Autofahren - Angstsymptomatik ?

13.09.09 01:34 #1
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max36 ist offline
Beiträge: 22
Seit: 12.09.09
Ich möchte mich hier einmal fragend an das Forum wenden, da ich seit einigen Jahren mit einem Problem zu tun habe, für das ich bislang absolut keine Lösung gefunden habe.

Angefangen hat es vor einigen Jahren, als ich auf der Autobahn beim LKW-Überholen einen Adrenalinstoß und Kontrollverlustsgefühle bekam, sodaß ich nur mehr langsam auf der rechten Spur weiterfahren konnte.

Um Euch die Geschichte etwas abzukürzen: Die Symptomatik wurde immer schlimmer, sodaß es irgendwann kaum mehr möglich war, um die nächste Ecke zu fahren, ohne das massive Gefühl zu haben, daß das Auto mit einem fährt und nicht man mit dem Auto - also Gefühl des absoluten Kontrollverlustes einhergehend mit den entsprechenden Schreckreaktionenen. Ich bin irgendwie übersensibilisiert bzw.überschreckhaft.

Da ich eine gewisse Angstgeschichte habe und bei diesen körperliche Untersuchungen nie etwas ergaben, habe ich versucht über die psychische Ebene zu arbeiten. Ich machte also 3 Psychotherapien - die ersten beiden über ein gutes Jahr, die letzte nur mehr über einige Monate. Obwohl alles mögliche umgegraben wurde, gab es null positive Wirkung auf die Symptomatik - ganz im Gegenteil, sie wurde immer schlimmer. Ich weiß nicht, ob wegen der Therapien, in jedem Fall in jenem Zeitraum, als ich sie machte.
Ich habe mich immer wieder konfrontiert (bzw. versuche es immer wieder) - was bleibt ist die Symptomatik. Mal weniger schlimm, mal extrem schlimm. Autobahn geht gar nicht, Landstrasse fast gar nicht mehr oder nur kurze Abschnitte.
Auch kann ich nicht mehr ganz nachvollziehen, daß das ganze deshalb schlimmer wurde, weil ich vermieden hätte, denn ich habe mich ja trotz der Symptomatik immer wieder hartnäckig ins Auto gesetzt. Die Angst/Symptomatik schlug meist noch härter zurück. Keine Spur von Desensibilisierung.
Sport hat sich zu Beginn noch positiv ausgewirkt - mittlerweile stelle ich fest, daß es bei körperlicher und/oder geistiger Müdigkeit tendentiell oft viel schlimmer ist.
Progressive Muskelentspannung und Atemtraining haben mir auch nicht viel gebracht - ich habe dann das Gefühl, daß ich mich noch mehr auf meine Symptome bzw. den Körper konzentriere.
Streß hatte ich, als es ausbrach - mittlerweile kann ich allerdings nicht behaupten, daß ich extremen Streß hätte.

Ich bin absolut ratlos, weil ich einfach nicht mehr weiß, was ich tun soll oder wo ich nach der Ursache suchen soll. Einerseits denke ich mir, daß es wohl ein psychisches Problem ist, andererseits fällt es mir mittlerweile aber schwer zu glauben, daß alles NUR ein psychisches Problem ist. Zumal ja die Konfrontation zumindest irgendeine Wirkung zeigen müßte. Irgendwie habe ich zunehmend das Gefühl, daß irgendetwas anderes dahinter steht. Etwas, was die psychische Reaktion/Angst eigentlich erst auslöst.
Aber was kann es wiederum für ein körperliches Problem geben, daß sich eigentlich nur beim Autofahren zeigt ?
Oft kann ich auch objektiv nicht mehr wirklich beurteilen, ob ich fahrtüchtig bin oder nicht. Passiert ist zwar noch nie etwas, nur ist die Symptomatik teils so stark, daß sie ein vernünftiges Fahren fast unmöglich macht ("fast", weil es ja dann doch IRGENDwie geht, auch wenn es oft der totale Horror ist)

Zur Symptomatik selbst - die ist schwer zu beschreiben:
Es ist irgendwie ein Gefühl von totalem Kontrollverlust, gepaart mit Adrenalinstössen, dem Gefühl alle paar Sekunden in den Gegenverkehr oder Graben zu fahren - selbst bei sehr geringen Geschwindigkeiten, durch das regelmäßige Erschrecken Muskelverspannung. Oft so ein Gefühl, daß man zwar im Auto sitzt und das Lenkrad hält, aber nur Passagier ist. Irgendwie auch ein Schwächegfühl.
Es ist in gewisser Weise eine Art Schwindel. Wie wenn man Bewegungen des Autos wahrnimmt, die gar nicht stattfinden.

