Brauche Hilfe! Bin doch nicht wetterfühlig!

11.09.09 14:51 #1
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Brauche Hilfe!

Ninou83 ist offline
Themenstarter Beiträge: 9
Seit: 11.09.09
Hallo ihr Lieben,

heute war ich erneut bei der Blutabnahme um zu schauen ob sich etwas verändert hat in den letzten Monaten. Morgen steht eine große Untersuchung beim Hausarzt an, der dann weitere Schritte einleiten will...das heißt dann wieder mal ein Ärztemarathon.

Ich wollte ja meine auffälligen Schilddrüsenwerte(inkl. TSH basal, obwohl der normal war) von vor 3 Jahren (12.09.2007) noch reinstellen. Schreibe auch gleich die anderen dazu, die damals auch auffällig waren. Hier sind sie:

Glucose im Serum 68 - mg/dl - 70 bis 100
Calcium 2.53 - mmol/l - 2.15 bis 2.50
Leukozyten 10.9 - ml000/ul - 4.0 bis 9.4

T3 230 - ng/dl - 80 bis 200
T4 12.1 - ug/dl - 4.5 bis 11.5
TSH basal 1.7 - uIE/ml - 0.35 bis 4.5
Auf Grund dieses Ergebnisses wurde ich ja dann zum Nuklearmediziner geschickt, das war wenige Tage später, aber der fand nichts...wie kann das sein?

Das nächste auffällige Blutbild entstand in der Notaufnahme am 12.09.2007. Ich bin in der Nachtschicht beinahe ohnmächtig geworden. Einfach so aus dem Nichts heraus und folgende Werte waren diesmal nicht o.k.:.

P-CK 296 - U/L - 30 bis 135
P-HDL Cholesterin 47 - mg/dl - 0 bis 40
P-CRP 16 - mg/l - 0 bis 10
Leukozyten 15.4 - Tsd/ul - 4.5 bis 11.5

So und nun noch der aktuelle Befund vom Nuklearmediziner(31.08.2009):

Klinischer Befund:
Kein Struma tastbar. HU 35,0cm. Puls 80 pro Min., regelmäßig. Kein Fingertremor, keine hyper- oder hypothyreoten Hautzeichen.

Labor:
freies T3=3.2 pg/ml (2.2-4.7)
freies T4=1.1 ng/dl (0.8-2.0)
TSH bas=1.22 uU/ml (0.4-4.0)
Thyreoglobulin= 21 ng/ml (<70)
Wiederfindung= 110% (70-130)

Cervikale Sonographie (9MHz):
kleine, schwach echoarme SD-Lappen in typischer Position ohne Knoten. Schilddrüsenvolumina re. 3.3ml, li. 3.1ml. Die mit untersuchten LK im vorderen Halsbereich waren unauffällig.

SD-Szintigraphie (62MBq Tc-Pertechnetat i.v.):
Hier bestätigen sich die Größenverhältnisse. Kleine SD-Lappen in typischer Position mit homogener Aktivitätsaufnahme. Uptake mit 0.9% im Normbereich.

Also alles in bester Ordnung! Ich werde mir jetzt aber mal einen Termin beim Endokrinologen machen. Hoffe, dass sich da mehr ergibt...kann ja so nicht weiter gehen...

Geändert von Ninou83 (15.09.09 um 15:41 Uhr)

Brauche Hilfe!

Joh70 ist offline
Beiträge: 945
Seit: 08.10.06
Zitat von Ninou83 Beitrag anzeigen
Schilddrüsenwerte (12.09.2007):

T3 230 - ng/dl - 80 bis 200
T4 12.1 - ug/dl - 4.5 bis 11.5
TSH basal 1.7 - uIE/ml - 0.35 bis 4.5

Glucose im Serum 68 - mg/dl - 70 bis 100
Calcium 2.53 - mmol/l - 2.15 bis 2.50
Leukozyten 10.9 - ml000/ul - 4.0 bis 9.4

....beinahe ohnmächtig geworden. ... folgende Werte waren diesmal nicht o.k.:

P-CK 296 - U/L - 30 bis 135
P-HDL Cholesterin 47 - mg/dl - 0 bis 40
P-CRP 16 - mg/l - 0 bis 10
Leukozyten 15.4 - Tsd/ul - 4.5 bis 11.5

Befund vom Nuklearmediziner:

Schilddrüsenvolumina re. 3.3ml, li. 3.1ml.
Kleine SD-Lappen in typischer Position mit homogener Aktivitätsaufnahme.
Also deine ersten Schilddrüsenwerte deuten auf eine Überfunktion hin. Ursache so nicht feststellbar. Antikörperwerte wurden nicht bestimmt. Also TPO-AK, TG-AK und TR-AK fehlen. Diese würden darüber Aufschluß geben, ob das Immunsystem an der SD-Fehlfunktion beteiligt wäre, was oftmals der Fall ist.

