Wer war schon mal bei Piekartz?

22.04.10 17:36 #1
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harald20 ist offline
Beiträge: 2
Seit: 22.04.10
Vorwort: Wer nicht die ganze Soße lesen will, der lese einfach nur das fettgedruckte!

Hallo,

ich kann kaum noch denken. Ich tippe jetzt einfach schnell runter. Ich bin echt am Arsch, es muss jetzt was geschehen. Die Beschwerden machen mich wahnsinnig, ich drehe noch durch. Meine HWS ist definitiv nicht in Ordnung. Die ganze Misere hat nach einer chiropraktischen Behandlung begonnen. Vorher hatte ich nur ein starkes Reiben zwischen HWS und Schädelbasis, sowie ein feines Rauschen im Ohr. Dann Chiropraktiker am HWS gezerrt; seitdem Beschwerden potenziert und Kieferprobleme mit "verzogenem Unterkiefer". Auch ständig Gefühl, als verrutscht mir der Atlas da oben drinne und als wenn irgendwas zwischen Schädelbasis und Oberkiefer drückt bzw. nicht passt etc. etc. Linksseitig um den Ohrbereich herum, bzw. hinter dem Ohr von Schädelbasis bis runter zu C5 ständig extremes, unerträgliches Quetsch-/Brenngefühl, wie ein gereizter Nerv oder ein gereiztes Blutgefäß. Beschwerden sind auch manchmal etwas anders, wie ein fürchterliches Brenn-/Stech-/Kitzelgefühl entlang der Nervenbahnen, die dort verlaufen. Zieht bis in die Gesichthälfte, war vor einiger Zeit noch viel schlimmer, ganze Gesichtshälfte wie taub, etc. Ärzte alle planlos und neigen extrem schnell dazu, die Psychoschublade aufzumachen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich weiß, dass das nicht psychisch ist. Das merkt man einfach, verdammt nochmal. Man kann sich nicht über 3 Jahre am Stück so konstant und punktgenau Beschwerden einbilden. Und schon gar keine, die man durch mechanische Bewegung beeinflussen kann. Kauen verstärkt z.B. das Ohrgeräusch und ruft unmittelbar eine von mir nicht kontrollierbare Kontraktion der gesamten linken Seite um Kiefer/Ohr herum hervor. Zudem ist da was im Gange, da sich mit der Zeit eine Bandscheibenprotrusion herausgebildet hat. Diese ist aber nicht links, sondern rechts, absolute Nebensache und verursacht kaum Beschwerden. Die Beschwerden links treiben mich jedoch an den Rand meiner Leidensfähigkeit. Wenn jetzt nicht bald was passiert, dann kann ich mir nen Strick kaufen.

Brauche einen HWS-Vollprofi, der auch das Kiefergelenk miteinbezieht. Habe hier im Forum von Dr. Harry Piekartz gelesen. Wer war da schon? Das ist so weit weg. Ich hab kein Auto, bin durch das Leiden ausgesaugt und habe schon einige weitere Strecken gemacht, nur um am Ende feststellen zu müssen, dass ich mal wieder einen arroganten, ignoranten Schnösel vor mir habe, dem seine Patienten egal sind oder der schlicht keinen Plan hat und sich keine Mühe gibt. Habe also von solchen Touren die Schnauze voll. Es muss was bei rumkommen, wenn ich da hinfahre. Physiotherapien vor Ort habe ich schon drei hinter mir. Außer sinnlosem Rumgeknete kam nicht viel bei raus. Und Muskelübungen zuhause stärken zwar die Muskulatur, aber an dem verkorksten Bereich ändert sich nichts, Quetschgefühl usw. ist dadurch unbeeinflusst.

Deshalb hier meine Fragen zu Piekartz:

1. Habe hier gelesen, er tourt viel auf Vorträgen herum. Bekommt man überhaupt einen Termin? Wenn ja, wie schnell?

2. Was kostet das? Kann man sich das als Normalsterblicher noch leisten? Zahlt die Kasse in Deutschland?

3. Wird man dort von beiden Ansätzen her behandelt? Also nicht nur Richtung Kiefer. Viele CMD-Spezialisten sehen nur CDM, sind zu sehr auf diese Seite eingeschossen. Kieferprobs können aber auch umgkehrt von HWS kommen. Bei mir ist das wohl so. Möchte zu keinem "Fachidioten", der wegen Fachidiotie die Ursache übersehen könnte.

