Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

30.07.10 03:19 #1
Neues Thema erstellen
Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Damaris,

Dr. Mutter, dessen Bücher hier immer wieder genannt werden, war in Freiburg an der Uni. Er ist aber nicht mehr dort, und ich würde mich erst erkundigen, wie es mit der Umweltmedizin dort aussieht, seit Dr. Mutter nicht mehr da ist. Seine Bücher sind aber ja greifbar und könnten als Information interessant sein:

Bücher von Amazon
ISBN: 3898815226

Bücher von Amazon
ISBN: 3898815269


Grüsse,
Oregano

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

Damaris ist offline
Themenstarter Beiträge: 10
Seit: 30.07.10
Nach langer Abstinenz und wirklich nicht schönen Wochen/Monaten habe ich aus Verzweiflung hier mal wieder vorbei geschaut, meiner Mutter geht es immer schlechter und die letzten Monate haben wir zwar Einiges versucht, jedoch bisher erfolglos.

Ich reisse mal kurz an, was die letzten Monate so lief:

Im August wurde meine Mutter vom örtlichen Krankenhaus an die Uni Freiburg überwiesen um eine Herz-Katheter Untersuchung zu machen, dabei kam zu all den Strapazen der Untersuchung leider nichts raus, alles in Ordnung hieß es.

Inzwischen ist schon ein ganzes Jahr vergangen, es folgten diverse Krankenhausaufenthalte bei denen Sie meist nach einer Woche entlassen wurde und uns gesagt wurde - es ist alles untersucht, wir können nichts mehr tun.

Zweimal wurden wir sogar in der Uni Freiburg aus der Notaufnahme "geworfen" nachdem wir gute 5-6 Stunden gewartet hatten weil Mama einfach nicht mehr konnte, ich Sie eingepackt habe aus Verzweiflung mir das nicht mehr ansehen konnte, um uns dann sagen zu lassen dass Sie ja schon länger krank ist und den Platz für Notfälle wegnimmt.

Ein lokaler Schmerztherapeut schaute meine Mutter kurz an, rückte mit den Fingern Ihre Niere zurecht und meinte das war eine Fehlstellung in einer Woche ist Sie beschwerdefrei. Wir waren etwas erstaunt, dass es nun so schnell gehen sollte. Nach einer Woche passierte gar nichts, zweiter Termin, der Arzt hat die Behandlung wiederholt und uns wieder eine Woche Wartezeit versprochen - wieder ist nichts passiert.

Im November war Sie dann im örtlichen Krankenhaus, dort schlug ein Oberarzt vor meine Mutter in eine Psychosomatische Klinik zu überweisen die sich auch um Ihre Psyche kümmern und gleichzeitig nach Ihren Schmerzen schauen bzw. Untersuchungen durchführen. Wir waren von der Idee sehr überzeugt da meine Mutter sonst nur zu Hause saß und mit den Schmerzen auf sich allein gestellt war und natürlich Vieles in Ihrem Kopf rumspukte.

Im Dezember kam meine Mutter dann in diese "Einrichtung" welche sich später als Psychiatrie herausstellte - keine normalen Ärzte, nur Psychodocs und ein Haufen schwer psychisch kranker Patienten. Nach 2 Wochen siganlisierte man meiner Mutter dass Sie eigentlich fehl am Platz wäre, jedoch wurde Sie volle 2 MONATE dort behalten, wahrscheinlich wg. der Abrechnung damit auch schön was verdient wird an Ihr.

Wir waren Gott froh als meine Mutter dort wieder raus kam und vor allem noch nicht selbst durchgedreht war, was sehr schwer ist bei den ganzen anderen Patienten ohne dass jetzt böse zu meinen, vor allem wurde Ihr was ihre Schmerzen angeht gar nicht geholfen ausser irgendwelche Anti-Depressivas zu geben-also ein purer Höllentripp.

Meine Mutter unternahm parallel noch einen Schmerzmittelentzug auf eigene Faust, da Sie zum Teil sehr hohe Mengen an Tilidin und Co. genommen hat wenn die Schmerzen unerträglich waren. Ich bewundere Sie wirklich wie Sie das alles überhaupt solange durchsteht, anstatt Ihr beim Entzug zu helfen haben die Ärzte Sie nur belächelt wenn Sie vom Entzug erzählte, als würden Sie es Ihr nicht abkaufen die Geschichte. Danach hat Sie weitestgehend auf die Mittel verzichtet, mittlerweile auch das Rauchen komplett aufgehört.

