleme.

Ich will krank sein, sterbenskrank und weiß nicht wieso

Shelley ist offline
Beiträge: 10.454
Seit: 28.09.05
Zitat von Kirschrot Beitrag anzeigen
und mich wieder ins krankenhaus zu verziehen... dort ist alles viel einfacher.

hallo kirschrot,

wir haben ja schon zusammen miteinander geschrieben.
nun bin ich erstaunt, das von dir zu lesen.

erinnere ich mich falsch, dass es bei dir ziemlich lange gegangen ist, bis du die diagnose hattest?

wurdest du in krankenhäusern nie ernidrigt, verpönt und verspottet vom personal?

jetzt, nachdem du die diagnose hast: ist es wirklich so fein für dich dort?

sorry; aber bei mir ist das anders. auch wenn ich nur wegen einem speziellen test oder zu einer therapie mit einer diagnose in ein krankenhaus komme, ist es dort gar nicht lustig.

einerseits gibt es die krankenhäuser, in welchen sich die ärzte die patienten nehmen, um ihren konkurrenzkampf auszufechten.
das heisst, wenn dich ein arzt ernst nimmt, kommt der nächste und quält dich, nur weil er seinem "kollegen" zeigen will, dass er der beste ist und recht hat.

oder es gibt die krankenhäuser, in welchen sie so seltene diagnosen (deine ist ja auch selten) nicht kennen, eigentlich die anweisung vom hausarzt hätten, wie sie mit dem patienten umzugehen hätten, dies aber nicht tun, einfach weil sie nicht wissen, wie mit einem krankheitsbild umzugehen ist, es nicht verstehen, denken, sie wüssten eben doch was zu tun ist und gerade das falsche machen, was für den patienten zur tortour werden kann.

es gibt auch die krankenhäuser, in welchen sie einem eigentlich ernst nehmen würden, es für den patienten aber nicht fein ist, in schwer krankem zustand die launen der pfleger oder ärzte zu ertragen.
da kommt zum beispiel ein pfleger in dein zimmer, beginnt dich so sehr mental wörtlich zu quälen, dass du sagst: "es tut mir leid. ich kann nicht mehr! ich krepiere fast vor kopfschmerzen und ich habe gesagt, ich brauche jetzt 30 minuten ruhe, bevor ich wieder etwas handeln kann und werde also in 45 minuten bereit sein für ein gespräch." die antwort vom pfleger: "ich habe auch kopfweh." patient: "also dann verschwind endlich aus meinem zimmer und geh dich erholen!"
solche stressstituationen sind auch für einen gesunden menschen nicht fein.
bitte: pfleger, krankenschwester und ärzte bringen oft so viel probelem in ein krankenzimmer, dass es für einen sehr kranken menschen oft besser ist, wenn er zu hause krank sein kann.

okay; ich rede nicht von tödlich krank. (sterbenskrank.) das mache ich aber jetzt:

wenn jemand tödlich krank ist, denkt man, dass er ernster genommen wird.

falsch gedacht.
oft geht der glaube und die hoffnung in solche patienten verloren.
man will ihnen einfach noch den lebensabend gemütlich bereiten. das heisst: vollstopfen mit morphium und schlaftabletten, bis betreffender daran stirbt.
welches krankenhaus hat noch pflegepersonal, welches genug kapazitäten hat, einem sterbenskrankenmenschen den grossen aufwand entgegenzubringen, welcher nötig wäre, um ihn vielleicht noch zu retten oder es ihm wirklich angenehm zu machen?

andere frage:

findest du es fein, wenn du im sterben liegst und jede minute betest, dass ein arzt kommt, dir ein zaubermittel in die infusion giesst, welches dir das leben rettet?
findest du es fein, um das leben zu kämpfen, während dauernd fremde menschen in dein zimmer kommen und es leider nicht immer die sind, in deren anwesenheit du auch wirklich sterben willst?

