Paradoxe Medikamentenreaktionen, Depression, Leaky Gut, Adrenal Fatigue

24.11.09 15:34 #1
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Klaus09 ist offline
Beiträge: 18
Seit: 24.11.09
Hallo,
ich bin 30 und habe schon seit dem 14. Lebensjahr gesundheitliche Probleme. Damals fing es plötztlich an mit einer Tunnelwahrnehmung und chronischer Müdigkeit. Auch schaue ich seitdem den Menschen während dem Gespräch nicht mehr in die Augen, weil es mich stark anstrengt. Meine Konzentration ist extrem schlecht. Als Kind habe ich viel gelesen, seit 14. praktisch nur noch Pflichtlektüre, weil meine Konzentration so schlecht ist. Einen kausalen Zusammenhang mit einem Ereignis ist mir oder meinen Eltern nicht in Erinnerung geblieben.

Anfänglich war ich noch bei Hausärzten und beim Augenarzt zur Untersuchung; sie konten nie was festellen. Nach einem Schultag und im Studium nach den Vorlesungen war ich immer extrem müde. Schließlich wurde nach langer Zeit die Diagnose Dysthymie gestellt und ich nahm Anfang 2003 zum erstenmal ein richtiges Antidpressivum (Trevilor). Es wirkte nicht und ich hatte nur starke Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen. Ein anderes wollte ich erstmal nicht nehmen. Im März 2003 bekam ich dann Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin). Er wurde erfolgreich mit Chemo und Radio behandelt. Doch meine Müdigkeit und Depression und die Tunnelwahrnehmung bestand weiter u. verschlechtert sich weiter.

2004 bekam ich dann auch noch Hashimoto. Dagegen nehme ich jetzt L-Thyroxin und Selenase 200µg.

Seit 2004 habe ich sämtlich Antidepressiva und atypischen Antidepressiva, auch Lithium usw. versucht, auch im Rahmen eines 5 monatigen Klinikaufenthalts. 2004 hat das Remergil noch angeschlagen (nach drei Wochen besseres Konzentration) aber ich habe es vom Magen/Darm her nicht vertragen. Nach dem Absetzen versuchte ich Neurofeedback. Bei den ersten zwei Sitzungen musste ich während der Sitzung unkontrolliert anfangen zu lachen und plötzlich feuerten meinen Neuronen wieder. Für einige Stunden danach fühlte ich mich, so wie ich mir ein normales Leben vorstellte. Doch nach der 2. Sitzung trat dieser Effekt nie wieder auf.

Grundsätzlich reagiere ich völlig paradox auf Medikamente insbesondere Antidepressiva. Von den meisten werde ich bei den geringsten Dosen für 48 h schlaflos, insbesondere SSRI. Während dem Klinikaufenthalt versuchte ich auch das Remergil nochmals mit Magenschutz. Aber nach 5 Wochen und hoher Dosierung trat keine Wirkung ein, außer dem Brennen und Stechen im Unterleibsbereich. Ich setzte das Remergil selbstständig ab und es kam dann zu einem massiven paradoxen Reboundeffekt. In den 5 Tagen nach dem Absetzen war meine Stimmung deutlich besser. Danach war alles beim Alten. Solche Absetzeffekte gab es auch in leichteres Form beim Doxepin und Tianeptin, aber auch beim ayurvedischen Ashwagandha. Einen starken Effekt hatte ich dann als einziges noch mit dem Amisulprid. Nachmittags konnte ich damit seit langem erstmals wieder herzlich lachen. Aber es verursachte auch wieder Darmstechen und ich musste es vor Schmerzen absetzen

Seit 2005 habe ich versucht mich selbstständig zu behandeln, mit Omega-Fettsäuren und Vitaminen, sämtlichen Heilkräuteren insbesondere den Ayurvedischen. Aber es schlägt nichts an oder ich vertrage es vom Magen/Darm-Trakt nicht oder es reagiert paradox.