Im Frühjahr folgten noch diverse Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche bis wir schließlich bei einem eigens aufgesuchten Internisten endlich mal etwas schwarz auf weiß hatten. Beim CT kam ein Aneurysma zum Vorschein, welches laut Ärzten aber nur unter Beobachtung bleiben muss und nicht akut droht zu platzen bzw. keine Schmerzursache darstellt.

Dann habe ich das Thema Schilddrüse bei Mama endgültig geklärt haben wollen, weil Sie zu Ihrem Hauptschmerz am Rippenbogen Haarausfall, Schweissausbrüche etc. hat und die Schilddrüse wenn Sie nicht richtig funktioniert ja Einiges durcheinander bringen kann. Es wurde ein Syntigramm gemacht und BLut abgenommen, die Nuklearmedizin in Freiburg und unser Internist waren sich einig es besteht eine Überfunktion (was auch die jahrelange Carbimazoleinnahme meiner Mutter bekräftigen würde) und die Schilddrüse könne Sie raus operieren lassen oder eben die Radio-Jod Therapie machen, das Sei Ihr überlassen.

Ich habe mich mal ein wenig genauer mit dem Thema auseinander gesetzt und mir die Bücher von Frau Dr. Brakebusch organisiert, Sie hat jeweils für die Über- und Unterfunktion ein Buch herausgebracht um das komplexe Thema Schilddrüse mit dem sich auch die wenigsten "Spezialisten" auskennen, genau aufgeschlüsselt. Häufig werden Fehldiagnosen gestellt und lt. Dr. Brakebusch hat meine Mutter eine Hashimoto-Thyreoiditis, was einfach gesagt eine Unterfunktion mit sich bringt und Carbimazol würde diese ja nur noch mehr verstärken. Wir haben vor 2 Wochen nun angefangen mit einer kleinen Dosis Thyroxin (Schilddrüsenhormone) und tasten uns nun an die richtige Menge, die richtige Einstellung mit den Hormonen bedarf einiger Wochen / Monate aber eine Besserung sollte man schon gleich zu Anfang feststellen können-wir sind gespannt. Wenn man sich die o.g. Bücher durchliest, findet man in vielen Erfahrungsberichten die Symptome meiner Mutter wieder was mich dann in meiner Vermutung noch mehr bestärkt hat, dass die Schilddrüse da einigen Einfluss hat.

Die zweite "Baustelle" die wir gleichzeitig mit der Schilddrüse entdeckt haben, ist ein dramatischer Vitamin B12 Mangel. Der Vorrat meiner Mutter war komplett erschöpft. Seit 2 Wochen erhält Sie nun B12-Spritzen um den Speicher wieder aufzufüllen. Die Ärzte erklärten uns, der Schmerz im Rippenbogen könne auf einen Nerv zurück zu führen sein der kein B12 mehr bekommen hat und dann reklamierte bzw. diese Schmerzen verursacht...

Dass sind die beiden Sachen die wir momentan auf der Hand haben. Leider geht es meiner Mutter die letzten 2 Wochen extrem viel schlechter, Ihre Hauptbeschwerden sind aktuell:

- Schmerz am rechten Rippenbogen der sich mittlerweile wie ein Gürtel spannt bei den Schmerzspitzen (Herpes Zoster ist abgeklärt)

- Herzrasen bei jeder Art von körperlicher Bewegung

- Brennen im Hals, Mundschleimhaut, Zunge (Zungenbrennen nach B12 Injektion besser)

- in der rechten Backe sammelt sich unangenehmer Speichel, meine Mutter nimmt Bonbons in den Mund um es einigermaßen zu neutralisieren

- aus dem Rachen kommen ab und an kleine schwarze/braune Fetzen die wir diese Woche ins Labor geben zum untersuchen

- Atemschwierigkeiten, u.a. beim ausatmen hat meine Mutter das Gefühl Sie würde noch rauchen, allgemein fällt es Ihr schwer Luft zu bekommen

Ich habe es leider versäumt bisher, einen Umweltmediziner aufzusuchen. Werde ich aber nun schleunigst mit Ihr machen, Danke für den Tipp mit den Büchern von Dr. Mutter, eine Quecksilbervergiftung würde natürlich auch in Frage kommen. Die Theorie, dass es mit der Wohnung die renoviert wurde zusammenhängt habe ich mittlerweile verworfen da Sie egal ob im Krankenhaus oder zu Hause immer die gleichen Schmerzen hat.

Meine Mutter erklärt sich selbst das Ganze automatisch als Raucherkrankheit, weil Sie nicht so gut Luft bekommt und eben gut 20 Jahre geraucht hat, jedoch ist die Lunge schon ein paar mal geröntgt worden - gibt es da noch andere Krankheiten, Folgeschäden bzw. kann man die Lunge noch genauer untersuchen ?

