Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

02.05.10 23:58 #1
Neues Thema erstellen
Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

Michel ist offline
Beiträge: 1.196
Seit: 09.04.07
Zitat von neox Beitrag anzeigen
Symptomwoman, ich kenne deinen Versicherungsstatus nicht aber ein Funktions-MRT wäre vielleicht nicht schlecht oder zumindest ein statisches MRT der gesamten Wirbelsäule.
Eventuell werden Nerven oder die Vertebralaterien gereizt oder abgeklemmt. Das wird man in einem normalen MRT aber kaum erkennen können. In Berlin kann man ein Funktions-MRT im Liegen (offenes MRT) durchführen lassen (für Privatversicherte ca. 600 Euro). Wesentlich teurer wäre ein Upright-MRT in Hannover oder Köln.
Aha, ein MRT zur Borreliose-Diagnose, na mal was neues

Es ist bestens bekannt, dass sie Borrelienherde genau auf vorgeschädigte Stellen des gesamten Bewegungsapparates draufsetzen und die Schmerzen verstärken, könnte Bannwarth-Syndrom heissen, Nervenwurzelreizung, aber auch Nervenentzündung und letzteres ist häufig und man sieht im MRT nichts.

Grüßle Michel
__________________
EHRLICH WÄHRT AM LÄNGSTEN ! Ich schreibe ausschließlich meine eigene Meinung, mehr nicht !!!!!

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

neox ist offline
Beiträge: 33
Seit: 17.03.09
@@ Michel

Borreliose?

Soweit ich hier sehe ist Borreliose bei symptomwoman zwar möglich aber nicht sicher. Es gibt auch andere "Verdächtige", die ihre Symptome verursachen könnten.

postive IGG AK können auch nachgewiesen werden, wenn eine Infektion schon längst überstanden ist (auch nach Jahren). Sie hatte auf jeden Fall Kontakt mit den Biestern und deshalb sollte sie die Therapie selbstverständlich weiterführen.

Ob ihre jetzigen Beschwerden auf diesen Kontakt zurückgeführt werden können ist trotzdem fraglich. Ich würde trotz Behandlung (die bisher keine Besserung brachte) auch nach anderen Symptomauslösern Ausschau halten.

Ich hatte im Bekanntenkreis ein ähnliches Problem. Am Ende waren es nicht die Borellien (Igg auch positiv) sondern eine Migränekomplikation, die fokale Anfälle auslöste (persistierende Aurasymptomatik ohne Hirninfarkt). Die Hirnnerven waren auch beteiligt. Da hat das periphere und vegetative Nervensystem total verrückt gespielt. Der Nervus Vagus war auch ständig gereizt und hat das Herz gereizt). Erst Antiepileptika als Initialmedikation (1 Monat) haben da geholfen. Nun ist seit mehreren Jahren Ruhe.

Wirbelsäulenprobleme (instabilitäten vor allem in der HWS) sind auch imstande enorme Beeinträchtigungen des Nervensystems zu verursachen.

Der wenig bekannte Borna-Virus (der auch beim Menschen vorkommt) ist auch ziemlich hinterhältig und kann ebenso zahlreiche (auch psychische) Probleme bereiten. Wissentschaftliche Ergebnisse stehen aber noch aus.

Zahnherde als Auslöser sind ja auch bestens bekannt. Nicht nur mit Amalgam kann man sich vergiften, auch Palladium aus Zahnersatzlegierungen kann eine schwerwiegende Symptomatik auslösen. Daher würde mich interessieren, ob Symptomwoman wurzelbehandelte oder überkronte Zähne hat.
__________________
Weiterbildung und Kompetenz vermisse ich bei vielen Ärzten

Geändert von neox (23.01.11 um 15:05 Uhr)

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

symtomwoman ist offline
Themenstarter Beiträge: 50
Seit: 02.05.10
hallo neox,

solch ein MRT kann ich mir nicht leisten.

ja ich habe wurzelbehandelte zähne, habe auch immer wieder zahnschmerzen. metalkronen habe ich nicht.

ich habe oft kopfschmerzen, damals eine zeit lang kam es mir wirklich wie migräne vor. oft habe ich die schmerzen direkt an der stirn. teilweise auch punktuelle schmerzen der kopfhaut oder darunter.
ein ultraschall vom herzen wurde gemacht, war wohl alles ok.
ob die beschwerden zunehmen im laufe des tages kann ich garnicht so beurteilen. manchmal fühle ich mich eine zeiltang besser dann wieder schlechter.
ich habe eine schilddrüsenunterfunktion, nehme seit ca 5 wochen tabletten. per ultraschall war aber alles ok.
ich nehme azi gegen die borre 3 tage die woche. das schilddrüsenhormon und wenns mir schlecht geht ibuprofen 600.
nein, ich leide nicht an übergewicht etc.
test auf borna virus wurde wohl nicht gemacht.

