Übelkeit nach Gallenentfernung

17.04.10 19:32 #1
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Hippocampus ist offline
Beiträge: 3
Seit: 17.04.10
Hallo an alle, am 24.03.2010 ist mir die Gallenblase entfernt worden. Ich hatte zwei Steine und die Galle war mittelschwer entzündet. Kolliken, wie oft beschrieben, hatte ich nicht sondern nur ca. 3 Wochen vorher immer wieder Übelkeit.
Nach der Entfernung sollte es mir nun ja eigentlich besser gehen, dem ist aber nicht so. Ich fange auch erst am Montag wieder mit Arbeiten an weil vorher nicht drann zu denken war.
Obwohl ich sehr auf meine Ernährung achte (leichte Vollwertkost, kleine Mengen usw.) ist mir eigentlich fast immer leicht übel. Ich kann nicht einmal sagen woran das jetzt genau liegt, obwohl ich schon ein Ernährungstagebuch führe. Mein Doc sagte mir, das es bei mir länger Zeit braucht wie bei anderen da jeder verschieden sei. Es wäre da auch noch zu erwähnen, das mein Margen nicht richtig schließt und ich halt zur Minderung der Margensäure täglich eine Tablette nehmen muß, hatte damit aber keine Probleme.

Wer hat ähnliches erlebt und kann mir Tipps geben?


Übelkeit nach Gallenentfernung

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Hippocampus,

Hallo an alle, am 24.03.2010 ist mir die Gallenblase entfernt worden.
Willkommen im Club. Bei mir ist das schon ein paar Jahre her, aber die Folgen sind mir noch gut in Erinnerung.

Obwohl ich sehr auf meine Ernährung achte (leichte Vollwertkost, kleine Mengen usw.) ist mir eigentlich fast immer leicht übel.
Was ist denn eine leichte Vollwertkost?

Die Gallenblasenresektion ist kein leichter Eingriff, auch wenn er mittlerweile Routine ist. Nach der Resektion laufen einige Veränderungen im Organismus ab weil nun das Speicherorgan fehlt und die Galle nicht mehr eingedickt werden kann. Die Speicherfunktion übernimmt nun teilweise der Gallengang, der sich dadurch in der Anfangszeit etwas dehnt. Die dabei entstehenden Dehnungsschmerzen nimmt man oft als Übelkeit wahr. Das legt sich aber erfahrungsgemäß nach einigen Monaten. Wichtig ist meiner Meinung nach, daß man nach wie vor einen gewissen Fettanteil in der Ernährung hat, damit der Gallengang regelmäßig entlastet wird. Ich esse Fette genauso wie vorher und habe damit keinerlei Probleme. Ich merke nur bei übermäßigem Fettverzehr, daß nicht alles Fett verdaut werden kann.

Ich kann nicht einmal sagen woran das jetzt genau liegt, obwohl ich schon ein Ernährungstagebuch führe. Mein Doc sagte mir, das es bei mir länger Zeit braucht wie bei anderen da jeder verschieden sei.
Da hat er nicht ganz unrecht. Das Ernährungstagebuch wird dir aber vermutlich keinen Hinweis geben, denn wenn das der oben beschriebene Effekt ist, dann gibt es keinen Zusammenhang mit einzelnen Nahrungsmitteln, bestenfalls mit der aufgenommenen Fettmenge (das habe ich aber nie ausprobiert).

Es wäre da auch noch zu erwähnen, das mein Margen nicht richtig schließt und ich halt zur Minderung der Margensäure täglich eine Tablette nehmen muß, hatte damit aber keine Probleme.
Dein Magen schließt vermutlich genauso gut wie der jedes anderen. Es ist weit verbreitet, daß die Cardia nicht vollständig schließt, das hat eigentlich keine pathologische Bedeutung. Sodbrennen und Gastritis schiebt man gerne auf diesen Effekt und teilweise verkauft man recht üble Operationen dazu, bei der der Mageneingang umgestaltet wird. Beide Krankheiten haben aber ganz andere Ursachen und lassen sich durch Abstellen dieser Ursachen meist auch sehr schnell heilen.

Die Medikamente, die du nimmst - vermutlich Omeprazol oder andere PPI - sind nicht wirklich empfehlenswert. Sie zerstören irreversibel die Protonenpumpen der Magenschleimhaut, die für die Produktion der Magensäure benötigt werden. In Folge funktioniert nicht nur die Proteinverdauung nicht mehr richtig, es kommt auch zu Störungen bei der Bildung des sog. Intrinsic Faktors, der für die Aufnahme und Rückresorption von Vitamin B12 notwendig ist. Da der Magen auf die PPI mit einer erhöhten Magensäureproduktion reagiert, führt das Absetzen der Medikamente sofort zu Beschwerden, was den Patienten zuverlässig dauerhaft an das Medikament bindet.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Übelkeit nach Gallenentfernung

Hippocampus ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 17.04.10
Hallo Joachim,

ich dank dir für das Geschriebene und es baut mich auch auf. Es gibt in meiner Umgebung viele Leute die keine Galle mehr haben, aber jeder hat mir bisher gesagt, das er keine Probleme hinterher hatte und es ihm gut ging. Naja, da fängt man irgendwann echt an zu Zweifeln.

Was die Tabeletten angeht, so bekomme ich Famotidin da es tatsächlich so ist, das vor allem Nachts Säure in meine Speiseröhre läuft usw. das wurde vor ein paar Jahren bei einer Margenspiegelung festgestellt.

Lieben Gruß zurück, Verena

Übelkeit nach Gallenentfernung

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Verena,

Was die Tabeletten angeht, so bekomme ich Famotidin da es tatsächlich so ist, das vor allem Nachts Säure in meine Speiseröhre läuft usw. das wurde vor ein paar Jahren bei einer Margenspiegelung festgestellt.
Dann trifft das gesagte nicht zu. Famotidin ist kein PPI, sondern ein H2-Antihistaminikum mit einer anderen Wirkungsweise.

Was die Tabeletten angeht, so bekomme ich Famotidin da es tatsächlich so ist, das vor allem Nachts Säure in meine Speiseröhre läuft usw. das wurde vor ein paar Jahren bei einer Margenspiegelung festgestellt.
Der gesunde Magen bildet Magensäure in nennenswerten Mengen eigentlich nur dann, wenn sie benötigt wird, weshalb das normalerweise kein Problem ist. Wenn der Magen auch dann Magensäure bildet, wenn keine benötigt wird, dann hat das eine Ursache und die müßte man finden und abstellen. In der Regel liegen die Ursachen in Ernährungsfehlern, aber es spielen oft auch belastende Lebenssituationen und vor allem Schadstoffe eine Rolle (Rauchen, Alkohol, Kaffee vor allem). Generell kann es ja nicht das Ziel sein, lebenslang abends Tabletten zu nehmen um die Folgen der Krankheit zu unterdrücken. Ziel müßte es sein, die Ursachen der Krankheit abzustellen, damit die Symptome verschwinden und die Tabletten nicht mehr benötigt werden.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)


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