Alkoholiker versucht den Schweregrad seiner Leberschädigung zu erfahren

16.11.08 01:36 #1
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suchoi7 ist offline
Beiträge: 2
Seit: 16.11.08
Bin Alkoholiker, so um die 4 große Bier täglich. (Seit so 25 Jahren)

GGT: 150 / Triglyzeride: 370

Leberultraschall: Leichte Fettleber, leichte Vergößerung.

Was mich besonders stört: Nach jedem Essen schwillt die Gegend unter den rechten Rippen total an. Außerdem habe ich chronische Blähungen.

Aber NIE sagt ein Arzt: "JETZT aufhören, sonst...."

Wie kann ich feststellen, wie schlecht die Leber wirklich ist?? Oder ob die Blähungen von der Bauchspeicheldrüse kommen.

Wäre durchaus für Tipps dankbar.

s7


Alkoholiker versucht den Schweregrad seiner Leberschädigung zu erfahren

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.477
Seit: 26.04.04
Hallo s7,

wie sehen denn Deine anderen Leberwerte aus (GPT, GOT)? Auf dieser Seite kannst Du Dich einmal darüber informieren, was von den Laboruntersuchungen her untersucht werden könnte, um mehr über den Zustand Deiner Leber zu erfahren:
Leberwerte - leber-info.de

Bei den Werten, die Du angegeben hast, würde ich den Alkoholkonsum definitiv einschränken; das ist das Beste, was Du für Deine Leber tun kannst...

Vielleicht wäre die Rubrik http://www.symptome.ch/vbboard/alkohol/ eine gute Anlaufstelle für Dich, um von Deinem Alkoholproblem wegzukommen.

Liebe Grüsse,
uma

Alkoholiker versucht den Schweregrad seiner Leberschädigung zu erfahren
Weiblich KimS
Hallo Suchoi7,

Wenn kein Arzt es sagt, sage ich es gerne: JETZT aufhören sonst..!

Kommt es noch soweit dass Der Arzt es Dir vielleicht mal sagt, aber dann ist meistens der Schaden soooo Gross, dass er es besser früher gesagt hätte.

Egal ob Leber oder Bauchspeicheldrüse (und was wäre da schlimmer...?), beide leiden sehr unter Chronischer Alkoholkonsum.

Also hinter das sonnst könnte folgen: ist Dein Bauchspeicheldrüse bald im Eimer, entwickelt sich ein Korsakov syndrom, verfettet Dein Leber sich noch weiter, Sterben weiter bei jedem Glas Bier, zehntausende von Hirnzellen....

Also nochmals: JETZT aufhören sonst schrumft Dein Hirn frühzeitig!

Die Gute Nachricht ist, wenn Du jetzt aufhörst zu trinken werden deine Hirnzellen sich wieder regenerieren können. Sowas wurde immer für unmöglich gehalten, aber vor Kurzem wurde festgestellt dass nach einstellen des Alkoholkonsums eine Regeneration vom Gehirn sogar möglich ist! Das gleiche könnte für andere Organe der Fall sein. Du kannst aber auch ziemlich sicher sein dass sowas nicht geschehen wird wenn Du nicht jetzt aufhörst.

Also: JETZT aufhören, sonst kann Dein Hirn nicht wachsen

Herzliche Grüsse
Kim

Geändert von KimS (16.11.08 um 10:36 Uhr)

Alkoholiker versucht den Schweregrad seiner Leberschädigung zu erfahren

margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Hallo s7,

Aber NIE sagt ein Arzt: "JETZT aufhören, sonst...."
Meine Erfahrung ist, dass Ärzte, sobald sie wissen, dass jemand trinkt, nichts tun, aber wirklich gar nichts. Sie scheinen zu denken, der läßt sich doch nicht helfen.
Ich selbst habe eine genetisch bedingte Leberkrankheit. Bevor dies festgestellt wurde, hatte ich (leicht) erhöhte Leberwerte, immer wieder und über viele Jahre. Auf meine Fragen nach der Ursache, etc. haben viele Ärzte nicht reagiert. Ich dachte, dann kann dies auch nicht schlimm sein.
Erst als ab und zu mal ein Arzt meinte, ich solle weniger Alkohol trinken (und ich trank ja wegen der erhöhten Leberwerte nur mal alle paar Monate ein kleines Gläschen), erst dann dämmerte es mir: Die Ärzte schienen zu glauben, dass meine erhöhten Leberwerte vom Alkohol kommen! Deshalb also haben sie jahrelang nicht reagiert. Mich hat dies einen Teil meiner Gesundheit gekostet, denn meine Leberkrankheit ist behandelbar und die Folgeschäden wären geringer, wenn man die Krankheit früher festgestellt hätte. Selbst als vor 12 Jahren 2 Fotos bei einer Operation (eines anderen Organs) von meiner Leber gemacht wurden und darauf kleine Knötchen zu sehen waren (was für eine Leberzirrhose spricht) selbst das war nicht Grund genug, mich mal richtig zu untersuchen.

