Carnitin-Mangel - woher?

13.11.08 15:47 #1
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Carnitin-Mangel - woher?

margie ist offline
Beiträge: 4.489
Seit: 02.01.05
Hallo Nina,

Der Wert war also noch niedrig, als es mir schon schlecht ging.
Das hat gar nichts zu sagen. Man kann mit normalen Leberwerten sogar eine Leberzirrhose haben. Man kann bei den Leberwerten aus der Höhe der Werte nicht ableiten, ob die Leber leicht oder schwer krank ist.
Wie ich schon öfters schrieb, habe ich seit mind. 1996 eine partielle Leberzirrhose und dennoch hatte ich noch 5 Jahre später immmer wieder mal Leberwerte im einstelligen Bereich.
Die Leberwerte schwanken auch ziemlich. Mal können sie normal sein und 2 Wochen später wieder leicht erhöht, wie bei Dir.

Bei Dir ist auch die GOT nicht gerade niedrig und das läßt nach meinen Erfahrungen mit meinen Leberwerten den Schluss zu, dass Deine Leber krank ist.

Die GGT ist bei Dir niedrig, was ein Hinweis auf eine Hämolyse (=hämolytische Anämie) sein kann und das Bilirubin ist bei Dir im oberen Normbereich. Hier sollte man das indirekte Bilirubin immer wieder mal prüfen, denn das steigt bei einer Hämolyse an, die ich bei Dir für möglich halte.
www.aok.de/bund/tools/medicity/laborwert.php?icd=61
www.aok.de/bund/tools/medicity/laborwerte_a-z.php
dort unter GGT
www.aok.de/bund/tools/medicity/laborwerte_a-z.php
dort unter indirektes Bilirubin
Eine hämolytische Anämie wäre bei meiner Leberkrankheit (M. Wilson) eine Folgekrankheit.

Du nimmst wegen Migräne Schmerzmittel?
Aber sicher nicht täglich?
Gut, die Pille und Schmerzmittel sind bei Leberkrankheiten krankheitsverschlimmernd. Aber ich glaube nicht, dass man davon leberkrank wird.
Ibuprofen ist für den Magen schädlich und das könnte bedeuten, dass Du weniger Nährstoffe aufnimmst, wenn die Magenfunktion beeinträchtigt wird. Das wirkt sich möglicherweise auch auf das Carnitin aus.
Ich lese gerade, dass bei Leberkrankheiten von Ibuprofen abgeraten wird.

Was die Migräne angeht:
Ich habe auch oft Kopfschmerzen, d. h. bei der Leberkrankheit, die ich habe, kann das vorkommen.
Aber man hat bei dieser Krankheit auch öfters Magnesiummangel (weil man dabei auch Verdauungsprobleme hat, d. h. viele Nährstoffe schlechter aufnimmt).
Jedenfalls habe ich bei mir herausgefunden, dass meine urplötzlich einsetzenden, einseitigen, ganz heftigen Kopfschmerzen bei Magnesiummangel auftreten (denn es kann zu Gefäßkrämpfen im Kopf kommen). Wenn ich dann eine Magnesiumtablette mit mind. 200 mg Magnesium einnehme, sind die Kopfschmerzen innerhalb einer halben bis ganzen Stunde weg.

Hast Du es wegen der Migräne mal mit Magnesium probiert?
Ich würde das mal probieren, denn Magnesium ist unschädlich in einer Dosierung von 200 mg und es könnte Dir das Ibuprofen ersparen.
Es gibt Studien, in denen man herausgefunden hat, dass bei vielen Migränepatienten Magnesium hilft. Evtl. muss man ein wenig mehr als 200 mg nehmen, aber man sollte mit einer eher niedrigen Dosierung anfangen.
Magnesiummangel läßt sich im Blut feststellen, wobei schon Werte im unteren Normbereich auf einen Mangel hinweisen können.

Evtl. könnte bei Dir auch noch Calcium und Kalium eine Rolle spielen.
Allerdings darf man Calcium und Magnesium nicht zusammen einnehmen (sondern zeitversetzt) und Kalium sollte man auf eigene Faust gar nicht einnehmen, weil es in zu hoher Dosierung schädlich sein kann (also erst den Arzt fragen).

Ferritin ist mit 45 ausreichend hoch, d. h. einen Eisenmangel hast Du mit dem Wert sicher nicht, wenn es mal unter 15 liegt, dann kann man an einen beginnenden Eisenmangel denken. Gesunde sollten auch kein Ferritin über 50 haben, sagen Experten (Ärzte für Hämochromatose einer Uniklinik), weil das auch wieder Mehrarbeit für die Leber ist.
Der Normwert von Ferritin ist leider sehr irreführend.
Aber mit diesem Ferritinwert hast Du sicher keine Hämochromatose und keinen Eisenmangel. Man sollte es aber im Auge behalten, denn der Wert kann sehr schwanken und wenn Du zum Zeitpunkt der Blutentnahme eine Infektion hast, fällt der Wert falsch erhöht aus.


Also ich würde Dir raten, nach der Leber sehen zu lassen. Ibuprofen versuchen, wegzulassen und es mal mit Magnesium (und zeitversetzt mal mit Calcium) probieren.

Sollte man Dich auf M. Wilson untersuchen wollen, so musst Du mind. 2 bis 3 Monate zuvor die Pille absetzen, denn die Werte, die für diese Krankheit maßgebend sind, werden von der Pille stark beeinflusst.



Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Geändert von margie (15.11.08 um 12:19 Uhr)

Carnitin-Mangel - woher?

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Nina

Zwischenzeitlicher durchfall deutet auf Vieren/bakterien/Parasiten oder so was hin, die auch dadurch die Absorptrion stören könnten. Es könnte aber auch eine Nahrungsunverträglichkeit oder Intoleranz sein (zB HI, FI, LI) welche ebenfalls die Absorption stört. Führe mal ein Ernährungstagebuch.
Wenn der Stuhl auch sonst weich ist, dann könnte es auch Candida sein, was die Absorption auch stört.
Bin überzeugt, dass es zumindest nicht nur psychisch ist. Möglicherweise kann es auch eine Komponente sein, aber die andere ist mindestens so gross. Würde das andere nicht ausser acht lassen aber mehr auf das organische mich konzentrieren an Deiner stelle.
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

Carnitin-Mangel - woher?

Jette ist offline
Beiträge: 41
Seit: 16.11.08
Hallo Nina,

ich habe Zöliakie und schon oft gelesen, dass bei Zöliakie sehr oft ein Carnitin-Mangel vorkommt.
Vielleicht mal in diese Richtung forschen?

LG
Jette

Carnitin-Mangel - woher?

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Jette

Habe noch nie davon gehört, aber könnte es mir gut vorstellen, da bei Glutenunverträglichkeit auch Mangel an anderen Stoffe zB Eisen sehr oft vorkommt.
Übrigens kann man Gluten nicht vertragen, ohne gleich an Zölliakie zu leiden
__________________
Liebe Grüsse
Beat

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Carnitin-Mangel - woher?
Weiblich Belcanto
Themenstarter
@ Margie,

vielen Dank für deine vielen Hinweise. Das mit dem Magnesium hat mir vor 2 Wochen ein Arzt geraten, seitdem nehme ich jeden Tag 600mg ein. Immerhin bin ich jetzt mal seit über einer Woche ohne Schmerzmittel ausgekommen. Ob es auch ansonsten postitive Wirkung hat, muss sich noch zeigen.

Ich hoffe sehr stark, dass mein Arzt dem Hinweis mit der Leber auch nachgeht und mich nicht mal wieder mit "ist ja noch (knapp) im Normbereich" abspeisen möchte.

Kalium war bei mir zeitweise auch zu niedrig, das nehme ich aber nicht permanent eben wegen der möglichen Überdosierung.

@ Beat und Jette,

ich habe zwar keine Zöliakie aber einige Allergiene, zu denen auch Getreide zählen. Die lasse ich seit ich das weiß auch konsequent weg. (seit ca. 5 Wochen).

Denoch habe ich das Gefühl, dass manche Symptome immernoch nach dem Essen verstärkt auftreten. Würde auch noch an eine mögliche Histaminintoleranz denken. Die Frage ist nur, wie finde ich das heraus? Gibt es frei verkäufliche Antihistaminika, mit denen ich testen kann, ob es damit evtl. besser wäre?

Ich bin aber auch eher der Überzeugung, dass diese Nahrungsmittelgeschichten auch eine Folge sind, und die Ursache woanders liegen muss. Wenn meine Resorption über Magen und Darm so mies wäre, dass es das schlechte Carnitin erklärt, müsste ich ja noch einige Mängel mehr und insgesamt auch ein schlechteres Blutbild haben. Die meisten Werte sind nämlich in Ordnung.

Carnitin-Mangel - woher?

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Nina

Bezüglich Histamin (testen etc) gibt es einen entsüprechenden kompetenten Thread hier, ich kenne mich da nur teilweise aus.
Bezüglich anderer Unverträglichkeiten könntest du entweder einen IgG Test machen, oder im Selbstversuch nach dem buch "ist das Ihr Kind" versteckte allergien erkennen und behandeln von Prof Rapp herausfinden. Das Buch ist auch für Erwachsene.
Wenn Du übrigens Getreide 8Gluten ) nicht verträgst, verträgst Du möglicherweise auch Milch nicht!

NMU und Darmflorastörungen wirken sich nicht auf alle vitalstoffe gleich aus. Eisen, Vitamin B6, Vitamin B12, Carnitin und vieleicht Zink werden eher gestört als andere Stoffe. Ausserdem kann man einiges nicht im Blut erkennen, zB einen B12 Mangel und oft auch einen B6 Mangel. Bei Eisen ist das Ferritin und dsa Hämoglobulim entscheidend.
Und wie es aussieht, hast du ja auch einen Magnesiummangel, sonst würde die innahme nämlich nicht helfen.
Es könnte aber auch sein, dass anderes für dei Aufnahemstörung oder den mehrverbrauch (deshalb das Manko?) verantwortlich ist. Quecksilber (Magnesiummangel ist ein Anzeichen dafür) , welches Enzyme blockiert, Darmpilz Candida oder oxidativer Stress, welches aber meist mit tiefen Zink im Vollblut einhergeht.

Schau mal unter Candida im WIKI, ob Candida eventuell möglich wäre.

Frage: Welche körperlichen und psychischen Auffälligkeiten (Nägel, Haare, Haut, Lippen, Zunge, Augenringe, Einschnitte bei Strümpfen, Konzentration, Müdigkeit, etc etc) hast Du sonst noch?
__________________
Liebe Grüsse
Beat

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