Ratlos, niemand findet etwas

06.10.08 20:52 #1
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Tobi09 ist offline
Beiträge: 2.401
Seit: 23.01.07
Zitat von Asmodea Beitrag anzeigen
es liegt eben eher daran dass sich die heutige Medizin eher davor scheut einmal zu sagen dass es auch psychische Ursachen für solche Erscheinungen geben kann.
Das Gegenteil trifft zu, es werden viel zu vorschnell Psycho-Diagnosen getroffen ohne den Patienten richtig untersucht zu haben.


Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Danke für die Erklärung. Den Ausdruck '"dissoziative Störung" kannte ich. Und diese ganze Geschichte ist mir nicht neu. Ich finde ja, daß heutzutage viel zu viele Beschwerden auf die "Psycho-Schiene" geschoben werden, ohne groß Diagnostik zu betreiben, was noch sein könnte.

Ich glaube schon, daß bei Schmuseknutschs Freund Stress eine Rolle spielt. Er macht ja auch sehr viel; das ist sicher anstrengend und mühsam. Dann noch der Unfall mit der Verbrennung des Fußes. Auch das ist ja STress.

An Schmuseknutsch: Ist der Fuß denn richtig verheilt? Wie sehen denn jetzt die Entzündungswerte im Blut aus?
Was mich auch noch interessieren würde: was arbeitet denn Dein Freund? In welcher Umgebung?

Gruss
Uta


Asmodea ist offline
Beiträge: 43
Seit: 06.10.08
Hey... geht es hier nicht darum zu sammeln was es sein "könnte?" Ein guter Diagnostiker betrachtet sich das Gesamtbild. Da gehören körperliche Abklärungen zweifellos dazu aber warum sollte dies bei den psychischen nicht so sein?


Ich finde die Abwertung jetzt gerade einwenig unpassend und wenig objektiv.

@Tobi09 falls du mit "Psycho-Diagnosen" Laiendiagnosen meinst, trifft dies wohl zu. Aber gerade bei Hausärzten werden psychische Leiden sehr selten wahr - und besonders ernst genommen. Genau auf Grund solcher Stigmatisierungen fällt es dem Menschen heut sehr schwer überhaupt einmal an seine psyche zu "denken" - was noch lange nicht heisst dass die Ursache auch darin liegt.


Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Asmodea,

Aber gerade bei Hausärzten werden psychische Leiden sehr selten wahr - und besonders ernst genommen
Ja, es werden hier Informationen gesammelt, da hast Du Recht. Wer aber wie z.B. ich es erlebt hat, daß man statt einer gründlichen Diagnostik einschließlich Zähnen und Wohngiften usw. gleich ein Rezept für ein Antidepressivum in die Hand gedrückt bekommen hat, der ist auf dem Ohr sehr hellhörig und mißtrauisch geworden.
Im Rückblick bin ich sehr froh, daß ich mich damals geweigert habe, die AD zu schlucken; wahrscheinlich wäre ich dann nie mehr auf die Füsse gekommen, weil das meiner Leber vor allem den letzten Schub gegeben hätte. Aber ich mußte mir dann auch anhören, daß ich "Widerspenstig und nicht zur Zusammenarbeit mit dem Arzt bereit bin"...
Dies nur zur Erläuterung, warum hier auf den Vorschlag, mal die Psyche oder psychische Belastungen anzuschauen, häufig heftig opponiert wird.

Gruss,
Uta


Tobi09 ist offline
Beiträge: 2.401
Seit: 23.01.07
Zitat von Asmodea Beitrag anzeigen
falls du mit "Psycho-Diagnosen" Laiendiagnosen meinst, trifft dies wohl zu. Aber gerade bei Hausärzten werden psychische Leiden sehr selten wahr
Das stimmt nicht mit meinen Informationen und Erfahrungen überein. Meistens wird vielleicht man gerade ein kleines Blutbild, wenn man Glück hat ein großes gemacht und wenn da nichts ist, dann gleich ab zum Psychiater und Psychopharmaka schlucken.

Geh mal einen Schritt weiter und überlege was passiert, selbst wenn die Vermutung richtig ist und die Psyche die Ursache dieser Beschwerden ist. Glaubst du wirklich, dass durch nettes Zureden die Multiorganbeschwerden abklingen werden?

Gruß
Tobi


coaching ist offline
Beiträge: 3
Seit: 29.09.08
Die geschilderten Symptome weisen auf psychosomatische Wechselwirkungen hin! Diese Annahme wird bestärkt durch die Tatsache dass die schulmedizinischen Abklärungen keinen Befund hervorbringen.

herzliche Grüsse
coaching
Fritschi, Humanistische Transpersonale Psychologie, META Medizin, Psychosomatik


Asmodea ist offline
Beiträge: 43
Seit: 06.10.08
Dies mag ja auf den Einzelfall zutreffen. Sowas gibt es aber auch bei somatischen Behandlungen. Ich denke man verbaut einem Menschen der um Rat fragt die Chance auf ein objektives und umfassendes Bild indem man aufgrund eigener Erfahrung - die einfach nicht globalisiert werden können - gleich so Vorgeht.