4. War schon mal jemand bei ihm wegen Problemen mit oberer HWS, insbesondere C1-C3, also jemand, der dieses Gefühl kennt, dass da oben alles rumrutscht, kracht, knackt und wie verhakt und aus der Fassung gerutscht bzw. schlicht vermurkst ist? Und wenn ja, wie behandelt man dort und wie lange (Zeitraum/Sitzungen)?

5. Kann man vor Ort bleiben und Blockbehandlungen über Tage/Wochen machen oder muss man immer wieder hinfahren?

6. Wie geht er vor hinsichtlich Zusammenarbeit mit anderen Ärzten? Eines meiner Probleme ist ja, dass die Ärzte, die ich schon abgegrast hab, mich links liegen lassen. Erwartet er, dass man einen Orthopäden hat, mit dem er konsultiert? Habe ich ja nicht, da mir hier ja keiner hilft. Habe nur eine Sammlung wildester Diagnosen und darunter nur 2 stichhaltige, die jedoch nicht Ursache sind. Habe als Konsulationsartz vor Ort nur noch meinen Hausarzt.

7. Gibt es Alternativen im südwestdeutschen Raum, die einen Versuch wert sind, bevor ich mir hier die Kante nach Holland gebe?


Ich bin so ausgebrannt, am liebsten würde ich mich in ein Krankenhaus legen und sagen: "Gebt mir eine Vollnarkose und weckt mich, wenn ihr mich repariert habt". Da hockt man aber jahrelang rum mit der Hölle an Beschwerden, alles schwindet: Sozialleben, Job, Alltag, etc. - alles geht den Bach runter. Und von Ärzten bekommt man nur dumme Sprüche, man solle den Alltag so normal wie möglich führen und sich "entspannen". Ja, wie denn, wenn man vor lauter Schmerzen kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann, verdammt nochmal? Die Weißkittel möchte ich mal sehen, ob sie immer noch so Sprüche klopfen, wenn sie solche Beschwerden am eigenen Leib erfahren. Wer Krebs, Parkinson und was weiß ich noch, hat, geht in eine Klinik und wird behandelt. Alles, was Ärzte in eine bekannte Sparte packen können, wird ernst genommen. Der Rest wird vergessen, ganz gleich wie sehr man leidet. Beschwerden, die nicht 1:1 auf das passen, was in einem Fachbuch geschrieben steht, existieren nicht. So einfach macht man sich das.

Ohne Scheiß, ich hätte lieber Krebs. Da wüsste ich wenigstens irgendwann ob ich abkratze oder heile wieder rauskomme. Aber das, was ich da mit HWS/Kiefer/Gesicht habe ist wie eine Hölle, die einen 24 h am Tag foltert, ohne Pause, ohne Entkommen. Und man weiß nicht, obs jemals wieder weggeht. Das macht eine eventuelle Entscheidung ob für oder gegen Suizid noch schwieriger. Denn ich hab schon Bock zum leben, verdammt viel Bock. Ich hätte noch so viel vor. Aber in diesem Zustand ist das alles zunichte. Und selbst wenn ich nichts mehr vorhätte und mein Leben "stinklangweilig" wäre: Nichts wäre mir lieber als in einem gesunden Körper z.B. den letzten Drecksjob zu machen oder völlig pleite zu sein. Hauptsache keine verdammten Schmerzen mehr! Dafür würde ich alles hergeben, mich sogar auf eine einsame Insel verbannen lassen. Wenn nur die Symptome weg wären, das würde mir schon reichen und jeden Moment wieder lebenswert machen, ganz egal ob arm, reich, allein oder verheiratet - alles wurscht! Alles nur Situationen. Körperliche Schmerzen aber sind so konkret und unausweichlich, und werden zur Hölle auf Erden, wenn man sie nicht abstellen kann.

Danke schonmal im Voraus für eventuelle Antworten. Und verzeiht mein Geläster und meinen Ärger. Ich hab so die Schnauze voll von Beschwerden und Ärzten, da musste ich mal das Ablassventil tätigen.


