Wer bin ich

10.09.09 19:09 #1
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Peter56 ist offline
Beiträge: 2
Seit: 10.09.09
Ich 53ig seit 29 Jahren verheiratet immer noch zufrieden.Seit einigen Monaten habe ich den Drang Damenunterwäsche zu tragen.Meine Frau akzeptiert das ich zuhause Damenslip trage.Heimlich trage ich zeitweise auch eien BH.
Hat das mit den Wechseljahrbeschwerden des Mannes zu tun ?
Oder habe ich da ein anderes Problem ...was raten Sie mir .

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Manuela ist offline
Beiträge: 1.510
Seit: 31.03.08
Hallo Peter,

erst einmal finde ich es klasse, dass Du wohl offensichtlich darüber mit Deiner Frau sprechen kannst und sie dies auch akzeptiert. Ist es für Dich/Euch eine Belastung oder geht es Dir selbst und euch als Paar trotzdem gut miteinander? Du hast gefragt ob es von den Wechseljahren kommt. Spürst Du noch andere Veränderungen?

Liebe Grüße Manuela

Geändert von Manuela (11.09.09 um 08:13 Uhr) Grund: Wort doppelt

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Peter56 ist offline
Themenstarter Beiträge: 2
Seit: 10.09.09
Manchmal weiss ich einfach nicht was eigentlich mit mir los ist....
Es gibt momente an denen ich denke Schwul zu sein......Rasiere mich immer Intim und denke dabei oft an Männer.Dann will ich einfach nur Damenwäsche tragen und fühle mich wohl dabei.
Heute hat ich einen Innerlichen Zusammenbruch .Hat mit der Frau eine Diskusion ...Nur Slip geht ja noch ..aber alles andere gehe zu weit,dann müsste ich zum Psychiater um abzuklären was mit mir los i

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RRichter ist offline
Beiträge: 1.312
Seit: 18.12.06
Zitat von Peter56 Beitrag anzeigen
....dann müsste ich zum Psychiater um abzuklären was mit mir los ist....
kannst aber auch zum fischhändler gehen. oder zu deiner friseurin, oder
zu sonst jemanden.

hat den selben effekt. du bist danach um nichts "klüger" als zuvor.

hab auch keinen blassen schimmer weswegen einen psychiater?

hast du gewaltphantasien, würdest du gerne mit kinder sex haben, oder
würden sonst irgendwie dritte darunter leiden wenn du deine sexuellen
wünsche ausleben könntest?


wenn nein, dann brauchst du keine psychologische "hilfe".


deine zeit wird knapp wenn du mich fragst.

29 jahre verheiratet, 53 jahre alt. und stehst eigentlich erst ganz am anfang
in einer völlig neuen gefühlswelt.

wenn du nicht zielstrebig und sofort herausfindest was du gerne noch erleben
möchtest (und nicht wer du bist, denn die antwort kennst du), dann wirst
du möglicherweise nicht mehr in der lage sein diese neue gefühlswelt
aus- und erleben.


wozu zeit mit einem psychiater oder deiner frau verschwenden?

wenn du dir sicher bist wie du in zukunft deine lebens- und gefühlswelt
leben möchtest, dann trenne dich sofort von allem was dich daran
irgendwie hindert.

alles andere ist nur wischi-waschi.


natürlich solltest du aber auch an die möglichkeit denken, dass die wahre
"faszination" auch nur von dem "verruchtem" - "verbotenen" herrühren kann
und du in der phantasie eigentlich mehr erfüllung findest als beim tatsächlichen erleben dieser wünsche.

so oder so, es bleibt nichts anderes übrig als dies alles herauszufinden.

dabei kann dir so gut wie niemand behilflich sein, das mußt du alleine in
angriff nehmen.


ich an deiner stelle würde damit noch heute beginnen.



grüße
richter

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Vino ist offline
Beiträge: 46
Seit: 28.08.09
Grüss dich, Peter!

Schön dass du dich mit deinen Gedanken an die Community hier wendest. Schön auch, und das wurde auch vor mir betont, dass du mit deiner Frau darüber reden kannst, das gemacht hast und sie das auch akzeptiert.