Also:
Du wirst unter den Ärzten kaum einen finden, der Dir sagt: "Höre auf mit dem Alkohol!"
Weshalb das so ist, weiß ich auch nicht. Es würde dem Gesundheitssystem nämlich viele Kosten sparen, wenn die Ärzte bei Patienten, bei denen sie wissen, dass sie zuviel trinken, versuchen würden, etwas zu tun.
Ich denke, dass viele, die zuviel trinken, wie Du davon ausgehen, dass ihnen der Arzt schon sagen wird, wann sie damit aufhören sollten. Und da die Ärzte aber nicht einschreiten, trinken manche eben solange, bis sie ihre Gesundheit ganz ruiniert haben.

Daher musst Du schon selbst der Sache ein Ende setzen, wenn Du noch ein Leben mit einer halbwegs normalen Lebensqualität weiter führen willst.
Die Leber ist zwar ein belastbares Organ, aber man kann den Zeitpunkt Leberversagens, das irgendwann mal kommen kann, nicht berechnen. Das kann ganz schnell, also "von heute auf morgen" passieren. Vielleicht fängst Du Dir mal einen Virus ein, mit dem eine gesunde Leber fertig wird, eine vorgeschädigte Leber kann dann mit einem Leberversagen reagieren.
Oder Du musst Antibiotika nehmen, weil Du eine schwere Lungenentzündung hast (Leberkranke bekommen auch schneller Entzündungen und Infekte). Viele Antibiotika belasten die Leber (manche mehr, manche weniger). Auch das kann im schlimmsten Fall ein Leberversagen herbeiführen.
Aber auch ohne solche Ereignisse geht es immer weiter bergab, wenn Du weiterhin trinkst.
Alkohol schädigt nicht nur die Leber, sondern auch andere Organe. Die Bauchspeicheldrüse wurde schon genannt, die Speiseröhre und der Magen sind weitere Organe, die geschädigt werden und das führt oft zu Krebs, der wiederum bei diesen Organen so gut wie ein Todesurteil ist.

Noch etwas:
Wenn es im Ultraschall heißt Fettleber, so kannst Du dennoch bereits eine Zirrhose haben.
Trotzdem ich aufgrund der beiden Fotos aus 1996 weiß, dass ich im linken Leberlappen eine Zirrhose haben muss, trotzdem hieß es bis ca. 2001 noch, meine Leber sei im Ultraschall unauffällig und auch heute noch heißt es manchmal, allenfalls leichte Veränderungen. Dabei weiß ich dass ich rechten Leberlappen eine Fibrose dazu noch habe und das ist mehr als eine Fettleber.
Also man kann im Ultraschall nur bedingt sehen, wie krank die Leber wirklich ist.

Am besten wäre eine Leberbiopsie, wobei man aber auch da nur ein Ergebnis aus einem Punkt der Leber hat und die Leber ist ja riesengroß. D. h. die Leber kann an anderer Stelle kränker oder gesünder sein.
Aber eine Leberpunktion kann gefährlich sein, weil Leberkranke oft eine schlechte Blutgerinnung haben und es daher stark bluten kann.

Es gibt noch die Bauchspiegelung (Mini-Laparaskopie) mit der der Arzt die Leber sehen kann und dann Proben nehmen kann. Ist auch nicht ungefährlich.

Außerdem gibt es noch das Fibroscan, das ist ein Gerät, das Stosswellen auf die Leber richtet und dabei die Elastizität der Leber gemessen wird. Die Untersuchung läuft ähnlich wie ein Ultraschall ab.
Anhand der Werte kann man ein wenig einschätzen, ob die Leber schwer krank ist oder nicht.
Allerdings hat diese Untersuchung bei mir zu sehr unterschiedlichen Werten geführt.
Ein Arzt meinte, dass die Untersuchung wohl auch geräte- und untersucherabhängig ist.
So ein Fibroscangerät haben allerdings noch nicht alle Kliniken.

