Atemnot, chronische Gastritis mit Reflux und Zwerchfellbruch

28.06.08 20:03 #1
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monikat ist offline
Beiträge: 152
Seit: 13.05.07
Hi, wer von euch kennt das auch? Ich habe häufig Magen-Darmprobleme. Leide unter einer chronischen Gastritis mit Reflux und Zwerchfellbruch.Ich habe in der letzten Zeit häufig starken Druck im Oberbauch mit Atemproblemen. Aufstoßen bringt meist nur kurz Erleichterung.Seit zwei Tagen ist es wieder mal schlimmer geworden. Heute Mittag gings mir dann plötzlich sehr viel schlechter. Atemnot, Übelkeit große Schwäche. Die Schwäche hält dann meist 1 Tag an, dann wird es wieder besser. Mein Herz ist Ok. Wurde im Herbst mit Katether untersucht. Habe einige Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Lactose, Fruktose Milcheiweiß... Ich achte eigenlich auf meine Ernährung. Habe allerdings seit Tagen Sodbrennen. Ich habe am Montag und heute je ein kleines St. Kuchen gegessen. Sonst meide ich allerdings Zucker. Ich bin oft ziemlich zittrig, äußerlich, wie innerlich (nicht nervös).Wer kennt das, was könnte es sein?
LG monikat


Askiane ist offline
Beiträge: 90
Seit: 18.05.08
Hallo Monikat,

darf ich fragen, ob du gegen deine chronische Gastritis mit Reflux Säureblocker bzw. Protonenpumpenhemmer, wie z. B. Omeprazol oder Pantozol einnimmst?

Liebe Grüßen, Askiane


margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Monikat,

hast Du denn erhöhte Leberwerte?

Wie hoch sind bei Dir folgende Werte:
Alpha-2-Globulin in der Eiweiß-Elektrophorese (das ist die Untersuchung, bei der eine Kurve mitabgebildet wird)
Hb-Wert, Erythrozyten, Bilirubin, LDH; Haptoglobin (falls mal untersucht)
Alkalische Phosphatase

Du gibst an, innerlich zu zittern. Das erinnert mich in Verbindung mit der Atemnot an meine Krankheit, eine Leberkrankheit (M. Wilson=Kupferspeicherkrankheit). Daher frage ich nach evtl. erhöhten Leberwerten (Leberwerte sind z. B. GPT; GOT; GGT; GLDH; Alkalische Phosphatase; Bilirubin; GLDH; Cholinesterase)

Bei dieser Krankheit kann man eine latente Hämolyse (hämolytische Anämie) haben. Dabei kommt es immer wieder zu hämolytischen Schüben, die mit Atemnot, Übelkeit verbunden sind und dabei kann es einem wirklich schlecht gehen. Ich habe auch schon solche Situationen gehabt. Wenn Du das haben solltest und es tritt auf, solltest Du in die Notfallambulanz eines Krankenhauses gehen, denn das kann man im Blut feststellen und ggf. musst Du auch behandelt werden.

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


monikat ist offline
Themenstarter Beiträge: 152
Seit: 13.05.07
Hallo Margie,
hab hier einige Werte aus verschiedenen Untersuchungen: vom 18.o4.08 GGT64(0-40), Erythrozyten 4,07(4,2-5,4), vom 5.12 06: GGT 42(5-39), Bilirubin1.15 (>1.3)Blut ( HB, Erythrozyten) positiv+,vom 13.07.07 GGT 60,6(40), Triglyceride 40(74-172), Erythrozyten 3.96 (4-5) n, vom 22.05.07: Zellkerne 1:640(1:80), Tyreoglobulin 412, (<40), GPT 40 (<35), GGT 57 (<35)MCV 99 (

82-96) MCHC 31.5 (32-36),
Ich hab jetzt nur die Werte angegeben, die nicht ok waren.Wie du siehst hab ich schon einige Untersuchungen hinter mir. Da hatte ich allerdings die Probleme mit der Atemnot noch nicht. Hätte man da so eine Krankheit wie du sie beschreibst nicht feststellen müssen? Mein GGT wert ist eigentlich immer zu hoch, schon seit Jahren. Aber die Ärzte legen da keinen Wert drauf. Sagen immer nur ,das kommt oft mal vor.