ich hatte eine "freundin". sie war sterbenskrank. sie wurde mehr als ein jahr in krankenhäusern derart schlecht und falsch behandelt, dass sie am ende nach hause ging und mit allen abgeschlossen hat. die sterbebegleitung kam und wäre dabei nicht eine gewesen, welche es geschafft hätte, sie noch einmal zu einem arzt zu bringen, hätte die "freundin" nicht überlebt. wäre nur eine krankenschwester wieder derart ungerecht zu ihr gewesen wie so manche vorher, wäre die patientin sofort wieder heim zum sterben gegangen.
damit will ich sagen: auch wenn man sterbenskrank ist, ist krankenhaus oft nicht so fein, wie es hier in dem kapitel dargestellt wird.

meine meinung ist auch zum ganzen:

wer ein gemütliches, schönes, feines zu hause hat, mit menschen, welche in lieben: sorry; der ist froh, wenn er sofort wieder aus einem krankenhaus nach hause gehen kann.

okay; ich war auch schon im krankenhaus, wo es mir nett gemacht wurde. (nicht nur mir.)
wo sich die angestellten mühe geben, wo sie schmuck aufstellen, um es den patienten schön zu machen, wo sie sich beim kochen mühe geben.

aber wer ist nicht lieber zu hause in seinem eigenen, gemütlichen bett mit seinen eigenen schönen dingen und lieben menschen um sich?

klar; wer kein gemütliches bett hat... wer keine schönen dinge besitzt... wer nicht geliebt wird...

wird er im krankenhaus geliebt?
sind die krankenhausbetten so fein für ihn?
ist das krankenhaus schöner möbliert als das eigenheim?

ich denke, ist dies der fall, sollte betreffender patient sofort zu hause was ändern. zimmer umstellen, aufräumen, putzen, ausmisten, freunde suchen und die freundschaften pflegen, etc.

okay; auch das ist im kranken zustand oft nicht mehr möglich.

ich denke, dass ein krankenzimmer zu hause aber immer noch besser ist als ein krankenzimmer in einem krankenhaus.
warum nicht zu einer freundin zum wohnen zu gehen statt in ein krankenhaus? (sofern man das angebot hat, zu einer übernachten zu gehen.)
warum nicht lieber in ein hotel gehen? - falls es finanizell möglich ist, sich dort von der küche und der putzfrau verwöhnen zu lassen.

ich verstehe wirklich nicht, dass du als erfahrene gerne ins krankenhaus gehst.

hast du dort immer so liebe zimmernachbar?
oder was ist es, das dir dort so gefällt?

nimmst du girlanden und schöne bilder mit oder was ist so schön dort?

viele grüsse von shelley
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Shelley ist offline
Beiträge: 10.454
Seit: 28.09.05
Zitat von Judieeeee Beitrag anzeigen
Seit einigen Tagen habe ich eine Lungenentzündung. Ich bekam Antibiotikum und seither verbesserten sich die Lungenschmerzen auch ein bisschen. Allerdings werden Mama und ich morgen trotzdem zum Lungenfacharzt schauen, da mein Herz teilweise wirklich arg weh tut , sodass ich nicht mehr atmen kann.

....das andere Problem ist jenes, dass ich seit zwei Jahren (ich bin 16 Jahre alt) an Depressionen leide, die seit Mai 2010 in Behandlung sind. Mir geht es zwar besser...aber ich verspüre den Wunsch...so krank zu werden, dass ich fast sterben muss. Das klingt furchtbar krank und abnormal, ich weiß. Aber ich kann nichts dagegen tun dass es so ist . Wenn ich krank bin, kann ich mich verkriechen, ich kann alle üble Laune und Traurigkeit auf den Zustand desKrankseins schieben...und ich werde auch jetzt alles daran setzen NOCH kranker zu werden.
Es ist unvernünftig und dumm was ich tue und ich weiß gar nicht mal wieso das so ist.
Doch genau deshalb schreibe ich hier: WARUM verspüre ich den Wunsch schlimm krank zu sein? Wieso verspüre ich den Wunsch nicht nur, sondern gehe sogar extra ohne Jacke oder mit luftigen Schuhen bei kühlem Wetter aus dem Haus, wenn ich ohnehin schon unter einer Lungenentzündung leide??
:-( Das gibt's ja nicht, ...

hallo judieeeee,

ich weiss, wie mühsam das ist, wenn man monate lang starke bronchitis hat und dauernd so fest husten muss, dass man fast erbricht, oder sogar das essen wieder zurückkommt. dass man nicht mehr essen mag deswegen und auch der schlaf zu kurz kommt.