Die späteren SD-Werte mit dem TSH von 1,2 sind ziemlich normal.

Was nun auffällt ist die verkleinerte Schilddrüse. Sie ist mit Gesamt 6,4 ml deutlich kleiner als normal. Sie sollte ein Volumen zwischen 10 und 18 ml haben (Frauen).

Die häufigste Ursache für eine verkleinerte Schilddrüse ist eine subakute oder chronische Entzündung.

Die subakute Schilddrüsenentzündung wird durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren verursacht und verläuft einige Wochen mit großen Schmerzen und Druckempfindlichkeit.

Die chronische Entzündung ist fast immer eine Hashimoto Thyreoiditis. Diese wird durch das Immunsystem verursacht. Es sollten unbedingt noch die Antikörperwerte bestimmt werden. Jod meiden.

Die anderen Werte:

Leicht erhöhter CRP-Wert! Dies deutet auf eine langsam aber langfristig ablaufende Entzündung irgendwo im Körper hin. Weitere Ursachen siehe netdoktor.de
C-reaktives Protein (CRP) | NetDoktor.de

Zu dem erhöhten Gesamt-CK habe ich auf netdoktor.de folgende Erklärung gefunden:

"Die Creatinkinase (CK) ist ein wichtiges Enzym, um Schäden des Herzens oder der Skelettmuskulatur festzustellen. Von der Veränderung des Creatinkinase-Werts kann man auf das Ausmaß der Schädigung schließen."
Creatinkinase (CK, CK-MB) | NetDoktor.de

Vielleicht deshalb auch die Herzstiche. Ein Besuch beim Kardiologen wäre vielleicht sinnvoll. Denkbare Ursache: Herzmuskelentzündung.

Warum hat sich der Herzmuskel bei Dir vielleicht entzündet? Mögliche Ursachen:

- Immer wiederkehrende Schilddrüsenüberfunktion mit überhöhten T3-Wert. Immer dann wenn Schilddrüsengewebe, durch die chronische Hashimoto, kaputt geht, wird das darin gespeichert Hormon auf einmal freigesetzt. Dies führt vorübergehend zu einer Überfunktion mit den Herzbeschwerden und den anderen Symptomen.

- Infektion des Herzmuskels. Bei wiederholter Infektion mit Bakterien oder Viren wird das Herz angegriffen. Bei älteren Patienten führt die immer wiederkehrenden Grippewellen jedes Jahr oftmals zu einer schleichenden Herzschwäche, oftmals zu Kardiomegalie (krankhaft vergrößertes Herz mit minderwertigem Herzgewebe). Solche Infekte sollten natürlich vermieden werden und müssen ganz ausgeheilt werden. Herzinfarkt möglich.

- Direkte Autoimmunreaktion gegen das Herz. Eher unwahrscheinlich.
etc.

Besuch beim Kardiologe sinnvoll. Bist Du übergewichtig, normalgewichtig oder untergewichtig? Das spielt auch eine Rolle. Gerade wenn eine Arteriosklerose als weitere Ursache für die Herzbeschwerden und obige Laborwerte in Betracht gezogen werden könnte (bei Übergewicht).

Wenn die Ursache Hashimoto stimmt und für alles andere verantwortlich wäre, solltest Du Thyroxin-Therapie beginnen und jegliches Jod in Nahrungsmitteln, Salz oder Nahrungsergänzungen meiden. Damit wird die Schilddrüsenentzündung gelindert und das Herz geschont. Der weitere Abbau der Schilddrüse wird verlangsamt. Hashimoto ist eine häufige Erkrankung und kann leider noch immer nicht oder sehr selten geheilt werden, da es wie bei allen Autoimmunkrankheiten fast keine schulmedizinischen Mittel dafür gibt, evt. Immunsuppresiva um starke Immunschübe abzuwehren.