@Tobi09
Ich persönlich bin selbst als Psychiatrieschwester tätig und kann dir versichern dass Psychotherapie wenig mit "nettem Zureden" zu tun hat und ja... viele körperliche Beschwerden lassen sich so beheben. Ausserdem wird in der Psychiatrie (zumindest bei uns in der Schweiz - und ich denke/hoffe dies wird in Deutschland nicht anders sein) - der Betroffene umfassend somatisch abgeklärt. Dies ist sogar immer das erste was gemacht wird.

Übringes - eine Psychotherapie die ein Psychologe durchführt - funktioniert ohne Psychopharmaka. Da nur Psychiater/Ärzte diese überhaupt verordnen dürfen.

Geändert von Asmodea (08.10.08 um 18:48 Uhr)


Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Asmodea,

jeder kann doch nur das berichten und anregen, was er selbst kennt. Du kennst die Psychiatrie, andere kennen die eigene Geschichte und haben daraus ihre Erfahrungen gemacht. Das ist doch Sinn und Zweck eines Laien-Forums.

der Betroffene umfassend somatisch abgeklärt.
Das würde mich interessieren: was wird da alles abgeklärt?

Gruss,
Uta


coaching ist offline
Beiträge: 3
Seit: 29.09.08
Der Mensch ist nicht (nur) ein physisch körperliches Wesen. Seele, Geist und das soziale Umfeld sind Faktoren wleche Gesund oder eben Krankheit beeinflussen. Folgedessen ist es unvermeidlich alle Ebenen zu überprüfen, zu suche wo die Harmonie aus dem Gleichgewicht geraten ist und die Therapie nach diesen Erkenntnissen auszurichten!

Die META-Medizin zum Beispiel kann hier einen richtigen erfogsversprechenden Weg aufzeigen.

coaching

Fritschi, Humanistische Transpersonale Psychologie, META Medizin, Psychosomatik


Asmodea ist offline
Beiträge: 43
Seit: 06.10.08
@Uta

Ja da hast du Recht. Erfahrungen prägen uns ja gewaltig. Wäre vielleicht ein interessanter Diskussionsthread den man mal eröffnen könnte damit hier nicht Schmuses ganzer Thread zugepostet wird. Solche Gespräche finde ich nämlich spannend weil da eben gerade verschiedene Welten aufeinanderprallen. Ich denke so kann man sich gegenseitig sensibilisieren und besser verstehen.

Also... was die Abklärung betrifft.

Erstens bringt der Patient meistens schon eine ziemlich satte Krankheitsgeschichte mit (falls sie denn noch zum Hausarzt gegangen sind) Oft gehen sie zum Hausarzt wegen diffusen Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit, etschöpfung etc. Da kann man sich vorstellen dass da schon sehr viel abgeklärt wird vom Hausarzt.)

Bei uns in der Klinik gehört es zum Standart dass man:

- Als erstes eine Anamnese mit dem Patient und den Angehörigen erhebt. Welche Symptome bestehen, welcher Verlauf? Auffälligkeiten und Krankheiten in der Familie etc. Dabei gibt es einen somatischen Teil und einen psychiatrischen Teil. (der dann durch spezielle Fragen ausgerichtet wird.)


- Einen Urintest abnimmt. Ggf. auch ein Drogenscreening macht.

- Blutproben entnimmt (Neben dem Blutbild werden auch spezifische Hormone abgenommen - je nach Symptomatik)

- Es findet immer ein somatisches Konsil durch den Psychiater oder Internisten statt (der ja ein Arzt ist - also medizin studiert hat.)Ist ähnlich wie eine umfassende - Untersuchung beim Hausarzt. (also mit Lymphknotenabtastung, - Bauchuntersuchung, Lungenabhorchung, etc.)

- Ebenfalls wird standartmässig ein EKG gemacht.
- Es gibt auch ein neurologisches Konsil. (Dieser Entscheidet dann ob noch Bildgebende verfahren nötig sind z.B. MRT/CT etc zum Ausschluss von Hirnorganischen Krankheiten (Demenzen, Schädelhirntraumen etc)


Das ist sozusagen mal der Basic- Check. Dazu kommt natürlich der Aufenthalt dse Patienten indem er beobachtet wird. So können weitere Symptome/Verhaltensweisen beobachtet werden.

Je nach Ergebnis wird dann weiter abgeklärt.


PS: Um nicht ganz vom Thema abzuweichen @Schmuseknutsch
Hast du so Anfälle schon gesehen? Hat er dabei die Augen geöffnet oder geschlossen? Sieht es immer gleich aus? Kommts zu unkontrolliertem Stuhl oder Harnabgang?

Geändert von Oregano (09.10.08 um 18:54 Uhr)


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