Ich habe wohl eine Schwermetallvergiftung

15.09.08 21:13 #1
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Jessi1 ist offline
Themenstarter Beiträge: 13
Seit: 13.09.08
Hallo Margie,

vielen Dank für die Infos. Das ist sehr interessant.

Ich habe jetzt mal kurz meine alten Blutbefunde nachgesehen. Jedoch waren die Werte zum grössten Teil immer im Normbereich. Meine Leberwerte waren auch immer ohne Befund.

Ich war dieses Jahr auch einmal bei einem Umweltmediziner, der einen Provokationstest bei mir gemacht hat mit DMSA und Chelatbildnern. Leider hat er aber nur den Quecksilberwert kontrolliert und nicht auch noch gleich den Kupferwert. Ich habe auf das Ganze ziemlich schlecht reagiert. Es ist eine Nesselsucht bei mir ausgebrochen, die eine Woche lang mit Cortison behandelt werden musste.

Der Quecksilberwert bei dieser Auswertung lag im Normbereich und der Mediziner meinte, dass dies aber nicht viel aussagen würde. Bei vielen Leuten wäre die Quecksilberausscheidung blockiert. Er wollte dann noch einen weiteren Test wegen des Kupfers machen. Aber nach dieser Geschichte mit der Nesselsucht war mir dies dann zu gefährlich. Auch war das Ganze sehr teuer, weil dieser Arzt nicht der Kasse angeschlossen ist.

Da ich seit längerer Zeit schon auf eigene Faust Chlorella und Bärlauch nehme, ist es wahrscheinlich sowieso schwierig jetzt noch genaue Werte festzustellen.

Von dieser von dir genannten Krankheit habe ich bisher noch überhaupt nichts gehört. Ich werde mich da aber mal schlau machen. Vielen Dank für all die Infos.

Da Kupfer aber auch ein Schwermetall ist, ist es da nicht auch von Vorteil wenn man eine Entgiftung macht?

Liebe Grüsse


margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Jessi,

Jedoch waren die Werte zum grössten Teil immer im Normbereich. Meine Leberwerte waren auch immer ohne Befund.
Bei der Alkalischen Phosphatase (AP) wäre ein Wert im unteren Normbereich dennoch verdächtig auf M. Wilson. Hast Du da einen Wert gefunden?
Ebenso hat man bei der Krankheit oft normale Leberwerte.
Ich habe 2001 noch einstellige Leberwerte gehabt und habe mind. seit 1996 eine Leberzirrhose.

Da ich seit längerer Zeit schon auf eigene Faust Chlorella und Bärlauch nehme, ist es wahrscheinlich sowieso schwierig jetzt noch genaue Werte festzustellen.
Also deswegen könnte man m. E. schon eine Untersuchung auf Kupfer in Betracht ziehen, denn ich denke, dass Chlorella und Bärlauch nur minimal ausleitend auf Kupfer wirken, wenn überhaupt.

Da Kupfer aber auch ein Schwermetall ist, ist es da nicht auch von Vorteil wenn man eine Entgiftung macht?
Wenn Du diese Krankheit haben solltest, wäre es gefährlich die Ausleitung anders zu machen, als so wie es bei dieser Krankheit empfohlen wird.
Üblich ist, dass man zu Anfang 3 mal täglich ziemlich hochdosiert Chelatbildner bekommt, nämlich entweder Penicillamin (was aber schädlicher ist und häufig zu allergischen Reaktionen führt) oder Trientine, was am verträglichsten ist.
Wenn man dann entkupfert ist, kann man auf hochdosiertes Zink (150 mg täglich!) umgestellt werden, weil Zink die Kupferaufnahme bremst oder verhindert.

Die Ausleitungen, wie sie beim Amalgam üblich sind, also mal eine Infusion und dann wieder ein paar Wochen Pause, wären für die Leber gefährlich.
Mehr als 3 Tage darf man bei der Krankheit mit den Medikamenten nicht pausieren, sonst kann ein Leberversagen bekommen und man muss eben die Medikamente 3 Mal täglich nehmen, damit man das Kupfer aus dem Essen auch abfangen kann.

Daher sollte man, wenn ein Verdacht auf diese Kranheit bestehen sollte, es klären, bevor man evtl. andere Maßnahmen vorhat.

Ich weiß nun nicht, ob Du diese Krankheit hast. Evtl. bist Du auch "nur" Überträger, d. h. Genträger dafür. Dann hast Du vermutlich ein generelles Ausscheidungsproblem und mildere Symptome der Krankheit. Aber ob man Genträger ist oder nicht, kann man derzeit nicht sicher feststellen, weil der Gentest noch nicht so sicher ist.
Man kann dies evtl. aus den Laborwerten heraus ablesen.