liebe grüsse

hallo quittie,

eine herxheimer habe ich nicht beobachtet.
ich kann auch nicht wirklich sagen, das es mir besser geht, aber auch nicht schlechter.

liebe grüsse und gute nacht

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

neox ist offline
Beiträge: 33
Seit: 17.03.09
Wir beide haben tatsächlich ähnliche Problematik und scheinen nicht weiterzukommen.
Punktuelle Schmerzen der Kopfhaut kenne ich auch. Ist wohl idiopatischer Gesichtsschmerz.

Eins steht fest: Irgendetwas stört unsere Nerven gewaltig und ärgert das vegetative Nervensystem gleichermaßen wie das periphere Nervensystem. Angst und Unruhe verschlimmern das Ganze leider noch zusätzlich. Es klingt alles nach Somatisierungstörungen - ABER....Polyneuropathie, die du anscheinend auch hast spricht gegen eine rein psychische Ursache. Ich vermute ein "neurologisches" aber auch ein "psychisches" Problem. Das alles macht die Sache leider nicht leichter. Was ist neurologisch, was ist psychisch?

Da ich jetzt mal alle tödlichen neurologischen bekannten und unbekannten Syndrome bei dir ausschließe, bleiben folgende Ursachen:

1.) Borrelien + Coinfektionen (Da die orale Gabe des Antibiotikums bei dir nicht anzuschlagen scheint, eventuell mal intravenöse Gabe z.B. Ceftriaxon versuchen).
Wenn denn überhaupt eine chronische Neuroborreliose bei dir vorhanden ist.
Wurde LTT Borrelien und CD57 + Nk Zellen getestet? Ob ein positiver Immunoblot IGG ausreicht, um sich mit Antibiotika zuzudröhnen, muss jeder für sich entscheiden.
Es gibt auch eine genetische Disposition, wo nach einer abgelaufenen Borreliose eigene Antikörper borrelioseähnliche Symptome verursachen. Sozusagen eine Borreliose ohne Borrelien. Der Test, um das eventuell festzustellen: HLA DR Borrelien (z.B. IMD Labor Berlin).

2.) Die wurzelbehandelten Zähne. Eigentlich hat ein toter Zahn im Mund nichts zu suchen. Oft werden die Wurzeln auch nicht perfekt gefüllt. So ein Zahn ist ein perfekter Angriffsort für allerlei Bakterien. Wurde bei dir eine Panaroma-Röntgenaufnahme von den Zähnen gemacht? Wenn ja:Sind Entzündungen oder gar Zysten an den Wurzeln im Kieferknochen vorhanden?
Entzündungen im Kieferbereich durch tote Zähne (Eiter, Leichengifte) können schwerwiegende Probleme bereiten, auch deine Symptome. Solche Entzündungen können auch das Herz angreifen.

3.) Post-Polio-Syndrom (mal googeln)

4.) die Psyche, Neurotransmitterungleichgewichte oder Funktionsstörungen (elektrisch) des Gehirns selbst. Nichts davon ist im MRT sichtbar (noch nicht).
Auch wenn ich mich hier wieder unbeliebt mache. Da Psyche und Körper immer zusammen gehören, könnten Ungleichgewichte im Gehirn selbstverständlich auch allerlei körperliche Symptome verursachen. Es muss nicht immer ein Trauma dahinterstecken. Das komplexe Hirn kann auch grundlos Funktionsstörungen bekommen.
Da du ja schon ohne Erfolg in psychosomatischen Kliniken warst, würde ich es eventuell mal mit einer klinischen Hypnose (4-6 Sitzungen) oder einer Verhaltenstherapie (20 Sitzungen) versuchen. Eventuell Antiepileptika versuchen, falls die "Elektrik" gestört ist.
Das ist im EEG oft nicht zu erkennen, also ist leider wieder Rumexperimentieren erforderlich.

Bessert sich deine Symptomatik bei neuen positiven Ereignissen oder im Urlaub? Wann verschlimmern sich die Symptome? (bei Langeweile?, in der Öffentlichkeit? Zu Hause?)
Eventuell aufschreiben in welchen Situationen eine Verbesserung oder Verschlimmerung auftritt oder kommt es periodisch ohne Auslöser?

