Der Kampf, der nicht enden will...

17.11.09 14:26 #1
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limbic ist offline
Beiträge: 2
Seit: 17.11.09
Hallo zusammen

Es begann alles im letzten November 2008. Ich war gerade in den Tauchferien in Ägypten. An einem Abend kurz vor dem Einschlafen ergriff mich ein eigenartiges Gefühl, ich hatte ein noch nie dagewesenden, undefinierbares Angstgefühl, begleitet von Orientierungsstörungen (ich dachte mein rechtes Bein sei links) und Einschlafen der Extremitäten. Beide Beine schliefen mir ohne Druckstellen ein, auch beide Hände und teile der Arme. Ich bekam Panik, stand auf und ging nach draussen spazieren, wollte mich beruhigen, doch es gelang mir nicht. Ich kämpfte die ganze Nacht gegen diese Symptome, schlief kaum und am nächsten Tag war mir kotzübel. Ich ging sofort zu einem ansässigen Tauchspezialisten, der mich durchcheckte, die Taucherkrankheit ausschloss und mir das OK für den Flug gab.

Die nächsten 3 Monate war die Hölle. Mein Alltag wurde begleitet durch Schwindelgefühle, Benommenheit, Einschlafen der Beine, Schlafstörungen, starke Angstgefühle, Muskelzittern. Noch nie hab ich sowas erlebt, stand sonst ziemlich stabil mit beiden Beiden im Leben, obwohl ich ein paar "serious life events" ertragen musste, wie z.B. die Trennung von meiner Freundin und meinem Sohn (das war im Nov 2007) Ich ging zum Hausarzt, von dort zum Neurologen, Kardiologen....man hat nichts festgestellt. Ich schloss die Tatsache niemals aus, dass es etwas Psychosomatisches sein könnte. Mein Hausarzt sprach von einer Angststörung. Januar - April waren geprägt von Angstgefühlen, 1-2 Attacken, körperlichen Missempfindungen. Irgendwie bekam ich die Angst kognitiv aber in den Griff, diese verschwand langsam. Die körperlichen Symptome jedoch nicht. Im Februar hatte ich plötzlich visuelle Störungen, irgendwie hatte ich das Gefühl, nicht mehr richtig zu sehen und ich sah dauern diese Mouches Volantes, diese Striche, Punkte und Fäden, welche man sieht wenn man z.B. lange in den Schnee oder eine helle Oberfläche betrachtet. Aber auch der Neuroophtalmologe sah keine pathologischen Veränderungen. Die Mouches Volantes sind bis heute nicht verschwunden, ich hab mich aber an diese gewöhnt. Seit Juni leide ich an veringerter Vitalität, meine Augenrändern sind manchmal hochrot, hab z.T. auch dicken Augenringe und ich fühle mich einfach sehr schwach. Der Schwindel ist allgegenwärtig, jedoch kein Drehschwindel, sondern wie eine Art Benommenheit, begleitet von einem Gefühl, dass ich bald umkippen werde, was aber nie geschah. Ich mache 3 - 4mal Sport pro Woche, das kann ich auch heute noch gut und der Schwindel verschwindet meist nach 30min Training. Ich kann auch frühmorgens aufstehen, würde mich eigentlich auf die Arbeit freuen, wenn da nicht diese körperlichen Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, manchmal Übelkeit usw wären. Mein Essverhalten blieb normal, ich hab weder zugenommen noch abgenommen. Was ich bemerke ist eine erhöhte Stuhlgangfrequenz pro Tag (meist 4-5mal). Seit etwa drei Monaten vetrag ich den Alkohol nicht mehr, 1 - 3 Stangen Bier reichen, um morgens ein sehr seltsames Gefühl der Benommenheit zu haben. Zuviel Alkohol löst bei mir am nächsten morgen Angstattacken aus. Dasselbe mit den Zigaretten: Rauchen tue ich seit 2 Monaten nicht mehr, weil diese ebenfalls sehr unangenehme psychische Zustände ausgelöst haben.

Medikamente nehme ich keine. Ich kämpfe jeden Tag gegen die Symptome an, treibe Sport, arbeite 100%. In letzter Zeit ernähre ich mich "übergesund", esse jeden morgen Toast, Lachs, Ananas und Kiwi, trinke Grüntee, meide Kaffee. Esse den Tag durch mehrere Früchte und Gemüse. Ich schaue, dass ich 7-8 Stunden Schlaf habe und dieser ist meist nicht gestört.
Doch die Symptome wollen nicht verschwinden, wie erwähnt, sind diese immer noch da:
- ungerichteter Schwindel (vorallem beim laufen, bei sitzen häufig ok)
- Benommenheit, Konzentrationsschwierigkeiten
- zeitweise Übelkeit
- Alkohol- und Nikotinintoleranz
- manchmal Stechen in der Herzgegend und Mitte Brust ohne Ausstrahlung in Arme


Manchmal denke ich, dass es evtl von Ägypten her ein viraler Infekt sein könnte....Gibt es Viren, welche so persistent solche Symptome auslösen können ?

