3 Tage extreme Schwindelattacke

30.10.06 21:52 #1
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suiramblau ist offline
Beiträge: 3
Seit: 30.10.06
Hallo,
ich habe vor einem Jahr eine extreme Schwindelattacke
(schwankender Schwindel) erlitten, die 3 Tage so stark anhielt, dass
ich nur liegen konnte. Dann ging es etwas besser, ich konnte langsam
wieder "leben". Jetzt nach einem Jahr ist immer noch nicht klar, was
dieser Schwindel, den ich bis heute nicht ganz los bin, ist.

Nach der Extremsituation vor einem Jahr bekam ich dann Nachts
Angstzustände und ich war mit vielen Situationen sehr schnell
überfordert. Ich nahm dann 2 Monate lang Insidon Tropfen. Die haben
mir sehr geholfen. Ich bin wieder besser drauf, leistungsfähiger …
Allerdings immer noch relativ schnell erschöpft, im Gegensatz zu
vorher.

Trotzdem habe ich immer noch einen (jetzt) Lageschwindel
nachbehalten. Organische Schäden am Gleichgewichtsorgan wurden
ausgschlossen. Außerdem wurde ein EEG gemacht. Demnächst wird noch
ein MRT vom Halswirbel gemacht.

Ein Neurologe diagnostizierte einen Virusinfekt im Gehirn, da die
akute Situation begrenzt 3 Tage andauerte. Andere Ärzte tippten eher
auf eine Überforderungssymptomatik. Ich bin zwar stark belastet. Aber
trotzdem: Ich selber kann mir eine rein sagen wir psychische Ursache
allerdings nicht vorstellen. Ich habe das Gefühl irgendetwas muss da
organisch passiert sein. Und ich erhole mich jetzt ganz langsam
davon.

Hat jemand etwas Ähnliches erlebt oder kennt sich aus?

A.

Magnesiummangel

lina ist offline
Beiträge: 12
Seit: 30.10.06
Hallo,

ja, ich habe vor einigen Jahren ähnliches erlebt, rannte von einem Arzt zum anderen, wurde sogar mal vom Notdienst ins Krankenhaus gebracht. Die Ursache - die damals keiner fand! - war starker Magnesiummangel. Dieser muss sich NICHT im Blutbild bemerkbar machen! Ich nehme seitdem täglich hochdosiert Magnesium, habe keinerlei Schwindelattacken mehr und bin viel belastbarer. Versuche es mal, es kann auf keinen Fall schaden! Ich würde mich freuen, wenn es dir helfen könnte!

Viele Grüße,
Lina

Schwindel

ostseeola ist offline
Beiträge: 218
Seit: 03.08.06
ich auch! die letzte diagnose lautete seinerzeit morbus meniere. ich hatte das aber nur einen abend lang und mußte selber den notarzt rufen, da mir zusätzlich noch sehr über war. habe natürlich mit dem schlimmsten gerechnet. ich habe das seltsamerweise aber nie wieder bekommen, ist jetzt so 3 jahre her. diese sachen hängen stark mit streß zusammen. in meinem fall kann ich das bestätigen! ich habe allerdings noch einen rechtseitigen tinnitus. das soll gerne einhergehen mit den drehschwindel attaken. zumindestens ist man prädestiniert....

Magnesiummangel

Rosemarie ist offline
Beiträge: 104
Seit: 15.08.06
Zitat von lina Beitrag anzeigen
Ich nehme seitdem täglich hochdosiert Magnesium, habe keinerlei Schwindelattacken mehr und bin viel belastbarer. Versuche es mal, es kann auf keinen Fall schaden!


Zitat aus einem meiner Laborbüchlein (andere Quellen müsste ich noch suchen):

"Magnesiumintoxikationen (d.h. hier Überdosierung) führen zu deutlichen Belastungen im sensitiven und vegetativen Nervensystem, zur Hypertonie (Bluthochdruck) und zu deprssiven Zuständen." (Quelle: Sonntagverlag, objektive Laborwerte, ISBN 3-87758-183-8)

Lina, Du meinst es gut, sei aber bitte etwas vorsichtig, vor allem mit solchen Empfehlungen.

