salzige Haut! - zuviel Natrium?

27.03.09 11:18 #1
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salzige Haut! - zuviel Natrium?

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Vitamin C in hohen Dosen ist nierenschädigend
Ja, das stimmt. Habe ich wiederholt gelesen und gehört und ist mir auch einleuchtend.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

salzige Haut! - zuviel Natrium?

mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Wenn alles für jeden zutreffen würde, was man so liest ...

Ich habe selber über 2 Jahre täglich ca. 12 g Vitamin C (Ascorbinsäure) zu mir genommen und kenne einige Leute (durchwegs an chronischer Borreilose leidende, also keinesfalls kerngesunde Menschen), die über noch längere Zeiträume bis zu 50g(!) täglich eingenommen haben. Weder ich noch jemand von denen die ich kenne haben jemals über Nierenprobleme geklagt. Eher war sogar das Gegenteil der Fall: dass sich sogar Neigungen zu Infektionen in dem Bereich reduzierten.

Wer bereits geschädigte Nieren hat(!), sollte allerdings nicht mit so großen Dosen hantieren, weil die Ausleitung, die dadurch angeschoben wird (nicht das Vitamin C), die Nieren überlasten kann.

Empirik und Theorie stehen sich nunmal des öfteren diametral entgegen, das begegnet uns ja täglich mehrfach in diesem Forum.
Ich gebe Hakushi insofern recht, dass man bei Hochdosierung von was auch immer auf mögliche Überlastungen achten und bei entsprechenden Symptomen auf jeden Fall sofort reagieren sollte. Aber der Ausschließlichkeitsanspruch in der Formulierung gefällt mir nicht, weil er eben nicht stimmt.

Gruß
mezzadiva

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Frage an Max/Julia?

Sind am Anfang der Behandlung die wichtigen Blutwerte gemacht worden und werden diese Blutwerte im Laufe der Behandlung wiederholt, damit man evtl. aufkommende Schäden noch erkennen kann?

Gruss,
Uta

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Hakushi ist offline
Beiträge: 785
Seit: 19.03.07
Ich möchte einiges zum Wogenglätten nachschieben.

Zunächst an Max und Julia:
Bei den Problemen, wie sie mir bei Euch aufzutreten scheinen, würde ich tatsächlich in Richtung Umweltgifte und Verbesserung der Wohnsituation denken und handeln.

Was die NMEs angeht: In dem Wikipedia-Artikel über Arsen findet sich unter anderem der Hinweis auf den hohen Arsen-Gehalt von Chlorella-Algen.

Was die beschriebenen Probleme von Julia angeht noch ergänzend:

Wenn Kartoffeln mit Salz und Butter Probleme machen, dann kann das am Salz liegen wie erörtert.
Es können die Kartoffeln sein, Stichwort Latexallergie.
Es kann die Butter sein, Stichworte Laktose / Milch / Kasein Allergie / Unverträglichkeit.
Ich empfehle intensivst, dem nachzugehen und unter der Hypothese, dass vielleicht Allergien/UVs die Basis der Probleme sein könnten, diesen Fragen nachzugehen.

Es kann auch die Kombination "giftbelastetes Umfeld" und "ungeeignete Nahrung" sein, vielleicht schafft eine Entlastung auf dem Feld einer Baustelle davon schon einige Erleichterung.

Mein Vorschlag für weitere Aktionen hier:
Ihr schildert mal, was Julia so täglich isst/einnimmt. Oder Ihr tut das hier: lebensmittelallergie.info - Index

Zu der Vitamin C-Problematik hier noch einmal die wissenschaftliche Arbeit, auf die ich mich beziehe.
Sie scheint mir methodisch sauber. Sie kommt aus einer Fakultät für Ernährungswissenschaft.

Wenn man mal davon ausgeht, dass Forschung häufig interessengesteuert ist, wie bei den üblichen Studien "altes Medikament im Vergleich zu neuem" wohl von vielen zu Recht geargwöhnt wird, dann fallen diese Verdachtsmomente bei dieser Studie m.E. weg.
Denn in dieser Fakultät dürften die Erkenntnisinteressen eher die der Nahrungsmittelindustrie sein.