Letztes Jahr hatte ich mich dann auf Adrenal Fatigue untersuchen lassen und meine Cortisolwerte waren deutlich vermindert. Die Einahme von 10mg Hydrocortison über 4 Wochen brachte nichts. Schisandra Schinensis nahm ich auch. Nach 1.5 Wochen fühlte ich mich körperlich fitter aber sonst total überstimuliert und vom Magen/Darm her hatte ich auch wieder ein massives Brennen und Stechen. Adrenal Extracts, Vitamin B5 und Q10 führen auch zu ein sofortiger Überstimulation bzw. Schlaflosigkeit . Den Artikel von Dr. Lam habe ich auch schon gelesen.

Da ich den Verdacht hatte, dass mein Darm eine Teilursache ist, bin ich 2008 in eine Ayurvedaklinik. In den zwei Wochen hatte sich praktisch nichts merklich verbessert. Nur nach meiner Rückkehr habe ich wieder rasch normale Kost (nichts fettes oder ungesundes) gegessen und seitdem habe ich noch massivere Beschwerden im Bereich Nase, Darm, Lunge (verstopfte Nase, Stechen und Entzündung in der Lunge, und Darmstechen). Kortisonsprays halfen nicht mehr und machten mich schlaflos. Seit Anfang 2009 nehme ich Triphala abends eine Tablette und habe damit mein Entzündungsgeschehen im Lungenbereich geradeso im Griff. Setze ich es ab bekomme ich sofort wieder eine massive Verschleimung und Entzündung. Triphala hilft viel aber die Ursache, die ich nicht kenne, kann es nicht beheben.

Dann habe ich noch diesen Sommer eine FX-Mayr-Kur gemacht. Aber das hat gar nichts gebracht. Das Darmstechen und die verstopfte Nase und die Schmerzen in der Lunge habe ich immer noch.

Dann habe ich die letzten drei Monate konsequent auf Ei, Gluten, Zucker und Milchprodukte verzichtet. Überhaupt keinen Erfolg, außer das mein Stuhlgang etwas fester geworden ist.

Bei einem Heilpraktiker war ich auch schon. Der stellte allerhand fest (unter anderem auch Nitrostress, Chronice Fatigue und Allergie, virusinduzierte ZNS-Dysfunktion etc).

Momentan gehe ich davon aus, dass meine primären Probleme ein Leaky Gut, Adrenal Fatigue in schwerer Form (nach Dr. Lam) und Depressionen sind. Es hat sich zu einem teuflischen Mix aus Unverträglichkeiten und paradoxen Reaktionen entwickelt, zu dem ich keinen Rat mehr weiß. Ich habe alle gängigen Medikamente und andere Präparate ausprobiert und die gängige Literatur (Lam, Pall, Ku) kenne ich auch.

Ich weiß nicht mehr wo und womit ich ansetzen soll. Weiß jemand Rat oder hat jemand auch solchen paradoxen Reaktionen wie z.B. der paradoxe Reboundeffekt? Abschließend kann ich noch sagen, dass ich keine Plomben habe und mein Serotonintransportergen in Ordnung ist.

Seit 2007 kann ich nur noch halbtags arbeiten und momentan bin ich schon wieder auf dem besten Weg in eine Klinik.

Höre gerne Eure Ratschläge


Geändert von Klaus09 (24.11.09 um 22:30 Uhr)

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Forgeron ist offline
Beiträge: 1.086
Seit: 11.02.07
Hallo Klaus,

in dieser Situation einen guten Ratschlag zu geben, von dem man selbst voll überzeugt ist, wäre vermessen.

Mit fällt jedoch auf, daß Sie sich bei Ihrer Odysee`ziemlich weitgehend und immer wieder, Versuchen mit Medikamenten ausgesetzt haben, die zwangsläufig ihre eigenen nachteiligen Nebenwirkungen entfalten und auf breiter Basis letztendlich doch keine Besserung bewirkt haben, wenn dies auch von Ihnen wegen des Lymphdrüsenkrebses punktuell geschildert wurde. Klar ist aber auch, daß durch die Chemo eine Beeinträchtigung der Vitalität einhergehen dürfte.
Auch Ihre übrigen Behandlungen, die nicht nachhaltig waren (Ayurverda und Mayr-Kur) haben Sie womöglich weiter geschwächt.