Den Führerschein habe ich seit gut 18 Jahren und bin immer gerne und viel gefahren. Schweren Unfall hatte ich auch nie.

Tja, meine Hoffnung ist schon ziemlich limitiert - aber vielleicht hat ja irgendjemand eine Idee oder Erfahrung, die er mir mitteilen kann ?

Geändert von max36 (13.09.09 um 01:43 Uhr)

Autofahren - Angstsymptomatik ?

Difi ist offline
Beiträge: 4.052
Seit: 28.04.09
Hola Max...

mit dieser Symptomatik bist du für dich und alle eine potenzielle Gefahr! Da weder Therapie noch Desensibilisierung eine gefahrlose Situation gebracht hat, bist du ein Risikofaktor für dich und andere. Sorry.
Weiß worüber wir reden.

Sehe ich das Richtig, dass du lieber mit dem Bus fahren würdest aber dir beweisen willst die Angst vor dem Auto zu verlieren?

Ich würde gerne mit dir darüber reden. Was für Gefühle hast du beim Fahren?

Liebe Grüße, Difi

Autofahren - Angstsymptomatik ?

max36 ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 12.09.09
Nein, das siehst Du falsch.
Ich will niemand etwas beweisen, ich möchte nur so autofahren, wie ich es früher auch tat. Aus ganz praktischen Gründen wie jeder andere auch - um von A nach B zu kommen.
Und nur als Zusatzinfo: Ich bin nicht 70, sodaß ich mir aus Altersgründen Gedanken machen müßte, ob ich noch fahrtüchtig bin - mit 36 das Autofahren komplett aufzugeben, finde ich etwas früh. Noch dazu, ohne zu wissen, welches Problem ich überhaupt habe.

Und sorry, ob ich eine potentielle Gefahr bin oder nicht, daß ist eben die Frage, aber keineswegs so eine Tatsache, wie Du sie darstellst.
Weil nur Glück kann es über Jahre ja wohl nicht gewesen sein, daß nichts passiert ist.

Wenn etwas körperliches dahinter steht, trifft es möglicherweise zu.
Wenn etwas rein psychisches dahiner steht, ist Deine Aussage aber völlig falsch bzw. wird die Angst durch diese Annahme noch größer, aber mit Sicherheit nicht kleiner, weil es nämlich genau jene Gedanken sind (z.B. "ich bin eine Gefahr"), welche die Symptomatik überhaupt erst auslösen, gleichzeitig allerdings völlig unreal sind.

Welche Symptome ich beim Fahren habe, habe ich ja schon geschrieben.

Ich möchte hier keine Diskussion darüber anzetteln, wie gefährlich oder ungefährlich die Symptome sind (denn die führe ich schon zur Genüge mit mir selbst), sondern wie ich das Problem lösen könnte, was dahinter stehen könnte bzw. welche Erfahrungen andere eventuell mit einem ähnlichen Problem gemacht haben.

Autofahren - Angstsymptomatik ?

Nachtjäger ist offline
in memoriam
Beiträge: 2.178
Seit: 24.03.08
Hallo Max36

da könnten 2 Ebenen dahinter stecken,die zusammenwirken oder sich gar gegenseitig "aufschaukeln" können.

1.) eine s e e l i s c h e Ebene.
Hatten Sie vielleicht mal eine kritische Situation während des Fahrens ? Oder vielleicht mal einen schlimmen Unfall gesehen o.ä. in dieser Richtung,was Sie mehr beeindruckt haben könnte,als Sie es glauben ?

