Keiner glaubt mir mehr!

17.08.09 19:36 #1
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babsuwe ist offline
Beiträge: 4
Seit: 17.08.09
Hallo, meine Tochter ist 18 Jahre alt und leidet seit ca. 4 Jahren unter Übelkeit, ständigen Magenschmerzen, z.T. Kreislaufproblemen. Alles fing mit leichten Bauchschmerzen und Übelkeit am Morgen an, die ich auf den schulischen Stress geschoben habe. Diese Probleme waren vor allem zwischenmenschlicher natur, sie war nach meiner Meinung ein typisches Mobbingopfer. Vor einem reichlichen Jahr ist sie dann wegen ihres Traumbereufes nach Leipzig gezogen. Dort ging es etwa 10 Wochen ganz gut, bis alles wieder von vorne angefangen hat. Ihr Chef und ihre Ausbilder glauben ihr nicht mehr, dass sie wirklich krank ist und meinen, sie würde sich vor der Arbeit drücken wollen. Dabei versucht sie alles, um den Tag durchzustehen, wird aber oft nach Hause geschickt und eine Krankschreibung zieht sich dem nach, was die Laune der Beteiligten auch nicht hebt. Vor einer Woche hatte sie eine Magenspiegelung zur Symptomklärung, aber die Befunde liegen noch nicht vor. Seitdem haben sich die Beschwerden massiv verstärkt. Da Proben entnommen wurden, hat sie nun Angst, dass es eine Verletzung gegeben hat. Sie hat eigentlich gar keinen Appetit mehr, dabei wiegt sie schon nur noch 50 kg bei 169 cm. Wir erwägen jetzt die Hilfe einer speziellen Massage ( den Namen habe ich schon wieder vergessen) und eine Psychotherapie. Der Leidensdruck ist auf allen Seiten sehr hoch, vor allem, weil ihr keiner die Schmerzen glaubt und man ihr Bummelei unterstellt. Das hebt die allgemeine Stimmung meiner Tochter auch nicht. Sie hat ständig ein schlechtes Gewissen ...
Ich weiß nicht mehr, was ich noch machen soll, was ich ihr empfehlen soll, welcher Arzt vielleicht helfen könnte - vor allem müsste sich dieser in Leipzig befinden. Ich bin selber schon vor lauter Hilflosigkeit und Sorge leicht depressiv.
Danke für jede Antwort und Hilfsangebote
babsuwe


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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Was ist bei Deiner Tochter denn außer einer Magenspiegelung schon gemacht worden?

Weiß sie , ob sie bestimmte Lebensmittel (Laktosehaltige wie Milchprodukte; Glutenhaltige in Getreiden, fruktosehaltige in vielen Gemüsen und Obstsorten) und Lebensmittel mit Histamin verträgt bzw. nicht verträgt?
Sie soll sich doch mal über
- Gluten-, Laktose-, Fruktose- und Histaminintoleranz erkundigen.Hauptseite - Symptome, Ursachen von Krankheiten - Forum, Hilfe, Tipps zu Gesundheit

Hat Deine Tochter Amalgamfüllungen?
Was auch noch untersucht werden sollte, wären alle Schilddrüsenwerte. Das macht ein Endokrinologe.

In Leipzig gibt es doch eine Uniklinik: Hochschulmedizin Leipzig: Kliniken / Institute
Solche Kliniken haben im allgemeinen auch Ambulanzen, wo man sich anmelden kann. Das wäre doch eine gute Möglichkeit, wenigstens was die Schilddrüse angeht.
Mit den Intoleranzen ist es meistens nicht ganz so einfach. Aber Deine Tochter könnte sich erkundigen, ob man dort z.B. die Atemtests für Fruktose- und Laktose-Intoleranz macht.
Ansonsten wäre ein Ernährungstagebuch nützlich.

Grüsse,
Uta

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babsuwe ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 17.08.09
hallo, außer einer magenspiegelung ist sie immer nur auf die symptome behandelt worde. Allergien wurden noch nicht getestet und festgestellt. das wäre sicherlich ein weg...
wenn nur die verzweiflung nicht so groß wäre...
babsuwe

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Nur zur Klarstellung:

Es gibt
- Allergien und es gibt
- Intoleranzen

Die Symptome sind ziemlich gleich, einschließlich möglicher anaphylaktischer Schocks.
Aber die Art, wie Allergie und Intoleranz entstehen, ist unterschiedlich.

Es ist erstaunlich, aber Fakt: die meisten Allergologen verstehen von Intoleranzen herzlich wenig.
Trotzdem würde ich an Stelle Deiner Tochter mich bemühen, an die Atemtests der Laktose- und Fruktose-Intoleranz zu kommen und eben - wie schon gesagt - durch Auslaßdiät herauszufinde, ob Gluten und Histamin bei ihr eine Rolle spielen.

Hat Deine Tochter übrigens Heuschnupfen?
Und noch einmal: hat sie Amalgamfüllungen?

