Autofahren - Angstsymptomatik ?

13.09.09 01:34 #1
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Autofahren - Angstsymptomatik ?

max36 ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 12.09.09
@TanjaBK
Ja, Du hast mich richtig durchschaut - ich bin sicher ein Perfektionist und vor allem ein Kontrollfanatiker. Schon aus dem Grund, weil ich überhaupt zu Angst neige - Angst hat sehr viel mit Kontrollsucht zu tun.
Allerdings in erster Linie mir selbst gegenüber.
Leuten, die in meinen Abteilungen gearbeitet haben, habe ich mit Sicherheit mehr Fehler zugestanden als jeder andere Vorgesetzte, solange man sie nicht unter den Teppich gekehrt hat. Ich habe eigentlich immer versucht zu vermitteln, daß nichts schlimmes passieren wird, wenn jemand einen Fehler eingesteht. Und wenn´s passiert ist, habe ich keine große Debatte daraus gemacht.
Menschlichen Unperfektionismus kann ich sehr gut tolerieren, der ist ja auch menschlich, Charakterschwächen dagegen nicht. Wenn Du in eine Abteilung von 10 Leuten nur 1 "Charakterschwein" drinnen hast, dann leiden alle restlichen 9 darunter. Das wäre für mich auf Dauer nicht tolerierbar.

Bei mir hatte Mobbing nur das Ziel, daß ich in eine bestimmte Richtung gelenkt werde. Da ich aber kein Rückrat aus Gummi habe, war das bei mir nicht möglich, d.h. ich bin im Zweifelsfall immer auf Konfrontation gegangen.
Es ging nicht nur um mich, sondern auch darum, Leute unter mir für dumm zu verkaufen.
Angreifbar war ich vermutlich deshalb, weil man wußte, daß ich in erster Linie meine Arbeit ordentlich machen will.

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Difi ist offline
Beiträge: 4.052
Seit: 28.04.09
Dazu würde auch die generalisierte Angststörung (GAS) passen. Die Angstzustände treten bei vielen Situationen auf. Der Betroffene bekommt Panik vor einfachen und ganz alltägliche Situationen. Als Entstehung der Generalisierten Angststörung werden genetische und soziale Faktoren angenommen. Da bleibt nur eine gute PT, indem man sich seiner Angst stellt und praktisch erlebt, dass die von ihm befürchteten Folgen ausbleiben. Ich arbeite gerade selber an der Konfrontation. Ohne Hilfe. Jeden Tag einen Schritt mehr. Mir hilft es.

LG, Difi

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Heather ist offline
Beiträge: 9.813
Seit: 25.09.07
Hallo Max,

zum Arzt müsstest Du in der Tat, das kann Dir niemand ersparen .

Ich denke man sollte sicherlich immer den psychischen und den physischen Aspekt beachten und selbstverständlich können Probleme, und davon scheinst Du ja zumindest zeitweise schon einige gehabt zu haben so einiges bewirken - keine Frage!

Doch trotzdem stellt sich mir die Frage warum sich Dein Empfinden nicht ändert obwohl Du mit Deiner jetzigen Situation doch anscheinend zufrieden bist. Außerdem machst Du auf mich nicht den Eindruck als ob Du von Deinem ganzen Wesen her ein unglücklicher, labiler, sensibler und frustrierter Mensch bist.

Sicher ist es wert darüber nachzudenken den für Dich richtigen Therapeuten zu suchen der Dir aus diesem, naja, ich nenne es mal vorsichtig "Verhaltensmuster" heraushilft.
Widerum sollte man eben nicht den physischen Aspekt vergessen, es gibt durchaus Krankheitsbilder die eine Angststörung fördern.
Und da fällt mir dann eben als Beispiel wieder die Schilddrüse ein. Sieh Dir dazu mal diese Seite an:
Schilddrüsennetz Hannover (www.schilddruesenguide.de) - Informationen zu Erkrankungen der Schilddrüse

Anscheinend versuchst Du ja schon lange Zeit mit Psychotherapie und Medikamenten wieder zur Besserung zu gelangen und das hat ja bis jetzt auch nicht den Durchbruch gebracht. Daher solltest Du vielleicht mal die andere Seite sehen , nur als kleine Anregung .


Liebe Grüße .

Heather
__________________
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

(Albert Einstein)

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Weiblich KimS
Hallo Max,

Vielleicht könnte dieser Thread für Dich auch von Interesse sein: http://www.symptome.ch/vbboard/staer...tml#post224402 - bzw. der Inhalt von den darin enthaltener Link.

Unter psychischer Belastung ist der Verbrauch von bestimmte Vitamine/Vitalstoffe erhöht, und daraus können bestimmte (auch psychische) Symptome entstehen, oder sich verstärkten.

Solltest Du das Problem nochmal Psychotherapeutisch angehen wollen, würde ich nebenbei dieser Aspekt auch gleich angehen, den Körper also extra versorgen mit dem was extra benötigt wäre/sein könnte.