2.) eine k ö r p e r l i c h e Ebene.
Ich denke da an A l l e r g i e n ,die durchaus ,wie jedes Organ,auch das Zentralnervensystem (ZNS,also Gehirn) befallen und zur Fehlleistung veranlassen können.

Was wäre mein Vorschlag ?
zu 1.) Da Sie schon bei Psychologen waren und auch sonst Entspannungstherapien etc.ohne Erfolg hinter sich haben,könnte ich mir denken,dass Ihnen eine (medizinische ) H y p n o s e helfen könnte,mögliche verursachende Traumata aufzudecken und zu beseitigen.

zu 2.) Da wäre ein A l l e r g i e -Test sinnvoll.Nur bitte nicht beim Schulmediziner,der hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten.Wesentlich besser wäre ein Therapeut (Arzt oder HP ),der mit einer der Biophysikalischen Methoden arbeitet,etwa Bioresonanz,Kinesiologie ,EAV ,Vega o.ä. Allergien
(und Unverträglichkeiten) kann man in seeehr vielen Fällen so gut behandeln,dass sie hinterher kein Problem mehr darstellen.
Ausserdem würde so ein Therapeut natürlich auch noch eine ganze Reihe von "Nebenkriegsschauplätzen" abtesten,die erfahrungsgemäss Allergie-Symptome verstärken können(z.B. Pilze,Parasiten,Schwermetalle,Impfschäden,Strahlen belastungen,Umweltgifte usw.).

Guten Erfolg !
Nachtjäger

Geändert von Nachtjäger (13.09.09 um 12:01 Uhr)

Autofahren - Angstsymptomatik ?

max36 ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 12.09.09
Hallo Nachtjäger,

Ich kann mich an keine kritische Situation erinnern - abgesehen von jener, wo das Problem erstmals auftrat.
Also jedenfalls kann ich mich nicht bewußt an etwas erinnern. Einen eigenen schweren Unfall kann ich allerdings völlig ausschließen.

Hypnose könnte ich eventuell einmal probieren.

Von Esoterik halte ich allerdings gar nichts. Zum einen weil ich es getreu dem Motto "außer Spesen nichts gewesen" schon in einigen Bereichen selbst ausprobiert habe (und die einzigen Profiteure die Konten der Therapeuten waren, während ich nicht einmal im Ansatz eine Besserung verspürte) und zweitens, weil ich - auch aus der beschriebenen Erfahrung heraus - denke, daß es gerade in meinem Fall wichtig wäre, eine fundierte, nachvollziehbare Diagnose zu erhalten und nicht irgendeinen völlig unbelegbaren Vodoo-Zauber.

Trotzdem Danke für die Hilfe.

Autofahren - Angstsymptomatik ?

Hexe ist offline
Beiträge: 3.842
Seit: 13.07.07
Hallo Max,

du hast das nur beim Autofahren?
Ab einer bestimmten Geschwindigkeit, also wenn du schneller fährst, dann mehr?
Was hast du denn körperlich schon untersuchen lassen?

Könnte es sein dass du vielleicht ein Problem mit den Augen hast, also die Geschwindigkeit dir Probleme bereitet?
Oder eventuell beim "verarbeiten" der Bilder im Gehirn, also je schneller die Bilder, desto weniger "Kontrolle"?
Der Gleichgewichtssinn?

Du könntest mal bei einem Neurologen nachfragen, ob da was dran sein könnte.

Stress kann auch solche Dinge verursachen. Und wenn dein Körper den Stress nicht gut abbauen kann, dann ist eine Konfrontationstherapie eher kontraproduktiv. Denn da wird jedes mal der Stresspegel höher und kann nicht oder kaum abgebaut werden. Da würde ein Anti-Stress Training greifen.

Hast du sonst noch irgendwelche körperlichen Probleme oder Symptome?

liebe Grüße von hexe

Autofahren - Angstsymptomatik ?
Weiblich KimS
Hallo Max,

Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
(...)
du hast das nur beim Autofahren?(...)
Hast du sonst noch irgendwelche körperlichen Probleme oder Symptome?
Hexe war mir zuvor, genau dies wollte ich Dich auch fragen. Du hattest ja nebenbei auch etwas von Verspannungen geschrieben ...

