Müdigkeit, Abgeschlagenheit, extremer Schlafdrang

16.10.08 18:29 #1
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Müdigkeit, Abgeschlagenheit, extremer Schlafdrang
Mister-X
Themenstarter
Hallo Uta,

Sowas wie Pfeiffersches Drüsenfieber hatte ich bisher nicht. Über eine Depression habe ich selbst schon nachgedacht, habe mir bisschen was dazu durchgelesen, aber ich kann's mir wirklich nicht vorstellen.

Ich war ja schonmal beim Arzt und habe das angesprochen, aber er kam mir dann nur dem Schlafverhalten und solchem Gelaber. Fragte mich, wie viel ich schlafe, wann ich ins Bett gehe, und ging dann noch auf irgendwelchen unwichtigen Kleinigkeiten ein. (Warum ich denn schon um 5:30 aufstehe, "der beste Schlaf ist der Schlaf vor 12")... Solche Späße eben.
Und ich habe ihm die ganze Sache auch hinreichend erklärt.

Deswegen dachte ich mir, bevor ich da nochmal ankomme und mir solchen Unsinn anhören muss, oder bevor ich anfange die Ärzte zu wechseln, erkundige ich mich auf eigene Faust. Habe schon von einigen gehört, die sich ihre Diagnose praktisch selber stellen mussten bei so uncharakteristischen Symptomen (also, sich selbst erkundigt haben um das anschliessend eindeutig diagnostizieren zu lassen.)

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, extremer Schlafdrang

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Das verstehe ich gut, Mister-X. Ärzte sind oft nicht wirklich interessiert, die Ursachen von "Zuständen" herauszufinden.

Insofern kann manchmal ein Arztwechsel doch helfen.

Es wäre z.B. möglich, daß Du irgendwelche Mängel hast (z.B. Eisenmangel), aber dazu bräuchte man ein Blutbild.

Gruss,
Uta

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, extremer Schlafdrang
Mister-X
Themenstarter
Ein Blutbild inkl. Eisen wurde schon gemacht
War aber nicht die Idee vom Arzt, eins machen zu lassen. Ich habe die Werte im ersten Beitrag schon geschrieben:

TSH-Wert: 1.55 mcIU/ml (0.35-4.50)

Blutwerte außerhalb der Norm: (Vitamine und freie Werte wurden nicht getestet)
Blutzucker im Serum - 71 mg/dl (74-106)
Eisen - 183 µg/dl (40-155)
Mittl. HB-Gehalt - 33.6 pg (28-33)
Mittl. zell. HB-Konz - 37.3 g/dl (33-36)
Eosinophile - 7,4% (0,1-7,0)

Der TSH ist für die Schilddrüse wichtig, der sieht aber gut aus. Eisenmangel habe ich nicht, statt dessen ist er sogar erhöht. Der Blutzucker liegt nur gering außerhalb vom Referenzbereich, müsste aber noch in Ordnung sein, weil das nüchtern war.
Alle anderen getesteten Werte liegen im Referenzbereich.

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, extremer Schlafdrang

alibiorangerl ist offline
Beiträge: 8.920
Seit: 09.09.08
Zitat von Mister-X Beitrag anzeigen
Ein Blutbild inkl. Eisen wurde schon gemacht
War aber nicht die Idee vom Arzt, eins machen zu lassen...
das klingt sehr nach arztwechsel

ist nur so ein gedanke, da ich auch nur aus eigener erfahrung sprechen kann: überprüfe deine hygiene-artikel, also zb duschgel, flüssig-seife, körper- und/oder fuss-deo, anti-transpirant(!), etc;
darin sind viele chemische verbindungen, die müde machen können - ich spreche, wie schon erwähnt, aus erfahrung...

alles gute!
__________________
» Optimismus ist nur ein Mangel an Information. « – Heiner Müller

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, extremer Schlafdrang

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Sind auch die Antikörper bei den Schilddrüsenwerten mitgemacht worden? Ist die Schilddrüse per Ultraschall angeschaut worden?

Stimmt, das Eisen ist erhöht. Wie sieht es mit dem Ferritin aus? Gründe für erhöhtes Eisen:
Vermehrte Eisenzufuhr
Primäre Hämochromatose (erbliche Erkrankung mit ungeregelter, zu großer Eisenaufnahme aus dem Darm)

Blutarmutsformen, die nicht durch Eisenmangel bedingt sind, können erhöhten Eisenspiegel aufweisen.
Hämolytische Anämie [Auflösung der roten Blutkörperchen verschiedenster Ursache]
Vitamin B12 / Folsäuremangelanämie
Bleivergiftung
Aplastische Anämie (Blutarmut durch Blutbildungsstörung unbekannter Ursache)
Vitamin B6 [Pyridoxin] Mangel)


Freisetzung von Eisen aus Leberzellen bei Leberschäden (Leberzirrhose, Lebernekrose/-absterben, Hepatitis/Leberentzündung)