Sollte man den Verdacht haben, dass man Genträger ist, würde ich dazu raten, höher dosiert Zink lebenslänglich einzunehmen. Denn Genträger sollen häufiger Parkinson bekommen und das will man wohl immer verhindern.

Der Unterschied zwischen Genträger/Überträger und M. Wilson-Patienten ist der, dass ein Genträger nur einen Gendefekt für die Krankheit hat und ein Wilson-Patient 2 Gendefekte dafür hat.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


Jessi1 ist offline
Themenstarter Beiträge: 13
Seit: 13.09.08
Hallo,

vielen Dank für all die Infos. Ich werde meinen Arzt darauf ansprechen. Mal sehen was er dazu meint.

Allerdings waren bei mir in der Haaranalyse viel zu hohe Silber und Kupferwerte vorhanden. Beide Schwermetalle sind in den Amalgamfüllungen drin. Auch zeigte sich noch ein viel zu hoher Calciumwert (Messwert : 3.109) Normwert hier ist 300 - 1.800. Hierüber steht in der Amalgam-homepage folgendes : Auch hohe Calcium-Werte in der Haaranalyse können auf chronische Quecksilbervergiftung hinweisen, weil Calcium dann vom Körper nicht mehr absorbiert, sondern ausgeschieden wird.

Es passt also hier eigentlich alles zusammen und scheint ziemlich eindeutig eine Amalgamvergiftung zu sein.

Aber trotz allem will ich deine gutgemeinten Ratschläge nicht einfach ignorieren. Wie gesagt werde ich mit meinem Arzt Rücksprache halten. Vielleicht kann er die entsprechenden Untersuchungen veranlassen. Sicher ist sicher.

Ich hoffe bei dir selbst geht es jetzt bergauf, nachdem du die korrekte Diagnose endlich gefunden hast und die richtige medizinische Behandlung erfolgen kann.

Ich wünsche dir alles Gute.

Liebe Grüsse


margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Jessi,

nicht dass ich Dir das Amalgamproblem ausreden will, aber, wenn Du zuviel Kupfer vom Amalgam im Haar hast, dann sollte auch das Quecksilber (und das noch mehr) erhöht sein.
Ich weiß von einer Patientin, die hatte auch zuviel Kupfer im Haar und bei ihr war das der Grund, dass sie auf M. Wilson untersucht wurde und es war ein Volltreffer, denn sie hat M. Wilson.

Allerdings sagen auch viele Ärzte, sogar Laborärzte, die solche Haarmineralanalysen anbieten und untersuchen, dass man auf eine Haarmineralanalyse nicht viel geben kann und schon gar nicht eine Diagnose daraus ableiten kann.


Gruß
margie
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Jessi1 ist offline
Themenstarter Beiträge: 13
Seit: 13.09.08
Hallo,

nur zur Info:

Quecksilberbestimmung im Haar
Anorganisches Quecksilber, z.B. aus Amalgamfüllungen, wird kaum in die Haarmatrix eingebaut. Daher ist eine Haaranalyse auf Quecksilber im Zusammenhang mit einer Amalgamfragestellung nicht sinnvoll.

Der Quecksilbergehalt des Haares spiegelt die Belastung mit organischen Quecksilber (z.B. infolge häufigen Fischverzehrs) wieder.

Aber wie gesagt, ich werde deine Ratschläge ernst nehmen und mit meinem Arzt darüber reden.

Allerdings kann ich mir nicht vorstellen dass ich hier erblich belastet sein sollte. Soweit mir bekannt gab es in meiner Familie bisher keinen Fall von Leberschädigung.

Aber man soll ja wirklich nichts auser Acht lassen. Man weiss ja nie.

Viele Grüsse


margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Jessi,

Allerdings kann ich mir nicht vorstellen dass ich hier erblich belastet sein sollte. Soweit mir bekannt gab es in meiner Familie bisher keinen Fall von Leberschädigung.
Ich will Dir diese Krankheit nicht einreden, vielleicht hast Du auch etwas ganz anderes.


Zur Vererbung bei der Krankheit:
In den meisten Fällen tritt die Krankheit nur einmal in einer Familie auf. Man muss nämlich vom Vater und von der Mutter je ein defektes Gen erben, um sie zu haben. D. h. weder der Vater noch die Mutter müssen krank sein, noch deren Geschwister, Eltern, Großeltern.


Gruß
margie
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chris1983 ist offline
Beiträge: 279
Seit: 09.09.08
Hi

Las doch mal deine Schilddrüse untersuchen. Das klingt verdächtig nach Haschimoto thyredis.

Hier ein Link zur Selbsthilfegruppe

ht-mb.de


Gruß

chris1983


Jessi1 ist offline
Themenstarter Beiträge: 13
Seit: 13.09.08
Hallo Chris,

meine Schilddrüse wurde bereits 2 mal untersucht und die Befunde waren immer in Ordnung.

Gruss


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