ja; ich hatte das mal und dachte: "wenn ich jetzt eine lungenentzündung hätte, würde ich richtig behandelt werden und dann ist der spuck vorbei. lieber kurz richtig krank, statt lang so halbwegs."

in mir drin wollte ich aber keine lungenentzündung. für mich war eher der wunsch nach "überwindung durch symptomverschlimmerung" da.

aber nicht der wunsch, sterbenskrank zu sein.

ich war schon sterbenskrank: ich wünsche das niemandem! das ist wirklich, wirklich gar nicht fein!
da sagte ich mir: lieber 20 jahre chronisch schwer krank, statt ein tag tödlich krank. so grässlich war es.

du hast ja schon herzschmerzen!
was willst du noch mehr?

kannst du mir das bitteschön sagen?
ich weiss es nicht.

so nebenbei: lebst du noch oder hat dich die lungenentzündung schon dahin gerafft?

bitte melde dich!
sonst beginnen sich hier leute sorgen zu machen.

warum kannst du dich nicht verkriechen, wenn du gesund bist?

warum kannst du als gesunde keine üble launen und traurigkeit als "normale phasen" einreihen?

warum brauchst du eine sterbenskrankheit, um alles darauf schieben zu können?

ich bin selbst schon seit vielen jahren schwer krank.
ich würde aber nie die krankheit nehmen, um mich für meine üble laune zu entschuldigen! ich würde auch nie meine trauer darauf schieben. auch nicht das bedürfnis, mich zu verkriechen.
ich gebe niemandem die schuld an meinen launen und gefühlen. auch nicht meiner krankheit. ich bin immer noch ich und verantwortlich für mein sein und leben. die krankheit ist teil von mir, aber keine ausrede.

nun zu deinen fragen:

"WARUM verspüre ich den Wunsch schlimm krank zu sein?"

===> eine wahre antwort kann ich dir nicht geben. denn warum du welche wünsche verspürst, weisst du einzig und alleine. ich kann dir nur schreiben, was ich für möglich halte:

- vielleicht suchst du aufmerksamkeit, wie meine vortipper schrieben?
- vielleicht willst du "eine arme" sein und mitleid bekommen?
- vielleicht hast du keine erfüllung in deinem leben; also nichts, das dich so fest erfüllt, dass du gar kein zeit und lust hast, krank zu sein?
- vielleicht denkst du, die krankheit wäre das einzige, was dich speziell machen würde, weil du deine fähigkeiten noch nicht entdeckt hast?
- vielleicht hast du eine freundin, welche wegen ihren schönen bildern, welche sie malt, in den mittelpunkt rückt und du denkst, dass dies passiert, wenn du eine krankheit hast(, weil du wie gesagt vielleicht deine fähigkeiten noch nicht entdeckt hast)?
- vielleicht bist du dir nicht bewusst, dass du auch ohne krankheit was besonderes bist und willst deswegen die krankheit haben, weil du im irrglaube lebst, eine krankheit würde einem besonders machen?

"Wieso verspüre ich den Wunsch nicht nur, sondern gehe sogar extra ohne Jacke oder mit luftigen Schuhen bei kühlem Wetter aus dem Haus, wenn ich ohnehin schon unter einer Lungenentzündung leide??"

====> hier gilt das selbe, was ich zur anderen frage schrieb. die wahre antwort kennst nur du alleine.
mögliche idéen von mir:

- weil du "nicht richtig auf dem boden stehst" und somit auch nicht mehr realisierst, wie "bekloppt" dein handeln eigentlich ist?
- vielleicht hat sich deine seele schon so weit von deinem körper getrennt, dass sie nicht mehr realisiert, wie sie ihm eigentlich schadet?
- ich schreibe gleich mehr zu einem anderen beitrag von dir. moment -
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Shelley ist offline
Beiträge: 10.454
Seit: 28.09.05
Zitat von Judieeeee Beitrag anzeigen
Dann höre ich auf zu essen. Und fühle mich gut. Weil ich sehe, dass ich irgendwie Kontrolle über mich habe. Dass es einen Bereichgibt, den ich kontrollieren und steuern kann.
- genau das ist der punkt:

in den lebensjahren um 12 bis 16 herum (mehr oder weniger) ändert sich sehr viel im menschen.