Auch wenn es aus praktischen Gründen vielleicht schwierig wäre, würde ich doch raten anzustreben ein regelmässiger Tagesablauf zu haben, und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Auch da Du selber merkst dass Dein Schlafdauer/Qualität einen einfluss hat auf das Problem beim Autofahren. Was m.E. ein klares Signal ist, dass Du merkst das die Konzentration nicht optimal ist. (man könnte die Angstsymptomatik hier ja quasi betrachten als das Läuten der Alarmglöcke).

Herzliche Grüsse,
Kim

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TanjaBK ist offline
Beiträge: 894
Seit: 08.07.09
Aalso ich persönlich, würde mich mit deiner Problematik nach stationären Mögliikchkeiten, in einer Klinik für Psychosomatik erkundigen. So spontan fällt mir die Klinik Heiligenfeld in Waldmünchen ein. Von dort hab ich mir mal Unterlagen schicken lassen wg. meinem Sohn, war aber noch nie dort. Was mir an deren Angebote gefällt ist, das sie ganzheitlich, auch von der Ernährung, orientiert sind.

Außerdem halte ich es bei deinen Problemen für sinnvoll, das du nicht nur an Einzel- sondern auch an Gruppentherapien teilnehmen kannst. Da kannst du viel Feedback bekommen und viel lernen.

Aber ob dein Perfektionismus es dir erlaubt, mal 6 Wochen von der Arbeit zu lassen? ;-)

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max36 ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 12.09.09
@TanjaS
Also ich denke, eine Psychotherapie kommt wohl nicht mehr in Frage.
Gruppentherapie wurde mir schon am Ende der Einzeltherapien angeboten. Das habe ich abgelehnt, weil ich nicht noch mehr immer denselben Käse durchkauen wollte und mich nicht noch zusätzlich mit den Sorgen anderer Leute berieseln lassen wollte. Ehrlich gesagt habe ich dieses Angebot angesichts meines desolaten Zustandes damals auch als Zumutung empfunden.

Ich sehe diese Nachdenkerei als Teil meines Problems und es wird mir immer generell ein Rätsel sein, wieso man Leute therapeutisch dazu animiert, sich zwanghaft mich selbst zu beschäftigen, wenn sie das ohnehin schon die ganze Zeit selbst tun und es eines ihrer Kernprobleme ist. So gesehen schafft oder verstärkt PT oftmals erst jene Probleme, die sie vorgibt, zu lösen.
Das ist mal der eine Punkt. Und der zweite ist, daß ich nicht mehr hunderte Theorien hören will, die auf Sand gebaut sind, sondern konkrete Lösungswege oder wenigstens Ansätze dazu. Weil einen Nutzen hat es für den Klienten in meinen Augen nur dann, wenn er einen Lösungweg bekommt und nicht, wenn er eine Theorie darüber bekommt, warum etwas möglicherweise so ist oder so gekommen ist. Das ist für die Gegenwart und Zukunft ja völlig irrelevant.

Also kurz gesagt: PT ja - allerdings nur dann, wenn sie eine nachgewiesene Wirkung hat (bei "nachgewiesen" wird es in der PT schon schwierig), sodaß es dann auch einen Nutzen hat.
Jahrelang entgeltlich darüber diskutieren, wieso das Gras grün und nicht rot ist, will ich definitiv nicht mehr, weil ich der absoluten Überzeugung bin (und ja bereits mehrfach die Erfahrung gemacht habe - übrigens nicht nur bei mir), daß das nicht nur keinen Nutzen bringt, sondern mir vielmehr sogar schadet.

Die einzige Richtung, die ich noch akzeptabel fand, ist jene der VT, weil sie wenigstens lösungsorientiert ist. Wobei es hier auch wahnsinnig viel unfähige Therapeuten gibt.
Hier ist es bei mir offenbar so, daß die Methodik in meinem konkreten Fall eben nicht oder nur sehr eingeschränkt wirkt. D.h., hier kenne ich die Möglichkeiten/Methodik und es würde keinen Sinn mehr machen, sie mir noch 10x erklären zu lassen.
Wobei mir die richtige Methodik bemerkenswerter Weise ein nicht-Therapeut beigebracht/erklärt hat, wodurch mir zumindest viel klarer wurde, wieso es bei mir zuvor gar nicht geklappt hat (bzw. sogar kontraproduktiv war und gar nicht klappen konnte) bzw. bei sovielen anderen nicht klappt.
Soviel fundierte Information habe ich zuvor in >100h PT nicht erhalten.

6 Wochen nicht zu arbeiten wären für mich nicht das Problem (übrigens arbeite ich viel weniger als zu Zeiten als Angestellter) - das ließe sich sicherlich einrichten. Nur wie gesagt, irgendeinen Sinn muß es für mich schon ergeben.
Und Sinn ergibt es für mich nur dann, wenn es nachgewiesenermaßen so ist, daß X % der Klienten in Therapie Y einen positiven Effekt auf Z verspürten. Wobei X nicht 100 sein muß, aber zumindest IRGENDeine Zahl, aus der hervorgeht, daß es es sinnvoll sein könnte.
Und man möge mir diesen Anspruch berufsbedingt verzeihen, aber würde ich beruflich diesbezüglich jenes Verständnis an den Tag legen wie die meisten PTs, dann würde es Tote geben. Naja, so gibt es halt "nur" ein paar Therapiegeschädigte und diese Fälle werden undokumentiert unter den Teppich gekehrt, damit auch in Zukunft keine Besserung in Sicht ist .
Das sind alles solche Dinge wo ich mir unabhängig von meinem Problem im Namen aller Klienten aufs Hirn greife.

