Psychosomatisches Erbrechen

23.05.10 23:02 #1
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Cassiel ist offline
Beiträge: 2
Seit: 23.05.10
Hallo,

seit ein paar Monaten wird mir immer total schlecht wenn ich mich aufrege oder mit einer Situation nicht zurechtkomme (Streit, negative Erinnerungen etc.).
Könnt ihr mir einen Rat geben, was ich dagegen unternehmen kann? :/

Psychosomatisches Erbrechen

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.472
Seit: 26.04.04
Hallo Cassiel,

herzlich willkommen in unserem Forum!

Deine Problematik ist nicht selten, und es gibt viele Betroffene, die auf Stress und Nervosität mit solchen Symptomen reagieren.

Eine Möglichkeit, damit besser fertig zu werden, wären z.B. Entspannungsübungen
Praktische Übungen zur Stressbewältigung
Vielleicht kannst Du damit etwas anfangen?

Hast Du seit ein paar Monaten, als die Beschwerden begonnen haben, mehr Stress und Anspannung als früher? Gibt es einen Auslöser für die Übelkeit? Ist etwas passiert, was Dich besonders aufgeregt hat?

Manchmal hängen vermehrte Stresssymptome auch mit Belastungen zusammen, die ihre Ursache nicht in der Psyche haben; hier denke ich z. B. an Amalgamfüllungen in den Zähnen, Elektrosmog, Wohngifte, Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel, Schilddrüsenfunktionsstörungen/-erkrankungen, Vitaminmangel etc. etc.
Vielleicht magst Du Dich in unserem Wiki einmal umschauen
Symptome, Ursachen von Krankheiten - Forum, Hilfe, Tipps zu Gesundheit

Um etwas gegen Deine Beschwerden tun zu können, muss man zuerst einmal die Ursache finden. Vielleicht entdeckst Du nach Durchsicht obiger Hinweise Anhaltspunkte, die weiterhelfen könnten?

Liebe Grüße,
uma

Psychosomatisches Erbrechen
Weiblich schmetterling
hallo cassiel,

auch wenn es verwunderlich klingen mag: mir gefällt das symptom. der körper zeigt hier ganz deutlich eine grenze an. er zeigt dir stellvertretend....ich spucke gift und galle....ich werde mir die dinge nicht mehr einverleiben und bieten lassen. hier wird nicht mehr stillschweigend geschluckt. im übertragegenem sinne.....ich kotz mich jetzt mal richtig aus.

man sollte sich seiner inneren abwehr und aggressionen bewusst werden. was ist es, das ich mir nicht mehr bieten lassen will? worauf reagiere ich mit übelkeit? ....wenn ich das höre wird mir speiübel......die kotzt mich an, das kotzt mich an. was will raus und nicht länger geschluckt werden?

wenn man den körper als seismographen für eruptive kräfte nimmt, es gibt ja ein beben im inneren.....der vulkan kommt langsam in wallung und spukt lava aus, dann zeigt er ja auf einer sehr direkten ebene, wie es zu funktionieren hat. das erbrechen und die übelkeit sind allerdings nur umleitungen und stellvertreter. man könnte auch spontan aufbegehren und sich mal verbal auskotzen. lernen zu sagen, was einem richtig stinkt und übelkeit verursacht.

das sind lernprozesse. der körper hilft dir dabei und zeigt genau an, wie es zu geschehen hat. er zwingt dich, den mund aufzumachen.

wenn man nicht erspürt worum es geht, wird man immer wieder den mund aufmachen müssen und das ebenfalls nur stellvertretend. dann geht man zum arzt und spricht über seine symptome.....man bekommt medikamente und muss sie schlucken.....wenn man sich das mal deutlicher vorstellen möchte.....man bekommt ein mittel, das geschluckt werden muss, weil man seelisch nicht mehr schlucken kann. das ist recht makaber. auf der seelischen ebene will nicht mehr geschluckt werden, da begehrt etwas auf, das aber per medikament reguliert werden wird. ich muss ein medikament gegen schlechtes schlucken schlucken. da fängt es in unserem leben an pervers zu werden.

wird es nicht bald besser werden, kommt die nächste instanz. ich muss wieder zum arzt, wieder meinen mund aufmachen (sprechen) und wieder etwas schlucken. per schlucken einer sonde soll abgeklärt werden, was im inneren los ist und die übelkeit verursacht. aber das ist genau das, was die psyche nicht mehr will. sie will nicht mehr schlucken, sondern sich richtig auskotzen.


was möchte betrachtet und auf "direktem" weg bearbeitet werden?


???


alles liebe und gute,

gruß

lanny

Geändert von schmetterling (24.05.10 um 08:47 Uhr)

Psychosomatisches Erbrechen

Cassiel ist offline
Themenstarter Beiträge: 2
Seit: 23.05.10
Guten Morgen und vielen Dank für eure Antworten.