in meinen augen scheint bei dir da was nicht richtig zu klappen.

es gibt doch das klischee, dass mädchen, welche mädchen bleiben wollen in die magersucht fallen.

ich denke, bei dir könnte da ein wunder punkt liegen.

kann es sein, dass du wie ein engelchen werden willst? dass du denkst, du würdest zum engelchen, wenn du sterbenskrank bist?

so abwägig finde ich diesen irrgedanken nicht.
denn wenn man sterbenskrank ist, löst sich die seele ein stück vom körper.

ich denke, das ist es auch, was junge mädels (aber unterdessen auch kinder und erwachsene) in die magersucht treiben kann.
sie betrügen sich selbst, indem sie sich einreden, wenn sie den körper leicht machen, werden sie so "engelhaft" wie jemand, der eben sterbenskrank ist.

es gibt ja beschreibungen von sterbenden, welche sagen: "ich fühle mich wie ein vogel, der fliegt."

oft wollen magersüchtge auch diesen zustand erreichen.

viele magersüchtige wünschen sich, schwer krank zu sein.

warum machen sie das, wo doch die magersucht oft schon zum tode führt?

ich könnte jetzt noch viel zum thema schreiben, bis ich endlich den punkt getroffen habe, welcher auf dich zutrifft.
das wird aber zu viel text.
deswegen kann ich dir nur raten:

bitte, bitte schau, dass du von der magersucht geheilt wirst!
damit wird bestimmt auch der wunsch, sterbenskrank zu sein, verschwinden.
falls deine depression mit der magersucht zusammen hängt, wird sich auch die verbessern.

ich empfehle dir, das buch von moïra zu lesen.

Moira, 16 Jahre, ich hatte Anorexie: Tagebuch einer Heilung

Bücher von Amazon
ISBN: 3825173429


zu dem thema magersucht passt auch, was ich schon zu deinem wunsch, sterbenskrank zu sein, erwähnte (ohne beide dinge in zusammenhang zu bringen.)

bei magersucht ist oft so, dass in den betroffenen eine innere leere da ist. das ist bei vielen süchten so. betroffene versuchen ihre innere leere mit dem suchtmittel zu füllen.

moïra beschreibt das sehr schön. bitte lies ihr buch und nimm dir ein vorbild an ihr!

es ist wichtig, dass du menschen findest, welche dich lieben und dich schätzen, wie du bist.
dass du wieder kraft hast, das schöne dieser erde in dich aufzunehmen.
und dass du etwas findest, was dich erfüllt und dich auszeichnet. etwas, was dir das gibt, dessen nicht vorhanden sein, dir den willen sterbenskrank zu sein, gibt.

viele liebe grüsse; deine shelley
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Shelley ist offline
Beiträge: 10.454
Seit: 28.09.05
hallo kirschrot,

ich wollte noch was in dem beitrag an dich schreiben, vergass es aber:

sogar komapatienten werden vom pflegepersonal misshandelt.
das kannst du im buch von julia tavalaro lesen:

Bis auf den Grund des Ozeans: "Sechs Jahre galt ich als hirntot. Aber ich bekam alles mit."

Bücher von Amazon
ISBN: 3451048639


was gibt dir ein krankenhaus, was du ausserhalb nicht hast?

viele liebe grüsse von shelley
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Kirschrot ist offline
Beiträge: 147
Seit: 28.11.09
hallo liebe shelley,