Zu deinen Sorgen: Ich kann es nachvollziehen, dass dir deine momentanen Gedankengänge etwas Sorge bereiten. Intuitiv würde ich mal nicht auf die Wechseljahre, vielmehr aber auf ein Fetisch tippen.

Das klingt jetzt hart, ist es aber nicht, da jeder Mensch ein Fetisch hat. lass es mich kurz erklären:

Definiert lässt sich hier folgendes sagen: Ein Fetisch ist ein Muster, das gekennzeichnet ist durch wiederholte, sexuelle Impulse, sexuell erregende Fantasien oder Verhaltensweisen, die den Gebrauch lebloser Objekte umfasst.

Sehr beliebte Objekte sind Frauenunterwäsche, Schuhe und indes vor allem Stiefel. Dass diese Merkmale bei dir auftreten ist ebenfalls nicht aussergewöhnlich, da sich ein Fetisch meist in der Adoleszenz entwickelt.
In fortgeschrittenen Stadien und teilweise schwerwiegenderen Formen begehen Fetischisten auch kleinere Diebstähle, um an die Objekte ihres Begehrens ranzukommen.
Die Objekte selbst werden entweder berührt, berochen, getragen oder sonstwie benutzt.
In Partnerschaften kommt es ausserdem vor, dass das Fetisch an der anderen Person ausgelebt wird, sodass der Partner oder die Partnerin darum geteben wird, einen bestimmten Gegenstand zu tragen oder zu berühren.

Ich wurde im Psychologie-Studium mit einem Fall vertraut gemacht, in welchem eine Dame erzählte, dass ihr Mann Freude an Perücken gefunden hatte. Begonnen hatte dies, dass ihr Partner selbst in der Hochzeitsnacht (und in vielen darauf folgenden Nächten) sich damit begnügt hatte, an ihrem Haar zu riechen, um sich dann schlafen zu legen.
Irgendwann später hatte sie Perücken zu tragen, um ihrem Manne zu "gefallen."
Das Ergebnis dieser Ehe nach 5 Jahren waren 2 Kinder und eine Perückensammlung von 72 Stück

Es veranschaulicht denke ich gut, dass man mit einem Fetisch leben kann, und es niemandem zur Last fällt, sofern es der Partner akzeptiert und nichts dagegen hat. Ganz im Gegenteil.
So musst auch du dir keine Sorgen machen. Insbesondere dann nicht, wenn es deine Frau akzeptiert hat und ihr beide miteinander und mit dieser Gegebenheit umgehen könnt. Dann ist da nichts weiter Schlimmes dabei.

Erklärungsansätze sind noch nicht weit fortgeschritten. Viele Wissenschaftler erklären sich das Fetisch aber mit einer Art "Abwehrmechanismus", welcher mit Hilfe eines Gegenstandes realisiert wird.
In vielen Fällen (und ich will das nicht auf dich übertragen dingfest machen) haben Klienten mit einem Fetisch Angst vor sexuellen Kontakten mit ihrem Partner, die aus früheren, meist unbekannten Gründen her rührt und welche mit Objekten überbrückt wird, damit es hiermit erträglich wird.
Verhaltenstherapeuten sind der Ansicht, dass (in deinem Falle jetzt mit der Unterwäsche) irgendwann einmal ein positives Ereignis damit verbunden wurde.
In der Psychologie spricht man dann von Konditionierung.
Ein einfaches Beispiel der Konditionierung ist beispielsweise der Pawlow'sche Hund.
Pawlow hatte beobachtet, dass sein Versuchstier (ein Hund) jedes Mal zu sabbern beginnt, wenn ihm Futter vorgelegt wird. Er untersuchte daraufhin den Speichelfluss des Hundes und liess ausserdem jedes Mal, wenn er ihm Futter vorlegte, einen Glockenton erklingen.
Der Hund verband irgendwann den Glockenton mit dem Essen, und später erreichte Pawlow den Speichelfluss des Hundes alleine mit dem Erklingen lassen des Glockentons.

Ich beispielsweise habe eine gute Freundin, welche unheimlich hübsch aussieht. Letztens hat sie sich ihre Haare schneiden lassen und trägt jetzt einen Bubikopf wie www.jolie.de/imgs/264747_aee821cf62.jpg (dient lediglich zur Veranschauung).
Da mir dieses Mädchen schon immer gut gefallen hat, verbinde ich ihre Frisur (und die aller anderen Mädchen) mit ihr. Somit werde ich hellhörig, wenn ich ein Mädchen mit dieser Frisur auf der Strasse sehe, da ich diese Frisur automatisch mit dem hübschen Gesicht meiner Kollegin verbinde.
Somit hat sie mich, ausgedeutscht, mit ihrer Frisur konditioniert.

