Eisenmangel bei Jugendlichen

06.07.09 20:17 #1
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Stella Jane ist offline
Beiträge: 2
Seit: 01.07.09
Hallo!

Ich bin neu hier und brauche dringend ein paar gute Ratschläge. Meine Tochter ist 17 und hat einen Ferritinwert von 25 (Referenzbereich liegt bei ihr zwischen 25 und 180). Meine Ärztin will sie mit Ferrlecit 62,5 mg behandeln, entweder als i.v. Injektion oder i.v. Infusion (muss noch geklärt werden).
Wer hat schon Erfahrung damit, besonders in Bezug auf die Nebenwirkungen?
Ausserdem hat sie eine Schilddrüsenunterfunktion, die mit L-Thyroxin 50 behandelt wird.


Eisenmangel bei Jugendlichen

Heather ist offline
Beiträge: 9.813
Seit: 25.09.07
Hallo Stella Jane,

wenn Deine Tochter einen Eisenwert von 25 hat ist das noch okay. Es liegt ja auch laut den von Dir angegebenen Referenzwerten des Labors noch in der Norm, wenn auch nur knapp. Warum ihr die Ärztin auf diesem Weg Eisen verabreichen will ist mir nicht ganz klar. Oder gibt es einen Grund warum sie keine Eisen-Tabletten nehmen soll/kann/darf? Und, warum möchte die Ärztin gleich eingreifen, hatte Deine Tochter denn schön des öfteren Eisenmangel?

Mein Ferritin-Wert ist niedriger (war schon bei 9) und ich bekam auch keine Infusion, obwohl es da bestimmt an der Grenze war .


Liebe Grüße .

Heather
__________________
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

(Albert Einstein)

Eisenmangel bei Jugendlichen

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Stella Jane,

Meine Tochter ist 17 und hat einen Ferritinwert von 25 (Referenzbereich liegt bei ihr zwischen 25 und 180). Meine Ärztin will sie mit Ferrlecit 62,5 mg behandeln, entweder als i.v. Injektion oder i.v. Infusion (muss noch geklärt werden).
Das ist nicht sinnvoll. Die Menschen haben durchaus unterschiedliche Blutwerte, weil die Blutwerte u.a. auch von den Lebensumständen abhängen. Nur, weil sie am unteren Ende des Bereichs liegt, den die Medizin als Norm definiert hat, bedeutet das noch nicht, daß das pathologisch ist. Wenn deine Tochter bspw. Veganerin wäre, dann wäre ein solcher Wert durchaus normal, weil Veganer nunmal generell einen etwas niedrigeren Eisenspiegel haben.

Auch wenn wie davon ausgehen, daß der Wert pathologisch, also krankhaft erniedrigt ist, macht es keinen Sinn, dieses Problem durch künstliche Zufuhr von Eisen zu kompensieren. Zum einen hat Eisen durchaus diverse Nebenwirkungen, zum anderen löst ihr damit das Problem ja nicht. Der niedrige Eisenwert ist ja nur eine Krankheitsfolge, ein Symptom. Mit der künstlichen Zufuhr sieht dann hinterher der Laborwert toll aus, aber an der Krankheit ändert sich dadurch überhaupt nichts. Im Gegenteil - da der Laborwert ja gut aussieht, fragt man erst gar nicht weiter welche Ursache denn der niedrige Wert überhaupt hatte. Aber genau das ist der wichtig Punkt, denn natürlich hat der niedrige Wert eine Ursache und eine sinnvolle Behandlung kann nur darin bestehen, diese Ursache zu finden und zu beseitigen. Dann steigt auch der Eisenspiegel wieder auf normale Werte.

Ein Eisenmangel entsteht in der Regel auch nicht, weil man zuwenig Eisen in der Nahrung hätte, sondern ist die Folge von Eisenverwertungsstörungen. Mit anderen Worten: Es ist genug Eisen da, aber der Organismus kann damit nichts anfangen, weil andere wichtige Stoffe fehlen, die zur Verwertung des Eisens nötig wären. Das ist ein typisches Problem einer Fehlernährung - es wäre daher sinnvoll, die Ernährung deiner Tochter zu verbessern. Ob sie das in diesem Alter will ist eine andere Frage...

Daß der Eisenwert aufgrund der Menstruation teilweise heftig schwankt, wißt ihr ja sicher schon.

Ausserdem hat sie eine Schilddrüsenunterfunktion, die mit L-Thyroxin 50 behandelt wird.
Auch das ist keine sinnvolle ursächliche Behandlung - auch wenn sie mitunter notwendig sein mag, wenn bspw. die SD entfernt wurde. Wie oben schon geschrieben, hat auch hier die SD-Unterfunktion Ursachen und der Ersatz von Hormonen ändert nichts an dieser Ursache. Stattdessen verschleiert eine solche Behandlung, daß eine Krankheit vorliegt und macht den Betroffenen dauerhaft medikamentenabhängig.