Also Gründe bzw. Auslöser gibt es eigentlich genug... Ich habe etwas erlebt, das ich bis heute nicht verarbeitet habe, ich habe seit Monaten mit Depressionen und extremen Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Bei jeder Kleinigkeit reagiere ich total über.
Aber wirklich darüber reden kann ich nicht.
Ich will (und kann) so schnell nichts gegen diese Gefühle unternehmen, weil es so viel aufzuarbeiten gibt, so viele Dinge um die ich mich kümmern muss.
Wenn es mir psychisch besser geht, werden vermutlich auch die Symptome verschwinden... aber wann wird das sein? :(
Zudem stellen meine physischen Beschwerden eine weitere große Belastung für mich dar. Ich versuche gerade, mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, und da ist es nicht sonderlich förderlich, wenn ich andauernd würgend über der Toilette hänge und mich so nur noch schlechter fühle. :/
Ich versuche gerade, wieder mit dem Essen anzufangen. Weil ich das monatelang verweigert habe. Es kostet mich so viel Kraft, gegen meine Gedanken anzukämpfen, die mir sagen, dass ich nicht essen soll, und das macht es schon schwer genug. Und wenn ich mich dann übergeben muss, habe ich mich ja im Grunde völlig umsonst zum Essen gezwungen. In meiner verqueren Logik denke ich dann, dass dies nur ein weiteres Zeichen dafür ist, dass Essen "falsch" ist. Mein Körper würde sich nicht dagegen wehren, wenn Essen gut für mich wäre.

Psychosomatisches Erbrechen

silberpfeil ist offline
Beiträge: 219
Seit: 04.03.09
Hallo Cassiel,

ja, das musst du für dich alleine entscheiden, ob du Hilfe annimmst oder nicht.
Da du ja das Problem kennst, was dich soooo belasted, musst du daran arbeiten. Es ablegen, beiseite schieben, ja einfach versenken....
Denn solange "Das ÜBEL" nicht beseitigt ist, wird dein Zustand auch ncht besser.
Aber wenn es nicht so einfach ist, das Übel zu beseitigen, dann wird dir im Endeffekt nichts anderes übrig bleiben, und du MUSST dir proff. Hilfe suchen, ansonsten kannst du in ein ganz tiefes Loch fallen, und daraus kommen, aua das kann weh tun
...ich weiß von was ich spreche......
Aber erstmal musst du auch soweit sein, um überhaupt darüber sprechen zu können, vielleicht hilft das schon.......
LG Silberpfeil
__________________
Je mühsamer ein weg war, desto schöner ist das Gefühl am Ziel angekommen zu sein

Psychosomatisches Erbrechen
Weiblich schmetterling
es geht immer noch um das thema... mund-auf-machen.....

den inneren bedrängnissen eine stimme zu geben und sie nach außen hin ausleiten, scheint das thema zu sein. kräfte, die nicht nach außen abgeleitet werden können, terrorisieren das innere.

so lange du dich dagegen wehrst, dinge die geschehen sind zu verbalisieren, täuschst du dir vor, dass sie nicht wirklich geschehen sind.
das ist eine art schutzmechanismus der psyche. dies ist zeitweise auch wichtig, allerdings unter vorbehalt.

deine hilflosen rettungsversuche zeigen ja an, dass du etwas verändern möchtest. es ist zwar fatal, sich durch nahrungsverweigerung ver..."dünn"...isieren zu wollen, weist aber auf ein bestreben hin. ich kann das problem nicht loswerden, also werde ich "mich" los.

an dieser stelle sollte möglichst rasch ein umdenken stattfinden.

ich wünsche dir eine gute inspiration dazu. ich würde die traumatologie zur umgehenden krisenintervention anraten. kein hausarzt oder psychologe, sondern traumatologe. diesen findet man in einer pychiatrischen klinik, die zur ambulanten betreuung über eine entsprechende einrichtung verfügt. dort braucht man auch nicht lange auf termine zu warten.

alles gute weiterhin und einen behutsamen weg.

gruß

lanny

Psychosomatisches Erbrechen

silberpfeil ist offline
Beiträge: 219
Seit: 04.03.09
[quote]
Zitat von lanny Beitrag anzeigen
es geht immer noch um das thema... mund-auf-machen.....
den inneren bedrängnissen eine stimme zu geben und sie nach außen hin ausleiten, scheint das thema zu sein. kräfte, die nicht nach außen abgeleitet werden können, terrorisieren das innere.
....DAS ist aber leider nicht so einfach und vielleicht nicht von JEDEM gut zu verstehen.

Manchmal ist das"Ausleiten "für einen Nächsten schwer zu verstehen....Und man hat das nächste Problem.