Mit der Konditionierung lassen sich viele Dinge im Leben einfach erklären (Wieso wohl können so viel Jugendliche von bestimmten alkoholischen Getränken nichts mehr zu sich nehmen? Weil sie irgendwann mal ein schlechtes Erlebnis damit gehabt haben und sie dieses mit dem Geschmack des Getränks verbinden).

Auf diese Art und Weise (zumindest aus der Sicht der Verhaltenstherapeuten) können solche Fetische einfach und problemlos erworben werden, ohne dass man sich dessen immer bewusst wird. Ist aber nichts weiter Schlimmes dran, wie ich finde, sofern das alles in normalem Masse weiterverläuft.
Verhaltentherapeuten versuchen, mit Aversionstherapie Herr über ein Fetisch zu werden.
Genau gleich, wie solche Fetische angeeignet werden ,sollen sie auch wieder verschwinden. Nämlich damit, dass man sein begehrtes Objekt mit etwas negativem assoziiert.
In einem Versuch, welchen wir besprochen hatte, bekamen Personen einen leichten Stromstoss, wenn sie mit dem Objekt in Kontakt tragen oder davon erzählten.
Bei einer verdeckten Desensibilisierung geschieht dies vor allem auf gedanklicher Ebene, indem sich Patienten ihr erwünschtes Objekt mit einem anderen Ereignis, was ihnen Angst einjagt oder wovor sie sich ekeln, vorstellen. Damit verbunden treten diese Gedanken immer dann ein, wenn sie an ihr beliebtes Objekt denken.
Weitere Therapieformen wären masturbatorische Sättigung und die orgasmische Reorientierung.
Wenn Interesse besteht, kann ich dir das weiter erläutern.
Ich halte es momentan aber noch für unangebracht, da sich bei dir alles in sehr kleinem Rahmen bewegt und ich mir da nicht weiter Sorgen mache. Falls sich das Ganze in die Richtung bewegt, dass du in der Öffentlichkeit beginnst, Frauenkleider und Frauenunterwäsche zu tragen, dich schminkst oder dich vermehrt weiblich fühlst, würde man von Transvestitischem Fetischismus sprechen.
Auch das klingt voluminös und lässt einem aufhorchen, ist aber (genau wie oben) leicht erklärbar und in meinen Augen nicht weiter etwas Schlimmes.

Ich will dich hier keinesfalls einschüchtern. Vielmehr möchte ich dir erklären, dass das weitestgehend normal ist, viele Menschen ein Fetisch entwickeln und du damit nicht als "krank" geltest. Ausserdem will und werde ich hier nirgends behaupten, dass du ein Fetisch hast!
Ich sage lediglich, dass das eine Vermutung meinerseits wäre, die ich mir (so frech wie ich bin) mal so herusnehme.
Auch will ich dir hier keine Diagnose aufzwingen, sondern schreibe lediglich, was ich denke und umreisse hier grob, was ich dir darüber sagen kann. Wenn du Interesse hast, können wir uns darin gerne noch weiter vertiefen.

Mit den Wechseljahren, und das gestehe ich offen, bringe ich das aber nicht in Verbindung

Hast du Probleme damit? Sprich: Stört es dich und fühlst du dich "nicht gut" dabei? Stört es deine Frau, oder hat sie schon einmal Andeutungen gemacht, dass du das irgendwann wieder sein lassen sollst?
Wie steht ihr sexuell/körperlich zueinander? Wie sieht eure Beziehung aus? Lebt ihr glücklich zu zweit?

Wichtig fände ich, dass du hier noch einmal Stellung dazu nehmen würdest. Und, falls es dir unangenehm werden sollte, dann melde dich und ich höre auf mit der Fragerei

Alles Liebe,

Dom
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"Auf die zärtlichste aller Lieben folgt der Längste aller Kriege." (Christiane Olivier)

Geändert von Vino (12.09.09 um 18:34 Uhr)


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