du hast recht, ich war lange im krankenhaus. und es war wirklich keine einfache zeit. ich wurde falsch behandelt und ich wurde richtig behandelt.
jetzt habe ich eine diagnose, aber meine diagnose ist nicht meine lösung. denn die porphyrie ist nicht heilbar. mein ganzes leben hat sich verändert seit dem ausbruch der krankheit, ich habe keine kraft zu arbeiten, keine kraft zu reisen (auch nur zu meinen eltern etc), keine kraft um viel mit meinen freunden zu machen.
jetzt bin ich zu hause. nicht gesund, nicht schwer krank.
es ist der alltag, der mcih dahin rafft. einkaufen gehen ist ein kampf, ein bisschen arbeiten ein kampf, die ewigen schmerzen. nicht furchtbar schlimm, aber immer da. immer zerren sie an mir. immer, immer, immer. jeden tag, jede stunde.
aber die schmerzmittel, die helfen sind natürlich nicht alltagstauglich. ich kann mich ja nicht mit morphinen zuballern. das vernebelt den geist.
es ist davon kein ende absehbar. und ich bin einfach müde.
die porphyrie ist kaum erforscht, weil es zu wenig patienten gibt. es gibt keine lösung. wo soll ich hin?
ich möchte doch nicht immer nur jammern.

für mich war die zeit im krankenhaus, eine zeit in der mir unter die arme gegriffen wurde. ich hatte einen sehr engagierten und guten arzt, und für mich war es einfach unglaublich gut, für eine weile die verantwortung abzugeben und die anspannung abfallen zu lassen.
natürlich ging es mir damals körperlich furhctbar (ich konnte weder sehen, noch gehen)
aber ich konnte mich damals nur um mich kümmern, musste mir keine sorgen um geld, haushalt, freunde, angehörige etc machen.
inzwischen bekomme ich alle meine infusionen etc ambulant und bin auch froh darum.

ich weiß, dass das keine lösung für mich ist. natürlich habe ich es nicht ernsthaft vor.
ich hab genug erfahrung mit krankenhäusern um zu wissen, dass man da nicht gesund wird.
ich bin viel zu jung, um ern rest meines lebens wie eine kleine oma zu leben. um mir nur gedanken über ärzte etc zu machen.


aber könnt ihr das nciht verstehen? jeder sehnt sich nach ein wenig sorglosigkeit. selbst wenn das dumm ist. und die sorglosigkeit ist das, was mir die krankheit genommern hat, das vor allem.

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Judieeeee ist offline
Themenstarter Beiträge: 79
Seit: 07.08.10
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Ohne jetzt auch nur den Eingangsbeitrag gelesen zu haben, würde ich anhand des Threadtitels sagen, Du möchtest schwer krank sein, damit dir hohe Aufmerksamkeit zuteil wird, sich alle um dich sorgen und dich wichtig und ernst nehmen.

Daher nehme ich an, dass Du dich gerade in der Pubertät mit all ihren Konflikten befindest.

Sei froh, dass Du es nicht bist und mach dich nicht selbst krank. Suche dir einen positiven Weg all das zu erreichen, was Du in deinem Leben derzeit vermisst.
Schlecht, wenn man den Text nicht durchliest.
Schlecht, wenn man nicht weiß, dass die Fragestellerdin zufälligerweise unter Depressionen und Essstörung leidet.
Schlecht, dass man nicht zuerst nachfragt, bevor man Schlüsse zieht.

Ich will krank sein, sterbenskrank und weiß nicht wieso

Judieeeee ist offline
Themenstarter Beiträge: 79
Seit: 07.08.10
Zitat von Shelley Beitrag anzeigen
- genau das ist der punkt:

in den lebensjahren um 12 bis 16 herum (mehr oder weniger) ändert sich sehr viel im menschen.

in meinen augen scheint bei dir da was nicht richtig zu klappen.

es gibt doch das klischee, dass mädchen, welche mädchen bleiben wollen in die magersucht fallen.

ich denke, bei dir könnte da ein wunder punkt liegen.

kann es sein, dass du wie ein engelchen werden willst? dass du denkst, du würdest zum engelchen, wenn du sterbenskrank bist?

so abwägig finde ich diesen irrgedanken nicht.
denn wenn man sterbenskrank ist, löst sich die seele ein stück vom körper.

ich denke, das ist es auch, was junge mädels (aber unterdessen auch kinder und erwachsene) in die magersucht treiben kann.
sie betrügen sich selbst, indem sie sich einreden, wenn sie den körper leicht machen, werden sie so "engelhaft" wie jemand, der eben sterbenskrank ist.

es gibt ja beschreibungen von sterbenden, welche sagen: "ich fühle mich wie ein vogel, der fliegt."

oft wollen magersüchtge auch diesen zustand erreichen.

viele magersüchtige wünschen sich, schwer krank zu sein.

warum machen sie das, wo doch die magersucht oft schon zum tode führt?

ich könnte jetzt noch viel zum thema schreiben, bis ich endlich den punkt getroffen habe, welcher auf dich zutrifft.
das wird aber zu viel text.
deswegen kann ich dir nur raten:

bitte, bitte schau, dass du von der magersucht geheilt wirst!
damit wird bestimmt auch der wunsch, sterbenskrank zu sein, verschwinden.
falls deine depression mit der magersucht zusammen hängt, wird sich auch die verbessern.

ich empfehle dir, das buch von moïra zu lesen.