Grüsse,
Uta

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irnee ist offline
Beiträge: 484
Seit: 20.06.07
Hallo Babsuwe,

das klingt ja sehr drastisch. Deswegen fällt mir dazu Morbus Addison ein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Addison
http://www.morbus-addison.de/diagnostik.html
http://www.netdoktor.at/krankheiten/...us_addison.htm

Dafür wäre ein Krankenhaus mit endokrinologischer Ambulanz eine gute Adresse. Da kann sie dann auch gleich die Schilddrüse mit untersuchen lassen. Autoimmunerkrankungen werden durch Stress oft verstärkt, das würde also durchaus zusammenpassen. Das Positive daran wäre, dass man fehlende Hormone ersetzen kann und es dann hoffentlich aufwärts ginge.

Falls die Diagnose steht, kannst Du Dich ja nochmal melden, wenn Du magst.

Ich drück euch die Daumen!
Irene

Geändert von irnee (17.08.09 um 23:56 Uhr)

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Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Addison ist extrem selten.

Zitat Wikipedia:
Der Morbus Addison findet sich ungefähr bei fünf von 100.000 Einwohnern Westeuropas, es ist also eine seltene Erkrankung. Von der Addison-Erkrankung sind Frauen häufiger betroffen als Männer, das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung liegt bei 40 Jahren mit einer weiten Streuung.
Ich denke, Nebennieren würden als Möglichkeit passen, aber gleich Addison? Wenn es wirklich Nebennieren wäre, dann möglicherweise nur eine subklinische Unterfunktion. Immerhin zweifeln die Menschen im Umfeld ja daran dass es überhaupt etwas ernstes gibt.

Ich würde auch dringend dazu raten einen ordentliche Arzt zu finden der wirklich bereit ist mal gescheite Untersuchungen anzustellen und auch nach Lösungen suchen will die nicht im psychotherapeutischen Bereich liegen.

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irnee ist offline
Beiträge: 484
Seit: 20.06.07
Ich denke, Nebennieren würden als Möglichkeit passen, aber gleich Addison? Wenn es wirklich Nebennieren wäre, dann möglicherweise nur eine subklinische Unterfunktion. Immerhin zweifeln die Menschen im Umfeld ja daran dass es überhaupt etwas ernstes gibt.
Ja, an die subklinische Form habe ich auch gedacht, aber die müsste dann ja auch eine Ursache haben (Dauerstress durch Mobbing vielleicht?). Man könnte jedenfalls bei den Untersuchungen auf Addison drauf achten, ob irgendwelche Laborwerte zwar in der Norm, aber eventuell grenzwertig sind, dann kommt man vielleicht auch der subklinischen Form (Nebennierenschwäche) auf die Spur.

Zum Wikipedia-Zitat: Autoimmunerkrankungen kommen heutzutage in jüngeren Jahren vor als früher, so gesehen ist Addison auch nicht abwegig. Und die Beschwerden sind ja auch keine Allerweltsbeschwerden.

Immerhin zweifeln die Menschen im Umfeld ja daran dass es überhaupt etwas ernstes gibt.
Naja, das nehmen die Leute schnell mal an, wenn sie etwas nicht klar einordnen können.

Morgendliche Übelkeit und Bauchschmerzen hatte ein Freund von mir aber auch schon aufgrund von HPU (Mangel an Zink und Vitamin B6), das wurde dann durch die Einnahme besser.

Geändert von irnee (17.08.09 um 23:53 Uhr)

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Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Ja, an die subklinische Form habe ich auch gedacht, aber die müsste dann ja auch eine Ursache haben (Dauerstress durch Mobbing vielleicht?)
oder Schwermetallbelastung.

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babsuwe ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 17.08.09
hallo, man wart ihr alle fleißig, danke, dass ihr euch solche mühe mit meinem problem macht.
heute war sie noch einmal bei der ärztin, die die magenspiegelung gemacht hat. nun soll noch eine darmspiegelung durchgeführt werden. der verdacht liegt bei MORBUS CROHN. da hier auch psachosomatischer stress eine rolle spielt und wir in wikipedia die symptome abgleichen konnten, haben wir viele übereinstimmungen gefunden. wir hoffen jetzt einfach mal, dass endlich eine diagnose gestellt und damit eine therapie eingeleitet werden kann.
liebe grüße babsuwe

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irnee ist offline
Beiträge: 484
Seit: 20.06.07
Hallo Babsuwe,

na dann toitoitoi. In die Endokrinologie könnt ihr ja immer noch gehen, wenn bei der Internistin nichts rauskommt. Mir ist noch eingefallen, dass man bei richtigem Addison meistens dunkler pigmentierte Haut bekommt, wenn sie das nicht hat, ist es nicht so wahrscheinlich.

Wenn es tatsächlich was mit dem Darm ist (Crohn, Colitis, Zöliakie), kann es sinnvoll sein, sich selbst mit dem Thema Nahrungsergänzung und Mineralien zu befassen, weil ja die Aufnahme vermindert ist. Besonders wichtig ist Zink, weil man bei Entzündungen auch noch mehr davon verbraucht. Ich komm drauf, weil die Mutter eines Freundes Colitis hatte, und die bekam erst Zink, als sich ihr Sohn drum kümmerte.

Viele Grüße
Irene


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