Herzliche Grüsse,
Kim

Autofahren - Angstsymptomatik ?

max36 ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 12.09.09
Also dann werde ich nochmal etwas ausfürhlicher:

Ja, im Grunde habe ich diese Symptomatik nur beim Autofahren.

In anderen Bereichen kann ich jetzt nicht über diese oder andere nennenswerte andere Symptome berichten. Jedenfalls nichts, was mir bewußt wäre.
Eine gewisse Müdigkeit bzw. Abgeschlagenheit manchmal vielleicht. Und sozusagen ein reaktives Genervtsein, weil das Problem vieles umständlich macht.
Und ja, ich habe öfter eine Verspannung im Schulter/Nackenbereich, die auch etwas schmerzt. Würde sagen, so auf Höhe der Halswirbeln und es zieht in die Schulter hinein. Wobei sich hier ja die Geister darüber scheiden, ob dies Ursache oder Folge potentieller Ängste ist.

Alleine beim Radfahren ist mir manchmal ähnliches aufgefallen. Da hatte ich ähnliche Phänomene. Allerdings ist es da bei weitem nicht so schlimm, was ich darauf zurückführe, daß die Bewegungen (Bilder) nicht so schnell erfolgen.
Übrigens fällt mir dann beim Radfahren auch auf, daß die Nackenverspannung schlimmer wird, besonders dann, wenn ich sie schon habe, bevor ich auf den Drahtessel steige.
Früher hatte ich eine ähnliche Symptomatik mal beim Sitzen in Besprechungen. Da dachte ich immer, ich kippe links oder rechts vom Sessel - ist aber nie tatsächlich passiert.
Oder bei langen Rolltreppen aufwärts dachte ich immer, ich könnte nach hinten kippen - auch nie passiert.
In den Bereichen ist es jetzt praktisch völlig verschwunden.

Im Auto tue ich mir jetzt mittlerweile allerdings schwer, NUR die Psyche verantwortlich zu machen - dazu ist es zeitweise zu massiv. Und die PT-Interventionen haben ja nun über Jahre wirklich null bewirkt, außer vielleicht, daß ich gelernt habe, daß ich es - zumindest bis zu einem gewissen Punkt - aushalten kann. Aber das wußte ich im Prinzip vorher auch schon.

Ich glaube auch eher, daß ich die Bilder aus welchem Grund auch immer nicht verarbeiten kann, da ich jetzt nicht behaupten würde, daß ich schlecht oder unscharf sehe. Ich trage auch eine Brille.
Es entsteht einfach ein massives Gefühl von attackenartigem Kontrollverlust. Wie wenn man alle paar Sekunden das Gefühl hat, überhaupt keine Kontrolle mehr über das Auto zu haben. Dann erschrecke ich, bekomme einen Adrenalinstoß und verkrampfe. Und das geht dann die ganze Fahrt so weiter bzw. wird mit der Fahrtdauer immer schlimmer.
Früher - als es noch etwas besser ging - bin ich z.B. symptomfrei ins Auto eingestiegen, fuhr bis zur Autobahn. Dort ging es dann los und wurde über Stunden immer schlimmer, sodaß ich immer langsamer wurde, auf die Landstrasse auswich und am Ende kaum mehr 40 km/h aushielt.
Bis heute hat sich die Schwelle halt immer weiter nach unten verschoben. Es ist also immer eher aufgetreten. Obwohl ich nicht sofort von Autobahn oder Landstrasse geflüchtet bin. Ich habe halt nur bemerkt, daß es nichts bringt, einfach weiterzufahren. Es wird deshalb nicht besser, sondern immer schlechter.