Ich hoffe es ist nicht zuviel text und der ein oder andere hat noch eine Idee und kann uns weiterhelfen, momentan zählt jede Stunde für uns

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

chris1983 ist offline
Beiträge: 279
Seit: 09.09.08
Deine Mutter hat mit hoher Warscheinlichkeit einen Cortisolmangel (Das schwizen ist mit der Cortisongabe verschwunden). Mach mit ihr am besten einen Speicheltest Tagesprofiel.

Nebennierenschwäche und Burn Out | Adrenal-Fatigue
CENSA - Start

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

Bergeversetzer ist offline
Beiträge: 1.146
Seit: 12.04.10
Hallo Damaris,

habt ihr denn schon mal eine Pilzdiät gemacht?
Hierbei läßt man Weizen und Zuckerhaltige Lebensmittel weg, nimmt gleichzeitig Heilerde; Brottrunk oder ähnliches ein und bekämpft so einen Pilzbefall im Magen-Darmtrakt.

Genaueres:Candida

Ebenso würde ich sozusagen für alle Fälle eine Wurmkur machen.
Würmer können Atemprobleme und Schmerzen verursachen.

Genaueres:www.meine-gesundheit.de/wuermer-bandwuermer.0.html


Ausserdem solltet ihr die Allergiewerte weiterverfolgen, denn ein so hoher Wert hat seinen Grund. Wichtig wäre hier nocheinmal herauszufinden, warum das so ist. Eventuell doch nicht nur Meeresfrüchte.
__________________
Nette Grüße
Bergeversetzer

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

Kullerkugel ist offline
Beiträge: 6.671
Seit: 01.06.10
Hallo,

ich habe alles gelesen und mir kommt der Gedanke , das Deine Mutter ein Problem mit zu viel Histamin haben könnte. Dazu würde auch der seltsame Umstand der Meeresfrüchteallergie trotz Nichtverzehr solcher Sachen passen....
Allergietests sind oft nicht wirklich richtig, es sei denn , man findet durch Antikörper das Allergen...aber auch ohne Antikörper gibt es diverse mögliche Unverträglichkeiten.

Schmerzen unter dem rechtem Rippenbogen lassen mich an die Leber denken.... Überlastung durch Schmerzmittel , andere Gifte , Histamin u. ä.
Habt Ihr Laborwerte ? Wurde die Galle mal untersucht ? Die Bauchspeicheldrüse ?

LG K.
__________________
LG K.

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

Damaris ist offline
Themenstarter Beiträge: 10
Seit: 30.07.10
Danke für die vielen Antworten,

Pilzdiät haben wir noch nicht gemacht.

Das Thema Bauchspeicheldrüse / Galle und umliegende Organe ist so ne Sache, meiner Meinung nach wurde da gar nichts untersucht...ich habe auch schon desöfteren die Ärzte gebeten dies genauer zu untersuchen aber wurde immer nur belächelt. Die Werte seien o.k. aber wenn ich z.B. von einer Bauchspeicheldrüsenentzündung ausgehe, muss ja auch eine Stuhlprobe etc. gemacht werden...

Wie kann man die Histamingeschichte abklären?

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

Damaris ist offline
Themenstarter Beiträge: 10
Seit: 30.07.10
Zitat von chris1983 Beitrag anzeigen
Deine Mutter hat mit hoher Warscheinlichkeit einen Cortisolmangel (Das schwizen ist mit der Cortisongabe verschwunden). Mach mit ihr am besten einen Speicheltest Tagesprofiel.

Nebennierenschwäche und Burn Out | Adrenal-Fatigue
CENSA - Start

Welche Cortisongabe denn?

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Damaris,

mir geht immer noch die angebliche Meeresfrüchte-Allergie durch den Kopf.