Ob Psyche oder nicht. Meditation, Yoga und andere Entspannungsübungen helfen eigentlich immer.

Physiotherapie und Osteopathie dürften die Symptomatik nicht komplett beseitigen aber zumindest vermindern.

Wir beide haben wohl keine Wahl. Wir müssen alles versuchen. Vielleicht finden wir die Ursache niemals. Diese "Folter" ist aber auch nicht hinnehmbar. Ich habe das jetzt seit fast 5 Jahren. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass der Mist von allein wieder verschwindet. Man muss etwas machen.
Verlass dich nicht nur auf die eventuelle Borreliose, untersuche bitte auch die Zähne.
__________________
Weiterbildung und Kompetenz vermisse ich bei vielen Ärzten

Geändert von neox (24.01.11 um 02:34 Uhr)

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

starless ist offline
Beiträge: 129
Seit: 29.01.08
@ micha : schön durchlesen bitte. das MRT wäre wegen der Wirbelsäule,nicht wegen Borreliose gedacht :-)

@ neox : teile Deine Ansichten, super. aber ein von der Kasse bezahltes MRT oder CT würden ausreichen für die WS.

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

Sandbank ist offline
Beiträge: 8
Seit: 10.01.11
Guten Morgen Neox, Du scheinst Dich bei Borreliose auszukennen. Bei mir wurde sie festgestellt. Seit Jahren persistierend, ich wusste aber nichts davon, da ich nie auf Borrelien untersucht wurde.
Nach 2-maliger Antibiose, die wenig Erfolg hatte, weil es wohl nicht das richtige Antibiotikum war, bin ich jetzt dabei, versuchsweise Quensyl 200 mg + Clarithromycin 500 mg, 2-mal pro Tag zu nehmen. Die Folgen sind verheerend. Ich habe dermaßen starke Schmerzen am ganzen Körper, vorwiegend aber in Beinen und Füßen, dass ich mich nur mit Mühe fortbewegen kann. Besonders nachts verstärken sich die Schmerzen. Was soll ich tun? Ich wage nicht, auch noch Schmerztabletten zu nehmen...
Weißt Du vielleicht Rat?

herzl. Grüße
Sandbank

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

Quittie ist offline
Beiträge: 3.121
Seit: 20.12.09
Hallo Sandbank,

das hört sich nach einer Herxheimer/herxartigen Reaktion an, welche im Grunde anzeigt, dass die AB anschlagen.

Schau auch hier

http://www.borreliose-berlin.de/druc...herxheimer.pdf

Du könntest dich mit deinem behandelnden Arzt in Verbindung setzen, sodass er dir etwas zur Linderung verordnen kann. Mir half gegen Schmerzen in den Gelenken am besten Ibuprofen. In den Höchstphasen waren bei mir die Schmerzen auch nachts am schlimmsten. Du könntest es auch mit Kälte/Wärmeanwendungen probieren, je nachdem, was dir am besten dabei hilft.

Viele Grüße Quittie
__________________
Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert. (Aldous Huxley)

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

neox ist offline
Beiträge: 33
Seit: 17.03.09
Hallo, könnte eine Herxheimer Reaktion sein, was in diesem Fall wünschenswert wäre.
Es könnten aber auch starke Nebenwirkungen der Medikamente sein, vorallem weil du ja 2 Medikamente mischst. Dieses wäre dann fatal und erfordert warscheinlich der Abbruch der Therapie. Eventuell das Quensyl erst einmal weglassen.

Ich würde versuchen die Medikamente noch ein paar Tage weiterzunehmen, denn die Herxheimer müsste langsam verschwinden und hoffentlich eine Besserungen deiner Krankheit stattfinden.

Ich muss Quittie zustimmen. Gegen Schmerzen am Besten Ibus in Kombination mit Wärme oder Kälteanwendungen.

Sollten die "neuen" Symptome nicht verschwinden, würde ich in ein paar Tagen die derzeitige Therapie lieber abbrechen und noch einmal ein neues Antibiotikum versuchen.

Bei Antibiotika bitte immer auch reichlich Probiotika (BactoFlor oder ähnliches) oder Joghurt (2-4 Stunden nach dem Antibiotikum) einnehmen. Damit kann man dem enormen Schaden an der Darmflora etwas entgegenwirken und verhindert Durchfälle oder Schlimmeres.