Geändert von harald20 (22.04.10 um 17:53 Uhr)

Wer war schon mal bei Piekartz?

Crizei ist offline
Beiträge: 368
Seit: 29.03.08
Hallo Harald20,

viele deiner Symptome kenne ich nur zu gut, aber bei mir war noch einiges anderes.

Bitte informiere dich hier im Forum über

atlasprofilax (habe einiges und schon öfter darüber geschrieben) bzw. über eine Suchmaschine

Ich hatte den 1. Halswirbel wahrscheinlich durch einen Kopf-Unfall in der Kindheit derart ausgerenkt (wurde nie bemerkt und behandelt, denn außer einem vorübergehend stark geschwollenem Ohr war ja scheinbar alles OK); erst 50 Jahre später ist mir atlasprofilax empfohlen worden (gab es erst seit ein paar Jahren). Auch ich war schier am Verzweifeln, bin von Arzt zu Arzt gerannnt, 1000 andere Möglichkeiten probiert, trotzdem wurde ich immer kranker...aber erst diese Einrenkung hat die Wende gebracht.

Es dauert allerdings eine Weile bis sich die Körperstatik umgestellt hat, und das kann mit weiteren starken Schmerzen einhergehen. Bei mir, jetzt 4 Jahre später, hat sich alles massiv verbessert.

Die von dir angeführten Symptome würden exakt passen. Psychische Ursachen sind hier tatsächlich auszuschließen, obwohl ich die vielen Jahre genützt habe, auch diese weitgehend zu verbessern (man lernt ja nie aus...und ich hatte die Entscheidung zu treffen, ob ich mich aufgeben will oder wirklich alles versuchen).

Ich würde mich freuen, wenn dir mein Tipp weiterhelfen könnte, denn ich kann dir sehr nachfühlen, wie es dir jetzt geht. Und ich erinnere mich mit Schaudern daran, wie es bei mir war. Ich frage mich wirklich, wie ich früher mein Leben überhaupt bewältigen könnte.

Ganz liebe mitfühlende Grüße!

Wer war schon mal bei Piekartz?

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Harald,

hattest Du einen Unfall, bei dem die HWS in Mitleidenschaft gezogen worden ist?

Du könntest Dich mal hier in dieser Rubrik einlesen: "Oxidativer/Nitrosativer Stress", u.a. hier: http://www.symptome.ch/vbboard/oxida...her-links.html und http://www.symptome.ch/vbboard/oxida...ativer-stress/

Und bitte sei vorsichtig mit Manipulationen an der Wirbelsäule. Das kann auch ganz schön schief gehen .

Wo wohnst Du denn ungefähr? Vielleicht kennt jemand hier in Deiner Gegend einen guten Therapeuten?

Grüsse,
Uta

Wer war schon mal bei Piekartz?

harald20 ist offline
Themenstarter Beiträge: 2
Seit: 22.04.10
Hallo,

also mir geht es ganz gezielt um Infos zur Behandlung bei Piekartz, sowie eventuellen Alternativen im süddeutschen Raum.

Atltasprofilax halte ich offen gesagt für Abzocke und erwarte davon allerhöchstens Placebo-Effekte (sofern man daran glaubt), ganz zu schweigen von dem totalen Unfug, der da auf den Internetseiten verbreitet wird, wenn es da heißt:

"Im Rahmen der Beschäftigung mit seinem Leiden und Versuchen der Selbsthilfe fand er zunächst heraus, dass bei fast allen Menschen der erste Halswirbel (genannt Atlas) komplett ausgerenkt ist."

Erstens ist das anatomischer Blödsinn, zweitens ist da diese völlig aus der Luft gegriffene Behauptung "bei fast allen Menschen". Bereits hier erkennt jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch, dass durch solche Phrasen lediglich der Versuch unternommen wird, einer möglichst breiten Zielgruppe das Geld abzunehmen. Scheinfakt-Formulierungen solcher Art findet man oft im Marketing, wenn es darum geht, den Kunden zu verarschen und im etwas anzudrehen. Und liest man dann ein Stück weiter, kommt irgendwann ein Satz, der den Eindruck erwecken soll, dass die Schümperli Methode die beste von allen diesen Atlasmethoden sei. Ebenfalls eine uralte Formel aus dem Marketing, hier jedoch besonders plump serviert. Komischerweise beansprucht die Konkurrenz das jeweils ebenfalls für sich. Nee, also echt: Ob das jetzt Atlasprofilax, Vitalogie oder sonstwie genannt wird; man hat hier lediglich den Geldbeutel der Patienten im Visier. Für mich stehen solche obskuren Geschäftemacher auf gleicher Stufe wie Homöopathen und anderen Unsinnsverbreitern.

