Neurologische Erkrankung, Vergiftungen - keine zutreffende Diagnose

12.03.09 03:11 #1
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Neurologische Erkrankung, Vergiftungen - keine zutreffende Diagnose

Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
ich danke euch sehr für die raschen antworten. DMSA - ich hoffe, dass bei der leberbiopsie sich hinweise auf übergiftung ergeben, und dann DMSA, D-Penicillamin, o.a. eingesetzt wird. die frage ist, ob, wie,wo und bei welchen fragestellungen sich bei der leberbiopsie was zeigen kann. die muss ja vllt. nicht überall gleich belastet sein?
Ich kann jetzt nur von dem sprechen was im Cutlerprotokoll gesagt wird...

D-Penicillamin ist kontraindiziert wegen der unangenehmen Nebenwirkungen die immer auftreten. Es soll auch angeblich Quecksilber ins Nervensystem verschieben können. Das heist es wird empfohlen es überhaupt nicht zu verwenden.
Wenn es ein Schwermetallproblem gibt, ist Quecksilber oft beteiligt da es die Auscheidung von Schwermetallen behindert. Wenn das Problem chronisch ist, dann ist es vermutlich Quecksilber da es im Gegensatz zu Blei nur sehr langsam aus dem Körper kommt. Wenn also Schwermetalle im Körper bleiben liegt die Vermutung nahe das es vieleicht ein unterliegendes Schwermetallproblem gibt.

Deine Vermutung das die Leber nicht unbedingt überlastet sein muss sei auch bestätigt. Schwermetalle können sich auch anderswo ansammeln. Nur bei akuter Vergiftung kann man davon ausgehen das die Ausscheidungsorgane stark betroffen sind.

Sag mal hast du ein vermutetes Kupferproblem weil du Penicillamin + Leberbiopsie verschrieben bekommst?

Notfalls kannst du übrigens die Dinge selber in die Hand nehmen und so eine cutlersche Entgiftung selber durchführen. Es wird alles gut erklärt.

Addendum: nachdem ich mir die Symptome durchgelesen habe denke ich das die Diagnose Quecksilbervergiftung sehr plausibel ist in deinem Fall. Du schreibst zwar eine zwei-monatige Entgiftungskur gemacht zu haben, aber das kann unmöglich innerhalb con zwei Monaten beseitigt werden.

Geändert von Stengel (17.05.09 um 15:06 Uhr)

Neurologische Erkrankung, Vergiftungen - keine zutreffende Diagnose
Weiblich KimS
Hallo Atreya,

Gut dass Du die Vitamine schon bekommst! Und irgendwie schade dass es daran dann nicht liegt, da die Lösung dan ja leicht wäre.
Da Vitamin B12 auch eine Rolle spielt bei der Entgiftung, wäre es vielleicht sinnvoll noch eins zu überprüfen, nähmlich welcher Form von B12 in den Infusionen ist. Wenn es Cyanocobalamin ist, würde ich dazu raten mal "umzusteigen" auf eine andere Form von Vitamin B12.

Herzliche Grüsse,
Kim

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margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
M. Wilson wurde ( zwar nicht genetisch bzw mittels leberbiopsie) ausgeschlossen.
Hallo Atreya,

dazu nur ein Hinweis:
M. Wilson kann man auch haben, wenn das Leberkupfer nur 50 µg ist! Beim Leberkupfer fordern die "Experten" häufig einen Wert über 250 µg, was aber auch unterschritten werden kann, denn nicht jede Stelle der Leber weist gleich viel Kupfer auf und je älter man ist und je mehr neurologische Störungen man hat, umso weniger Kupfer ist noch in der Leber. Das Kupfer geht nämlich aus der Leber heraus, wenn die Leber es nicht mehr speichern kann. Es geht vornehmlich ins Gehirn und führt dann zu den neurologischen Störungen.

Wenn Du in Österreich wohnst, rate ich evtl. mal zu Prof. Dr. Ferenci im AKH Wien zu gehen. Er ist einer der besten Experten für M. Wilson und hat mir eine seiner Studien gemailt, in der er über solche Fälle berichtet, bei denen das Leberkupfer nicht sooo hoch ist und dennoch ein durch Genanalyse gesicherter M. Wilson vorliegt.
Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien - Universitätskliniken - AKH Wien - Spezialambulanz für Morbus Wilson
Ah, ich lese gerade, dass Du zu Prof. Ferenci überwiesen werden sollst. Das finde ich richtig.