Ich danke euch für eure Antworten und Hilfe!

Liebe Grüsse, Limbic

Der Kampf, der nicht enden will...

Augenlicht ist offline
Beiträge: 300
Seit: 16.11.09
Hallo Limbic,

Wenn ich Deine Geschichte lese, dann denke ich auch an Urlaub..
Wenn ich weiter lese, dann kommen mir folgende Gedanken:

Schwindel, dann die Gallenblase, ein Magenproblem, sieht man in den Augen, und die Angst vom Herzen und Dünndarm.

Wieso, weil die Organe paarweise im Gleichgweicht sein sollten und die unterstützen/unterdrücken sich gegenseitig.

Nun die Fragen?

- Gallenblase (Steine, Gallensekret)
- Urologische Leiden (Harnblase, Prostata, Nieren) Harnlassen, Stuhlgang

Den Magen lassen wir vorerst mal weg, da Du der Ernährung ja offensichtlich Beachtung schenkst.

Und zu Deiner Vermutung, ob Dich in Aegypten was gestochen haben könnte, das kam mir auch in den Sinn, was aber mit einem Bluttest doch gefunden werden könnte..ggf. ach via verschmutztes Trinkwasser.

Hilft Dir das?

Grüsse
"Augenlicht"

Der Kampf, der nicht enden will...

Morja ist offline
Beiträge: 823
Seit: 27.10.09
Hallo Limbic
also ich würde auch erst mal noch das Blut genau testen lassen, auch auf Borrelien usw usf

Amalgan hast Du nicht im Mund?

Manchmal können auch Herzprobleme sich in Lähmungen ausdrücken, das wurde aber alles ja schon kontrolliert.

Wenn dieses alles seriös ausgeschlossen wurde, Du findest hier einige Hinweise im Forum, würde ich es mit einem Therapeuten versuchen um die Angstzusände in den Griff zu bekommen.

Denn ob man es glauben will oder nicht - kann es eben auch Rückerinnerungen geben die Angstschübe auslösen können.

Hoffe Du kannst damit etwas anfangen

LG Morja
__________________
Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da. Franz Kafka

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Siggi ist offline
Beiträge: 24
Seit: 04.01.09
Hallo Limbic,

dein Leidensweg hört sich sehr schlimm an.
Oft muss man eine jahrelange , demütigende und unverstandene Ärzteodyssee durchlaufen, bis mal endlich (wenn überhaupt!!) eine richtige Diagnose von Ärzten gestellt wird.

Aber..... sehr viele Symptome, die du schilderst, erinnern mich an meine schwere Vorgeschichte, bis endlich dann, nach Erkenntnis der Diagnose etwas Licht im Tunnel eschien.
Eine Borreliose- Untersuchung wurde ja von einem User schon erwähnt.
Hast du dich mal diesebezüglich schon mal untersuchen lassen?

Aber...... was mir noch viel wichtiger erscheint ist eine Schilddrüsen- Untersuchung, denn du scheinst fast alle Register dieser Erkrankung zu ziehen.
Ein Schilddrüsen-Test wäre es allemal Fall wert, dann weißt du wenigstens ob du betroffen bist.
Wenn ich damals fähige Ärzte gefunden hätte, wären mir 2 schwere Leidensjahre erspart geblieben.... denn es WAR die Schilddrüse.....
Obwohl selbst Endoktrinologen "versicherten", dass alle Werte im Normbereich liegen....aber sich nie einer die Mühe machte, auch mal meine fiesen Symptomen zu beachten.

Ich wünsche Viel Glück und alles Gute
Lb.Gr. Siggi










Siggi

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ChriB ist offline
Beiträge: 455
Seit: 17.01.09
Zitat von limbic Beitrag anzeigen
Manchmal denke ich, dass es evtl von Ägypten her ein viraler Infekt sein könnte....Gibt es Viren, welche so persistent solche Symptome auslösen können ?
nur eine Idee: könnten es Pestizide sein ? In südlichen Ländern wird viel eingesetzt (z.B: gegen Insekten etc. in Hotels), was bei uns schon lang verboten ist.

Der Kampf, der nicht enden will...

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hast Du auch in Ägypten keine Medikamente genommen. Bei einer Malaria-Prophylaxe können solche Symptome auch auftreten.
Malariaprophylaxe und Tauchen Medizin Tauchen

Gruss,
Uta


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