Welche Antibiotika hattest du vorher versucht?
__________________
Weiterbildung und Kompetenz vermisse ich bei vielen Ärzten

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

Sandbank ist offline
Beiträge: 8
Seit: 10.01.11
Zitat von neox Beitrag anzeigen
Hallo, könnte eine Herxheimer Reaktion sein, was in diesem Fall wünschenswert wäre.
Es könnten aber auch starke Nebenwirkungen der Medikamente sein, vorallem weil du ja 2 Medikamente mischst. Dieses wäre dann fatal und erfordert warscheinlich der Abbruch der Therapie. Eventuell das Quensyl erst einmal weglassen.

Ich würde versuchen die Medikamente noch ein paar Tage weiterzunehmen, denn die Herxheimer müsste langsam verschwinden und hoffentlich eine Besserungen deiner Krankheit stattfinden.

Ich muss Quittie zustimmen. Gegen Schmerzen am Besten Ibus in Kombination mit Wärme oder Kälteanwendungen.

Sollten die "neuen" Symptome nicht verschwinden, würde ich in ein paar Tagen die derzeitige Therapie lieber abbrechen und noch einmal ein neues Antibiotikum versuchen.

Bei Antibiotika bitte immer auch reichlich Probiotika (BactoFlor oder ähnliches) oder Joghurt (2-4 Stunden nach dem Antibiotikum) einnehmen. Damit kann man dem enormen Schaden an der Darmflora etwas entgegenwirken und verhindert Durchfälle oder Schlimmeres.

Welche Antibiotika hattest du vorher versucht?
Hallo Neox, Danke für Deine Nachricht. Ja, es könnte eine Herxheimer sein. Das war letztes Mal auch der Fall. Du fragst nachn den vorigen Antibiotika: 2 Wochen Doxicyclin (was gar nichts brachte), dann 5 Wochen Roxcyclin + Infeciotrimet im Wechsel (nach Prof. Gasser). Die Borrelien hatten sich auch danach nur wenig vermindert.
Jetzt versucht es die Ärzin mit der letztlich erwähnten Therapie. Sie meint, nach zwei Wochen müsste man schon eine Verminderung sehen, andernfalls wären die Schmerzen wohl auf andere Ursachen zurückzuführen....

Ich bin ziemlich verzweifelt, weil ich es besonders nachts vor Schmerzen in den Hüften, Beinen und Füßen kaum aushalte. Immer wieder muss ich aufstehen. Denn wenn ich auf bin, wird es ein wenig besser. Wirklich komisch mit der nächtlichen Verschlimmerung.
Kennst Du vielleicht den Grund?

Dir einen guten Abend und herzlichen Gruß
Sandbank[

Somatisierungsstörung oder ALS, unbändige Schmerzen und Angst seit Monaten...

neox ist offline
Beiträge: 33
Seit: 17.03.09
Doxyciclin war eventuell zu schwach. Vielleicht mal Rocephininfusionen versuchen, auch wenn das wohl nach neueren Erkenntnissen nicht mehr Mittel der 1. Wahl ist.

Bei nächtlichen Gelenkschmerzen muss ich sofort an Arthrose oder Candida denken. Candida wäre nach soviel Antibiotika möglich - das würde ich mit der Ärztin unbedingt auch mal abklären.

Ich würde zusätzlich auch zu Zistrosentee raten (Apotheke). Da streitet sich die Wissenschaft zwar aber schaden wird es nicht. Zumindest gibt es Berichte, dass Leuten damit geholfen wurde.

Ich würde beim Neurologen auch mal die Nervenleitgeschwindigkeit messen (ist allerdings unangenehm). Eventuell hast du durch die Borrelien eine infektiöse Polyneuropathie bekommen. Da kommt man mit normalen Schmerzmitteln nicht weit. Antiepileptika (Gabapentin oder Pregabalin) wären da wohl die geeigneten Mittel.

Wenn nichts hilft würde ich bei der Krankenkasse eine Therapie in einer Schmerzklinik beantragen. Die Schmerzklinik am Arkauwald (Bad Mergentheim) soll viel Erfahrungen in der Schmerztherapie aber auch bei Borreliose haben. Eventuell dort einmal anrufen und Informationen einholen.

Akkupunktur und Physiotherapie ist auch nicht verkehrt.
__________________
Weiterbildung und Kompetenz vermisse ich bei vielen Ärzten


Optionen Suchen


Themenübersicht