Ascorbate increases human oxaluria and kidney stone risk.

J Nutr. 2005 Jul;135(7):1673-7.

Massey LK, Liebman M, Kynast-Gales SA.

Department of Food Science and Human Nutrition, Washington State University, Spokane, WA, USA. massey@wsu.edu

Currently, the recommended upper limit for ascorbic acid (AA) intake is 2000 mg/d. However, because AA is endogenously converted to oxalate and appears to increase the absorption of dietary oxalate, supplementation may increase the risk of kidney stones. The effect of AA supplementation on urinary oxalate was studied in a randomized, crossover, controlled design in which subjects consumed a controlled diet in a university metabolic unit. Stoneformers (n = 29; SF) and age- and gender-matched non-stoneformers (n = 19; NSF) consumed 1000 mg AA twice each day with each morning and evening meal for 6 d (treatment A), and no AA for 6 d (treatment N) in random order. After 5 d of adaptation to a low-oxalate diet, participants lived for 24 h in a metabolic unit, during which they were given 136 mg oxalate, including 18 mg 13C2 oxalic acid, 2 h before breakfast; they then consumed a controlled very low-oxalate diet for 24 h. Of the 48 participants, 19 (12 stoneformers, 7 non-stoneformers) were identified as responders, defined by an increase in 24-h total oxalate excretion > 10% after treatment A compared with N. Responders had a greater 24-h Tiselius Risk Index (TRI) with AA supplementation (1.10 +/- 0.66 treatment A vs. 0.76 +/- 0.42 treatment N) because of a 31% increase in the percentage of oxalate absorption (10.5 +/- 3.2% treatment A vs. 8.0 +/- 2.4% treatment N) and a 39% increase in endogenous oxalate synthesis with treatment A than during treatment N (544 +/- 131 A vs. 391 +/- 71 micromol/d N). The 1000 mg AA twice each day increased urinary oxalate and TRI for calcium oxalate kidney stones in 40% of participants, both stoneformers and non-stoneformers.

PMID: 15987848 [PubMed - indexed for MEDLINE]
Ich übersetze die einleitenden Sätze dieses Abstracts: Momentan ist die empfohlene Höchstdosis für Ascorbinsäure 2000mg pro Tag. Jedoch kann die Supplementation mit Ascorbinsäure das Risiko von Nierensteinen erhöhen, weil Ascorbinsäure zu Oxalat metabolisiert wird.

Ich habe im Bekanntenkreis gehört, dass andere Umweltmediziner von Vitamin C Hochdosis-Therapien abraten.

Dass die synthetische Ascorbinsäure von Schimmelpilzen erzeut wird, dürfte sich ja herumgesprochen haben?
E300 - Ascorbinsure (Vitamin C)

Ich würde vermuten: Für Schimmelpilzallergiker und Holzschutzmittel-Geschädigte eine Art Supergau, die möglichen Verunreinigungen mit Resten der "Hersteller".

Ich habe mir die Webseite und die Publikation von Dr. Runow angesehen, nein, wie von einem Quacksalber sieht das wirklich nicht aus, ich bedauere, wenn ich gestern so klang.

Jedoch: Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo Umweltmediziner vor allem dabei halfen, die Ursachen von Gesundheitsproblemen aufzudecken und ihnen zu entgehen.
Heute haben sie offenbar ihren Tätigkeitsbereich erweitert auf "Entgiftung". Bedauerlich, denn alle Mittel, die dabei eingesetzt werden, sind neue Belastungen für den Körper.
Mit noch bedauerlicheren Folgen für Personen, die schon die normale Ernährung und Chemie-Belastung schlecht vertragen.
Weniger ist mehr. Vielleicht auch für Julia?

Ich möchte mit einem Satz von Franz Konz schließen: Warum glauben die Leute nur immer, sie müßten besondere Stoffe in den Körper bringen, um seine Gesundheit zu fördern?