Generell sollte man sich bei einem 17 jährigen Mädchen durchaus auch mal fragen, ob die funktionellen "Störungen" der Schilddrüse nicht eine ganz normale Begleiterscheinung der hormonellen Umstellungen der Pubertät sind. Sollte die Unterfunktion tatsächlich pathologisch sein, dann muß man auch hier natürlich nach der Ursache fragen und dort ansetzen. Funktionsstörungen der Schilddrüse sind in erster Linie lebensbedingt (belastende Lebenssituationen, von denen ein Teenie ja genug hat) und in zweiter Linie ernährungsbedingt. Seltener kommen auch Schadstoffe in Frage.

Ich würde mir in dieser Situation daher vor allem einmal die Ernährung anschauen und mir Gedanken über ungelöste Lebensfragen, Sorgen, Nöte, Streß in Schule, Ausbildung usw. machen. Dort liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit die eigentlichen Ursachen dieser Probleme und die lassen sich mit Medikamenten nunmal nicht korrigieren.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Eisenmangel bei Jugendlichen

Snorri ist offline
Beiträge: 542
Seit: 31.08.07
Zitat von Stella Jane Beitrag anzeigen
Hallo!

Ich bin neu hier und brauche dringend ein paar gute Ratschläge. Meine Tochter ist 17 und hat einen Ferritinwert von 25 (Referenzbereich liegt bei ihr zwischen 25 und 180). Meine Ärztin will sie mit Ferrlecit 62,5 mg behandeln, entweder als i.v. Injektion oder i.v. Infusion (muss noch geklärt werden).
Wer hat schon Erfahrung damit, besonders in Bezug auf die Nebenwirkungen?
Ausserdem hat sie eine Schilddrüsenunterfunktion, die mit L-Thyroxin 50 behandelt wird.
Hallo Stella Jane,

die Geschichte Deiner Tochter kommt mir sehr bekannt vor, denn genau so hat meine jahrzehnte lange Leidensgschichte begonnen. Ich war 15, hatte kaum noch Eisen im Körper, wurde 5 Monate lang fast täglich mit einer Spritze behandelt, bis der Eisenwert wieder normal war. Dann wurde ich als "geheilt" entlassen. Nebenwirkungen gab es, glaube ich, keine, aber es war der Anfang einer schrecklichen Geschichte.

Wie es in der Schulmedizin so üblich ist, hat sich leider niemand die Mühe gemacht nach den Ursachen für diesen wahnsinnig niedrigen Eisenwert und die damit verbundene Anämie zu suchen.

Bitte lass Dich nicht einfach so abspeisen, sondern lass Deine Tochter ganz, ganz gründlich untersuchen, und zwar nicht nur schulmedizinisch, sondern auch von einem guten Heilpraktiker.

Ein Eisenmangel und eine Schilddrüsenunterfunktion fallen nicht einfach so vom Himmel, sondern sie entstehen ganz langsam und die Ursachen liegen meist ganz woanders.

Auf jeden Fall solltest Du auch den Vitamin- und Mineralhaushalt abklären lassen; duch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln haben so manche hier im Forum schon ein kleines Wunder erlebt.

Wie schön, dass es Mütter gibt, die sich um ihre Töchter Sorgen machen und nachforschen. Mir wäre verdammt viel Leid erspart geblieben, wenn meine Mutter damals weiter geblickt hätte als bis zum Rand ihres Kochtopfs!

Liebe Grüße

Snorri

Eisenmangel bei Jugendlichen

Stella Jane ist offline
Themenstarter Beiträge: 2
Seit: 01.07.09
Eisenmangel bei Jugendlichen von Stella Jane

Zuerst will ich mich für die Antworten, die ich erhalten habe herzlich bedanken. Es ist sinnvoller, nach den Ursachen zu forschen, statt sofort zu solchen radikalen Mitteln zu greifen. Meine Tochter hat schon länger Schwindelanfälle, sodass sie sich manchmal selbst nicht mal die Schuhe anziehen kann, ohne dass sich nicht gleich alles um sie dreht. Die Ärztin hat ihr Bludruck ein paar mal gemessen und es kamm immer etwas anderes dabei heraus. Mehr wurde hier nicht unternommen, obwohl sie diese Schwindelanfälle schlechter verträgt als alles andere. Einen Zusammenhang hat die Ärztin nie untersucht. Mit dem Heilpraktiker habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht und es ist nicht ausgeschlossen, dass ich ihn zusammen mit meiner Tochter noch einmal aufsuchen werde.
Liebe Grüße und noch einmal DANKE!!!!!

Stella Jane


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