LG, Rosi

Schwindel

Sine ist offline
Beiträge: 3.368
Seit: 15.10.06
Hallo zusammen.
Mir ist es vor ein paar Wochen gleich ergangen.
Ich konnte eines Morgens nicht aufstehen, es war erschreckend!
Man hat auch Zusammenhänge mit Augen, Ohren und einem Virus vermutet.
Weitergehende Untersuchungen wurden aber nicht gemacht.
Interessanterweise hatte ich gleich anschliessend 10 Tage frei.
Erst in diesen Tagen habe ich gemerkt, wie nötig ich Erholung gebraucht habe.
Im Arbeitsalltag habe ich einfach funktioniert und meine Ueberlastung nicht realisiert.
Für mich war diese Schwindelattacke ein Zeichen im Sinne von:
Hei Sine, schau mal besser zu dir!
Zwischen Arbeit, Kindererziehung und dem Herumschlagen mit Gebresten ist das nicht so einfach.
Aber seither schaue ich konsequent, dass ich jede Nacht zwischen 8 und 10 Stunden Schlaf kriegen kann und merke, dass ausreichender Schlaf sehr wichtig ist.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube, dass so ein Drehschwindel neben anderen Ursachen auch "psychische" Ursachen haben kann.
Gruss, Sine

Schwindel

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
... wobei die Frage ist, ob Schlafmangel aus Überlastung "psychisch" ist....
Gruss,
Uta

Schwindel

Sine ist offline
Beiträge: 3.368
Seit: 15.10.06
Genau, Uta, deshalb meine Gänsefüsschen bei "psychisch".
Erschöpfung wäre hier vielleicht richtig.
Sine

Schwindel

Joh70 ist offline
Beiträge: 945
Seit: 08.10.06
Wenn ein klassischer Drehschwindel ausgeschlossen werden kann, wäre ein Virusinfekt vorstellbar.

Ein Neurologe diagnostizierte einen Virusinfekt im Gehirn

wie hat das der Neurologe gemach, einfach geraten oder nachgewiesen?

Ein Virusinfekt ist denkbar. Zum Beispiel genügen hierzu agressive Grippeviren, wie sie sich seit 2 Jahren überall verbreiten. Diese können den Hörnerv besiedeln und dort zu autoimmunen Reaktionen führen.

D.h. das Virus hält sich dort hartnäckig versteckt, vorallem intrazellulär, und das Immunsystem reagiert mit der Zeit allergisch auf das Virus und auf infizierte Zellen.

Zusammen mit einem Immundefekt kann sich eine autoimmune Störung wie GBS entwickeln, die auch dann noch anhält, wenn das Virus besiegt wurde.

Erst wenn alle Autoantikörper abgebaut sind, verschwinden die Symptome. Bei GBS dauert das erfahrungsgemäß 2 bis 3 Jahre. Andere Autoimmunerkrankungen gelten als unheilbar, z.B. die chronische Variante CIDP. Aber das liegt auch daran, daß sie nicht richtig therapiert werden.

Schwindel

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Ich hatte (zum Glück nur einmal) auch so eine dreitägige Schwindelattacke. HWS, Ohr: alles ok.
Im Nachhinein ist mir klargeworden (ziemlich klar), daß es sich wahrscheinlich um eine heftige Reaktion auf Histamin handelte.

Histamin ist ein biogenes Amin und zählt zu den Stoffen, die bei einer allergischen Reaktion freigesetzt werden. Es ist für die unangenehmen und bisweilen sogar gefährlichen Symptome verantwortlich. Die Symptome als Folge einer erhöhten Histamin-Belastung können Hautrötungen, Juckreiz und Quaddelbildung, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe, Herzrasen, Schwindel, Empfindungsstörungen der Haut, rinnende Nase, Asthma aber auch Kopfschmerzen und Migräne sein.
http://www.daab.de/ern_histamin.php

Uta

Schwindel

suiramblau ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 30.10.06
Hallo,
vielen Dank für die vielen Antworten. Es gibt ja wirklich viele Erklärungsversuche. Womit soll man da anfangen? Aufgefallen ist mir noch, dass ich, wenn ich einen ganz normalen Virusinfekt habe (Schnupfen, Husten etc.) mir am ersten Tag total schlecht ist.

Hallo Joh70,
der Neurologe hat die Diagnose Virusinfekt denke ich geraten, vermutet. In seinem Bericht stand davon nichts weiter.
Aber, falls ich sowas habe: "Zusammen mit einem Immundefekt kann sich eine autoimmune Störung wie GBS entwickeln, die auch dann noch anhält, wenn das Virus besiegt wurde. Erst wenn alle Autoantikörper abgebaut sind, verschwinden die Symptome. Bei GBS dauert das erfahrungsgemäß 2 bis 3 Jahre."
was kann man dann tun? Oder wie findet man es heraus?

Astrid


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