Ein Bsp:( ich hoffe wir reden nicht an einander vorbei)....
wenn ich ein mich belastendes Problem anspreche, es raus diskutiere, das ich so nicht leben kann, das nicht mehr will ......u.s.w., dann habe ich schon viel Unverständnis erfahren.....Gerade von Freunden, Bekannten. Man wird abgestempelt, dass man keine Kritik abkann, sich komisch anstellt....
Und dann terrorisiert mich wieder das nächste Problem.....LOS lassen, diese Leute auf deutsch gesagt in den Wind schiessen, und das endgültig, und nicht wieder schlechtes Gewissen und wieder hinkriechen

LG Silberpfeil
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Psychosomatisches Erbrechen

Putzteufelchen ist offline
Beiträge: 347
Seit: 13.11.09
@ silberpfeil

Deshalb rät lanny ja auch zu einem Besuch beim Traumatologen.

Sie meinte keine Gespräche mit Freunden oder Verwandten sondern einem Spezialisten auf diesem Gebiet.


Lg, Putzteufelchen
__________________
Die Kraft der Aura ist die Kraft der inneren Ehrlichkeit gegenüber sich selbst.

Psychosomatisches Erbrechen

silberpfeil ist offline
Beiträge: 219
Seit: 04.03.09
[quote]
Zitat von Putzteufelchen Beitrag anzeigen
@ silberpfeil

Deshalb rät lanny ja auch zu einem Besuch beim Traumatologen.

Sie meinte keine Gespräche mit Freunden oder Verwandten sondern einem Spezialisten auf diesem Gebiet.


Lg, Putzteufelchen[/
QUOTE]

ja, das habe ich schon verstanden......

Bloß man geht ja nicht immer und sofort zum Traumatologen....

Ich habe es mehr von meiner Seite versucht dar zu stellen, dass man versucht gegen etwas was einem nicht gut tut, anzugehen...es aber nicht immer klappt und einem noch mehr belastet....

Ich hoffe du verstehst was ich meine...

Lg Silberpfeil
__________________
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Crizei ist offline
Beiträge: 368
Seit: 29.03.08
Zitat von Cassiel Beitrag anzeigen
Aber wirklich darüber reden kann ich nicht.
.


Hallo Cassiel!

Bei mir hatte es andere Auswirkungen: Weil Personen meiner Familien-Umgebung, die für mich sehr wichtig sind, vermeintlich nicht hören wollten, was ich zu sagen hatte und mir ein aggressives Stopp erteilten, bekam ich Sprech-Störungen. Weil dann auch Zweifel kamen, ob jenes, was ich zu sagen hatte, auch wirklich hilfreich für die Situation ist. Oder ob ich vielleicht totalen Unsinn von mir gebe und damit nur schade. Also ein massives Selbstwertproblem.

Hat wahrscheinlich die Wurzel in meiner Kindheit, doch erst in den letzten 25 Jahren (bin über 60) richtig herausgekommen. Man ordnete dies meinem neurologischem Krankheitsbild zu, ich aber meine, es ist ein Einzel-Symptom und Hinweis auf eine Selbstwert-Problematik.

In letzter Zeit gelingt es mir immer besser, frei von der Leber weg zu sprechen und vor allem nicht zu erwarten, dass andere mir zustimmen, bzw. mich von Gegenargumenten nicht entmutigen zu lassen.

Ich denke dann immer an Parlament-Diskussionen: Da wird gerufen, werden die Argumente anderer verteufelt und abgewertet und keiner nimmt das so furchtbar ernst. Jeder sagt seines und keiner bekommt Magengeschwüre oder das Kotzen, wenn andere Meinungen durch den Raum fliegen – Im Gegenteil: das ist lebendig!

‚Geheilt’ bin ich noch lange nicht, aber ich bemerke, wenn ich mir erlaube auch mal nicht ‚lieb’ zu sein, diese Krämpfe oder Lähmungen in meiner Kehle immer weniger oft auftreten. Und damit die Sprache deutlicher wird. Wenn ich zu mir stehe und nicht gleich wieder im Scham versinke, wenn die Sprache verwaschen ist. Sondern einfach die Worte wiederhole, bis mir der andere signalisiert, dass er verstanden hat. Damit erfahre ich meist viel entgegenkommendes Verständnis, auch wenn die Meinungen nicht gleich sein sollten.

Liebe Cassiel, vlt. Ist meine Geschichte nicht 1:1 für dich zu übernehmen, aber ev. gibt es Elemente daraus, die auch für dich zutreffen.

Nur Mut zum 1. Schritt – auch wenn es eine „Niederlage“ bedeuten könnte. Andere empfinden es ja vlt. gar nicht so. Aber wenn doch, ist es auch egal – beim nächsten Mal gelingt’s sicher!

Liebe Grüße

@lanny: Tolle Beschreibung. Kann ich für mich nur unterstreichen!


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