Subjektiv kommt es mir jedenfalls auch so vor, wie wenn es irgendwie eine Überforderung wäre. Wobei - WENN man dann in diesem Zustand erstmal drinnen ist, spielen ja viele weitere Ängste zusätzlich mit rein. Dann drängeln andere, fahren einem bis auf wenige Milimeter an die Stossstange - da kommen dann zusätzlich noch andere Ängste hoch. Die sind aber logisch - denn einerseits nervt es einen, jemand im Nacken sitzen zu haben, auf der anderen Seite hält man aber schon kaum das Tempo aus, das man fährt. Das ist dann umgefähr so, wie wenn man auf der Klippe steht und relaxt springen soll.
Die Schwere ist auch tagesabhängig - manchmal ist es so schlimm, daß es fast bei Schritttempo auftritt (bzw. nach einer gewissen Wegstrecke der Fahrt immer schlimmer wird) - an manchen Tagen ist es besser - da geht dann zumindest auch ein kurzes Stück Landstrasse. Autobahn fahre ich allerdings überhaupt keine mehr - das würde ich erst wieder versuchen, wenn ich sozusagen "im kleineren" wieder symptomfrei würde. Alles andere macht m.M. nach überhaupt keinen Sinn.

Ich dachte auch schon öfter an das:
www.neuro.uni-luebeck.de/Ambulanzen/Schwindel/Fortbildungen/FortbildgSE-2003/Schultz/Phobischer%20Attackenschwindel%20Script.pdf

Wobei hier halt immer die Frage offen bleibt, welche Ursache diese Art von Schwindel hat.
Für mich ist es jedenfalls irritierend, die Symptomatik durch Streß (Konfrontieren) zu bekämpfen, wenn Streß (also eine Belastungssituation) diesen Schwindel ausgelöst hat.

Daß mit dem Streß habe ich mir auch schon gedacht.
Allerdings kann ich nun nicht unbedingt behaupten, daß ich derzeit einen extremen Alltagsstreß hätte (damals, wie es erstmals auftrat schon). Das einzige, was hier vielleicht auffällt ist, daß ich ein wenig unorthodox schlafe (nicht wenig, aber zu anderen Zeiten als andere vielleicht) bzw unorthodox esse (für mich ist Essen eher nervige Notwendigkeit als Genuß, d.h. ich überhöre den Hunger gerne auch mal). Und ich rauche leider.
Sport hat früher interessanterweise mal geholfen - jetzt wirkt es m.M. nach allerdings sogar kontraproduktiv - und das ist auch so ein Punkt, wo ich dann Probleme habe, es nur auf die Psyche zu schieben.
Ein Beispiel: Im Sommer war ich z.B. einen Tag lang schwimmen. Die Hinfahrt ins Bad verlief relativ gut - die Rückfahrt war sehr schlecht - und da war ich körperlich richtig ausgepowert. Dieses Phänomen habe ich nun schon öfter bemerkt.

Was Ärzte betrifft, war ich bis dato nur bei Allgemeinärzten bzw. Neurologen. Dort bekommt man dann im allgemeinen ein Antidepressivum (SSRI) - dieses hat in Bezug auf die Fahrsymptomatik allerdings genau null Wirkung. Naja und meine Reflexe hat man kontrolliert - die funktionierten alle.
Spezielle Angstmedikamente (z.B. Benzodiazepine) kommen sowieso nicht in Frage, weil sie süchtig machen und auch das Reaktionsvermögen herabsetzen.
Sport bewirkt nichts oder ist sogar kontraproduktiv.
Und verhaltenstherapeutisch helfen nur manche Krücken - bislang allerdings ohne Verbesserung der Symptomatik auf Dauer bzw. wenigstens dauerhaft auf niedrigem Niveau.

Geändert von max36 (13.09.09 um 16:17 Uhr)

Autofahren - Angstsymptomatik ?
Weiblich KimS
Hallo Max,

Danke für die ausführliche Schilderung. Ich kann mir vorstellen dass es nicht leicht ist damit umzugehen, und ausserdem nicht zu verstehen woher es nun kommt, oder wie man's angehen oder loswerden könnte.

Beim Lesen habe ich mich gewundert ob ähnliche Symptome (aber vielleicht weniger Stark) auch auftreten wenn Du Beifahrer bist, und dabei auf das Verkehr achtest.
Und oder wie es Dir geht beim Fernsehen wenn sich dabei Bilder schnell abwechseln, so wie manchmal in Werbefilmchen, oder bei der Benützung der sog. "FastForward"-Funktion vom Video- oder DVD-Player...