Andernfalls gehen die Entzündungsschübe so lange weiter, bis die SD bis auf einen kleinen Rest ausgebrannt ist und der Hormonmangel einestages lebensbedrohlich werden wird. Zuvor unzählige Schwächeanfälle. Noch scheint dein Hormonhaushalt im Grünen Bereich zu sein. Aber zwei Jahre liegt der erste Befund zurück und diese Zeit genügt, um die SD so weit auf nun 6 ml schrumpfen zu lassen.

Was auch für die These einer verkleinerten SD spricht ist, der nun leicht erhöhte TSH von 1,7. Um die erfordliche Menge an Schilddrüsenhormon herzustellen muß nun die SD stärker angeregt werden. Eine Schilddrüse von halber Größe wie normal braucht mehr TSH um die selbe Menge an Hormonen zu produzieren. Durch die verstärkte Arbeit wird aber die Entzündung auch stärker. Die SD wird weiter geschädigt. Eine Therapie mit Thyroxin (synthetisches T4) entlastet die Schilddrüse.

Ohnmachtsgefühl bei besonderen Belastungen sind möglich, weil eine zu kleine Schiddrüse, die auch noch entzündet ist, den zusätzlichen Bedarf an Hormonen nicht so gleich decken kann. Stattdessen kann ein Entzündungsschub auftreteten, der zusätzlich schwächt.

Geändert von Joh70 (15.09.09 um 14:27 Uhr)

Brauche Hilfe!

Ninou83 ist offline
Themenstarter Beiträge: 9
Seit: 11.09.09
Hallo Joh70,

wow, das sind ja sehr viele Informationen. Ich bin so dankbar, dass einem hier mal so einiges erklärt wird. Mit dem ganzen Fachchinesisch bin ich leider meist total überfordert und konnte mir nie einen Reim daraus machen. So habe ich wenigstens eine Idee wie ich weiter vorgehen kann und was ich beim nächsten Arztbesuch ansprechen kann.

Die TPO-AK, TG-AK und TR-AK Werte werden ja dann denke ich beim Endokrinologen abgeklärt, dort mache ich mir ja nun einen Termin und werde dann wieder berichten.

Beim Kardiologen war ich auch erst vor wenigen Monaten und es war laut dessen Aussage nichts auffällig. Er hat einen Ultraschall und ein Belastungs-EKG gemacht.

Übergewichtig bin ich m.E. nicht. Ich bin 1.72cm groß und wiege momentan 78kg. Vielleicht ein ganz wenig zu viel, wenn überhaupt...

Was mich aber sehr stutzig macht ist, dass mein letzter Befund aussagt, dass alles o.k. sei obwohl meine SD ja anscheinend zu klein ist. Warum hat der Arzt da nichts angesprochen???? Wie kann das sein??? Kann ich jetzt keinem Mediziner mehr vertrauen???

Ich werde jetzt mal eine Kopie vom ersten Befund vom Nuklearmediziner von meinem Hausarzt holen um zu sehen wie die Vermessung meiner SD da aussah. Vielleicht ist ja eine Veränderung feststellbar...

So, und jetzt rufe ich sofort in der Endokrinologie an!!!

Vielen Dank für die vielen Infos:-)

Brauche Hilfe!

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.476
Seit: 26.04.04
Hallo Ninou83,

bei Deinem letzten Laborbefund (Ende August 2009)

Labor:
freies T3=3.2 pg/ml (2.2-4.7)
freies T4=1.1 ng/dl (0.8-2.0)
TSH bas=1.22 uU/ml (0.4-4.0)
Thyreoglobulin= 21 ng/ml (<70)
Wiederfindung= 110% (70-130)
sind alle Werte in der Norm; von daher gibt es erst mal Entwarnung...

Allerdings: Du solltest ALLE Antikörper untersuchen lassen; erst danach kann man sehen, ob Du eine Autoimmunerkrankung hast - zumal Deine Schilddrüse auch recht klein ist.

Liebe Grüsse,
uma

Brauche Hilfe!