Parkinson ist die häufigste Fehldiagnose bei M. Wilson, das nur nebenbei.

Gruß
margie
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leneken ist offline
Beiträge: 70
Seit: 01.02.09
ja, ich hatte vor Zecken vor 25 jahren in wien, stark infiziertes gebiet. bei lumbalpunktion kam negativ heraus. EAV - schon länger her - ergab Belastung, ich erhielt virusnosoden.
in der heilfastenklinik meinte der chefarzt, mein Symptombild erinnere ihn an neurborreliose, aber man könne ohnehin nichts machen, bis auf symptomlindernde maßnahmen.
Hallo Atreya,

eine negative LP heisst bei Borreliose leider nicht viel, ich würde dem auf jeden Fall nochmal ordentlich nachgehen & auch eventuelle Coinfektionen testen lassen. Wurde bei dir mal ein Immunstatus gemacht? Diese ganzen chronischen Infektionen verändern im Blutbild oftmals nicht viel, aber im Immunsystem hinterlassen sie auf jeden Fall Spuren. Dein Sturz vor einigen Jahren war sicher auch nicht gerade hilfreich, es heißt ja nicht umsonst, dass sich Borrelien & Co die Schwachstellen im Körper aussuchen. Dass man ohnehin nichts machen kann, sollte man nicht pauschalisieren, es gibt durchaus Fälle, die nach Jahren mit härtester Symptomatik durch eine Antibiose mehr oder weniger beschwerdefrei sind.

Zum Thema Bleivergiftung, wurde die Belastung auch schulmedizinisch nachgewiesen? Gibt ja Stoffwechselstörungen, bei denen der Körper nicht in der Lage ist das Zeug abzubauen und immer weiter anlagert, auch wenn die Menge an sich für einen "Normalo" tolerierbar wäre. Glaube Beethoven hatte sowas.

Hat jemand hier Erfahrung mit Untersuchungsmethoden bezügl pathogener Prionen?
Wenn du die ganzen Texte hier selbst geschrieben hast, kannst du das m.E. abhaken. Deine Krankheitsdauer ist ausserdem schon viel zu lang für eine Prionengeschichte.

LG Lene

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Atreya ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 11.03.09
ab morgen früh bin ich im krankenhaus und es war noch wichtig, eure antworten und hinweise zu lesen.

vielen dank und gute nacht

atreya
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http://www.youtube.com/watch?v=y-jUAIs89iE

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Atreya ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 11.03.09
Hallo ihr,

heute bekam ich den Befund meiner Leberbiopsie, allerdings noch nicht vom Arzt erklärt. Was sich zeigt, scheint, soweit ich es begreife, alles geringfügig zu sein. Trotzdem habe ich den Eindruck, der Befund könnte richtungsweisend sein, und darauf hinweisen, dass auch schulmedizinisch toxikologisch weiter nachgegangen wird. Ich befürchte aber, dass wie bisher die geringfügigen Auffälligkeiten als nichtig angesehen werden, und nichts geschieht. Ich persönlich glaube, dass ich irgendetwas ähnliches wie Morbus Wilson habe, aber eben nicht M.W.
Vielleicht hat jemand von euch eine Idee dazu. Ich schreibe den Befund ab, Auffälligkeiten unterstreiche ich, keine Ahnung was sie bedeuten könnten.


Klinische Angaben:
Ausschluss Morbus Wilson, Ausschluss möglicher Ablagerungen von Selen, Zink, Blei, Aluminium, Palladium, Quecksilber?