Was die Verfütterung von "Mikro-Nährstoffen" à la Kuklinski angeht, mag das zwar eventuell einen wissenschaftlichen Unterbau liefern bzw. zu liefern versuchen, ist aber für mich dennoch vollkommen irrelevant, da es mir um die HWS geht und nicht um biochemische Abläufe, die damit in Zusammenhang stehen. Mir ist völlig schnuppe, ob man irgendwelche Tests machen kann, die mir allerhöchstens die Zusatzinfo liefern könnten: "Jawohl, in ihrem Körper stimmt was nicht." Das hilft nämlich unterm Strich therapeutisch gesehen auch nichts. Vitaminpillen futtern halte ich für kompletten Schwachsinn, der sich im Reich der Placebo-Effekte aufhält. Ich möchte da anpacken, wo das Problem ist. Und das ist bei mir im HWS-Bereich. Und ehrlich gesagt kommt mir Kuklinskis "Forschung" auch mehr als spanisch vor. Für mich sieht das eher so aus, als ob da ein findiger Mediziner in eine bestimmte Kerbe haut, um Geld zu machen. Ein Büchlein zu schreiben, welches sich mit Dingen beschäftigt, die weder vollkommen widerlegt noch vollkommen bestätigt werden können, ist schon clever. So lange es halbwegs logisch klingt, auch wenn dahinter vielleicht einfach nur erfundene Behauptungen stehen, so lange kann man Leuten alles erzählen und es als Wissenschaft ausgeben. Und vor allem kann ich mir auch nicht vorstellen, dass der Mann sich damit keine goldene Nase verdient, geschweige denn seine Dienste für Patienten, die kein Geld haben, auch umsonst anbieten würde.

Dennoch, danke für eure Mühe, hier zu antworten. Nach wie vor suche ich aber nach Leuten, die schon mal bei Piekartz in Behandlung waren bzw. Antworten auf die Fragen meines Eröffnungs-Posting geben könnten. Also, falls das ein Piekartz-Behandelter liest, bitte antworten. Danke schonmal!

Wer war schon mal bei Piekartz?

Esperanza ist offline
Beiträge: 4
Seit: 03.05.10
Hallo Harald,

ich war schon bei Harry v. Piekartz. Hab mit ihm über Mail Kontakt aufgenommen und bin dann nach Berlin gefahren, weil er dort ein Seminar hatte. Er hat mich zweimal behandelt und mich dann an eine Praxis bei mir in der Nähe verwiesen. Dr. Piekartz ist sehr nett und kompetent. Allerdings ist das Problem Folgendes: Eine Behandlung bei ihm ist sehr langwierig, bei solch massiven Problemen, wie Du sie schilderst sollte sie evtl. auch dauerhaft erfolgen. Du müsstest also für eine lange Zeit quasi nach Holland ziehen. Genau das war auch mein Problem. Ich bin mir sicher, dass Harry von Piekartz mir hätte helfen können. Aber dort, wo er mich hinverwiesen hat, konnte man mir leider nicht helfen. Von daher: Wenn Du Dich wirklich von ihm behandeln lassen willst, dann zieh nach Holland. Klingt vielleicht blöd, ist aber so. Denn die Ahnung, die er hat, hat sonst niemand.
lg Esperanza

P.S.: Die Gedanken, die Du oben geschildert hast, könnten von mir stammen. Es ist maßlos ungerecht, dass nur potentiell tödliche Krankheiten ernst genommen werden. Viel schlimmer ist es, jeden Tag vor sich hinzusiechen und dann auch noch 90 zu werden! Da bin ich ganz Deiner Meinung, aber das verstehen leider nur Menschen, die es selber durchmachen oder durchgemacht haben. Davon gibt es aber gar nicht so wenige, Du bist also nicht allein.


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