Wurden bei Dir mal die Werte GLDH und CHE (Cholinesterase) bestimmt. Beide Werte sind bei schweren Leberkrankheiten auffällig. GLDH steigt dann an und CHE sinkt ab, wobei bei der CHE ein niedriger Wert auf eine Leberzirrhose hindeuten kann. Allerdings habe ich mit meiner Teil-Leberzirrhose noch Werte, die "nur" im unteren Normbereich liegen, also noch nicht unter der Norm trotz der Teil-Zirrhose, d. h. ein Wert im Normbereich sagt, nicht automatisch, dass die Leber gesund ist.

Die Blähungen lassen vermuten, dass auch Deine Bauchspeicheldrüse schon geschädigt sein könnte und die Bauchspeicheldrüse ist ein sehr empfindliches Organ, d. h. hat sie man einen Schaden, so ist der meist dauerhaft.

Also ich würde Dir raten, mit dem Alkohol aufzuhören. Es gibt überall Beratungsstellen für Alkoholabhängige. Das Angebot würde ich nutzen und Du wirst, wenn Du mal aufgehört hast, merken, dass Du Dich viel besser fühlst. Allein das sollte es Dir wert sein.

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Alkoholiker versucht den Schweregrad seiner Leberschädigung zu erfahren

suchoi7 ist offline
Themenstarter Beiträge: 2
Seit: 16.11.08
Jetzt bin ich aber ganz "weg", dass hier so viele Antworten kommen.

zu den einzelnen Punkten:

Irgendeine Fehlfunkton des Gehirns kann ich nicht feststellen.

GPT und GOT sind im Normbereich. Ebenso die Cholinesterase.

Blutgerinnung bestens. (Kürzlich getestet)

Nur ggt ist seit vielen Jahren erhöht.

Allerdings habe ich leichte Anzeichen körperlicher Symptome: Leichtes Unterschenkelödem (vom Arzt aber nicht mit meiner Leber "verknüpft"), rote Äderchen an der Nase, besonders dort wo die Brille aufsitzt, und Längsrillen und Brüchigkeit der Fingernägel (das seit Jahren).

Ich habe übrigens eher die Meinung, die Ärzte glauben mir nicht, auch wenn ich deutlich sage: "ich bin Alkoholiker".

Alkoholiker versucht den Schweregrad seiner Leberschädigung zu erfahren

Adlerxy ist gerade online
Beiträge: 727
Seit: 31.10.08
Hallo !

Ja aber das ist doch ziemlich eindeutig das was mit deiner Leber nicht stimmt.
Mit den Nägeln wenn die leicht brechen das ist meist ein Zinkmangel.
Schau mal auf dieser seite das müßte dir auch weiterhelfen.

gesundheit.de - Die Leber ? wenn das wichtigste Organ Störungen meldet, kann der Schaden schon groß sein

L.g. Adler

Alkoholiker versucht den Schweregrad seiner Leberschädigung zu erfahren

margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Hallo S7,

ist die Cholinesterase eher im unteren Normbereich? Das wäre dann auch schon ein Zeichen, dass die Leber nicht mehr so gut ist.

Die Veränderungen an den Nägeln würde ich auch in Richtung Zinkmangel interpretieren.
Ich habe mal gelesen, dass Alkoholiker besonders viel Zink benötigen würden. Zink würde den Abbau des Alkohols in der Leber unterstützen und wenn die Leber da viel abzubauen hat, benötigt sie wohl auch viel mehr Zink als bei Gesunden.

Unterschenkelödem:
Das habe ich auch. Ein Leberexperte tastete bei mir immer die Waden ab und stellte fest, ich hätte darin viel Wasser. Ich wußte damals nicht, weshalb er dies tat. Heute weiß ich es. Er suchte die lebertypischen Wasseransammlungen.
Aber woher weiß Dein Arzt, dass Deine Unterschenkelödeme nicht von der Leber kommen? Gibt es da Unterschiede? Würde mich in eigener Sache interessieren.
Rote Äderchen gibt es auch als Zeichen von Leberkrankheiten.

Hier ist so ein Bild davon zu sehen:
Wichtige Leberhautzeichen - leber-info.de
Sehen Deine roten Äderchen so aus?

Ich habe übrigens eher die Meinung, die Ärzte glauben mir nicht, auch wenn ich deutlich sage: "ich bin Alkoholiker".
Nun, vielleicht gehen sie davon aus, dass ein echter Alkoholiker nie zugeben würde, dass er Alkoholiker ist.
Die meisten Alkoholiker geben es nicht zu, Alkoholiker zu sein.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


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