Histologischer Befund:

Leberstanze Gesamtlänge 1,4 cm,miterfasst insgessamt 14 Portalfelder. die Portalfelder zeigen abschnittsweise eine fragliche duktuläre Proliferation, die Gallengangsstrukturenzegen keinerlei entzündiche Infiltrate, das Leberparenchym keine lobuläre Entzündungsinfiltration. Auch in den Portalfeldern finden sich nur ganz kleinherdig in wenigen Portalfeldern einzelne Lymphozyten, keine Granulome, insgesamt keine wesentliche Entzündungsinfiltration.
Auffällig einzig eine vermehrte bräunliche granuläre Ablagerung innerhab der Hepatozyten, dieses ist perizentral akzentuiert.
Die Siderinfärbung ist negativ, ebenso die D-PAS-Färbung.
Die Trichrommarkierung zegt keine Verbreiterung der Portalfelder, keine perizelluläre Fibrose.
Keine Verfettung. Die Rodaninfärbung zum Nachweis von Kupfer ist negativ./sa


Diagnose:
Leberstanzzylinder mit annähernd unauffälliger Parenchymarchitektur und diskreter perizentral akzentuirter intrazytoplasmatischer Cholestase.

Kommentar:
Wir bitten um klinische Angaben! Hyperbilirubinämie? Im vorliegenden Material kein Hinweis auf Morbus Wilson.


Ich wäre sehr froh über Ideen und Deutung von euch.

lieben Gruß

Atreya
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margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Halllo Atreya,


lasse doch den Kupfergehalt der Probe messen. Offenbar ist das noch gar nicht gemacht worden. Nur über den Kupfergehalt kannst Du ableiten, ob es ein M. Wilson sein kann.
Das hier:
Die Rodaninfärbung zum Nachweis von Kupfer ist negativ./sa
sagt zu einem evtl. M. Wilson gar nichts aus.

Der Kupfergehalt wird von Laboren bestimmt in µg/g Leber-Trockengewicht.

Gruß
margie


Nachtrag:
In dem Befund wird von Cholestase gesprochen. Hast Du denn erhöhte Alkalische Phosphatase? Cholestasen können allerdings auch zu einem erhöhten Leberkupfer führen....
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Atreya ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 11.03.09
hallo margie,
ich habe nächste woche einen termin beim internisten des krankenhauses, der sich mit meinem "Fall" beschäftigen will. er hielt am telefon morbus wilson für ausgeschlossen.

lasse doch den Kupfergehalt der Probe messen. Offenbar ist das noch gar nicht gemacht worden. Nur über den Kupfergehalt kannst Du ableiten, ob es ein M. Wilson sein kann.
Das hier:
Zitat:
Die Rodaninfärbung zum Nachweis von Kupfer ist negativ./sa
sagt zu einem evtl. M. Wilson gar nichts aus.

Der Kupfergehalt wird von Laboren bestimmt in µg/g Leber-Trockengewicht.
wie vermittle ich einem oberarzt, dass mw nicht ausgeschlossen ist? ich glaube, es steht nicht einmal fest, was diese bräunliche ablagerung ist. oder habe ich das falsch verstanden? er wird dann, wenn er es für notwendig erachtet, mich zu prof. ferenci überweisen. habe diesem allerdings schon selbst einen brief geschrieben.

"hyperbilirubinämie" klingt für mich wie eine annahme, eine möglichkeit.

lieben gruß und danke für deine antwort
atreya
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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Es gibt ein MW homepage, da setht das drauf was Dein oberarzt wissen sollte.

Grundsätzlich hast Du alle anzeichen einer Schwermetallvergiftung (hg, Blei, Kupfer). Vieles des genannten, ja fast alles kann sich daraus ergeben.
Meines erachtens solltest du aber vor der Entgiftung (Ausnahme wenn MW) Deinen darm und dein Immunsystem stärken. Dh eine Candidabehandlung mit Caprylsäure wie sie im WIKI (Reiter obern rechts9 unter Candida ebschrieben ist inkl Darmaufbau mit Bakterien. Dazu hochdossierte B-Vitamine und Antioxidantienkomplex (Vitamin C hochdossiert, Q10 etc) und Fischöl mit hohem EPA Gehalt.
Danach Entgiften nach Cutler empfehle ich.
Auiuiche ien Untersuchung der Niere, nebenniere, Schildrüse ist zu prüfen.
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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bibbia
Hallo Atreya,

ich hoffe, ich habe das jetzt nicht überlesen.

Aber was hat denn die Porphyrie Diagnostik ergeben?

Unter akuter Porphyrie findest du auch Saturnismus (Bleivergiftung) und deine Symptome, wenn du dich diesbezüglich beliest, entsprechen dem auch.



lieben Gruß
bibbia


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