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Porphyria cutanea tarda (seltener Enzymmangel mit Leberschaden, Pusteln und Blasen an lichtexponierten Körperstellen) und andere Porphyrien

Chronisches Nierenversagen (Urämie; Eisenbefunde variabel)

Morbus Bechterew (=Spondylitis ankylosans; rheumatische Erkrankung mit tiefliegenden, meist nächtlichen Kreuzschmerzen; bei den meisten anderen rheumatischen Erkrankungen ist Eisen erniedrigt)
Eisen - Übersicht

Also sollte auf jeden FAll die Schilddrüse ganz abgeklärt werden, ebenso Morbus Bechterew und die anderen genannten Möglichkeiten für erhöhtes Eisen.
Vielleicht wäre es auch einfach gut, den Wert noch einmal mit Ferritin zusammen bestimmen zu lassen; vielleicht hat sich der Wert ja inzwischen normalisiert?

Gruss,
Uta

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VERTANE ist offline
Beiträge: 3
Seit: 08.04.09
Zitat von Mister-X Beitrag anzeigen
Hallo,

Habe jetzt seit über einem Monat diese Probleme und weiß nicht mehr weiter. Ich fühle mich einfach nur noch total abgeschlagen. Zur Zeit (Schulferien) schlafe ich ca. 10-11 Stunden, aber schon wenige Stunden nachdem ich aufgewacht bin (was mir auch schwer fällt), fühle ich mich wieder so schlapp.
Das Ganze fing während der Schulzeit an. Ich hatte dann oft extreme Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren und bin im Unterricht nur noch so vor mich hinvegetiert. Zwischendurch hatte ich solche kurzzeitigen BlackOuts, wo dann für paar Sekunden gar nichts mehr ging. Da hat meine Aufmerksamkeit komplett ausgesetzt.
Mittags reiße ich mich dann immer zusammen, keinen Mittagsschlaf zu halten. Fällt zwar sehr schwer, klappt aber normalerweise. Abends, so um 22 Uhr rum, gehe ich dann schlafen und schlafe auch nach wenigen Minuten ein. In der Regel schlafe ich dann komplett durch, ohne irgendwelche Beschwerden. Am nächsten Morgen fühle ich mich trotzdem unausgeruht.

Ich war auch schon beim Hausarzt, hauptsächlich wegen eines anderen Problems, aber die Müdigkeit habe ich auch angesprochen. Er hat dann den Blutdruck gemessen und Blut abnehmen lassen, beides sah gut aus. Blutdruck war 130/80, die Blutwerte findet ihr unten. Er meinte jedenfalls, er könne keine körperliche Ursache finden, aber er schien mich insgesamt nicht besonders ernst zu nehmen. Fragte mich noch, wie viel ich schlafe und so - besten Dank, an Schlafmangel als Ursache ich dann auch schon gedacht...

Seit den Ferien nehme ich Vitamin B Komplex ein, da auch ein Mangel an Vitamin B12 zum Beispiel die Ursache sein könnte. Wirklich geändert hat sich wenig. Am Anfang fühlte ich mich besser, wahrscheinlich auch da ich durch die Ferien mehr Schlafen konnte und weniger zu tun hatte, aber mittlerweile ist es wieder wie zuvor.

Oft kann ja Eisenmangel oder Schilddrüsenprobleme die Ursache sein. Mein Eisenwert ist aber erhöht, und mein TSH-Wert (1.55) ist auch in Ordnung. Die freien Werte wurden nicht getestet. Ansonsten kann ich aber wirklich keine Symptome finden, die auf Schilddrüsenprobleme hindeuten, außer meine Nägel. Die haben Längsrillen und fast keine Fingermonde - nur am Daumen und ganz leicht am rechten Zeigefinger.

Können denn psychische Probleme für soetwas in Frage kommen?
Ich würde nicht sagen, dass ich zur Zeit großartig welche hätte, aber wenn schon leichter Stress für so etwas ausreicht, wäre es eine Möglichkeit. Habe zur Zeit einige Sachen, die mir Gedanken machen, aber nichts wirklich Ernstes.

Wäre dankbar, wenn mir jemand sagen könnte, was da als Ursache in Frage kommt und wie man die Ursachen weiter eingrenzen könnte. Leider gibt's ja wirklich extrem viele Ursachen dafür, und ich weiß nicht wirklich, wie man das abschätzen kann.