@Heather
Sensibel bin ich auf jeden Fall - wobei ich das nicht als Nachteil, sondern in vielen Bereichen auch als Vorteil sehe. Im Grunde ist das ja fast bei jeder Eigenschaft so, die man hat.
Frustiert würde ich abgesehen von dem Problem und den Erfahrungen, die ich rund um dieses machte, nicht unbedingt sagen. Und unglücklich schon gar nicht.
Medikamente nehme ich seit langer Zeit übrigens schon gar keine mehr. Als Lösung habe ich sie sowieso nie gesehen und da sie im konkreten Fall auch keine Wirkung zeigen, ist das in diesem Fall wohl nicht zielführend.

@KimS
An diesen Ansatz betreffend Ernährung habe ich auch schon gedacht. Manches habe ich schon probiert bzw. probiere ich auch.
Zumal sich das ja wechselseitig beeinflusst. D.h. einerseits verbraucht die Störung an sich schon Resourcen und zweitens begünstigt die Störung noch ein (Ess)verhalten, welches die Resourcen wiederum weiter einschränkt.

Betreffend des Problems glaube ich eher nicht, daß es ein Problem der Konzentration ist - oder eher im umgekehrten Sinne, wie Du meintest: Ich bin überkonzentriert/überkontrolliert. D.h. ich hätte eigentlich eher das Bedürfnis, etwas von dieser Kontrolle abzugeben, nur mein Körper lässt es sozusagen nicht zu.
Trotzdem hast Du recht: Das mit dem regelmäßigen Tagesablauf wäre gut. ich habe aber große Probleme, einen solchen einzuhalten. Da ich das schon probiert habe, ist danach auch irgendwie die Frage aufgetaucht, ob die rigorose Einhaltung des Ablaufes nicht mehr Streß verursacht, als die Einhaltung an sich mindert .

Eine generalisierte Angststörung habe ich mit Sicherheit nicht. Ich fliege +40x im Jahr, aber ohne Angst - nur so als Beispiel - das passt da überhaupt nicht ins Bild. Und ansonsten kann ich eigentlich auch nicht behaupten, daß ich mir über alles und jedes Sorgen mache.
Wenn es sich um ein rein psychisches Problem handelt, ist es wohl eine Angst/Panikstörung bzw. der schon in den Raum gestellte phobische Attackenschwindel - in diesem Fall halt konzentriert aufs Autofahren.

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TanjaBK ist offline
Beiträge: 894
Seit: 08.07.09
Hallo Max,
vielleicht kann dir ein "personal coach" o. ä. weiterhelfen, die arbeiten angeblich erfolgsorientierter, als Kassen zugelassene PT´s. Privat bezahlte PC´s leben eigentlich von Empfehlungen, und empfohlen werden nunmal nur die wirklich guten...Die "Coacher" müßten doch eher eher auf deiner "Welle" sein... oder?
LG
Tanja

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max36 ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 12.09.09
Zitat von TanjaBK Beitrag anzeigen
Hallo Max,
vielleicht kann dir ein "personal coach" o. ä. weiterhelfen, die arbeiten angeblich erfolgsorientierter, als Kassen zugelassene PT´s. Privat bezahlte PC´s leben eigentlich von Empfehlungen, und empfohlen werden nunmal nur die wirklich guten...Die "Coacher" müßten doch eher eher auf deiner "Welle" sein... oder?
LG
Tanja
Ich habe vor einigen Wochen erstmals einen Verkehrscoach aufgesucht, auf den ich zufällig aufmerksam wurde. Mal sehen - vielleicht bringt das zumindest die Option, daß ich jemand habe, der mit mir übt.
Denn die lieben PTs haben ja nicht im Ansatz daran gedacht, sich bei mir ins Auto zu setzen, obwohl ja trotz der Angstzustände niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiichts passieren kann

Nun meine Meinung zu Personal Coaches und ähnlichem vertiefe ich hier lieber nicht.

Wenn ich solche Videos schon sehe ...
training.at: Mag. Christoph Koder - Coach, Mediator laut ZivMediatG, Pädagoge, Persönlichkeits-Trainer, Psychotherapeut (Systemische Familientherapie), Supervisor, Wellness-Trainer

Ich glaube, der sollte besser nicht sagen "darin sehe ich meine Aufgabe", sondern "darin sehe ich meine Chance"



Ich will mir nicht eine Lebenskrise einreden lassen, ich möchte doch bloß lernen/Wege finden, wieder normal und entspannt autozufahren .

Trotzdem zwischenzeitlich mal vielen, vielen Dank für Eure vielen Antworten

PS: Ich war eigentlich immer bei privaten PTs

Geändert von max36 (16.09.09 um 01:17 Uhr)


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