Mutter überfordert mit Asperger-Syndrom Kind

25.09.09 10:59 #1
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Mutter überfordert mit Asperger-Syndrom Kind

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Ich habe im Fernsehen mal einen Film gesehen mit der Dr. Prekob und fand das ziemlich eindrucksvoll, allerdings eher in der negativen Richtung: ein-druck-s-voll. Es sah nach Willenbrechen aus.
Trotzdem wollte ich den Link setzen, um damit zu zeigen, daß das eine durchaus bekannte Therapierichtung ist.

Wenn es hilft: wunderbar. Es ist wie bei allen Therapiemöglichkeiten: es gibt viele Varianten,w as die Art, den Hintergrund usw. angeht. Und das kann man nur in jedem einzelnen Fall sehen und beurteilen.

Gruss,
Uta

Mutter überfordert mit Asperger-Syndrom Kind
Weiblich Christiane22
Hallo Becrisa,

erst einmal ein herzliches Hallo.

Da mein Sohn ebenfalls nicht einfach war und Schreianfälle kriegen konnte, bei denen mir Herumstehende die Polizei auf den Hals hetzen wollten, möchte ich hier erst einmal ein bisschen weiter mitlesen bevor ich mehr dazu sage. Wozu ich jedoch etwas sagen will, und das finde ich, aus eigener aber auch aus der Erfahrung mit meinem Sohn sehr wichtig:
Auch wenn viele Psychologen evtl. etwas anderes behaupten, langfristig kann sowas nicht gut sein für die Psyche. Durch solche Methoden entstehen dann Menschen, die fähig sind, sich in Reihe und Glied einzuordnen, im Inneren aber zermürbt sind.
Das sehe ich ebenfalls so, aus meiner Sicht ist es ein Brechen des Widerstandes. Für meinen Sohn wurde diese Festhaltetherapie auch angeraten. Da ich selbst ein sehr freiheitsliebendes Wesen bin und alles was mich einengt ablehne, muss ich zwangsläufig Gleiches auch meinen Kindern oder allgemein allen Menschen zugestehen. Ein Festhalten wider den Willen der Person ist aus meiner Sicht Freiheitsberaubung, Nötigung und sicher etliches mehr.

Sh. auch hier
Behinderte misshandelt und gefilmt - Franken | Nachrichten - mainpost.de
hier
St. Josefs-Stift: Heimkraft soll Behinderte misshandelt haben | Frankfurter Rundschau - Panorama
und hier
Sankt-Josef-Stift Eisingen - Züchtigung für einen Lehrfilm - Bayern - sueddeutsche.de

Zitat von Mister-X Beitrag anzeigen
Das eigentliche Ziel ist zwar keine körperliche Überwältigung, aber mit Sicherheit wird es von dem Kind als solche wahrgenommen. Wenn man ein Kind gegen seinen Willen auf den Boden drückt, festhält und jegliche Arm- und Beinbewegung verhindert, dann ist körperliche Überwältigung noch ein, meines Erachtens, beschönigter Begriff.
Ohne das zu verallgemeinern, laut manchen Berichten geht das sogar so weit, dass die Kinder anfangen zu schreien und zu weinen, bis sie dem Kreislaufkollaps nahe sind.
Ich habe auch nicht Asperger mit Autist gleichgesetzt, nur treffen diese Berührungsängste nicht nur bei Asperger-Autisten teilweise auf, sondern auch bei Kanner-Autisten. Deshalb habe ich das allgemein beschrieben.

Dass die Festhaltetherapie ungeeignet ist, ist nicht nur meine subjektive Meinung, das habe ich öfters von Aspergern gehört. Viele Asperger, die heute erwachsen sind, setzen sich gegen diese Therapie ein weil sie der festen Überzeugung sind, das sie ihnen geschadet hat.

Man kann natürlich ewig weiterdiskutieren, aber stelle diese Vermutungen, dass das Kind "seinen Körper verlässt" und die Spürbarkeit durch diese Therapie erlangt bitte nicht als Fakt dar. Diese Therapie ist nicht umsonst sehr umstritten, nicht nur in der Ausführung selbst, sondern auch im Grundgedanken.
Wer näheres wissen will, kann ja mal hier nachsehen, eine sehr umfangreiche Kritik mit jeder Menge Argumenten.

Ich wollte nicht so sehr vom Thema abweichen, aber den Vorschlag dieser Therapie wollte ich dann auch nicht so einseitig betrachtet stehen lassen.

Uta:
Bei dem Link wird die Therapie als eine Art feste Umarmung beschrieben. Hier wurde beschrieben, das Kind auf den Boden zu drücken und an jeglicher Bewegung zu hindern. Das ist die Festhaltetherapie, wie man sie meistens versteht. Lies dir bei dem Link die Ziele durch, da ist etwas anderes Beschrieben. Darin geht es um die emotionale Bindung durch die Umarmung, was also wieder etwas anderes ist. Der Grundgedanke von solchen Therapien ist meines Wissens, dass es den Autisten an emotionaler Bindung, insbesondere zur Mutter fehlt. Man sah das einige Zeit als Ursache von Autismus an, heute gilt das als widerlegt oder zumindest unwahrscheinlich.
Man sollte sich von dem Gedanken lösen, diese schwächer ausgeprägte Emotionalität von Autisten als "Störung" anzusehen.
Wunderbar gesagt. Es gäbe dazu einiges auszuführen, auch was Erwartungshaltungen an Kinder versus die Natur des Menschen angeht, oder normierte Gesellschaftsvorstellungen oder den Wunsch Einzelner, andere zu manipulieren um Macht auszuüben die ihnen über sich selbst offenbar fehlt, womit ich insbesondere Menschen meine welche sich gezielt in Berufen etablieren in denen ihnen solches möglich ist.

Georg Feuser informiert den Leser über die gewalttätigen Anwendungs- und Wirkungsweisen und über die drohenden Folgen dieser in Deutschland beliebten Therapie. Eine der VertreterInnen dieser Behandlungsform ist Frau Prekop Jirina, die autistische Verhaltensweisen, wie fehlender Blickkontakt oder Distanz, einfach uminterpretiert in ein Gehalten-Werden-Wollen des betroffenen Kindes.
(Aus Mr X´s link)

Seltsam dass bspw. in Afrika Kinder Lehrern nicht in die Augen blicken dürfen, das wird als frech angesehen und zieht Strafe nach sich, ähnliches gilt für Frauen und Mädchen in manchen anderen Kulturen.

"Bei uns" unter manchen selbsternannten Experten wird nun das Nicht-in-die-Augen-Blicken nun als Krankheit oder Störung angesehen.

Ich denke, jeder der noch einen halbwegs gesunde Psyche sein eigen nennt, wird erkennen dass hier an den hiesigen Theorien etwas nicht stimmen kann!
Denn was "wahr" wäre, wäre auch allgemeingültig, und die Grundlagen der autistischen "Theorie" sind dies offenbar nun ganz und gar nicht.


Becrisa, wo du ansetzen kannst wäre bspw. auch dein "ADS" und der "Autismus" deines Sohnes, um den echten Tatsachen auf die Spur zu kommen. Denn nur wo ich weiss was Sache ist kann ich auch Maßnahmen treffen die geeignet sind Probleme zu lösen.

Wo die Situation momentan überfordert hast du ja auch schon einige Änderungen erreicht, und du wirst weiteres in eurem Leben anders organisieren als bisher, eben aufgrund der Situation.

Ich möchte dich unbedingt ermutigen, weiter zu schreiben und dabei euch beiden selbst auf die Spur zu kommen!

Lieben Gruss,
Christiane

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