Herzrasen nach Blutentnahme

22.03.09 02:48 #1
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Herzrasen nach Blutentnahme

margie ist offline
Beiträge: 4.489
Seit: 02.01.05
Hallo,

ja das stimmt, gestern gab es Putenschnitzel und ich hatte dieses Benommenheitsgefühl. Heute gab es nur Kartoffelsuppe und ich hatte kein oder auch nur ein schwaches Benommenheitsgefühl.
Am Freitag habe ich einen Termin beim Allgemeinmediziner. Sollte ich dennoch zum Neurologen gehen? Bildet sich diese Krankheit schnell aus?
Wenn das Benommenheitsgefühl sich beim Essen von Fleisch verstärkt, dann wäre das evtl. eine hepatische Enzephalopathie. Hepatisch heißt, dass die kranke Leber dies verursacht und Enzephalopathie heißt, dass die Hirnfunktionen beeinträchtigt sind.
Das würde weiter bedeuten, dass Deine Leber schwerst krank ist, also evtl. eine Zirrhose bereits hat.
Du musst in einem solchen Fall zu einem Hepatologen (Leberfacharzt) und nicht zum Neurologen. Der Hepatologe sollte mal, wenn das Benommenheitsgefühl besonders stark ist, das Ammoniak im Blut bestimmen. Leider ist dies ein sehr empfindlicher Wert und die Bestimmung ist oft fehlerhaft.
Die hepatische Enzephalopathie kann man durch einen Behandlungsversuch mit Laktulose und evtl. mit Ornithin auch diagnostizieren. Wenn es mit Laktulose (und evtl. noch Ornithin) besser wird, dann wäre dies ein starker Hinweis dafür (ich habe es oben bereits geschrieben....).

Aber sollte Deine Leber krank sein, so wäre es wichtig zu klären, welche Leberkrankheit Du hast, damit man eine Therapie gegen die Ursachen beginnen kann, bevor es zu einem Leberversagen kommt.


Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Herzrasen nach Blutentnahme

mayer106 ist offline
Themenstarter Beiträge: 17
Seit: 22.03.09
Ich habe am Montag einen Termin in einer Gastro-Praxis wo meine Leber auch durch Ultraschall untersucht werden soll.
Wenn meine Leber bereits erkrankt sein sollte, würde man das auch durch das Ultraschall erkennen,oder?
Ich werde darüber hinaus noch hinzufügen, dass diese Benommenheitsgefühle vor allem nach dem Verzehr vom Fleisch kommen.

Gruß

Herzrasen nach Blutentnahme

margie ist offline
Beiträge: 4.489
Seit: 02.01.05
Hallo

Zum Ultraschall meine Erfahrung:
Bei mir wurde durch 2 Fotos im Jahr 1996 festgestellt, dass ich auf der linken Leberseite eine Zirrhose habe.
Im Jahr 2004 wurde dann noch eine Biopsie im rechten Teil der Leber gemacht und eine Fibrose festgestellt (das ist die Vorstufe zur Zirrhose und eine Fibrose ist nicht reversibel).
Dennoch wurde bis ca. 2003 immer beim Ultraschall gesagt, meine Leber sehe gut aus und es bestünde kein Verdacht auf eine Leberschädigung.
Erst ab 2003 haben manche Ärzte, aber noch lange nicht alle, gemeint, man sehe geringe Veränderungen, aber nur geringe. Andere wiederum und das war sogar vor 10 Tagen auch der Fall, sagen, wenn sie nicht von mir wüßten, dass meine Leber krank sei, so würden sie dies aus dem Ultraschall nicht herleiten. Im Ultraschall sehe meine Leber nach deren Meinung gesund aus !

Ich gebe daher auf Ultraschall der Leber nicht allzu viel.
Gut, man kann feststellen, ob die Leber vergrößert ist. Das ist reines "Maßnehmen".
Frage ihn auch, ob die Milz normal groß ist, denn bei M. Wilson ist die Milz manchmal vergrößert...

Aber der Arzt solllte vielleicht auch Antikörper im Blut bestimmen.

Wegen der Verschlechterungen durchs Essen von Fleisch:
Das richtig einzuordnen, wird nicht einfach sein. Es ist leider so, dass sich die Ärzte um die Leber nicht allzu sehr kümmern.
Die Fachverbände gehen davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer bei Leberkrankheiten gibt. Und um die sog. hep. Enzephalopathie (HE) kümmern sich sehr wenig Ärzte wirklich. D. h. sie kennen wahrscheinlich nicht mal die Symptome.
Auch mir sagte man noch vor ein paar Monaten, dass ich keine HE haben könne, denn da könnte ich keinen normalen Satz mehr reden, wäre verwirrt, etc.
Das aber ist Quatsch. Es gibt die sog. minimale HE. Wie alle Krankheiten beginnt dieser Prozess langsam und schleichend.
Lese mal das hier zu dem Thema:
Laktulose bei Minimale Hepatische Enzephalopathie (MHE), 2007
Ich fürchte, dass die wenigsten Leberärzte sich mit einer beginnenden HE auskennen.