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Tobi09 ist offline
Beiträge: 2.401
Seit: 23.01.07
Zitat von Hakushi
Sie scheint mir methodisch sauber. Sie kommt aus einer Fakultät für Ernährungswissenschaft.
Alleine an der Überschrift sieht man schon, dass das Hauptziel eine DDiskreditierung von Vitamin C ist:

Ascorbate increases human oxaluria and kidney stone risk.
Das ist schon ein Widerspruch, denn statistisch gesehen müsste es genaugenommen sogar heißen, dass das Nierensteinrisiko gesenkt wird, unter der Annahme, dass tatsächlich mehr Oxalat gebildet wird. Die Erklärung gibt es hier:

Die – rein theoretische – Überlegung, ob Vitamin C möglicherweise die Bildung von Nierensteinen fördern könnte, ist ohnehin nur für jenen Teil der Bevölkerung von Bedeutung, bei dem eine (genetische) Veranlagung vorliegt. Das sind maximal 10%. Bei den Nierensteinen unterscheidet man nach Calciumphosphat-, Magnesium-Ammonium-Phosphat-, Calcium-Car-bonat- und Calcium-Oxalat-Steinen. Lediglich Calcium-Oxalat-Steine bilden sich in einem sauren Milieu, was durch hohe Vitamin-C-Einnahmen theoretisch gefördert werden könnte.
Vitamin C - HiLife (Extension) e.V.

Bei 10% der Bevölkerung würde sich dann das Risiko für Nierensteine erhöhen, bei 90% sogar senken! Und das nur unter der Annahme, dass Vit C zur vermehrten Bildung von Oxalat führt. Da schon die Überschrift der angeführten Studie falsch ist, will ich nicht wissen, was für Fehler (absichtlich) im Verlauf der Studie eingebaut wurden.
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Gruß Tobi

Geändert von Tobi09 (28.03.09 um 16:55 Uhr)

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Frage an Max/Julia:

Sind bei Julia jetzt noch einmal Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Allergien und Pseudoallergien = Intoleranzen) ausgetestet worden?


Habt Ihr Eure Wohnung schon einmal von einem versierten Baubiologen auf Wohngifte untersuchen lassen?

Grüsse,
Uta

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Hakushi ist offline
Beiträge: 785
Seit: 19.03.07
Aaalso,

das kann ich nur mit hohem Zeitaufwand beurteilen, ob tatsächlich nur 10% der Bevölkerung ein Risiko haben, Oxalat-Nierensteine zu bilden. Die Zeit bin ich nicht gewillt zu investieren.

Aber ich habe schon die "interessantesten" Sachen erlebt hinsichtlich Nierensteinprophylaxe. Patienten, die in keinster Weise aufgeklärt wurden hinsichtlich einer geeigneten Ernährung u.A.

Und an der von Tobi zitierten Textstelle fällt mir auf, dass Urat-Nierensteine keine Erwähnung finden. Halte ich fachlich für nicht sooo überzeugend.

Da habe ich mal hinsichtlich der von ihm zitierten Domain recherchiert: hilifeev.com

Registrar: Hilife eV, Kuhstrasse 45, D-47533 Kleve,
gehostet in den Niederlanden: Dolphin Internet Services Reitscheweg 37 , 5232 BX 's-Hertogenbosch

Die zentrale Registerauskunft kennt diesen e.V. , Amtsgericht Kleve wäre zuständig, nicht.
https://www.handelsregister.de/rp_web/welcome.do

Zum Weiterdenken:

Orthomolekulare Medizin - EsoWatch

Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel sind in Deutschland heutzutage nicht gestattet. Wenn die Dosierung die dreifache Menge der von der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.) empfohlenen Menge übersteigt, ist das Nahrungsergänzungsmittel ein Arzneimittel und damit nicht frei verkäuflich.
Die meisten Europäische Länder haben ein ähnliches Gesetz, außer Großbritannien und den Niederlanden, wo diese Präparate wie in den Vereinigten Staaten, frei erhältlich sind.
Diese Situation wird sich ändern. Innerhalb von ungefähr zwei Jahren sind hochdosierte Vitamin- und Mineralstoffpräparate auch in Deutschland frei erhältlich. (Bis dahin ist es nur gestattet, hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel aus dem Ausland [z.B. aus den Niederlande] zu beziehen).
Performax - Häufig gestellte Fragen - Performax Vitamine und Mineralstoffe

