Metformin

12.02.09 19:45 #1
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Tanzfee ist offline
Beiträge: 80
Seit: 12.02.09
Hallo,

ich möchte Metformin einnehmen (hab´s verschrieben bekommen). Nun meine Frage ich nehme ein AD (Cipralex) ein und LT112,5µg und sämtliche NEM´S.

Wie kann ich da M. eingliedern? Muss ich was beachten?

LG
Tanzfee

Wechselwirkungen von Metformin

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hier wird genau beschrieben, wann Metformin nicht angesagt ist. Vor allem bei Nieren- und Leberproblemen sollte damit mehr als vorsichtig umgegangen werden.

Welche anderen Medikamente beeinflussen die Wirkung Metformin (Wechselwirkungen) ?
Die Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten (Antidiabetika) können eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) begünstigen. Andere Medikamente können wiederum die Wirkung des Metformin selbst verstärken und eine Dosisreduzierung notwendig machen. Hierzu zählen Medikamente, die bei Sodbrennen und Medikamente, die bei Bluthochdruck eingesetzt werden (ACE-Hemmer: Enalapril, Verapamil, Captopril, Ramipril, Lisinopril). Wenn Sie regelmäßig Schmerz- oder Rheumamedikamente (Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin, Piroxicam) einnehmen, wird die Metforminwirkung verstärkt. Eine Dosisreduzierung ist unbedingt unter ärztlicher Beobachtung notwendig, um die Gefahr einer Laktatazidose zu vermeiden!
Metformin

Grüsse,
Uta

Wechselwirkungen von Metformin

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Metformin wird anscheinend immer häufiger verschrieben. Vielleicht ist das ein Grund dafür, daß im Zusammenhang mit der Metformin-Einnahme immer häufer Laktatazidosen gemeldet werden.

... Die schwerwiegendste Nebenwirkung, die unter der Behandlung mit Metformin auftreten kann, ist die sogenannte Laktazidose. Unter Laktazidose versteht man die Übersäuerung des Blutes durch Milchsäure (Laketat). Diese birgt die Gefahr eines Komas sogar mit letalem Ausgang, besonders wenn schwere Begleiterkrankungen vorliegen. Die Symptome sind zu Beginn uncharakteristisch und nicht sehr stark ausgeprägt. Sie ähneln den Nebenwirkungen, die zu Behandlungsbeginn mit Metformin in Erscheinung treten, lassen sich aber von diesen abgrenzen, da sie erst nach einem längeren beschwerdefreien Zeitraum der Einnahme auftreten. Anfänglich erscheinen Symptome wie Müdigkeit und Schwäche. Wenige Tage oder Wochen vor der Manifestation einer Laktazidose treten Magen-Darm-Beschwerden oder Fieber auf. Innerhalb weniger Stunden kann es zu einem Zustand der Bewusstlosigkeit begleitet von einer schnellen und tiefen Atmung, der sogenannten Kussmaul´schen Atmung, kommen.

Die Laktazidose ist äußerst selten und tritt nur dann auf, wenn die Ausschlusskriterien (Kontraindikationen) für die Behandlung mit Metformin missachtet werden. Eine besondere Gefahr birgt das Vorliegen einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz). Unter anderem ist eine Metformintherapie auch beim chronischen Alkoholismus, bei schweren Infekten oder Allgemeinerkrankungen, bei einer schweren Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kontraindiziert. Unter Metformintherapie wird eine halbjährliche Kontrolle der Kreatininwerte empfohlen. Auch bei Kontrastmitteluntersuchungen darf das Metformin vorher und nachher nicht eingenommen werden.
...
www.diabetes-heute.de

Wegen der ansteigenden Anzahl an Laktazidosen ist es für Diabetiker, die Metformin einnehmen, wichtig, ihre Symptome zu kennen und zu wissen, daß sie möglich ist:

.. Kontraindikationen für die Anwendung von Metformin sind unter anderem Nierenversagen sowie akute Zustände, die zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen können (z. B. Dehydratation, schwere Infektionen, Schock), jedoch auch kardiale oder respiratorische Insuffizienz, frischer Myokardinfarkt, Leberinsuffizienz und Alkoholismus.

Laut Fachinformation stellt eine Kreatinin-Clearance < 60 ml/min eine Kontraindikation für die Gabe von Metformin dar, da es infolge der renalen Elimination dieses Wirkstoffs zur Kumulation mit Laktatazidose kommen kann (5). Diese Einschränkung ist jedoch umstritten, da sich in Untersuchungen kein erhöhtes Laktatazidoserisiko trotz Nichtbeachtung von Kontraindikationen gezeigt hat (6). Allerdings gibt es bislang kaum Daten zur Langzeitsicherheit von Metformin bei milder und mittelschwerer Niereninsuffizienz, insbesondere keine randomisierten klinischen Studien (7). Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sah 2011 für eine Einschränkung der Kontraindikationen keine Basis (8), da trotz intensivmedizinischer Interventionen letale Verläufe berichtet würden und die gemeldeten Berichte eine Missachtung der Kontraindikationen in vielen Fällen nahelegten.

Etwas moderater sind die Empfehlungen in Bezug auf die Nierenfunktion in anderen Ländern: So sollen z. B. in Großbritannien ab einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von < 45 ml/min die Dosierung überprüft und Metformin erst ab einer GFR von < 30 ml/min abgesetzt werden (9). Ähnliche Empfehlungen existieren z. B. in Kanada (10) und in Australien (11). Übereinstimmend sind dabei vor allem die klare Kontraindikation ab einer GFR < 30 ml/min sowie die besondere Vorsicht bei Patienten mit einem Risiko für eine akute Verschlechterung der Nierenfunktion (7).

Empfehlungen der AkdÄ

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Berichte über Metformin-assoziierte Laktatazidosen in Deutschland kann die AkdÄ keine Empfehlungen zur Anwendung von Metformin geben, die von den aktuellen Fachinformationen abweichen. Bei Behandlung mit Metformin sollte anhand der Nierenfunktionswerte regelmäßig überprüft werden, ob die Therapie weitergeführt werden kann. Besonders wichtig ist dies bei älteren und/oder multimorbiden Patienten. Bei normaler Nierenfunktion sollten die Werte mindestens einmal pro Jahr kontrolliert werden (5). Bei einer Nierenfunktion (GFR) an der unteren Grenze des Normbereiches sowie bei älteren Patienten empfiehlt sich eine Kontrolle mindestens zwei- bis viermal jährlich (5).

Patienten und ggf. Pflegepersonal sollten Anweisung erhalten, bei akuten Erkrankungen, vor allem wenn diese mit einer Exsikkose oder gastrointestinalen Symptomen einhergehen, Metformin zunächst nicht weiter einzunehmen und ihren Arzt zu unterrichten. Kommt es unter Behandlung mit Metformin zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands oder zu Symptomen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Tachykardie, Hypotension, Tachypnoe oder Verwirrtheit, muss eine Laktatazidose in die Differenzialdiagnose einbezogen werden.
...
Zunahme von Spontanberichten über Metformin-assoziierte Laktatazidosen (Aus der UAW-Datenbank)

Grüsse,
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.


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