LG
monikat


Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Monikat,

hast Du auch Schilddrüsenwerte?
Weisst Du denn, ob Du Allergien hast bzw. ob allergisches Asthma bei Dir möglich wäre?

Gruss,
Uta


Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.476
Seit: 26.04.04
Hallo Monikat,

Tyreoglobulin 412
Thyreoglobuline sind Schilddrüsen-Antikörper, die bei bestimmten Erkrankungen erhöht sind (wie bei Dir):
Laborlexikon: Thyreoglobulin-Antikörper >>Facharztwissen für alle!<<

Insofern wäre es wichtig, die Schilddrüse untersuchen zu lassen, und zwar die Laborwerte fT3, fT4, TSH und die Antikörper TPO-AK, TRAK und Tg-AK. Ausserdem sollte eine Ultraschalluntersuchung gemacht werden und, wenn notwendig, ein Szintigramm.

Die Thyreoglobuline sind häufig erhöht bei Hashimoto Thyreoditis www.hashimotothyreoiditis.de/HT-Antikoerper.html

Liebe Grüsse,
Malve

Geändert von Malve (08.11.11 um 17:20 Uhr)


margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Monikat,

Deine Blutwerte sind in vielem den meinen vergleichbar.
Du hast gleich 2 erhöhte Leberwerte GGTund GPT. GGT ist immerhin chronisch erhöht (4 Mal war er erhöht).
Also Du hast für mich damit unverkennbar eine Lebererkrankung.

Wenn nun GGT und dazu noch MCV (wie bei Dir) erhöht sind, gehen viele Ärzte - auch bei Frauen - davon aus, dass ein Alkoholproblem vorliegen könnte. Dazu kann ich nichts sagen, das weißt Du sicher am besten, wenn es nicht so ist. Wenn es so sein sollte, dann solltest Du allerdings etwas dagegen tun.
Auch bei mir äußerte mal ein Arzt den Verdacht auf ein Alkoholproblem, nur weil meine Leberwerte erhöht waren.

Mein GGT wert ist eigentlich immer zu hoch, schon seit Jahren. Aber die Ärzte legen da keinen Wert drauf. Sagen immer nur ,das kommt oft mal vor.
Ja, das hörte ich auch immer. Aber bei Dir ist mittlerweile auch der GPT erhöht.
Man muss unbedingt nach der Ursache der Leberkrankheit suchen. Wenn Du die Ursache dafür hast, dann lösen sich evtl. auch die anderen Probleme bzw. können evtl. gar als Folge dieser Leberkrankheit eingeordnet werden.


Ich gehe davon aus, dass bei Dir diese Werte aber nichts mit Alkohol zu tun haben und will versuchen, sie zu interpretieren:

MCV ist mit 99 erhöht:

Mögliche Ursachen für erhöhte MCV-Werte
www.aok.de/bund/tools/medicity/images/liste.gif Folsäuremangel
www.aok.de/bund/tools/medicity/laborwert.php?icd=16

Mögliche Gründe sind ein Vitamin B12-Mangel und ein Folsäuremangel.
Du bist offenbar magenkrank, hast wie ich auch, den Zwerchfellbruch und vermutlich auch in der Speiseröhre einen Barrett-Ösophagus. Bei Magenproblemen ist es umso eher möglich, einen Vitamin B12-Mangel zu bekommen.
Man sollte daher Vitamin B12 und Folsäure im Blut (korrekt) bestimmen. Beides sind empfindliche Blutwerte und es kann daher leicht zu Fehlbestimmungen kommen.
Ist eines von beiden im unteren Normbereich oder gar darunter sollte man die Ursache abklären. Evtl. fehlt bei Dir der "Intrinsic-Faktor", das ist ein Enzym, das im Magen gebildet wird. Das kann man meines Wissens im Blut feststellen. Dann muss man Dir Vitamin B12 spritzen und zwar regelmäßig und lebenslängllich, weil Du dann kein B12 über die Ernährung aufnimmst.
Es könnte sein, dass Du eine Perniziöse Anämie (Anämie=Blutarmut) hast, die von von Mangel an B12 bekommen kann und die auch erklären würde, dass Dein Bilirubin mit 1,15 sehr hoch ist und die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) niedrig sind.
Du hast leider keinen Hb-Wert (=Hämoglobin) angegeben, aber ich vermute, dass der auch eher im unteren Bereich liegt oder gar darunter, oder?