Ist Deine Mutter eigentlich Pollenallergikerin? Dann könnte es sich um eine Kreuzreaktion handeln:

Die wohl bekanntesten Auslöser von allergischen Reaktionen sind Nüsse sowie Fische und
Meeresfrüchte. Dabei handelt es sich meistens um sogenannte Kreuzallergien. Das heisst,
dass bevorzugt Personen betroffen sind, die eine Pollenallergie oder eine
Hausstauballergie haben. Weil die Eiweisse der Pollen Ähnlichkeiten mit den Eiweissen
der Nüsse haben, können Pollenallergiker auch auf Nüsse allergisch reagieren. Ähnlich
verhält es sich mit dem Hausstaub und den Fischen und Meeresfrüchten. Das Kochen
nützt bei Fischen und Meeresfrüchten nichts gegen eine allfällige Allergie, weil die
Eiweisse hitzestabil sind. Hausstauballergiker sind also Kandidaten für die Entwicklung
einer Allergie auf Fische und Meeresfrüchte.
Bei der Nahrungsmittelunverträglichkeit (Intoleranz) hat der Körper die Fähigkeit verloren,
einen bestimmten Stoff zu verdauen oder er hat diese Fähigkeit gar nie besessen. Im
Gegensatz zur Allergie handelt es sich nicht um eine Abwehrreaktion des Körpers. Der
Körper bildet hier keine Abwehrstoffe (Antikörper) sondern reagiert mit Beschwerden auf
das Nahrungsmittel. Die beiden bekanntesten Unverträglichkeiten sind die gegenüber Milchzucker (Laktoseintoleranz) und die Glutenunverträglichkeit.
http://www.de.docvadis.ch/ignaz-hutt...elallergie.pdf

Verträgt Deine Mutter denn Fisch gut? Ist sie evtl. Hausstaubmilben-Allergikerin?
Gibt es überhaupt im Zusammenhang mit Essen und Trinken , aber auch mit Medikamenen auffallende Reaktionen?

Zahnmaterialien müssten beim ZA in der Karteikarte bzw. im PC aufgeschrieben sein...
Könntest Du bitte mal alle Schilddrüsenwerte hier aufschreiben?

Ist eigentlich der Blutzucker Deiner Mutter wirklich ausreichend beobachtet worden? Nachdem ich lese, daß bei Deiner Mutter die Schweißausbrüche durch Cortison verschwunden sind, könnte es sein, daß das Cortison insofern gewirkt hat, als es den Blutzucker angehoben hat, während er normalerweise zu niedrig ist?

Grüsse,
Oregano

Geändert von Oregano (13.07.11 um 00:23 Uhr)

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

chris1983 ist offline
Beiträge: 279
Seit: 09.09.08
Zitat von Damaris Beitrag anzeigen
Welche Cortisongabe denn?
Zittiert aus deinem erstem Beitrag

Nun folgte letzte Woche der Besuch beim Allergiologen, dort wurde erneut Blut abgenommen, das Ergebnis ist aber leider noch nicht da. Zwischenzeitlich erhielt meine Mutter Cortison, was Sie körperlich enorm runter zieht, den Schmerz aber nicht lindert. Komischerweise sind aber die Schweissausbrüche seither weg...

Nach Zusammenbruch schon fünf Monate Verzweiflung

Damaris ist offline
Themenstarter Beiträge: 10
Seit: 30.07.10
Also Pollenallergie hat sie nicht, Meeresfrüchte nimmt/nahm Sie keine zu sich und Hausstaub ist nicht bekannt bzw. kam beim Allergologen auch nicht als Allergie raus.

Die Zahnmaterialienliste vom Zahnersatz habe ich da, diese hatte ich auch in der Zahnklinik der Uni Tübingen dabei wo ich Sie letzten Sommer hingebracht habe, die haben aber nichts feststellen können. Ich habe mir aber jetzt die Bücher von Dr. Mutter zugelegt u.A. zum Thema Amalgam und das hatte meine Mutter vor dem Zahnersatz auch zu Hauf im Mund "verbaut" und das kann ja viele Jahre auch nach dem Entfernen aus dem Mundbereich Probleme machen wenn sich Quecksilber in den Organen eingelagert hat etc. daher demnächst der Besuch beim Umweltmediziner.

Beim Thema Schilddrüse hat Fr. Dr. brakebusch Hashimoto festgestellt, derzeit nimmt Sie Thyroxin 75mg am Tag, wir steigern alle 2 Wochen mit Abgleich der Werte und Rücksprache mit der Ärztin. Sie vermutet dass meine Mutter bis ca. 150 mg gehen muss damit es passt.

Die aktuellen Werte:

TSH 0,54 (Norm 0.30 - 4.50)

Thyroxin (freies ft4) 1,2 (Norm 0.9 - 1.8)

Trijodthyronin (freies ft3) 3,3 (Norm 2.3 - 4.2)


@chris Sorry Du hast Recht, ich habe nicht mehr alles so parat was das letzte Jahr lief aber zum Glück kann man hier im Beitrag nachlesen.

Cortisonmangel höre ich zum ersten Mal, ich dachte das wäre nur ein Medikament..


Optionen Suchen


Themenübersicht