Moira, 16 Jahre, ich hatte Anorexie: Tagebuch einer Heilung

Bücher von Amazon
ISBN: 3825173429


zu dem thema magersucht passt auch, was ich schon zu deinem wunsch, sterbenskrank zu sein, erwähnte (ohne beide dinge in zusammenhang zu bringen.)

bei magersucht ist oft so, dass in den betroffenen eine innere leere da ist. das ist bei vielen süchten so. betroffene versuchen ihre innere leere mit dem suchtmittel zu füllen.

moïra beschreibt das sehr schön. bitte lies ihr buch und nimm dir ein vorbild an ihr!

es ist wichtig, dass du menschen findest, welche dich lieben und dich schätzen, wie du bist.
dass du wieder kraft hast, das schöne dieser erde in dich aufzunehmen.
und dass du etwas findest, was dich erfüllt und dich auszeichnet. etwas, was dir das gibt, dessen nicht vorhanden sein, dir den willen sterbenskrank zu sein, gibt.

viele liebe grüsse; deine shelley
Liebe Shelley,

deine Antworten haben mich sehr berührt.
Ich weiß nicht was mit mir los ist. Ich weiß einfach nicht was es ist, das mich so spinnen lässt und mich zu einem Menschen macht, der ich eigentlich nicht bin und nie sein wollte.Ich war doch immer die Judith mit endloser Lebensfreude, mit dem frohsten Gemüt der Schule, mit dem Lachen, das alle anderen ansteckte.
Jetzt bin ich ...ernst. Leer. Denke viel zu viel nach.
Ich weiß nicht was richtig und was falsch ist.

Ich esse kaum. Weil ich nicht kann.
Und wenn ich dann zwei Tage wirklich beinahe nichts gegessen habe, merke ich wie schlecht das für mich ist.
Dann esse und esse ich, als wäre ich ausgehungert.
Und dann kommt wieder dieses schlechte Gewissen:,,Oh Gott was habe ich getan? Alles um sonst, das ganze zurückhalten war um sonst!!!".
Und dann hunger ich wieder.
Und dann esse ich wieder.
Daraufhin wird wieder gehungert.
Bei anderen, bei meinen Eltern, bei meiner besten Freundin (es wissen nur Therapeutin und Freund von meiner Magersucht) esse ich so gut es geht normal, damit es nicht auffällt. Doch kaumsind diese weg oder haben kurz gesehen dass ich esse, höre ich auf damit. biete jemand anderem das Essen an, mit dem Vorwand "ich könne nicht mehr".
Alleine dieses Wort "Magersucht". Das klingt so dumm.
Sowas habe ich doch nicht! Ich will doch nur dieses schöne Gefühl, etwas geschafft zu haben! Das hat doch nichts mit ..."Magersucht" zu tun.
Gott, wie es mich fertig macht! Ich will, dass es aufhört, ich weiß, dass irgendetwas nicht stmmt, doch ich weiß nicht WAS!

Liebe Grüße und ein dickes Danke Bussi Judieeeee

Ich will krank sein, sterbenskrank und weiß nicht wieso

Polarwind ist offline
Beiträge: 561
Seit: 11.02.10
Vielleicht kannst du ja ein Buch lesen, was dich interessiert. Ich meine keinen Roman oder was fiktives. Was Echtes. Eher ein Sachbuch, darüber wie was funktioniert im realen Leben. Es gibt auch spannend geschriebene Sachbücher.
Durch das Dazulernen kann man auch Erfolgserlebnisse haben. Wenn man Sachen plötzlich besser versteht.

Grüße


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