Hier mal die Symptome dieser Anämie-Form:
Perniziöse Anämie – Wikipedia
Anämische Symptome [Bearbeiten]
Die typischen Beschwerden sind Müdigkeit, Leistungsverminderung, Erhöhung der Herzfrequenz, Blässe und Kollapsneigung als Folge der Blutarmut. Weiter wird ein Ikterus (Gelbfärbung der Haut) beobachtet, eine entzündlich gerötete, „glatte“ Zunge (atrophische oder Hunter-Glossitis), Verdauungsstörungen und Bauchschmerzen.

Neurologische Symptome [Bearbeiten]

Neurologische Symptome treten häufig ohne Anzeichen einer Anämie auf. Diese imponieren als Missempfindungen oder Taubheitsgefühl der Haut (Kribbeln, pelziges Gefühl), eingeschlafene Hände und Füße, Gangunsicherheit, Koordinationsstörungen oder seltener Lähmungen. Das Vollbild dieser durch eine demyelinisierende Rückenmarksdegeneration entstehenden Symptome heißt Funikuläre Myelose. Auch Sehstörungen oder das Bild einer Polyneuropathie sind möglich. Schließlich sind auch psychische Symptome wie mangelhafte Merkfähigkeit, Konzentrationsschwäche, Depressionen und Psychosen („megaloblastic madness“) sowie Schizophrenie und Demenz beschrieben worden.
Wie Du in diesen Beschreibungen siehst, hat man bei einer Anämie auch Herzprobleme. Herzrasen, pochender Puls kenne ich von meiner Anämie auch. Das kommt dann aber von der Blutarmut und nicht vom Herzen selbst.



Vielleicht ist ein Mangel an B12 auch der Grund für die anderen auffälligen Werte, schwer zu sagen:
Du hast nämlich zu wenig rote Blutkörperchen (=Erythrozyten).
Den Hb-Wert (Hämoglobin-Wert) hast Du leider nicht genannt. Ich vermute, dass er eher unter als über 12 liegt, dass er also eher zu niedrig ist.
Da die roten Blutkörcherchen Sauerstoff transportieren, fehlt es dem Körper an Sauerstoff, wenn man zu wenig davon hat.

Du hast auffällig hohes Bilirubin. Es ist zwar gerade noch im Normbereich, aber wenn man gesund ist, ist es vielleicht bei 0,7 und nicht bei 1,15.


Das erhöhte Thyreoglobulin kann auf eine Schilddrüsenerkrankung hinweisen. Wurde dies mal abgeklärt?
Wenn nicht, rate ich, zu einem Endokrinologen (Facharzt für hormonelle Krankheiten) zu gehen.

Die Antikörper auf Zellkerne (ANA) sind auch erhöht.
Es gibt dafür viele mögliche Krankheiten, die dies verursachen können. Da sie auch bei Lebererkrankungen erhöht sein können, tippe ich bei Dir zuerst mal darauf.
Es sollte daher unbedingt geklärt werden, welche Lebererkrankung Du hast.
Siehe u. a. hier wegen der möglichen Gründe:
Antinukleäre Antikörper- Übersicht

Die Leberkrankheit zu finden, unter der Du leidest ist nicht immer leicht, weil es einige Lebererkrankungen gibt.

Als ich Deine Zeilen las, dachte ich erst, Du könntest meine Leberkrankheit haben. Das Zittern hat mich darauf gebracht. Aber es kann durchaus sein, dass Du auch innerlich zitterst, wenn Du einen starken Vitamin-B12-Mangel oder einen Folsäuremangel hast. Ich kann dazu aus eigener Erfahrung nichts sagen, aber ich kann mir vorstellen, dass man innerlich auch dabei zittern kann.

Ich rate Dir, zu einem Hepatologen (Leberspezialisten) wegen der Leber zu gehen. In Unikliniken gibt es immer Leberambulanzen.
Wegen der Blutarmut wäre es auch sinnvoll, zu einem Hämotologen (Facharzt für Bluterkrankungen) zu gehen. Der solllte auch ausschließen, dass Du nicht auch eine latente Hämolyse (d. h. dass die roten Blutkörperchen vorzeitig absterben) hast (weil das am ehesten ein Grund für die Atemnotsanfälle ist) und natürlich sollte er nach evtl. anderen Gründen für die Blutarmut suchen.
Ja und wegen des Magens bist Du sicher schon untersucht worden. Aber vielleicht kann ein Gastroenterologe (Facharzt für Verdauungskrankheiten) Dich auf Vitamin B12- und Folsäuremangel auch untersuchen.