Ninou83 ist offline
Themenstarter Beiträge: 9
Seit: 11.09.09
Hallo mal wieder ;-)

ich habe mir heute meinen Befund vom 30.05.2006 geholt. Leider kann ich die Schilddrüsengröße so nicht mit dem neuen Befund vergleichen, da die Angaben da nicht in "ml" sondern in "qcm" angegeben sind. Vielleicht kann jemand von euch damit etwas anfangen?!
Da steht:

Gesamt-SD: 19.1 qcm

Weitere Werte des Befunds:
FT3: 4.29 - pg/ml - 2.0 bis 4.2
FT4: 1.48 - ng/dl - 0.8 bis 1.7

Jetzt frage ich mich noch ob iPTH der selbe Wert wie PTH ist...falls ja habe ich da Folgende Werte:

iPTH: 5.2 - pg/mL - 14 bis 72

Ohje, ohje...ich steige da einfach noch nicht ganz durch...

Viele liebe Grüße

Brauche Hilfe!

Joh70 ist offline
Beiträge: 945
Seit: 08.10.06
Hallo ninou,

bitte frag mal den Arzt oder das Labor (Anruf dort genügt), wieviel Volumen es entspricht. Ich glaube es heißt nicht ccm (Kubikzentimeter) sondern Quadratzentimeter (qcm). Diese Einheit ist veraltet und heißt eigentlich seit Jahren cm².

Umrechnung vielleicht mit Faktor ca. 0,5: Also 19.1 x 0.5 = 9.55 ml.
kann jemand qcm in ml umrechnen? - Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen

Auch in diesem Befund wieder T3 über dem Normbereich!!!
T4 normal.

iPTH =

"PTHi, Parathormon intact (ECLIA):
Nebenschilddrüsenhormon
Es aktiviert die Osteoklasten und erhöht dadurch den Einstrom von Calcium. Die Calciumkonzentration im Serum steigt und das dabei freigesetzte Phosphat wird renal ausgeschieden."

www.medunigraz.at/endo-nuklearmedizin/ENM-labor/tests.html#PTH

PTHi und PTH dürfte fast dasselbe sein:
www.medunigraz.at/endo-nuklearmedizin/ENM-labor/parameter.html

Dein Wert ist zu niedrig. Zu wenig Parathormon deutet auf gestörten Phosphat- und Kalziumhaushalt hin. Entweder zu wenig (weil das Steuerungshormon zu niedrig ist, weil die Nebenschilddrüsen nicht richtig arbeiten) oder zuviel (weil zuviel Kalzium im Blut ist, Nebenschilddrüse steuern gegen).

Das sollte sich der Endo anschauen!!!

Brauche Hilfe!

Ninou83 ist offline
Themenstarter Beiträge: 9
Seit: 11.09.09
Oh, was mir noch auffiel...in der Reihe bei Gesamt-SD stand noch 26 kBq/qcm. Was auch immer das jetzt wieder für ein Wert ist!? Bzw. welcher Wert gibt das Volumen oder die Fläche an...
Naja, der Endokrinologe wird mir sicherlich Einiges dazu sagen können.

Jedenfalls wäre ja laut dem Rechenbeispiel meine Schilddrüse von 2006-2009 von 9.55ml auf 6,4 ml geschrumpft.

Ich mache mich jetzt erstmal auch nicht weiter verrückt und warte das Ergebnis vom Endo ab.

Brauche Hilfe!

Ninou83 ist offline
Themenstarter Beiträge: 9
Seit: 11.09.09
Hallo ihr Lieben,

ich wollte nur mal kurz einen Zwischenstand abgeben.
Folgende Dinge konnten bisher ausgeschlossen werden:

Zucker
Borreliose

Was weiterhin in den letzten Blutbildern auffällig bleibt ist der CRP-Wert. Weiterhin erhöht obwohl momentan keine äußerlich erkennbare Ursache vorliegt.
Am 26.10. habe ich endlich einen Termin beim Endokrinologen, hoffentlich bringt der mehr Klarheit.

Angst macht mir jedoch die Aussage meiner Hausärztin, die jetzt schon den Verdacht äußerte, dass evtl. psychologische Ursachen der Grund sind. Ich finde diese Aussage zu früh und bin nun etwas verunsichert.

Naja, weiter abwarten...ich berichte wieder wenn es Ergebnisse gibt.

Viele liebe Grüße, Ninou83


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