Zu wenig Kupfer - Resorptionsstörung?

03.10.06 22:40 #1
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oli
Hallo Ihr.

Ich habe mal ein, zwei Fragen, vielleicht hat ja jemand nen Tipp:

- Mein Vollblut hat zu wenig Kupfer (1,00mg/l - Referenzbereich 1,10mg/l - 1,20mg/l).

- Der DMPS-Test im letzten Jahr ergab hingegen einen sehr erhöhten Wert für CU: knapp 3000 µg/g Kreatin beim Höchstwert von 500 µg/g Kreatin.

Das heisst also, dass ich zu viel Kupfer im Körper habe (was ja bei Metallvergiftungen anscheinend oft vorkommt), im Blut aber zu wenig davon kursiert.

Habe ich eine Resorptionstörung ?
Bei Morbus Wilson ist doch das freie Kupfer auch eher erhöht, oder ?
Kann es sein, dass der Kupferstoffwechsel einfach gestört ist und der Körper das Zeug halt "bunkert", anstatt zu verwenden, wie andere Menschen ?

Viele Grüße und Danke schonmal
o.


margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Oli,

habe gerade folgende Antwort auf eine ähnliche Frage geschrieben:

Kupfermangel im Blut ist bei der Kupferspeicherkrankheit am Anfang typisch.
Das erklärt sich bei dieser Krankheit dadurch, dass die Leber anfänglich das Kupfer speichert und es daher im Blut erniedrigt ist.
Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es dazu, dass die Leber so weit geschädigt ist, dass sie das Kupfer nicht mehr speichern kann und dann gibt sie es über das Blut ab und es lagert sich in anderen Organen vor allem im Gehirn ein. In diesem Stadium ist das Kupfer im Blut erhöht.

Niedriges oder erniedrigtes Kupfer können daher ein Hinweis auf die Kupferspeicherkrankheit sein.

Wie Kate schon schrieb, sollte man das Coeruloplasmin bestimmen lassen. Ist dieses im unteren Normbereich oder darunter, wäre dies ein weiteres, sehr deutliches Zeichen auf diese Krankheit.

Gruß
Margie

Anmerkung:
Gerade eine sehr hohe Urinausscheidung von Kupfer ist ein wichtiges Diagnosekriterium bei Morbus Wilson, d. h. hohe Ausscheidung von Kupfer bedeutet, dass M. Wilson wahrscheinlich ist.


Hollmann ist offline
Beiträge: 760
Seit: 22.10.06
Aber, aber, wer wird denn gleich das Kind mit dem Bad ausschütten.
Kupfer wird hier im Forum immer schnell verteufelt, völlig zu Unrecht!!!

Wenn im Rahmen von Chelatoren vermehrt Kupfer ausgeschieden wird und im Urin gemessen wird, dann bedeutet das lediglich, daß Kupfer (wie auch Zink sehr leicht chelatiert wird und sich diese Metalle als allererstes im Licht der Urinanalyse bei Chelattherapie zeigen. Später, nach derv 3.4. Sitzung kommen erst Hg, Cd, Ni, Pb heraus

Mit Morbus Wilson, der extrem selten ist, hat das rein gar nichts zu tun.
Für Mb Wilson müßte an mehreren Tagen der 24 Std Sammelurin auf Kupfer untersucht werden und das ohne jedwede Einnahme eines Komplexbildners. Serumwerte und Coeruloplasmin will man natürlich auch in dem Zusammenhang wissen.

Wenn also im Vollblut (in einem ernst zu nehmenden Labor) erniedrigte Cu Werte festgestellt wurden, kann man davon ausgehen, dass ein Kupfermangel besteht und der hat gravierende Folgen:

Kupfer ist Bestandteil der Cytochromoxidase, einem Enzym der Atmungskette, der Superoxiddismutase (SOD) und der Katalase, beides Enzyme mit Radikalfängerfunktionen. Kupfer wird für die Hämoglobinsynthese benötigt (Kupfer begünstigt die Resorption von Eisen aus dem Intestinaltrakt). Viele Enzyme des Proteinstoffwechsels benötigen Kupfer. Vitamin C, Mangan und Zink vermindern die Aufnahme von Kupfer.
- Cofaktor der Umwandlung von Tyrosin zu Dopa (Vorstufe von Melanin, Adrenalin, Noradrenalin)
- Synthese der SD Hormone T3 und T4
- Aubau Ery und Leuko
- SOD
- Bestandteil des metallbindenden Metallothionin

usw.
Wenn ihr euch mal mit dem neuen Thema Neurostress beschäftigt, werdet ihr feststellen, dass wesentlich interessanter als Histamin und KPU die Katecholaminsituation ist und da spielt Kupfer eine wichtige Rolle, s.o..
Symptome bei Kupfermangel:
- Schwäche
- Müdigkeit
- neurologische Störungen
- Anämie
- Infektanfälligkeit
usw.

Lieben Gruß
Thorsten Hollmann


Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Thorsten,
wenn ich nun also zu meinem Arzt gehe und sage, ich möchte gerne etwas übr die Katecholaminsituation bei mir wissen. wird er - so, wie ich den Laden kenne - skeptisch schauen und nicht wissen, was damit gemeint ist.

Was genau sage ich, wenn ich direkt in ein gutes Labor gehe und diese Katecholaminsituation untersuchen lassen möchte?

Gruss,
Uta


Pius Wihler ist offline
Beiträge: 1.019
Seit: 24.09.04
Hallo Hollmann
du schreibst:
Wenn ihr euch mal mit dem neuen Thema Neurostress beschäftigt
das interessiert mich, hast du Links dazu? Hier im Forum ist kein solches Thema vorhanden, bzw. hab nichts gefunden.
__________________
Gib einem Hungernden einen Fisch, und er hat zu Essen für einen Tag.
Lehre ihn angeln, so hat er zu Essen für das ganze Leben.

Einen schönen Tag wünscht Dir Pius


Shelley ist offline
Beiträge: 10.454
Seit: 28.09.05
hallo,

ich frage mich nur gerade, ob dieses kapitel nicht doch besser ins mw-forum passt, auch wenn es hier nicht um mw geht, sondern gerade darum, dass es eben kein mw sei.
(ich habe die beiträge zwar nicht gelesen. hat oli jetzt mw oder ist er ein klassisches beispiel für nen veränderten kupfer-wert, der nix mit mw zu tun hat?)

ich finde den schieb ins mw-forum interessant. damit leute, welche meinen mw zu haben, sehen, dass es das nicht immer ist.

viele liebe grüsse von shelley
__________________
IchDiskutierNichtMitIdioten.ErstZiehnSieMichAufIhrNiveauRab, DannSchlagen'sMichMitIhrerErfahrung.


Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Jetzt gibt es zweimal das Thema "Kupfer".

Ich setze den Link von orthomedis auch hierher:
kupfer

Gruss,
Uta


Hollmann ist offline
Beiträge: 760
Seit: 22.10.06
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Hallo Thorsten,
wenn ich nun also zu meinem Arzt gehe und sage, ich möchte gerne etwas übr die Katecholaminsituation bei mir wissen. wird er - so, wie ich den Laden kenne - skeptisch schauen und nicht wissen, was damit gemeint ist.

Was genau sage ich, wenn ich direkt in ein gutes Labor gehe und diese Katecholaminsituation untersuchen lassen möchte?

Gruss,
Uta
Hallo Uta,
ich wollte ja erst einmal einen Anstoss geben, dass es noch mehr interessantere direkte und indirekte Neurotransmitter und Neuromodulatoren gibt als Histamin. Gemeint sind Noradrenalin, Serotonin, Dopamin, GABA, Glutamat und Hormone wie Cortisol, Adrenalin usw. Wir messen die und kommen zu erstaunlichen Ergebnissen und Diagnosen. Es lassen sich so z.B. CFS von Burnout oder Depressionen unterscheiden. Infos auf meiner HP. Normale Ärzte können damit gar nichts anfangen. Aber das kennen wir ja auch schon von KPU oder Histaminintoleranz und NMA.

Lieben Gruß

Thorsten


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