Was mir noch auffällig:
Deine Trigyceride sind wie bei mir auch, sehr niedrig, d. h. Du bist sicher sehr schlank. Dies deutet auf eine schlechte Aufnahme der Nährstoffe hin vor allem der Fette.
Bei mir liegt es an einer verminderten Funktion der Bauchspeicheldrüse, die die Folge meiner Leberkrankheit (M. Wilson) ist.
Wenn man bei Dir alle anderen Leberkrankheiten ausgeschlossen hat, sollte man Dich auf M. Wilson noch untersuchen.

Das ist ziemlich viel auf einmal und Du solltest Dich jetzt nicht noch aufregen. Aber Du solltest die Probleme klären, denn nur so kommst Du dahinter, wo es bei Dir fehlt und wenn Du dann die Ursachen behandelst, werden diese Probleme wohl alle auch wieder verschwinden.
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Geändert von margie (29.06.08 um 11:19 Uhr)


Askiane ist offline
Beiträge: 90
Seit: 18.05.08
Zitat von monikat Beitrag anzeigen

Mein GGT wert ist eigentlich immer zu hoch, schon seit Jahren. Aber die Ärzte legen da keinen Wert drauf. Sagen immer nur ,das kommt oft mal vor.

Hallo Monikat,

meine Leberwerte GGT, GPT (und z. T. auch Bilirubin) waren ebenfalls jahrelang erhöht bzw. über dem Normbereich und ich machte mir Sorgen wegen einer eventuellen Lebererkrankung (ich trinke keinen Alkohol).

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das offenbar auf jahrelange Medikamenteneinnahme, u. a. des Säureblockers Pantozol zurückzuführen war - eingenommen wegen chron. Reflux und lt. Arzt Zwerchfellbruch - , denn nachdem ich die Medikamenteneinnahme beendete, normalisierten sich meine Leberwerte wieder - und nicht nur diese! - und sind nun optimal im Normbereich (Ergebnisse verschiedener Labore, im Auftrag verschiedener Ärzte).
Es wäre daher interessant, ob auch du seit einem längeren Zeitraum Säurebocker oder ggf. andere Medikamente einnimmst .

Ich bekam während der Medikamenteneinnahme u. a. Herzrhythmusstörungen. Auch diese verschwanden nach Weglassen der Medikamente. Kann natürlich Zufall sein oder auf die Reflux-Probleme zurückzuführen sein.
Seit Ernährungsumstellung (Meidung bestimmter Nahrungsmittel) und Weglassen der Medikamente geht es mir betr. Reflux und anderer gesundheitl. Beschwerden deutlich besser als jahrelang zuvor.
Auch können Säureblocker bei Langzeitanwendung die Aufnahme/Resorption von Vit. B12 behindern, was bei mir der Fall war (Vit. B12-Mangel).

Viele Grüße

Askiane


monikat ist offline
Themenstarter Beiträge: 152
Seit: 13.05.07
Zitat von Askiane Beitrag anzeigen
Hallo Monikat,

darf ich fragen, ob du gegen deine chronische Gastritis mit Reflux Säureblocker bzw. Protonenpumpenhemmer, wie z. B. Omeprazol oder Pantozol einnimmst?

Liebe Grüßen, Askiane
Hi Askiane,
Habe als letztes Omep bekommen, aber vertrag es nicht so gut. Mir wurde Übel schwindelig und ganz mulmig. Ich hab es dann lieber weggelassen. Hatte auch schon Pantozol, war genauso.Wert von Hämoglobin war am 18.04.:12,6 (12-16)
LG
monikat

Geändert von monikat (29.06.08 um 20:34 Uhr)


monikat ist offline
Themenstarter Beiträge: 152
Seit: 13.05.07
Hi Malve,

Ich habe meine Schilddrüse am 18.04. wieder mal untersuchen lassen. Laut Arzt alles ok. Werte:
TSH 1,23 (0,27-4,2)
FT3 3,2 (2,2-4,9)
FT4 1,4 (0,9-2) Anti TG wurde nicht bestimmt.
LG monikat

Geändert von Malve (08.11.11 um 17:20 Uhr)


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