Wäre ich an Ihrer Stelle, würde ich mich, wenn überhaupt, nur noch an einen vertrauenswürdigen Arzt oder eine Klinik wenden, die ganzheitliche Betrachtungen anstellt, mich aber auch dabei weitgehendst vor neuen Medikamenten zu schützen versuchen. Dafür scheint mir am besten eine Klinik geeignet zu sein, die Krebs und ihre Folgewirkungen auf natürliche Weise versucht anzugehen.
Da Sie aber auch selbst hinsichtlich notwendiger Informationen aktiv sind, können Sie sich ja mal vorweg über den letzteren Bereich informieren, um vonvorneherein bestimmte Anwendungen, die nachweislich nichts bewirken, auszuschalten.
Zur Not würde ich, entsprechende Fähigkeiten, wie kritisches Bewußtsein und Konsequenz vorausgesetzt, auch versuchen, ganz alleine weiter zu marschieren, denn je mehr man sich in die Fänge des Medizinbetriebes begibt, umso irrlichtender wird es unter Umständen.

Frdl. Gruß
Kurt Schmidt

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dmps123 ist offline
Beiträge: 3.836
Seit: 05.09.08
Hallo,

Das klingt für mich wie eine mögliche Quecksilbervergiftung.

Ich habe übrigens auch die Diagnose Dysthymie bekommen und Antidepressiva haben gar nicht funktioniert bei mir.

Bei mir wurde das ganze durch eine Quecksilbervergiftung ausgelöst.(Amalgam) Siehe meine Geschichte in meinem Profil. Auf eine Amalgamentfernung und Entgiftung habe ich dann angesprochen mit permanenten Verbesserungen.

Geändert von dmps123 (29.11.09 um 13:32 Uhr)

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Klaus09 ist offline
Themenstarter Beiträge: 18
Seit: 24.11.09
Hm, ich suche schon die ganze Zeit eine gute Klinik. Allerdings habe ich in Deutschland noch keine Gute gefunden. Außerdem kann ich nicht schon wieder Tausende von Euro ausgeben. Weiß vielleicht jemand eine gute Klinik in Deutschland bei chronischer Müdigkeit und Darmproblemen und Adrenal Fatigue, die auch von den Privatkassen im stationären Fall bezahlt werden?

Das mit der Quecksilbervergiftung hatte ich mir auch schon überlegt, allerdings habe ich überhaupt keine Plomben und in meinem Zimmer wurden im 7-Tage- Hausstaub auch keine überhöhten Werte gefunden. Allerdings waren Arsen und Antimon ein wenig über den Auffälligkeitswerten (Arsen: 14.6 mg/kg (auffällig ab 3 mg/kg) und Antimon: 7 mg/kg (auffällig ab 3mg/kg). Bei der Nachuntersuchung von einer neuen Probe waren dann nur noch 3.7 mg/kg Arsen zu messen.
Damals habe ich beschlossen, die Sache auf sich beruhen zu lassen, da die Auffälligkeitswerte nur geringfügig überhöht waren.

Was auch ein Probleme sein könnte, ist die Kombination aus L-Thyroxin-Einnahme und Adrenal Fatigue. Hier schreibt ja Dr. Lam darüber. Allerdings schreibt er nirgends wie man mit der Dosierung von L-Thyroxin bei Adrenal-Fatigue verfahren soll. Hat diesbezüglich jemand Erfahrung?

Gruß Klaus

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dmps123 ist offline
Beiträge: 3.836
Seit: 05.09.08
Das mit der Quecksilbervergiftung hatte ich mir auch schon überlegt, allerdings habe ich überhaupt keine Plomben
Hattest du mal welche?

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Klaus09 ist offline
Themenstarter Beiträge: 18
Seit: 24.11.09
Nein, noch nie im Leben Plomben gehabt.

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Forgeron ist offline
Beiträge: 1.086
Seit: 11.02.07
Hallo Klaus,

Kliniken mit ganzheitsmedizinischem Ansatz finden Sie unter "www.klinikverzeichnis-online.de"

Frdl. Gruß
Kurt Schmidt

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psycho47 ist offline
Beiträge: 1
Seit: 29.12.09
Hallo Klaus,

wie schon von Forgeron gesagt, wäre ein allumfassender überzeugter Rat bei deiner Situation recht vermessen.