Europäische Verbraucherzentren : Dr. Rath - Wundermittel aus Holland

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Tobi09 ist offline
Beiträge: 2.401
Seit: 23.01.07
Da habe ich mal hinsichtlich der von ihm zitierten Domain recherchiert: hilifeev.com
Aus welchem Grund? Weil dir die Quelle nicht unabhängig erscheint? Dann gibt es tausend andere, wo die gleichen Aussagen getätigt werden. Einfach mal googeln.

Z.B. hier

food-x.de | Informationen
oder
Keine Nierensteine durch Vitamin C - NWZG - Ausgabe 15 - 07/2001 -
oder
...

So viel kannst du garnicht diskreditieren.

das kann ich nur mit hohem Zeitaufwand beurteilen, ob tatsächlich nur 10% der Bevölkerung ein Risiko haben, Oxalat-Nierensteine zu bilden. Die Zeit bin ich nicht gewillt zu investieren.
Ganz einfach nachzulesen im Buch "Das Vitamin Programm" von Linus Pauling. Ich glaube lieber einem anerkannten Wissenschaftler und Nobelpreisträger mit mehreren Jahrzehnten Forschungshintergrund auf dem Gebiet als dir, wo du dich auf deiner HP auf eine einzige Studie beziehst bei der schon die Überschrift falsch ist.
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Gruß Tobi

Geändert von Tobi09 (28.03.09 um 19:51 Uhr)

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Rudi Ratlos ist offline
Beiträge: 2.070
Seit: 01.02.08
Zitat von Hakushi Beitrag anzeigen
Mein Rat für Julia daher: Den ganzen NME-Mist weglassen. Im Bioladen einkaufen, überwiegend Gemüse essen, zum Sattwerden als Beilage Fleisch und gute Öle, rausfinden was ihr nicht bekommt, ggf. bei einem Allergologen.
UND QUACKSALBER MEIDEN !
Na Hakushi, sind wir wieder einmal auf Mission?
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Gruß
Rudi

Medizinisches Dummi ich, gebe keinen Rat, schreibe allein von eigenem Elend.

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Hakushi ist offline
Beiträge: 785
Seit: 19.03.07
Danke, Rudi, dass Du meine Empfehlung noch mal hervorholst.

Ich habe inzwischen sämtliche Posts zu Julias Geschichte gelesen und stelle fest, dass ich wohl "voll in ein Wespennest" gepackt habe.

Ich habe gelesen, dass bereits sehr gute Empfehlungen zu einer weitgehend normalen Ernährung, wenn auch glutenfrei und milchfrei und lactosefrei gegeben wurden, von Margie und anderen.

Es wurde die kluge Frage gestellt, was denn mit Fleisch und Eiweiss sei in ihrer Ernährung.
Das möchte ich unterstreichen.

Was ich empfehlen würde, steht oben, dank Rudi.
Bei vielen Allergien/UVs würde ich anfangen, all die NEMs wegzulassen, wie schon gesagt.

Aber damit habe ich hier in den Hexenkessel der NEM Propagandisten gepackt.
Ist mir zu mühsam, ich bin kein Don Quichotte, soll das jeder nach seinem Glauben umsetzen.

Auch in dem Vitamin-C Glaubenskrieg soll halt jeder "in seine Kirche gehn". Ich persönlich würde auch für "mehr Vitamin C" plädieren, jedoch in Form natürlicher Gemüse. Erwähnte nicht Horaz neulich den altmodischen Kohl?
So, nun verlasse ich die Kirche und überlasse euch euren Glaubenskriegen.

I've had my say.
Ciao.


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