Wenn ich von mir ausgehe, dann sind es vermutlich mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen können bei bestimmten Nahrungsmitteln:
Bei schwerer Leberkrankheit kann das histaminabbauende Enzym DAO vermindert sein, was zur Folge hat, dass sich zuviel Histamin bildet, je nachdem, was man isst. Histamin kann auch zu Benommenheitsgefühlen führen.
Hat man dann noch eine sog. minimale oder beginnende hepatische Enzephalopathie so entstehen auch dadurch bei eiweißreichen Lebensmitteln Beschwerden, wie Du sie auch nanntest.

Ich hoffe ja, dass der Arzt, zu dem Du gehst, kompetent ist, was die Leber angeht. Ansonsten musst Du evtl. auch manches in Eigenregie ausprobieren.
Ich würde Dir auch raten, die DAO(=Di-Amino-Oxidase) mal untersuchen zu lassen. Meines Wissens ist dies keine Kassenleistung, wenn Du gesetzlich versichert bist. Ist die DAO nämlich vermindert, so solltest Du auch hiergegen etwas einnehmen. DAOSIN enthält DAO vom Schwein, wird meines Wissens aber von gesetzlichen Kassen nicht bezahlt und ansonsten gibt es die Antihistaminika, die aber bei Leberkrankheiten nicht günstig sind, weil sie die Leberwerte noch weiter erhöhen. Aber sie können dennoch sinnvoll sein, wenn sie einem helfen.
Und wie ich schon schrieb, kann man ruhig mal einen Selbstversuch mit Laktulose machen. Laktulose ist nicht so teuer und man bekommt es in der Apotheke. Wenn man Durchfall bekommt, sollte man evtl. Eletrolyte zuführen. Kalium wäre dann evtl wichtig (Obst enthält viel Kalium).
Überhaupt ist Obst und Gemüse so gut wie eiweißfrei, d. h. wäre günstig bei einer HE.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Herzrasen nach Blutentnahme

mayer106 ist offline
Themenstarter Beiträge: 17
Seit: 22.03.09
Hallo Zusammen,

ich dachte mir einfach, dass es vorübergehend besser war erst einmal abzuwarten.
Mir geht es nun besser, da die starken Kreislaufbeschwerden vollständig weg sind.
Meine Blutwerte sind wieder stabil. (So wurde auch der Kaliummangel wieder ausgeglichen und die Leberwerte sind auch wieder im Normbereich/im Ultraschall wurde auch keine Leberkrankheit festgestellt)
Die Schilddrüsenwerte sind auch in Ordnung.
Was mich belastet sind eher eine dauernde Müdigkeit(hängt möglicherweise von dem Eintritt in das Berufsleben ab), desweiteren fühle ich mich erschöpft und es begleitet mich ein leichter Schwindel, sowie eine ständig kalte Hand links(trotz warmen Umgebungstemperaturen, kein Karpartunnelsyndrom, da Schiene seit einem Monat getragen wurde, sich jedoch nichts verbesserte) und ein kaltes Ohr rechts während es links normal warm ist. Manchmal verspüre ich ein Muskelzucken am Trizeps sowie ein Zucken in der Bauchregion(der pulsgleich ist) und ein starkes Pochen in der Halsgegend. Sowie(jedoch recht selten) zur Mittagszeit links eine geringe Gesichtslähmung(bzw. ein Gefühl als wäre meine linke Gesichtshälfte eingeschlafen und eine Beschleunigung der Herzfrequenz(könnte es vom starken Kaffee sein?). Desweiteren Schmerzen an den unteren Armen und Gangunsicherheit bzw. Schmerzen an der linken Wade. Das sind alles nur kleine Symptome, die aber meiner Meinung nach etwas vorausdeuten.
Und sportlich gesehen, braucht mein Herz länger um zum Ruhepuls zurück zu kehren, ob wohl ich in der Regel sportlich aktiv bin.)Ein Belastungs-EKG wurde durchgeführt und festgestellt, dass ich leistungsmäßig die 150W geschafft jedoch rascher Anstieg des Pulses auf 186.
Meine Stirn fühlt sich nach einer halben Stunde sport eher kalt an. Kann es damit zusammenhängen, dass die Temperatur im Zimmer zu kalt ist und ich mich eher aufwärmen muss?
Hinzufügen muss ich noch, dass ich in kardiologischer Hinsicht gesund bin(24h EKG gemacht mit nur kleinen Auffälligkeiten, die aber auf meine Herz-OP hindeuten)

Wisst ihr, was diese Symptome auf sich haben?
Für jeden Eintrag wäre ich sehr dankbar.

Gruß
T. Mayer


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