- - - - -

TSH-Wert: 1.55 mcIU/ml (0.35-4.50)

Blutwerte außerhalb der Norm: (Vitamine und freie Werte wurden nicht getestet)
Blutzucker im Serum - 71 mg/dl (74-106)
Eisen - 183 µg/dl (40-155)
Mittl. HB-Gehalt - 33.6 pg (28-33)
Mittl. zell. HB-Konz - 37.3 g/dl (33-36)
Eosinophile - 7,4% (0,1-7,0)
Hallo Mister X ,
Also für mich hört sich das nach einer dicken Depression an .
Mach doch mal im Internet einen Depressionstest ( Nur Depressionstest bei Google eingeben ) sind mehrere Angebote , pass aber auf da ist ein Test bei die wollen am Ende Geld .
Also ich kann das so mit Bestimmtheit sagen , weil ich selber genau die Probleme die du beschreibst .
Lg
Vertane

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, extremer Schlafdrang
Mister-X
Themenstarter
Zitat von VERTANE Beitrag anzeigen
Hallo Mister X ,
Also für mich hört sich das nach einer dicken Depression an .
Mach doch mal im Internet einen Depressionstest ( Nur Depressionstest bei Google eingeben ) sind mehrere Angebote , pass aber auf da ist ein Test bei die wollen am Ende Geld .
Also ich kann das so mit Bestimmtheit sagen , weil ich selber genau die Probleme die du beschreibst .
Lg
Vertane
Also ich halte von solchen Tests nur wenig, da sich sowas meiner Meinung nach nicht nur mit ein paar wenigen Fragen abklären lässt. Habe einen gemacht und 4 von 16 Punkten erreicht -> Keine Depression.
War vorauszusehen, dass ich paar Punkte erreiche, da Müdigkeit und dessen Begleiterscheinungen (Unkonzentriertheit etc.) eben zur Depression hinzugehören. Leider auch zu vielen Dutzend anderen Krankheiten.

Bin zur Zeit am überlegen, ob vielleicht meine chronisch verstopfte Nase Verursacher der Symptome ist. Die ist nämlich meist so zu, dass ich durch die Nase alleine fast gar keine Luft kriege. Trotzdem habe ich keinen Schnupfen, also keinen Sekretausfluss.
Vielleicht sorgt das für eine schlechte Atmung in der Nacht, so dass zu wenig Sauerstoff ins Blut gelangt.
Ich habe mir zum Test abschwellendes Nasenspray besorgt, wenn das gegen Müdigkeit hilft, gehe ich zum HNO.

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, extremer Schlafdrang

Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Lass die Nebennieren checken. Von einem anderen Arzt.

Die regulieren unter anderem Blutzucker und können erzeugen genau solche Symptome der Müdigkeit wenn was nicht in Ordnung ist.

Hast du schon mal Hypoglykemischen Anfall gehabt? Also eine Unterzuckerung die innerhalb von Minuten einsetzt ... man wird in kurzer Zeit schwach, Muskeln wollen nicht mehr so recht, kann sich nicht konzentrieren oder klar denken, kalter Schweiss bricht aus, Panik kann aufkommen. Man nimmt die Dinge irgendwie gedämpft war.
Sobald man was isst, geht es wieder weg.

Isst du alle paar Stunden eine Kleinigkeit?

Ist vieles sehr stressig für dich?

Musst du dich nach körperlicher/intellektueller tätigkeit ausruhen, am besten mit einem kurzem Schläfchen?

Schläfst du länger als normal? Also mehr als 9 Stunden.

Bist du nach dem aufstehen müder als beim schlafengehen?

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Mister-X
Themenstarter
Hast du schon mal Hypoglykemischen Anfall gehabt?
Denke nicht. Oder kann der evtl. Übelkeit bis zum Erbrechen bei körperlicher Anstrengung hervorrufen?

Zitat von Stengel Beitrag anzeigen
Isst du alle paar Stunden eine Kleinigkeit?
Nein.

Ist vieles sehr stressig für dich?
Schon, durch die Müdigkeit ist für vieles sehr viel mehr Motivation nötig um es anzugehen.

Musst du dich nach körperlicher/intellektueller tätigkeit ausruhen, am besten mit einem kurzem Schläfchen?
Nein.

Schläfst du länger als normal? Also mehr als 9 Stunden.
Wenn ich ausschlafen kann, am liebsten etwa 11. So viel brauche ich normalerweise (bevor das Ganze auftrat) nie.

Bist du nach dem aufstehen müder als beim schlafengehen?
Schwer zu sagen, ich fühle mich den ganzen Tag über so müde und benommen. Das schwankt, gelegentlich mal mehr, und mal weniger. Ich habe den Eindruck, Schlaf hat da nur wenig Einfluss. Also, mal fühle ich mich kurz nach dem Aufstehen recht fit und dann geht's schlagartig nur noch bergab, oder ich fühle mich schon direkt nach dem Aufstehen so schlecht.

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Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Denke nicht. Oder kann der evtl. Übelkeit bis zum Erbrechen bei körperlicher Anstrengung hervorrufen?
Nein. Das ist keine Hypoglykemie.

Aber bei sowas würde ich eine rein psychische Ursache erst nach sehr viel ausgiebigeren Untersuchungen ausschliessen.

Ich glaube du brauchst einen Arzt der bereit ist sich das genauer anzuschauen.
Streng genommen ist nur ein TSH Test auch nicht ausreichend um Schilddrüsenprobleme festzustellen.

Der niedrige Blutzucker sollte auch nicht einfach so ignoriert werden.


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