Herzliche Grüsse,
Kim


Ich weiss nicht ob ich Dir anhand der Antworte weiterhelfen kann, aber es lesen hier viele mit die mitdenken können - und man muss ja irgendwie schauen ob's irgendwelche Zusammenhänge gibt, die in irgendeiner Richtung deuten könnten - sei es um die Ursache zu finden, oder Ansätze für Linderung, oder eine Spur zu finden um was es sich handelt/handeln könnte.

Autofahren - Angstsymptomatik ?

Heather ist offline
Beiträge: 9.813
Seit: 25.09.07
Hallo Max,

ich kann Deine Gefühle ja sooo gut verstehen, geht es mir doch sein ein paar Jahren ähnlich...

Vor acht Jahren, mir ging es total grässlich (Depression, Angst, Panik) fuhr ich auf der Autobahn und hatte plötzlich eine üble Herzrhythmusstörung die vielleicht zehn Sekunden anhielt aber gefühlte Minuten lang war. Die Folge davon war die Angst die Kontrolle über das Auto zu verlieren und das bei 140 KM. Echt klasse !

Ich "vergaß" das anfänglich fast wieder, kämpfte ich doch mit meiner damaligen Situation so schon genug, die Herzrhythmusstörungen traten jedoch weiterhin auf und das in allen Lebenslagen. Ob beim kochen, fernsehen, etc. sie waren immer wieder präsent. So kam es, dass ich das natürlich auch wiederholt beim fahren erlebte und immer unsicher wurde.

Es kam der Tag an dem es mir wieder ziemlich übel ging und mich gar nicht mehr traute mich ans Steuer zu setzen.
Zu der Zeit nahm ich Antidepressiva, Betablocker und machte eine Psychotherapie die ich allerdings nach etwa 20 Sitzungen bereits beendete da meine Therapeutin wie ich auch der Ansicht war sie könne mir nicht weiter helfen da sie mich eigentlich nicht ("mehr") als psychisch krank bezeichnen könne. Davon war ich übrigens sowieso von Anfang an überzeugt und suchte daher schon immer nach einer körperlichen Ursache.

Heute weiß ich das es diese physischen Gründe bei mir tatsächlich gibt und ich dank dieses Forums schon ganz viel über meinen Körper herausgefunden habe was ich jetzt "so nach und nach am aufarbeiten" bin.

Auto fahre ich aber leider bis heute nur sehr begrenzt, muss aber dazu sagen, dass es für mich kaum möglich ist mich dauerhaft zu konzentrieren. Ich bin immer "matschig" im Kopf und sehr müde und es wäre daher wahrscheinlich sogar verantwortungslos wenn ich größere Strecken fahren würde.
Bei uns im Ort fahre ich (wenn ich tatsächlich mal nicht mein Radel benutze ) einkaufen, zum Frisör, zur Schule... solche Sachen halt. Da sitze ich mal ein paar Minuten am Steuer, das geht gut. Aber mehr ist echt nicht drin .

Die Gründe für meine Unkonzentriertheit, Verwirrtheit, Matschigkeit... wie auch man das nennen mag sind eine Histaminintoleranz (HIT), eine Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto) und div. Allergien. Ich hoffe aber wenn ich das in den Griff bekomme bin ich wieder so "klar", dass ich diesbezüglich endlich wieder flexibel bin.

Ist Dir denn vielleicht auch schon einmal etwas aufgefallen? Hast Du Allergien, Probleme mit Essen oder sonst irgendwelche Symptome?

Übrigens, ich bin früher eigentlich auch gerne Auto gefahren. Das Radio auf flotter Lautstärke bin ich singend durch die Gegend gedüst , daran ist heute leider nicht mehr zu denken . Glücklicherweise fährt mein Mann aber sehr gerne Auto .

Auf jeden Fall, siehst Du, Du bist damit keineswegs alleine .


Liebe Grüße .

Heather
__________________
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

(Albert Einstein)


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