Mir ist bei deiner ausführlichen Schilderung aufgefallen, dass du bezüglich der Depressionen nur pharmakologische Ansätze und Neuro-feedback anführst. Fand eine interpersonale oder Verhaltenstherapie nicht statt oder hast du sie hier weggelassen? Diese sind auf längere Sicht oft wirksamer als Psychopharmaka (Grawe, 2004). Meiner Meinung und Erfahrung nach (komme aus der psychologischen Ecke) ist so eine Behandlung bei deiner Krankengeschichte auf jeden Fall empfehlenswert und sei es auch nur unterstützend. Bei vielen anderen chronischen Erkrankungen wie Fibromyalgie, Migräne o.ä. wird die unterstützende Psychotherapie oder Krankheits- bzw. Schmerzbewältigungstherapie erfolgreich eingesetzt. Kontakt zu Therapeuten bekommst du bei Selbsthilfegruppen für Fibromyalgie oder Migräne oder bei der Deutschen-Schmerzliga.

Außerdem habe ich bemerkt, dass deine anderen eigenen Diagnosen (Leaky Gut, Adrenal Fatigue), sich auf wenig und schlecht erforschte Krankheiten beziehen, was dir therapeutisch keinen Vorteil bieten dürfte. Interessant ist, dass dein Heilpraktiker da schon wesentlich handfestere Verdachtsdiagnosen hat (meist ist es eher anders rum!). Zwar sind chronische Fatigue und nitrosativer Stress ebenfalls noch ungenügend erforscht, aber erstere ist zumindest eine schulmedizinisch anerkannte Erkankung, was deine Position den klassischen Medizinern gegenüber stärken würde, so dass du nicht in die Hypochonderecke abgeschoben wirst. Für diese Erkankung wird auch gelegentlich über massive Nebenwirkungen bei psycho-pharmakologischer Therapie berichtet.
Nitrosativer Stress ist dagegen noch recht experimentell und hypothetisch, aber die Publikationen und Erklärungsansätze scheinen mir wesentlich einleuchtender und wissenschaftlicher zu sein, als sonst bei der Heilpraktikerfraktion üblich.
Meines Wissens ist der Nachweis dieses Krankheitsbildes sogar labormedizinisch möglich und es würde einen Großteil deiner Symptome erklären. Der einzige Spezialist, der mir in diesem Bereich bekannt ist, ist Dr. Bodo Kulinski aus Rostock, dessen Vortäge von der Ärztekamer in BW schon in der Fortbildung eingesezt wurden.
Auch wenn die Krankheit nicht von der Kasse anerkannt wird, ist dieser Mann immerhin approbierter Mediziner und somit zumindest privat abrechnungsberechtigt. Ein Versuch kann ja nicht schaden, oder?

Bis dahin würde ich an deiner Stelle nur die Medikamente nehmen, die momentan wirklich etwas bringen und die du wenigstens halbwegs verträgst und alles andere (auch Nahrungsergänzung, momöopathisches und "natürliches" Zeug) erstmal weglassen. Die Ernährung würde ich so allergenfrei wie nur irgendwie möglich gestalten und weitestgehend Bio nehmen (ich persönlich hab zB. ne Allergie gegen das Wachs auf gekauften Äpfeln!) am besten aus der Region vom Bauern deines Vertrauens oder dem eigenen Garten.

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Zitat von Klaus09 Beitrag anzeigen
Nein, noch nie im Leben Plomben gehabt.
Wie schaut es mit anderen Quellen aus

Quecksilberquellen im Alltag

Was ist dein Beruf?

Was vielleicht noch besser wäre, anstatt rumzuraten einen Test zu machen. Ich halte diesen Haartest für den sinnvollsten Test
Anleitung zum Haartest nach Cutler

Geändert von Stengel (29.12.09 um 19:34 Uhr)

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Silvia P ist offline
Beiträge: 295
Seit: 07.05.08
Hallo Klaus,

hast Du irgendwelche anderen Zahnfüllungen?

Kunststofffüllungen z. B., oder wurzelkanalbehandelte Zähne, verlagerte Weisheitszähne, überkronte Zähne ?

Lieben Gruß

Silvia
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